Staufen (kobinet)
Der Kanzler hat vor kurzem eine Geschichte erzählt.
Die Geschichte war im Bundes-Tag.
Es war eine Verschwörungs-Theorie.
Eine Verschwörungs-Theorie ist eine erfundene Geschichte.
Die Geschichte ist über geheime böse Pläne.
Meistens gibt es keine Beweise.
Niemand im Bundes-Tag hat gelacht.
Das ist ein Alarm-Signal.
Ein Alarm-Signal für alle Menschen.
Ein Alarm-Signal ist ein Warn-Zeichen.
Das Signal sagt: Hier ist Gefahr.
Die Geschichte vom Kanzler sagt:
Putin will unsere Gesellschaft schwächen.
Das wird ihm nicht gelingen.
Diese Behauptung ist falsch.
Unsere Gesellschaft hat sich selbst geschwächt.
Der Zusammen-Halt wurde selbst zerstört.
Putin kämpft in der Ukraine.
Er kann hier nichts kaputt machen.
Politiker wie Merz reden nicht über die Wirklichkeit.
Der Autor Klaus Theweleit sagt:
Ihr Sprechen ist nicht real.
Man kann auch sagen:
Sie haben die Wirklichkeit verloren.
Manche Politiker denken an den Mars.
Sie wollen dort in Zukunft leben.
Helmut Schmidt hätte gesagt:
Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.
Für diese Politiker ist die Erde nicht mehr zu retten.
Mit oder ohne Putin.
Aber im Ernst:
Gäbe es Putin nicht, würde man ihn erfinden.
Politiker sagen:
Putin bedroht unsere Freiheit.
Putin bedroht unsere Demokratie.
Demokratie bedeutet: Das Volk herrscht.
Die Menschen entscheiden zusammen über ihr Land.
Sie geben nicht zu:
Die Demokratie wird von innen zerstört.
Nicht von einem Feind von außen.
Der Neo-Liberalismus schwächt die Demokratie.
Neo-Liberalismus ist eine politische Idee.
Die Idee ist: Der Staat soll sich wenig einmischen.
Der Sozial-Staat wird abgebaut.
Ein Sozial-Staat ist ein Land.
Das Land hilft seinen Bürgern.
Zum Beispiel: Kranke Menschen bekommen Geld.
Regeln werden abgeschafft.
Die Gesellschaft zerfällt.
Die Menschen sind nur noch Einzel-Personen.
Wirtschafts-Wachstum ist der einzige Zweck.
Wirtschafts-Wachstum bedeutet: Die Wirtschaft wird größer.
Es gibt mehr Arbeit.
Die Menschen verdienen mehr Geld.
Konsum ist der Lebens-Inhalt.
Shoppen ist das Wichtigste.
Das macht die Menschen unglücklich.
Sie haben Angst vor dem Abstieg.
Sie fühlen sich leer.
Diese Gefühle sammeln sich in sozialen Medien.
Dort entsteht ein giftiges Klima.
Politik und Medien sagen:
Das ist schlechte Stimmung.
Aber das ist die Realität.
So sieht unsere Gesellschaft aus.
Das ist Demokratie ohne Schön-Färberei.
Angenommen: Die Menschen glauben an Demokratie.
Dann hätten sie keine Angst vor Putin.
Sie würden wissen:
Was sie verteidigen müssen.
Und wie sie das ohne Krieg tun können.
In Chile gab es einen Spruch.
Das war in den 1970er Jahren.
Der Spruch war:
Ein vereintes Volk wird niemals besiegt.
Das würde für echte Demokratie gelten.
Aber die haben wir nicht.
Angela Merkel sprach von markt-konformer Demokratie.
Markt-konform bedeutet: Es passt zur Wirtschaft.
Eine markt-konforme Demokratie macht Regeln für die Wirtschaft.
Die Regeln sollen der Wirtschaft helfen.
Der Wissenschaftler Colin Crouch nennt das Post-Demokratie.
