Villmar - Weyer (kobinet)
Manche Menschen dachten vielleicht:
Stephan Laux schreibt jetzt nicht mehr.
Aber das stimmt nicht.
Stephan Laux wird immer bekannter.
Er möchte so berühmt werden wie Raúl Krauthausen.
Oder so berühmt wie Ottmar Miles-Paul.
Raúl Krauthausen ist ein bekannter Mensch.
Er setzt sich für Menschen mit Behinderungen ein.
Ottmar Miles-Paul ist auch ein bekannter Mensch.
Er setzt sich auch für Menschen mit Behinderungen ein.
Bald gibt es eine Wahl in Hessen.
Das ist eine Kommunal-Wahl.
Bei einer Kommunal-Wahl wählt man Politiker.
Die Wahl ist nur in einer Stadt.
Bei dieser Wahl geht es um die Gemeinden.
Und es geht um die Städte.
Alle Parteien interessieren sich jetzt für Behinderten-Politik.
Behinderten-Politik bedeutet: Politik für Menschen mit Behinderungen.
Die Politik macht Regeln für Menschen mit Behinderung.
Die Parteien denken: Das ist wichtig für die Wahl.
Stephan Laux war bei einem Treffen.
Das Treffen war von der Partei Die Linke.
Das Treffen war in der südlichen Wetterau.
Dort haben 12 kleine Gruppen gearbeitet.
Stephan Laux hat die Gruppen geleitet.
Die Gruppen haben Wahl-Sprüche gemacht.
Wahl-Sprüche sind kurze Sätze.
Die Parteien sagen damit: Das ist uns wichtig.
Ein Spruch war: Steuer für große Firmen erhöhen!
Das Telefon von Stephan Laux klingelt sehr oft.
Viele Leute rufen ihn an.
Eine Frau von der SPD hat angerufen.
Die SPD ist eine Partei.
Die Frau kommt aus Udenhausen bei Kassel.
Sie sagt: Wir wollen Politik für alle Menschen machen.
Besonders für schwache Menschen.
Sie hat Stephan Laux eingeladen.
Es gibt eine Diskussions-Veranstaltung in 2 Wochen.
Bei einer Diskussions-Veranstaltung treffen sich Menschen.
Sie reden zusammen über ein Thema.
Das Thema ist: Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.
Teilhabe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man gehört dazu.
Aber Stephan Laux kann nicht kommen.
Er ist dann bei den Grünen.
Die Grünen sind auch eine Partei.
Dort liest er aus seinem Buch vor.
Sein Buch ist sehr beliebt geworden.
Viele Menschen kaufen das Buch.
Es ist beliebter als das Buch von Angela Merkel.
Die CDU hat auch angerufen.
Die CDU ist eine Partei.
Sie sagt: Wir sind eine christliche Partei.
Das hat mit Inklusion zu tun.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind mit dabei.
Jeder Mensch gehört dazu.
Die CDU fragt: Können Sie uns helfen?
Die FDP hat ein Seminar gebucht.
Die FDP ist auch eine Partei.
Das Seminar heißt: Behinderten-Politik ist Demokratie-Arbeit.
Demokratie-Arbeit bedeutet: Menschen setzen sich für Mit-Bestimmung ein.
Alle sollen mit-reden können.
Bei dem Seminar gab es auch eine Therapie.
Und die Menschen haben Bogen-Schießen gemacht.
Stephan Laux hat sehr viele Termine.
Deshalb hat er der AfD abgesagt.
Die AfD ist eine Partei.
Die AfD wollte auch mit ihm sprechen.
Aber Stephan Laux wollte das nicht.
Die AfD hat oft an seine Tür geklopft.
Auch Einrichtungen haben angerufen.
Das sind Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.
Diese Einrichtungen sind in Hessen.
Sie wollen ihre Arbeit besser machen.
Sie wollen ein neues Konzept entwickeln.
Ein Konzept ist ein Plan.
Der Plan zeigt: So wollen wir etwas machen.
