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Einsamkeit und soziale Isolation nehmen zu

Kleines Mädchen mit großem Stofftier allein auf einem  einsamem  Weg
Einsam sein belastet
Foto: Pixabay/Greyerbaby

STUTTGART (kobinet) Einsamkeit ist in Baden-Württemberg, wie eine neue landesweite Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, weit verbreitet. Das betrifft Menschen aller Altersgruppen, Lebenssituationen und Regionen. Nach dieser Studie hängen Einsamkeitserfahrungen weniger mit geografischen als vielmehr mit sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Faktoren zusammen. Die Landesregierung reagiert mit Ideenwettbewerben, neuen Projekten und gezielter Förderung sozialer Begegnungsräume, um dem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken.

Entscheidend für das Erleben von Einsamkeit ist, wie diese Studie nachweist, der Grad an sozialer Zugehörigkeit, insbesondere zur unmittelbaren Nachbarschaft und zu persönlichen Netzwerken. Menschen, die sich gut in ihre Umgebung eingebunden fühlen, erleben deutlich weniger Einsamkeit. Eine positive Bewertung sozialer Infrastruktur, etwa von Treffpunkten im Quartier, Beratungsstellen oder Gemeinschaftszentren, führt zu einem geringeren Einsamkeitsgefühl. „Wir müssen Einsamkeit als gesamtgesellschaftliches Problem verstehen, das nur gelöst werden kann, wenn alle gesellschaftlichen Akteure Verantwortung übernehmen“, betonte Prof. Dr. Maike Luhmann, eine der Autorinnen der Studie und renommierte Forscherin im Bereich Einsamkeit in Deutschland.

Einsame Menschen berichten hingegen häufiger über fehlende Anlaufstellen, nutzen soziale Angebote seltener und sind politisch weniger aktiv. Auch die Mediennutzung unterscheidet sich leicht: Einsame Personen verbringen mehr Zeit mit digitalen Medien.

Ein enger Zusammenhang besteht nach der Studie zwischen gesundheitlicher Verfassung, Zukunftsoptimismus und Vertrauen in demokratische Prozesse. Menschen mit einer positiven Lebenseinstellung fühlen sich, unabhängig vom Alter, weniger einsam. Die Studie empfiehlt deshalb, Resilienz, psychische Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe gezielt zu fördern.

Die aktuelle Studie knüpft an eine frühere Arbeit der Bertelsmann Stiftung an, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Baden-Württemberg thematisiert hatte. Auch die Enquete-Kommission „Krisenfeste Gesellschaft“ des Landtags von Baden-Württemberg benennt den Kampf gegen Einsamkeit als wichtiges Thema für die Resilienz des Landes.