Post-Demokratie bedeutet: Die Demokratie verändert sich.
Die Bürger haben weniger Mit-Sprache.
Andere Gruppen haben mehr Macht.
Zum Beispiel: Große Firmen.
Die Reichen werden immer reicher.
Die Armen werden immer ärmer.
Das nennt man Plutokratie.
Plutokratie bedeutet: Reiche Menschen haben die Macht.
Sie bestimmen über das Land.
Arme Menschen haben wenig zu sagen.
Wer will so etwas verteidigen?
Wer will dafür sein Leben geben?
Niemand macht das freiwillig.
Deshalb braucht es eine Wehr-Pflicht.
Wehr-Pflicht bedeutet: Junge Menschen müssen zum Militär.
Das Militär sind die Soldaten von einem Land.
Die Wehr-Pflicht ist ein Gesetz.
Die SPD glaubt:
Man kann junge Menschen begeistern.
Sie sollen zur Bundes-Wehr gehen.
Das ist dumm.
Junge Menschen sind nicht dumm.
Sie verteidigen keine leere Demokratie.
Hoffentlich glauben nicht viele Menschen an die Geschichte.
Die Geschichte ist: Putin will uns schwächen.
Die Autoren Markus Metz und Georg Seeßlen sagen:
Das ist eine Blöd-Maschine.
Eine Blöd-Maschine macht Menschen dumm.
Die Menschen sollen nicht nachdenken.
Sie sollen nicht über die wahren Probleme nachdenken.
Anmerkung:
Der Spruch aus Chile war friedlich gemeint.
Es ging um Wider-Stand ohne Gewalt.
Nach dem Militär-Putsch von Pinochet änderte sich das.
Militär-Putsch bedeutet: Soldaten greifen die Regierung an.
Sie wollen selbst die Macht haben.
Das ist gegen das Gesetz.
Die Frage ist wichtig:
Wie kann man sich ohne Militär wehren?
Diese Frage muss man immer neu diskutieren.
Das Wort Blöd-Maschine ist von Metz und Seeßlen.
Sie haben ein Buch geschrieben.
Es heißt: Blöd-Maschinen 2.
Der Unter-Titel lautet:
Die Fabrikation der politischen Paranoia.
Paranoia bedeutet: Jemand hat große Angst.
Die Person denkt: Alle sind gegen mich.
Die Person glaubt an Verschwörungen.
Das Buch ist im Suhrkamp-Verlag erschienen.
Es ist von 2025.

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Dass die kürzlich vom Kanzler im Bundestag vorgetragene Verschwörungstheorie im Plenum keinen Sturm der Heiterkeit ausgelöst hat, muss allen ein Alarmsignal sein, die ihren Verstand noch nicht an der Garderobe der politischen und medialen Mainstreampropaganda abgegeben haben.
Die Verschwörungstheorie des Kanzlers in einem Satz: „Putin möchte unsere Gesellschaft destabilisieren“, das werde ihm aber nicht gelingen. – Potztausend, wie sollte es denn auch! Diese Gesellschaft hat sich längst selbst destabilisiert, derangiert, dissoziiert, atomisiert, die Fliehkräfte freigesetzt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterminiert, ihre humane Zukunft selbst ruiniert.
Was soll da Putin, der in der Ukraine im Schlamm steckt, darüber hinaus noch anrichten? Politiker wie Merz steigern sich mit ihrer Verschwörungstheorie in ein verbales Delirium, ihr „Sprechen bewegt sich im Irrealen“, so Klaus Theweleit. Man könnte auch sagen, sie haben die Bodenhaftung verloren, verbringen zu viel Zeit in ihren Privatjets und Helikoptern, und die Visionäre unter ihnen – die mit den „Visionen“, ohne „zum Arzt zu gehen“, was ihnen Helmut Schmidt geraten hätte – sehen ihre Zukunft ohnehin auf dem Mars. Für sie ist mit oder ohne den Sündenbock Putin der Planet, Planet Earth, nicht mehr zu retten.