Das Konzept soll Menschen mit Behinderungen helfen.
Das Konzept soll bei der Wahl helfen.
Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sollen geheim wählen können.
Geistige Beeinträchtigung bedeutet: Manche Menschen lernen langsamer als andere.
Sie brauchen mehr Zeit zum Verstehen.
Geheim wählen bedeutet: Niemand sieht was du wählst.
Nach der Wahl in Hessen hat Stephan Laux einen neuen Job.
Er arbeitet dann bei einer Surf-Schule.
Die Surf-Schule ist in Hawaii.
Aloha!
Das ist ein Gruß-Wort aus Hawaii.
Stephan Laux hat diesen Text im Februar 2026 geschrieben.

Foto: Ralph Milewski
Villmar - Weyer (kobinet) Einige Leser*innen hatten vielleicht die vage Hoffnung, Stephan Laux hätte sich endgültig seiner Schreibhemmung ergeben. Tatsache ist, er ist seiner geheimen Hoffnung, einmal so berühmt zu werden wie Raúl Krauthausen oder Ottmar Miles Paul, einen großen Schritt näher gekommen. Grund dafür ist die anstehende Kommunalwahl in Hessen. Quer durch alle Parteien hat man hier in behindertenpolitischen Themen ein enormes Potenzial entdeckt.
Gerade komme ich von einer Klausurtagung des „Linken Kreisverbands südliche Wetterau“. Dort haben unter meiner Leitung 12 Kleingruppen den Slogan für den Kommunalwahlkampf erarbeitet.
„Gewerbesteuer für Großunternehmen erhöhen! Bordsteine absenken!“; „Umverteilung beginnt in den Kommunen!“
Mein Telefon klingelt praktisch seit Jahresanfang pausenlos. Gerade eben rief eine Genossin vom SPD-Ortsverband Udenhausen bei Kassel an. Die SPD sei der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet. Soziale Kommunalpolitik müsse von den Schwächsten her gedacht werden, das würde allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. „Bitte, bitte! Kommen Sie doch in zwei Wochen auf unsere Podiumsdiskussion zum Thema ‚kommunalpolitische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen‘, Herr Laux.“
Da bin ich allerdings schon auf einer Lesung bei den Grünen. Seit Behindertenpolitik zum wichtigen Wahlkampfthema geworden ist, gehen meine berufliche Biografie und die Kolumnensammlung durch die Decke. In der mittelhessischen Spiegel-Bestsellerliste haben sie gerade Angela Merkels Biografie überholt.
Apropos Angela Merkel: „Herr Laux, die CDU trägt das Christliche in ihrem Namen. Das hat doch auch mit Inklusion und Barrierefreiheit zu tun? Können Sie uns noch einmal die UN-Behindertenrechtskonvention erklären? Die ist doch jetzt Gesetz, oder? Wir haben schon etliche Aktivist*innen abgefragt. Alle ausgebucht.“
Die hessische FDP hat ein Seminar, mit dem Titel: „Behindertenpolitik ist Demokratiearbeit“ bei mir gebucht. Wir haben das dann mit einer Traumatherapie und meditativen Bogenschießen verbunden. Seitdem sind ihre Listenplätze für die Kommunalwahlen noch schwerer zu besetzen.
Meine Termine sind und waren also derart eng getaktet, dass ich der AfD kategorisch absagen musste. Und unangenehmerweise hat die ständig an meine Tür geklopft. Wollte sich unbedingt sozial- und behindertenpolitischen Themen annehmen. „Wir haben nichts gegen Behinderte, solange es deutsche Behinderte sind. So lassen Sie uns doch herein!“
Abseits des enormen parteipolitischen Interesses, haben sich natürlich auch etliche Sondereinrichtungen bei mir gemeldet.
Die Träger der Behindertenhilfe in Hessen wollen nun endgültig nicht mehr Inklusion über Einrichtungen schreiben, in denen keine drin ist. Konzeptarbeit ist hier angefragt. Beginnen wollen sie mit einem Konzept, das geistig beeinträchtigten Wahlberechtigten eine annähernd geheime Kommunalwahl ermöglicht.
