ALTDORF bei Nürnberg (kobinet)
Das Wichern-Haus hat Geburtstag gefeiert.
Das Wichern-Haus ist 100 Jahre alt geworden.
Das Wichern-Haus gehört zur Rummelsberger Diakonie.
Diakonie bedeutet: Eine Einrichtung hilft Menschen.
Die Einrichtung gehört zur evangelischen Kirche.
Die Rummelsberger Diakonie kümmert sich um kranke Menschen.
Und um alte Menschen.
Die Feier war im Oktober.
Es gab einen Gottes-Dienst.
Der Gottes-Dienst war in der Laurentius-Kirche.
Ein Gottes-Dienst ist ein Treffen in der Kirche.
Menschen beten zusammen.
Sie singen Lieder.
Das Motto war: Menschen-Sein.
Viele Menschen kamen zur Feier.
Bewohner vom Wichern-Haus waren da.
Mit-Arbeiter waren da.
Vertreter von Kirche und Politik waren da.
Ein Vertreter spricht für andere Menschen.
Der Vertreter trifft Entscheidungen für die Gruppe.
Auch Bürger aus der Stadt waren da.
Alle feierten zusammen.
Die Botschaft ist: Jeder Mensch ist wichtig.
Ein Bewohner heißt Bernhard Herrlitz.
Bernhard Herrlitz wohnt im Wichern-Haus.
Bernhard Herrlitz kann nicht sprechen.
Bernhard Herrlitz hat einen Talker.
Ein Talker ist ein besonderer Computer.
Menschen können damit sprechen.
Bernhard Herrlitz hielt eine Rede mit dem Talker.
Bernhard Herrlitz sagte:
Gott hat alle Menschen geschaffen.
Gott fand alles sehr gut.
Ein anderer Mensch sagte:
Wir sind Gott am nächsten wenn wir menschlich sind.
Das bedeutet: Wir sind gut zu anderen Menschen.
Nach dem Gottes-Dienst gab es eine Feier.
Die Feier war im alten Bet-Saal.
Karl Schulz hielt eine Rede.
Karl Schulz ist Vorstands-Mitglied der Rummelsberger Diakonie.
Ein Vorstands-Mitglied ist eine wichtige Person.
Diese Person leitet einen Verein.
Das Vorstands-Mitglied trifft wichtige Entscheidungen.
Karl Schulz sagte: Im Wichern-Haus leben alle zusammen.
Das nennt man Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind dabei.
Jeder Mensch kann überall mitmachen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Im Wichern-Haus ist das seit vielen Jahren so.
Das ist keine Theorie.
Das Wichern-Haus lebt das jeden Tag.
Das Gebäude vom Wichern-Haus ist sehr alt.
Das Gebäude wurde im Jahr 1571 gebaut.
Früher war das Gebäude eine Universität.
Eine Universität ist eine Hoch-Schule.
Dort lernen junge Menschen nach dem Abitur.
Sie studieren ein Fach.
Im Jahr 1925 kam die Rummelsberger Brüder-Schaft.
Eine Brüder-Schaft ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen in der Gruppe halten zusammen.
Sie helfen sich gegenseitig.
Die Brüder-Schaft machte daraus eine Anstalt.
In der Anstalt lebten kranke Menschen.
Eine Anstalt ist ein großes Gebäude.
In dem Gebäude arbeiten viele Menschen.
Die Menschen kümmern sich um andere Menschen.
Nach dem 1. Welt-Krieg lebten dort Kriegs-Verletzte.
Ein Welt-Krieg ist ein sehr großer Krieg.
Viele Länder kämpfen gegen-einander.
Viele Menschen brauchten Hilfe.
Das Wichern-Haus hat sich seitdem viel verändert.
Es gab eine Klinik für Knochen und Gelenke.
Die Klinik heißt heute: Kranken-Haus Rummelsberg.
Es gab auch eine Schule im Wichern-Haus.
Und es gab eine Werk-Statt.
Heute gibt es moderne Wohn-Angebote im Wichern-Haus.
Und es gibt Pflege-Angebote.
Das Wichern-Haus entwickelt sich immer weiter.
In 100 Jahren gab es auch schwere Zeiten.
In der Nazi-Zeit war es sehr gefährlich.
Die Nazis wollten Menschen aus dem Wichern-Haus holen.
Der Rektor hieß Karl Nicol.
Karl Nicol wehrte sich dagegen.
Karl Nicol schützte die Menschen im Wichern-Haus.
Die Nazis konnten die Menschen nicht holen.
Das war sehr mutig von Karl Nicol.
Karl Nicol setzte sich für Menschen-Würde ein.
Menschen-Würde bedeutet: Jeder Mensch ist wertvoll.
