Saarbrücken / Köln (kobinet)
Nico Wunderle hat eine Meinung dazu.
Die Uni Köln will einen wichtigen Bereich streichen.
Das wurde am 3. Dezember 2025 bekannt gegeben.
Der Bereich heißt: Soziologie und Politik der Rehabilitation.
Soziologie bedeutet: Eine Wissenschaft über Menschen.
Die Wissenschaft untersucht: Wie leben Menschen zusammen?
Rehabilitation bedeutet: Etwas wieder herstellen.
Man macht etwas wieder so wie vorher.
Der Bereich heißt auch: Disability Studies.
Das ist Englisch.
Das bedeutet: Behinderten-Forschung.
Der Bereich beschäftigt sich mit Behinderung.
Der Bereich fragt: Wie geht die Gesellschaft mit Behinderung um?
Eine Gesellschaft ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen leben zusammen.
Nico Wunderle sagt: Die Uni zeigt damit etwas.
Kritische Fragen zu Behinderung sind nicht wichtig genug.
Analyse stört die Uni.
Analyse bedeutet: Etwas genau untersuchen.
Man schaut sich etwas ganz genau an.
Menschen mit Behinderung sollen in der Wissenschaft arbeiten.
Das ist noch nicht selbst-verständlich.
Selbst-verständlich bedeutet: Das ist ganz normal.
Niemand muss darüber nach-denken.
Die Uni streicht den Bereich am 3. Dezember.
Der 3. Dezember ist ein besonderer Tag.
An diesem Tag geht es um die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Nico Wunderle sagt: Das zeigt einen großen Unterschied.
Der Unterschied ist zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Er hat dazu einen Kommentar geschrieben.
Der Kommentar steht in den kobinet-nachrichten.
Der Kommentar von Nico Wunderle
Am 3. Dezember 2025 war ein besonderer Tag.
Viele Menschen in Deutschland feierten Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind dabei.
Niemand wird ausgeschlossen.
Es gab Posts im Internet.
Es gab Veranstaltungen.
Es gab gute Worte.
Gleichzeitig passierte etwas anderes in Köln.
In Köln soll ein Lehr-Stuhl gestrichen werden.
Der Lehr-Stuhl ist für Disability Studies.
Das ist Englisch.
Das bedeutet: Behinderten-Forschung.
Die Forschungs-Stelle beschäftigt sich mit wichtigen Themen.
Sie beschäftigt sich mit Barrieren in der Gesellschaft.
Sie beschäftigt sich mit den Rechten von Menschen mit Behinderung.
Das ist ein großer Widerspruch.
Die Menschen feiern Inklusion.
Gleichzeitig wird die Forschung gestrichen.
Die Streichung bedeutet etwas.
Kritische Fragen zu Behinderung sind nicht wichtig genug.
Analyse stört.
Menschen mit Behinderung sollen in der Wissenschaft arbeiten.
Das ist noch nicht selbst-verständlich.
Das gilt für die Wissenschaft.
Das gilt auch für alle anderen Lebens-Bereiche.
Die Streichung passiert am Aktions-Tag.
Der Aktions-Tag ist für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Das zeigt etwas.
Es gibt einen großen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
Disability Studies sind kein zusätzliches Fach.
Man kann sie nicht einfach streichen.
Man kann sie nicht streichen, wenn sie unbequem werden.
Sie sind einer der wenigen Orte.
An diesen Orten wird nicht gefragt: Was können Menschen mit Behinderung nicht?
An diesen Orten wird gefragt: Was hindert unsere Gesellschaft?
Es geht darum: Warum passen die Strukturen nicht?
Strukturen bedeutet: Die Ordnung von Dingen.
Das zeigt: Wie sind Dinge aufgebaut?
Es geht nicht darum: Menschen sollen sich anpassen.
Besonders wichtig ist etwas.
Die Forschung findet nicht über Menschen mit Behinderung statt.
Die Forschung findet mit Menschen mit Behinderung statt.
Das ist entscheidend.
Partizipation ist hier kein schönes Wort.
Partizipation bedeutet: Mit-machen und mit-bestimmen.
Du bist dabei und kannst mit-reden.
Partizipation ist hier die Arbeits-Weise.
Menschen mit Behinderung sind nicht Untersuchungs-Objekte.
Untersuchungs-Objekte sind Dinge.
Forscher schauen sich diese Dinge an.
Sie sind Forscher und Forscherinnen.
Sie sind Wissens-Geber und Wissens-Geberinnen.
Sie sind Mit-Gestalter und Mit-Gestalterinnen.
Der Lehr-Stuhl fällt weg.
Dann geht ein Raum verloren.
In diesem Raum zählt die Perspektive von Menschen mit Behinderung.
In diesem Raum sind Selbst-Bestimmung möglich.
In diesem Raum sind Mit-Gestaltung möglich.
