Berlin (kobinet)
Manche Menschen haben eine Behinderung.
Man kann die Behinderung nicht sehen.
Das nennt man: unsichtbare Behinderung.
Eine Behinderung macht Sachen schwierig.
Man kann manche Sachen nicht so einfach machen.
Viele Menschen denken: Diese Person hat keine Probleme.
Das stimmt aber nicht.
Menschen mit unsichtbarer Behinderung haben Probleme.
Andere Menschen nehmen sie oft nicht ernst.
Andere Menschen verstehen ihre Probleme nicht.
Das macht das Leben sehr schwer.
Welche Probleme gibt es?
Manche Menschen haben immer Schmerzen.
Man kann die Schmerzen nicht sehen.
Aber die Schmerzen sind da.
Das macht sehr müde.
Manche Menschen bekommen Angst-Anfälle.
Plötzlich bekommt ein Mensch große Angst.
Das Herz schlägt schnell.
Der Mensch kann nicht gut atmen.
Das passiert in vollen Räumen.
Oder bei lauten Geräuschen.
Manche Menschen haben Probleme mit Licht.
Oder mit lauter Musik.
Oder mit starken Gerüchen.
Das kann weh tun.
Manche Menschen sitzen im Bus.
Sie sehen gesund aus.
Aber sie können nicht aufstehen.
Sie brauchen den Sitz-Platz.
Manche Menschen treffen andere Menschen.
Danach sind sie sehr müde.
Sie brauchen dann mehrere Tage Ruhe.
Das Treffen hat viel Kraft gekostet.
Man kann das nicht sehen.
Manche Menschen können nicht aus dem Haus gehen.
Sie haben nicht genug Kraft dafür.
Das ist sehr schwer für sie.
Andere Menschen verstehen das oft nicht.
Manche Menschen haben Probleme mit Duft-Stoffen.
Das kann sehr gefährlich sein.
Man kann es aber nicht sehen.
Was sagen andere Menschen?
Viele Menschen sagen: So schlimm ist das nicht.
Oder: Stell dich nicht so an.
Das verletzt die betroffenen Menschen.
Betroffene Menschen bedeutet: Diese Menschen haben ein Problem.
Die Sache geht diese Menschen direkt an.
Menschen mit unsichtbarer Behinderung haben Angst.
Sie haben Angst vor Ablehnung.
Ablehnung bedeutet: Jemand sagt Nein zu dir.
Der Mensch will nicht mit dir zusammen sein.
Sie haben Angst, dass niemand sie versteht.
Deshalb verstecken sie oft ihre Probleme.
Das kostet sehr viel Kraft.
Sie wollen nicht unangenehm sein.
Sie wollen dazu-gehören.
Aber das ist sehr anstrengend.
Was muss sich ändern?
Wir müssen diese Menschen sehen.
Auch wenn wir die Behinderung nicht sehen.
Wir müssen ihre Probleme ernst nehmen.
Das ist sehr wichtig.
Wir müssen Barrieren abbauen.
Eine Barriere ist ein Hindernis.
Das bedeutet: Etwas ist im Weg.
Auch die Barrieren, die man nicht sehen kann.
Das ist manchmal schwer.
Aber es ist wichtig.
Wir brauchen mehr Verständnis.
Verständnis bedeutet: Man kann die Gefühle von anderen Menschen gut verstehen.
Wir müssen die Menschen akzeptieren.
Akzeptieren bedeutet: Man ist einverstanden.
Man sagt ja zu etwas.
Wir müssen bereit sein zu helfen.
Das kostet nichts.
Menschen mit unsichtbarer Behinderung haben schon Probleme.
Sie sollen nicht noch mehr Probleme bekommen.
Wir alle können helfen.
Mit Verständnis und Respekt.
Diesen Text hat geschrieben: Britta Wilkens.
Sie arbeitet beim Allgemeinen Behinderten-Verband in Deutschland.
Kurz: ABiD.
Das ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen haben eine Behinderung.
Sie helfen sich gegenseitig.
Sie kämpfen für ihre Rechte.
Sie arbeitet in der Arbeits-Gruppe Gesundheit und Soziales.
Eine Arbeits-Gruppe ist eine Gruppe von Menschen.
Sie arbeiten zusammen an einem Thema.

Foto: Britta Wilkens (KI)
Berlin (kobinet) Stimmt. Wenn es um unsichtbare Behinderungen geht, gibt es nichts zu sehen. Für viele ist das ein Grund, sich damit auch nicht zu beschäftigen. Dabei sollte genau dies passieren. Bitte gehen Sie nicht einfach mit Nichtbeachtung weiter durch Ihr gesellschaftliches Leben, sondern halten Sie gedanklich einmal inne und fragen Sie sich, was eine unsichtbare Behinderung für Betroffene und auch ihre Angehörigen bedeutet.
Unsichtbaren Behinderungen liegen die vielfältigsten Erkrankungen und Umstände zugrunde. Eine der vielen Barrieren ist, nicht ernst genommen zu werden. Da Betroffenen ihre Leiden auf den ersten Blick nicht anzusehen sind, werden diese immer wieder unterschätzt.