Alle Menschen soll man gut behandeln.
Diese Haltung prägt das Wichern-Haus bis heute.

Foto: Lisa Vogel
ALTDORF bei Nürnberg (kobinet) Mit einem feierlichen Festgottesdienst unter dem Motto "Menschsein" hat das Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie im Oktober sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, kirchliche und politische Vertreter sowie Bürger kamen in der Laurentiuskirche zusammen, um gemeinsam die Geschichte des Hauses zu würdigen und seine zukunftsweisende Botschaft zu hören: Jeder Mensch ist wichtig. Jeder Mensch gehört dazu.
Ein Höhepunkt war die aufgezeichnete Rede von Bernhard Herrlitz. Er wohnt im Wichernhaus und kann nicht sprechen. Mit Hilfe seines Talkers (Sprachcomputer) brachte er die zentrale Botschaft auf den Punkt: „Wir alle sind nach Gottes Vorbild geschaffen. Er sah alles an, was er gemacht hatte – und es war sehr gut.“ Barbian ergänzte: „Ich glaube, wir sind Gott am nächsten, wenn wir menschlich sind.“
Im Anschluss an den Gottesdienst feierten die Gäste im historischen Betsaal des Wichernhauses. Karl Schulz, Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, betonte in seiner Festrede: „Das Wichernhaus ist ein Ort, an dem Inklusion kein theoretisches Konzept ist, sondern seit Jahrzehnten jeden Tag gelebt wird.“
Das historische Gebäude des Wichernhauses, erbaut 1571 und als Universität genutzt, wurde 1925 von der Rummelsberger Brüderschaft als „Krüppelanstalt“ für Kriegsversehrte des Ersten Weltkriegs übernommen. Der Bedarf war groß. Seitdem hat sich das Haus stetig weiterentwickelt – von einer orthopädischen Klinik (heute: Krankenhaus Rummelsberg) über eine Schule und eine Werkstatt bis hin zu modernen Wohn- und Pflegeangeboten.
In den vergangenen 100 Jahren mussten das Wichernhaus, seine Mitarbeitenden und Klienten auch schwere Zeiten meistern: In der Zeit des Nationalsozialismus wehrte sich Rektor Karl Nicol erfolgreich gegen die Deportation seiner Schützlinge – ein Zeichen für den unbedingten Einsatz für Menschenwürde, der das Wichernhaus bis heute prägt.

Foto: Lisa Vogel
ALTDORF bei Nürnberg (kobinet) Mit einem feierlichen Festgottesdienst unter dem Motto "Menschsein" hat das Wichernhaus der Rummelsberger Diakonie im Oktober sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, kirchliche und politische Vertreter sowie Bürger kamen in der Laurentiuskirche zusammen, um gemeinsam die Geschichte des Hauses zu würdigen und seine zukunftsweisende Botschaft zu hören: Jeder Mensch ist wichtig. Jeder Mensch gehört dazu.
Ein Höhepunkt war die aufgezeichnete Rede von Bernhard Herrlitz. Er wohnt im Wichernhaus und kann nicht sprechen. Mit Hilfe seines Talkers (Sprachcomputer) brachte er die zentrale Botschaft auf den Punkt: „Wir alle sind nach Gottes Vorbild geschaffen. Er sah alles an, was er gemacht hatte – und es war sehr gut.“ Barbian ergänzte: „Ich glaube, wir sind Gott am nächsten, wenn wir menschlich sind.“
Im Anschluss an den Gottesdienst feierten die Gäste im historischen Betsaal des Wichernhauses. Karl Schulz, Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, betonte in seiner Festrede: „Das Wichernhaus ist ein Ort, an dem Inklusion kein theoretisches Konzept ist, sondern seit Jahrzehnten jeden Tag gelebt wird.“
Das historische Gebäude des Wichernhauses, erbaut 1571 und als Universität genutzt, wurde 1925 von der Rummelsberger Brüderschaft als „Krüppelanstalt“ für Kriegsversehrte des Ersten Weltkriegs übernommen. Der Bedarf war groß. Seitdem hat sich das Haus stetig weiterentwickelt – von einer orthopädischen Klinik (heute: Krankenhaus Rummelsberg) über eine Schule und eine Werkstatt bis hin zu modernen Wohn- und Pflegeangeboten.
In den vergangenen 100 Jahren mussten das Wichernhaus, seine Mitarbeitenden und Klienten auch schwere Zeiten meistern: In der Zeit des Nationalsozialismus wehrte sich Rektor Karl Nicol erfolgreich gegen die Deportation seiner Schützlinge – ein Zeichen für den unbedingten Einsatz für Menschenwürde, der das Wichernhaus bis heute prägt.