In diesem Raum ist Empowerment möglich.
Empowerment ist Englisch.
Das bedeutet: Selbst-Bestimmung.
Du entscheidest für dich selbst.
Disability Studies schaffen einen Ort.
An diesem Ort werden Erfahrungen ernst genommen.
Die Erfahrungen werden in Wissen übersetzt.
Das ist nicht als Ergänzung.
Das ist als Grundlage.
Hier wird nicht für Menschen gesprochen.
Hier wird gemeinsam mit Menschen gesprochen.
Ohne so einen Ort wird Beteiligung wieder Einladung.
Beteiligung ist dann nicht mehr ein Recht.
Beteiligung wird Option.
Beteiligung ist dann nicht mehr Grundlage.
Inklusion bleibt formulierbar.
Aber Inklusion ist schwerer überprüfbar.
Deshalb ist dieser Verlust wichtig.
Das ist nicht nur eine Entscheidung an der Uni.
Das ist eine politische Frage.
Am 3. Dezember wird jedes Jahr gesprochen.
Es wird über Barriere-Freiheit gesprochen.
Es wird über Gleich-Berechtigung gesprochen.
Die Streichung in Köln zeigt jedoch etwas.
Sie zeigt: Solche Bekenntnisse sind fragil.
Fragil bedeutet: Etwas kann leicht kaputt gehen.
Das Ding ist nicht stabil.
Das gilt besonders, wenn die Räume fehlen.
Diese Räume begleiten Inklusion kritisch.
Inklusion zu feiern ist leicht.
Inklusion zu sichern ist schwerer.
Deutschland hat kein Wissens-Problem.
Wir wissen viel.
Deutschland hat ein Prioritäten-Problem.
Prioritäten bedeutet: Was ist uns wichtig?
Was kommt zuerst?
Außerdem gibt es ein Beteiligungs-Problem.
Menschen mit Behinderung dürfen noch zu selten mit-entscheiden.
Der Lehr-Stuhl steht nicht nur für Forschung.
Er steht für die Möglichkeit.
Die Möglichkeit ist: Behinderung politisch zu denken.
Die Möglichkeit ist: Empowerment zu fördern.
Die Möglichkeit ist: Teil-Habe weiter-zu-entwickeln.
Der Lehr-Stuhl verschwindet.
Dann geht ein Ort verloren.
An diesem Ort sind Menschen mit Behinderung nicht nur Thema.
An diesem Ort haben sie selbst Stimme.
Mit der Streichung geht nicht nur Struktur verloren.
Es geht auch Zukunft verloren.
Das gilt nicht nur in der Wissenschaft.
Auch gesellschaftlich fehlt dann ein Raum.
In diesem Raum können Selbst-Bestimmung wachsen.
In diesem Raum kann Beteiligung wachsen.
Deshalb braucht es jetzt Widerspruch.
Es braucht kein Schweigen.
Der Anspruch auf Teil-Habe bleibt.
Und er wird lauter.

Foto: privat
Saarbrücken / Köln (kobinet) Für Nico Wunderle bedeutet die am 3. Dezember 2025 von der Universität Köln bekanntgegebene Streichung des Arbeitsbereich ‚Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies‘ – also der Bereich, der sich mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung beschäftigt, dass kritische Fragen zu Behinderung nicht wichtig genug sind. Analyse stört. Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaft ist - wie in allen anderen Lebensbereichen auch - noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dass so etwas ausgerechnet rund um den Aktionstag für die Rechte von Menschen mit Behinderung geschieht, zeigt nach Ansicht von Nico Wunderle, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen, wie er u.a. in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten schreibt.
Kommentar von Nico Wunderle
Am 3. Dezember 2025 feierten viele Menschen in Deutschland Inklusion. Es gab Posts, Veranstaltungen, gute Worte. Gleichzeitig soll in Köln der Lehrstuhl für Disability Studies gestrichen werden – eine Forschungsstelle, die sich mit gesellschaftlichen Barrieren und den Rechten von Menschen mit Behinderung beschäftigt. Dieser Widerspruch könnte größer kaum sein.
Die Streichung bedeutet: Kritische Fragen zu Behinderung scheinen nicht wichtig genug. Analyse stört. Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaft ist – wie in allen anderen Lebensbereichen auch – noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dass so etwas ausgerechnet rund um den Aktionstag für die Rechte von Menschen mit Behinderung geschieht, zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen.
Disability Studies sind kein zusätzliches Fach, das man streichen kann, wenn es unbequem wird. Sie sind einer der wenigen Orte, an denen nicht gefragt wird, was Menschen mit Behinderung nicht können, sondern was unsere Gesellschaft hindert. Hier geht es darum, warum Strukturen nicht passen – nicht darum, dass Menschen sich anpassen sollen. Besonders wichtig ist, dass Forschung nicht über Menschen mit Behinderung stattfindet, sondern mit ihnen. Das ist entscheidend. Partizipation ist hier kein schönes Wort, sondern Arbeitsweise. Menschen mit Behinderung sind nicht Untersuchungsobjekte, sondern Forscher*innen, Wissensgeber*innen, Mitgestalter*innen. Wenn dieser Lehrstuhl wegfällt, geht ein Raum verloren, in dem ihre Perspektive zählt. Ein Raum, in dem Selbstbestimmung, Mitgestaltung und Empowerment möglich werden.