Doch im Ernst: Gäbe es Putin nicht, müssten die Verteidiger „unserer von ihm bedrohten Freiheit und Demokratie, unserer Werte und Lebensweise“ ihn erfinden. Zuzugeben, dass die Ökonomie und Ideologie des Neoliberalismus und eine deren Zwänge und Imperative umsetzende Politik die Demokratie und ihr Freiheitsversprechen für alle Bürger von innen her aushöhlen und zerstören, der Ruin also von keinem äußeren Feind droht – das zuzugeben werden die Diener und Nutznießer dieser „notwendigen Transformation“ den Teufel tun.
Einräumen, was die mitnichten „notwendige Anpassung“ (marktradikale Deregulierung und Sozialstaatsabbau) bedeutet: Nämlich die neoliberale Dissoziation der Gesellschaft, ihre restlose Auflösung in Singularitäten, Elementarteilchen könnte man auch sagen, die marktwirtschaftliche Sprengung sozialer Bindungen und deren Verschwinden im „homo oeconomicus“. Wirtschaftswachstum als alleiniger Beschäftigungszweck und Konsum, „Shopping“, als Lebensinhalt.
Das derart atomistisch-antagonistisch verfasste gesellschaftliche Außen schlägt sich in der Psyche, im inneren, affektiven Erleben der Einzelnen als explosive Mischung aus Gier und Verzweiflung nieder – ein Wechselbad von Aufstiegshoffnung und Abstiegspanik, aggressiver Durchsetzungswut und lähmendem Sinnlosigkeitsgefühl, dessen trübe Brühe sich als Giftschlamm in der Social-Media-Kloake sammelt, wo die vielen kleinen Frustrationsbäche zusammenfließen und für das antisoziale Reizklima sorgen, das Politik und Medien als „schlechte Stimmung“ beklagen. So in aller Kürze mein Porträt der ungeschminkten Realität unserer „stabilen Gesellschaft“, ein Demokratie-Selfie ohne Beautyfilter.
Was sich logisch aus dem Vorangehenden schließen lässt: Wäre der demokratische Souverän oder sagen wir das Wahlvolk hierzulande mehrheitlich vom hehren Demokratie- und Wertegedöns überzeugt, erlebte seine eigene Existenz tatsächlich als das behauptete freiheitliche Nonplusultra an Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung, würde es sich keinen Augenblick lang vor Putin oder einem sonstigen Autokraten ängstigen.
Es fürchtete nicht um seine „Resilienz“, seine gesellschaftliche Widerstandskraft, denn dieses souveräne Wahlvolk wüsste, was es zu verteidigen hat und wie man es anstellt, sich dabei nicht in eine Rüstungs- und Gewaltspirale hineinziehen zu lassen, quasi komplizenhaft in ein selbstzerstörerisches Kriegsgemetzel.
Wenn irgendwo, so träfe auf diese derzeit utopische Gestalt realer, gelebter, substanzieller Demokratie der pathetische Slogan der chilenischen Unidad Popular aus den 1970er-Jahren zu: „El pueblo unido jamás será vencido“ („a people united will never be defeated“).
Wer ist schon bereit, couragiert, gar unter Einsatz des Lebens eine „marktkonforme Demokratie“ (Angela Merkel) oder eine substanziell entkernte „Postdemokratie“ (Colin Crouch) oder auch, da auf obszöne Weise die Schere zwischen Arm und Überreich immer weiter aufgeht, eine formaldemokratisch bemäntelte Plutokratie (Geldherrschaft) zu verteidigen? Dafür braucht es eine Wehrpflicht, freiwillig macht das niemand. In Anbetracht der real existierenden Karikatur von Demokratie können nur idealistisch übersteuerte SPD-Hirne allen Ernstes glauben, der von ihnen beschworene „Bürger in Uniform“ müsse doch junge Menschen für die Bundeswehr „begeistern“. Eine Dummheit, vor der sie ein gesunder postheroischer Egoismus bewahren möge! Und im Übrigen ist zu hoffen, dass die von Merz angeworfene „Blödmaschine“ vom „unsere Gesellschaft destabilisieren wollenden Putin“ nicht in gar so vielen Köpfen Fahrt aufnimmt.