Und zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass ich nach der Kommunalwahl in Hessen einem lukrativen Stellenangebot einer Surfschule in Hawaii nachkommen werde.
Aloha!
Stephan Laux, Februar 2026

Foto: Ralph Milewski
Villmar - Weyer (kobinet) Einige Leser*innen hatten vielleicht die vage Hoffnung, Stephan Laux hätte sich endgültig seiner Schreibhemmung ergeben. Tatsache ist, er ist seiner geheimen Hoffnung, einmal so berühmt zu werden wie Raúl Krauthausen oder Ottmar Miles Paul, einen großen Schritt näher gekommen. Grund dafür ist die anstehende Kommunalwahl in Hessen. Quer durch alle Parteien hat man hier in behindertenpolitischen Themen ein enormes Potenzial entdeckt.
Gerade komme ich von einer Klausurtagung des „Linken Kreisverbands südliche Wetterau“. Dort haben unter meiner Leitung 12 Kleingruppen den Slogan für den Kommunalwahlkampf erarbeitet.
„Gewerbesteuer für Großunternehmen erhöhen! Bordsteine absenken!“; „Umverteilung beginnt in den Kommunen!“
Mein Telefon klingelt praktisch seit Jahresanfang pausenlos. Gerade eben rief eine Genossin vom SPD-Ortsverband Udenhausen bei Kassel an. Die SPD sei der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet. Soziale Kommunalpolitik müsse von den Schwächsten her gedacht werden, das würde allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen. „Bitte, bitte! Kommen Sie doch in zwei Wochen auf unsere Podiumsdiskussion zum Thema ‚kommunalpolitische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen‘, Herr Laux.“
Da bin ich allerdings schon auf einer Lesung bei den Grünen. Seit Behindertenpolitik zum wichtigen Wahlkampfthema geworden ist, gehen meine berufliche Biografie und die Kolumnensammlung durch die Decke. In der mittelhessischen Spiegel-Bestsellerliste haben sie gerade Angela Merkels Biografie überholt.
Apropos Angela Merkel: „Herr Laux, die CDU trägt das Christliche in ihrem Namen. Das hat doch auch mit Inklusion und Barrierefreiheit zu tun? Können Sie uns noch einmal die UN-Behindertenrechtskonvention erklären? Die ist doch jetzt Gesetz, oder? Wir haben schon etliche Aktivist*innen abgefragt. Alle ausgebucht.“
Die hessische FDP hat ein Seminar, mit dem Titel: „Behindertenpolitik ist Demokratiearbeit“ bei mir gebucht. Wir haben das dann mit einer Traumatherapie und meditativen Bogenschießen verbunden. Seitdem sind ihre Listenplätze für die Kommunalwahlen noch schwerer zu besetzen.
Meine Termine sind und waren also derart eng getaktet, dass ich der AfD kategorisch absagen musste. Und unangenehmerweise hat die ständig an meine Tür geklopft. Wollte sich unbedingt sozial- und behindertenpolitischen Themen annehmen. „Wir haben nichts gegen Behinderte, solange es deutsche Behinderte sind. So lassen Sie uns doch herein!“
Abseits des enormen parteipolitischen Interesses, haben sich natürlich auch etliche Sondereinrichtungen bei mir gemeldet.
Die Träger der Behindertenhilfe in Hessen wollen nun endgültig nicht mehr Inklusion über Einrichtungen schreiben, in denen keine drin ist. Konzeptarbeit ist hier angefragt. Beginnen wollen sie mit einem Konzept, das geistig beeinträchtigten Wahlberechtigten eine annähernd geheime Kommunalwahl ermöglicht.
Und zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass ich nach der Kommunalwahl in Hessen einem lukrativen Stellenangebot einer Surfschule in Hawaii nachkommen werde.
Aloha!
Stephan Laux, Februar 2026