Wer kann beispielsweise schon sehen, dass eine Person rund um die Uhr Schmerzen hat? Dass sie unter bestimmten Umständen, die für Nicht-Betroffene eine Selbstverständlichkeit sind, eine Panikattacke erleiden kann? Dass Licht, Musik, Geräusche und Gerüche wehtun können? Warum der vermeintlich unhöfliche Mensch im Bus seinen Sitzplatz nicht für jemand anderen freigibt, obwohl er doch fit aussieht? Dass jemand nach einer Veranstaltung oder einem Online-Meeting tagelang braucht, um wieder Kraft zu sammeln? Dass jemand nicht die Kraft hat, das Haus zu verlassen und eine Besorgung zu machen? Oder gar einen körperlichen Zusammenbruch durch den Kontakt mit Stoffen haben kann, die für andere scheinbar harmlos sind? Dass viele unsichtbar behinderte Menschen wegen der vielen Barrieren in Isolation leben müssen? Dass sie tagtäglich enorme Kraft aufbringen müssen, um unter diesen Umständen zu leben? Mit welchen Ängsten das alles verbunden sein kann? Was ihnen immerzu von ihren Mitmenschen und sogar Ärzten – wenn auch oftmals unbewusst – zugemutet wird? Wie sich unsichtbar behinderte Menschen ganz ohne geschützten Raum mit und in ihrer Umwelt fühlen?
Dies ist nur eine Auswahl an Beispielen, es gibt noch unzählige mehr
„So schlimm wird es ja wohl nicht sein“ oder „Stell dich doch nicht so an“ sind – neben vielen nonverbalen Äußerungen von Unverständnis – Bemerkungen, die schon viele Betroffene gehört haben. Und dann ist da noch die Stigmatisierung. Das führt häufig dazu, dass unsichtbar behinderte Menschen zu viel Kraft dafür aufwenden, sich anzupassen und nicht „unangenehm“ aufzufallen. Aus Angst vor Ablehnung und Unverständnis. Aus dem Gefühl heraus, sonst nicht in diese Welt zu passen.
Daher ist es immer wieder wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Betroffene gesehen werden müssen. Dass auch unsichtbare Barrieren, wo und wie immer es auch geht, abgebaut werden. Trotz und vielleicht auch gerade wegen der Schwierigkeit, sich in die Lage von Betroffenen hineinzuversetzen. Bewusstsein, Akzeptanz und Bereitschaft wären schon ein erster großer Schritt in die richtige Richtung. Und zudem kostenlos und schmerzfrei für alle.
Damit Betroffene zusätzlich zu ihren Einschränkungen nicht noch behindert werden.
Ein Artikel von Britta Wilkens, organisiert im Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Soziales

Foto: Britta Wilkens (KI)
Berlin (kobinet) Stimmt. Wenn es um unsichtbare Behinderungen geht, gibt es nichts zu sehen. Für viele ist das ein Grund, sich damit auch nicht zu beschäftigen. Dabei sollte genau dies passieren. Bitte gehen Sie nicht einfach mit Nichtbeachtung weiter durch Ihr gesellschaftliches Leben, sondern halten Sie gedanklich einmal inne und fragen Sie sich, was eine unsichtbare Behinderung für Betroffene und auch ihre Angehörigen bedeutet.
Unsichtbaren Behinderungen liegen die vielfältigsten Erkrankungen und Umstände zugrunde. Eine der vielen Barrieren ist, nicht ernst genommen zu werden. Da Betroffenen ihre Leiden auf den ersten Blick nicht anzusehen sind, werden diese immer wieder unterschätzt.
Wer kann beispielsweise schon sehen, dass eine Person rund um die Uhr Schmerzen hat? Dass sie unter bestimmten Umständen, die für Nicht-Betroffene eine Selbstverständlichkeit sind, eine Panikattacke erleiden kann? Dass Licht, Musik, Geräusche und Gerüche wehtun können? Warum der vermeintlich unhöfliche Mensch im Bus seinen Sitzplatz nicht für jemand anderen freigibt, obwohl er doch fit aussieht? Dass jemand nach einer Veranstaltung oder einem Online-Meeting tagelang braucht, um wieder Kraft zu sammeln? Dass jemand nicht die Kraft hat, das Haus zu verlassen und eine Besorgung zu machen? Oder gar einen körperlichen Zusammenbruch durch den Kontakt mit Stoffen haben kann, die für andere scheinbar harmlos sind? Dass viele unsichtbar behinderte Menschen wegen der vielen Barrieren in Isolation leben müssen? Dass sie tagtäglich enorme Kraft aufbringen müssen, um unter diesen Umständen zu leben? Mit welchen Ängsten das alles verbunden sein kann? Was ihnen immerzu von ihren Mitmenschen und sogar Ärzten – wenn auch oftmals unbewusst – zugemutet wird? Wie sich unsichtbar behinderte Menschen ganz ohne geschützten Raum mit und in ihrer Umwelt fühlen?
Dies ist nur eine Auswahl an Beispielen, es gibt noch unzählige mehr
„So schlimm wird es ja wohl nicht sein“ oder „Stell dich doch nicht so an“ sind – neben vielen nonverbalen Äußerungen von Unverständnis – Bemerkungen, die schon viele Betroffene gehört haben. Und dann ist da noch die Stigmatisierung. Das führt häufig dazu, dass unsichtbar behinderte Menschen zu viel Kraft dafür aufwenden, sich anzupassen und nicht „unangenehm“ aufzufallen. Aus Angst vor Ablehnung und Unverständnis. Aus dem Gefühl heraus, sonst nicht in diese Welt zu passen.
Daher ist es immer wieder wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Betroffene gesehen werden müssen. Dass auch unsichtbare Barrieren, wo und wie immer es auch geht, abgebaut werden. Trotz und vielleicht auch gerade wegen der Schwierigkeit, sich in die Lage von Betroffenen hineinzuversetzen. Bewusstsein, Akzeptanz und Bereitschaft wären schon ein erster großer Schritt in die richtige Richtung. Und zudem kostenlos und schmerzfrei für alle.
Damit Betroffene zusätzlich zu ihren Einschränkungen nicht noch behindert werden.
Ein Artikel von Britta Wilkens, organisiert im Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Soziales