Anmerkung: Die Parole „el pueblo unido“ der chilenischen Volksfront war zunächst nicht militärisch gemeint oder zu verstehen. Nach dem Militärputsch Pinochets mag sich dies für einige ihrer Anhänger geändert haben. Ich finde, die Frage nach zur militärischen Verteidigung alternativen Methoden zivilen Widerstands lässt sich sinnvoll nur historisch konkret und situativ beantworten bzw. diskutieren.
Den auf Merz‘ Destabilisierungsthese gemünzten Ausdruck „Blödmaschine“ habe ich von den kulturwissenschaftlichen Autoren Markus Metz und Georg Seeßlen „Blödmaschinen II – Die Fabrikation der politischen Paranoia“ (Suhrkamp 2025). Sie verwenden ihn für rechtspopulistische Propaganda und Unterhaltung. Ich sehe auch in der These von Merz den Versuch populistischer Verdummung zur Festigung und Verschleierung von Herrschaftsverhältnissen.

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Dass die kürzlich vom Kanzler im Bundestag vorgetragene Verschwörungstheorie im Plenum keinen Sturm der Heiterkeit ausgelöst hat, muss allen ein Alarmsignal sein, die ihren Verstand noch nicht an der Garderobe der politischen und medialen Mainstreampropaganda abgegeben haben.
Die Verschwörungstheorie des Kanzlers in einem Satz: „Putin möchte unsere Gesellschaft destabilisieren“, das werde ihm aber nicht gelingen. – Potztausend, wie sollte es denn auch! Diese Gesellschaft hat sich längst selbst destabilisiert, derangiert, dissoziiert, atomisiert, die Fliehkräfte freigesetzt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt unterminiert, ihre humane Zukunft selbst ruiniert.
Was soll da Putin, der in der Ukraine im Schlamm steckt, darüber hinaus noch anrichten? Politiker wie Merz steigern sich mit ihrer Verschwörungstheorie in ein verbales Delirium, ihr „Sprechen bewegt sich im Irrealen“, so Klaus Theweleit. Man könnte auch sagen, sie haben die Bodenhaftung verloren, verbringen zu viel Zeit in ihren Privatjets und Helikoptern, und die Visionäre unter ihnen – die mit den „Visionen“, ohne „zum Arzt zu gehen“, was ihnen Helmut Schmidt geraten hätte – sehen ihre Zukunft ohnehin auf dem Mars. Für sie ist mit oder ohne den Sündenbock Putin der Planet, Planet Earth, nicht mehr zu retten.
Doch im Ernst: Gäbe es Putin nicht, müssten die Verteidiger „unserer von ihm bedrohten Freiheit und Demokratie, unserer Werte und Lebensweise“ ihn erfinden. Zuzugeben, dass die Ökonomie und Ideologie des Neoliberalismus und eine deren Zwänge und Imperative umsetzende Politik die Demokratie und ihr Freiheitsversprechen für alle Bürger von innen her aushöhlen und zerstören, der Ruin also von keinem äußeren Feind droht – das zuzugeben werden die Diener und Nutznießer dieser „notwendigen Transformation“ den Teufel tun.
Einräumen, was die mitnichten „notwendige Anpassung“ (marktradikale Deregulierung und Sozialstaatsabbau) bedeutet: Nämlich die neoliberale Dissoziation der Gesellschaft, ihre restlose Auflösung in Singularitäten, Elementarteilchen könnte man auch sagen, die marktwirtschaftliche Sprengung sozialer Bindungen und deren Verschwinden im „homo oeconomicus“. Wirtschaftswachstum als alleiniger Beschäftigungszweck und Konsum, „Shopping“, als Lebensinhalt.
