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Wenn Barrieren ein Reiseerlebnis ausbremsen

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Quadratische Metallplatte die auf Tischhöhe in Ringanlage Pömmelte mit ihren Pfosten und Wegen zeigt
Tastmodell des Ringheiligtums in Pömmelte
Foto: H. Smikac

MAGDEBURG (kobinet) Ein interessantes Reiseziel lässt sich schnell finden, denn zu sehen und zu erleben gibt es überall etwas. Das trifft auch für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen zu. Allerdings sollte man eine solche Reise schon etwas vorbereiten und sich darauf einstellen, dass man den Rat von Broschüren doch nicht überall befolgen kann. Zu den ganz besonderen Reisezielen gehören die "Himmelswege", die Zeugnisse des astronomischen Wissens unserer ganz frühen Vorfahren, die es in Sachsen-Anhalt zu erleben und zu bestaunen gibt.

Bereits unsere Vorfahren haben Himmelsphänomene beobachtet und die Konstellation der Sterne für sich zu nutzen gewusst. Dafür gibt es in Sachsen-Anhalt mehrere Beispiele. Wir sind hingefahren und haben einmal danach geschaut, was man als Reisender mit einer Mobilitätseinschränkung tatsächlich erleben kann.

Auf diesem Weg ist Wangen bei Nebra ein ganz besonderer Ort. Bekannt ist dabei besonders das Besucherzentrum in Wangen, das unweit des Fundortes der Himmelsscheibe von Nebra liegt. Ein sehens- und erlebenswertes Besucherzentrum für alle, die mehr darüber erfahren möchten, was unsere ganz frühen Vorfahren über Sterne wussten und wie sie dieses Wissen für ihr Leben nutzten. Nach Wangen könnte man auch mit dem Zug reisen, die Fahrt mit einem Auto ist jedoch weniger kompliziert und nicht so zeitaufwendig. Am Parkplatz gibt es eine Schranke. Inhaber von Behindertenparkkarten dürfen jedoch den Berg bis zum Besucherzentrum hochfahren. Dort gibt es entsprechende Parkmöglichkeiten. Das Besucherzentrum ist für alle ebenerdig zugänglich und in seinen drei Etagen mittels Lift zu erreichen. Die eigentliche Fundstelle dieser Himmelsscheibe ist etwas weiter entfernt. Dorthin kann man jedoch mit Rollstuhl oder Kinderwagen mit einem kleinen Bus fahren. Der Bereich der Fundstelle ist insgesamt gut zu befahren, nur der Aussichtsturm an der Fundstelle der Himmelsscheibe ist nur zu „erklimmen“, wenn man selbst Treppen steigen kann.

Nicht sehr weit von diesem Ort entfernt liegt der kleine Ort Goseck. Hier befindet sich ein wieder erbautes Sonnenobservatorium, das ebenfalls zur Himmelsbeobachtung genutzt wurde. In einem kleinen Besucherzentrum im Ort gibt es ebenfalls sehr viel Wissenswertes über das Wissen unserer Vorfahren über Sternbilder und Himmelsphänomene zu erfahren. Beide Sehenswürdigkeiten wurden insgesamt barrierefrei gestaltet. Nur für die Anreise sollte man sich zuvor über die Bedingungen zur Anreise und über eventuelle Erleichterungen für mobilitätseingeschränkte Besucher informieren. So gibt es in Goseck zwar einen Parkplatz, von dem aus jedoch nur ein Weg über eine Gefällestrecke zum Observatorium führt. Besser wäre es, den Weg über die Heinemann-Straße und den Pflaumenweg zu wählen, so käme man dann auf den Parkplatz für Inhaber von Behindertenparkkarten.

Wer im Besucherzentrum Wangen gut aufgepasst hat, weiß, dass sich der astronomische Standort der Himmelsscheibe auf den Raum südlich der jetzigen Stadt Magdeburg bezieht. Man könnte also dort nachschauen – und wird fündig. Mit dem Ringheiligtum in Pömmelte. Auch hier wäre wieder eine Anreise mit einem Auto zu empfehlen, und bei der Suche nach der Zufahrt sollte man sich nicht verunsichern lassen: Ein Navigationsgerät wird vermutlich eine Adresse in der Ortslage Pömmelte anzeigen, die Zufahrt zum Ringheiligtum befindet sich aber bei dem kleinen Ort Zackmünde. Diese Anlage ist gut zu befahren. Texte in Brailleschrift geben auch sehbehinderten Besuchern die Möglichkeit, selbst zu lesen. Ein kleiner Servicebereich und eine behindertengerechte Toilette bieten auch hier insgesamt gute Rahmenbedingungen für einen entspannten Aufenthalt. Nur einmal von oben draufschauen, vom neu erbauten Aussichtsturm auf die ganze Anlage herabschauen, das geht wieder nur für jene, die auch Treppen steigen können. Die Fähigkeit, Treppen steigen zu können, ist ebenfalls Voraussetzung dafür, wenn man die Fundstücke einmal sehen möchte, die an diesem Ringheiligtum gefunden wurden. Die liegen nämlich im Salzlandmuseum in Schönebeck, und dessen Ausstellungsräume sind nur über Treppen zugänglich.

Dafür kann sich jeder die Himmelsscheibe von Nebra im Original anschauen. Diese befindet sich nämlich im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle/Saale, und das ist barrierefrei zugänglich.