Das derart atomistisch-antagonistisch verfasste gesellschaftliche Außen schlägt sich in der Psyche, im inneren, affektiven Erleben der Einzelnen als explosive Mischung aus Gier und Verzweiflung nieder – ein Wechselbad von Aufstiegshoffnung und Abstiegspanik, aggressiver Durchsetzungswut und lähmendem Sinnlosigkeitsgefühl, dessen trübe Brühe sich als Giftschlamm in der Social-Media-Kloake sammelt, wo die vielen kleinen Frustrationsbäche zusammenfließen und für das antisoziale Reizklima sorgen, das Politik und Medien als „schlechte Stimmung“ beklagen. So in aller Kürze mein Porträt der ungeschminkten Realität unserer „stabilen Gesellschaft“, ein Demokratie-Selfie ohne Beautyfilter.
Was sich logisch aus dem Vorangehenden schließen lässt: Wäre der demokratische Souverän oder sagen wir das Wahlvolk hierzulande mehrheitlich vom hehren Demokratie- und Wertegedöns überzeugt, erlebte seine eigene Existenz tatsächlich als das behauptete freiheitliche Nonplusultra an Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung, würde es sich keinen Augenblick lang vor Putin oder einem sonstigen Autokraten ängstigen.
Es fürchtete nicht um seine „Resilienz“, seine gesellschaftliche Widerstandskraft, denn dieses souveräne Wahlvolk wüsste, was es zu verteidigen hat und wie man es anstellt, sich dabei nicht in eine Rüstungs- und Gewaltspirale hineinziehen zu lassen, quasi komplizenhaft in ein selbstzerstörerisches Kriegsgemetzel.
Wenn irgendwo, so träfe auf diese derzeit utopische Gestalt realer, gelebter, substanzieller Demokratie der pathetische Slogan der chilenischen Unidad Popular aus den 1970er-Jahren zu: „El pueblo unido jamás será vencido“ („a people united will never be defeated“).
Wer ist schon bereit, couragiert, gar unter Einsatz des Lebens eine „marktkonforme Demokratie“ (Angela Merkel) oder eine substanziell entkernte „Postdemokratie“ (Colin Crouch) oder auch, da auf obszöne Weise die Schere zwischen Arm und Überreich immer weiter aufgeht, eine formaldemokratisch bemäntelte Plutokratie (Geldherrschaft) zu verteidigen? Dafür braucht es eine Wehrpflicht, freiwillig macht das niemand. In Anbetracht der real existierenden Karikatur von Demokratie können nur idealistisch übersteuerte SPD-Hirne allen Ernstes glauben, der von ihnen beschworene „Bürger in Uniform“ müsse doch junge Menschen für die Bundeswehr „begeistern“. Eine Dummheit, vor der sie ein gesunder postheroischer Egoismus bewahren möge! Und im Übrigen ist zu hoffen, dass die von Merz angeworfene „Blödmaschine“ vom „unsere Gesellschaft destabilisieren wollenden Putin“ nicht in gar so vielen Köpfen Fahrt aufnimmt.
Anmerkung: Die Parole „el pueblo unido“ der chilenischen Volksfront war zunächst nicht militärisch gemeint oder zu verstehen. Nach dem Militärputsch Pinochets mag sich dies für einige ihrer Anhänger geändert haben. Ich finde, die Frage nach zur militärischen Verteidigung alternativen Methoden zivilen Widerstands lässt sich sinnvoll nur historisch konkret und situativ beantworten bzw. diskutieren.
Den auf Merz‘ Destabilisierungsthese gemünzten Ausdruck „Blödmaschine“ habe ich von den kulturwissenschaftlichen Autoren Markus Metz und Georg Seeßlen „Blödmaschinen II – Die Fabrikation der politischen Paranoia“ (Suhrkamp 2025). Sie verwenden ihn für rechtspopulistische Propaganda und Unterhaltung. Ich sehe auch in der These von Merz den Versuch populistischer Verdummung zur Festigung und Verschleierung von Herrschaftsverhältnissen.