Disability Studies schaffen einen Ort, in dem Erfahrungen ernst genommen und in Wissen übersetzt werden – nicht als Ergänzung, sondern als Grundlage. Hier wird nicht für Menschen gesprochen, sondern gemeinsam mit ihnen. Ohne so einen Ort wird Beteiligung wieder Einladung statt Recht, Beteiligung Option statt Grundlage. Inklusion bleibt formulierbar, aber schwerer überprüfbar. Genau deshalb ist dieser Verlust nicht nur eine Entscheidung an der Universität, sondern eine politische Frage.
Am 3. Dezember wird jedes Jahr über Barrierefreiheit und Gleichberechtigung gesprochen. Die Streichung in Köln zeigt jedoch, wie fragil solche Bekenntnisse sind, wenn die Räume fehlen, die Inklusion kritisch begleiten. Inklusion zu feiern ist leicht. Inklusion zu sichern ist schwerer. Deutschland hat kein Wissensproblem – wir wissen viel. Es hat ein Prioritätenproblem. Außerdem gibt es ein Beteiligungsproblem: Menschen mit Behinderung dürfen noch zu selten mitentscheiden.
Der Lehrstuhl steht nicht nur für Forschung. Er steht für die Möglichkeit, Behinderung politisch zu denken, Empowerment zu fördern und Teilhabe weiterzuentwickeln. Wenn er verschwindet, geht ein Ort verloren, an dem Menschen mit Behinderung nicht nur Thema sind, sondern selbst Stimme. Mit der Streichung geht nicht nur Struktur, sondern Zukunft verloren – und nicht nur in der Wissenschaft. Auch gesellschaftlich fehlt dann ein Raum, in dem Selbstbestimmung und Beteiligung wachsen können. Deshalb braucht es jetzt Widerspruch statt Schweigen. Der Anspruch auf Teilhabe bleibt – und er wird lauter.

Foto: privat
Saarbrücken / Köln (kobinet) Für Nico Wunderle bedeutet die am 3. Dezember 2025 von der Universität Köln bekanntgegebene Streichung des Arbeitsbereich ‚Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies‘ – also der Bereich, der sich mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung beschäftigt, dass kritische Fragen zu Behinderung nicht wichtig genug sind. Analyse stört. Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaft ist - wie in allen anderen Lebensbereichen auch - noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dass so etwas ausgerechnet rund um den Aktionstag für die Rechte von Menschen mit Behinderung geschieht, zeigt nach Ansicht von Nico Wunderle, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen, wie er u.a. in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten schreibt.
Kommentar von Nico Wunderle
Am 3. Dezember 2025 feierten viele Menschen in Deutschland Inklusion. Es gab Posts, Veranstaltungen, gute Worte. Gleichzeitig soll in Köln der Lehrstuhl für Disability Studies gestrichen werden – eine Forschungsstelle, die sich mit gesellschaftlichen Barrieren und den Rechten von Menschen mit Behinderung beschäftigt. Dieser Widerspruch könnte größer kaum sein.
Die Streichung bedeutet: Kritische Fragen zu Behinderung scheinen nicht wichtig genug. Analyse stört. Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaft ist – wie in allen anderen Lebensbereichen auch – noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dass so etwas ausgerechnet rund um den Aktionstag für die Rechte von Menschen mit Behinderung geschieht, zeigt, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen.
Disability Studies sind kein zusätzliches Fach, das man streichen kann, wenn es unbequem wird. Sie sind einer der wenigen Orte, an denen nicht gefragt wird, was Menschen mit Behinderung nicht können, sondern was unsere Gesellschaft hindert. Hier geht es darum, warum Strukturen nicht passen – nicht darum, dass Menschen sich anpassen sollen. Besonders wichtig ist, dass Forschung nicht über Menschen mit Behinderung stattfindet, sondern mit ihnen. Das ist entscheidend. Partizipation ist hier kein schönes Wort, sondern Arbeitsweise. Menschen mit Behinderung sind nicht Untersuchungsobjekte, sondern Forscher*innen, Wissensgeber*innen, Mitgestalter*innen. Wenn dieser Lehrstuhl wegfällt, geht ein Raum verloren, in dem ihre Perspektive zählt. Ein Raum, in dem Selbstbestimmung, Mitgestaltung und Empowerment möglich werden.
Disability Studies schaffen einen Ort, in dem Erfahrungen ernst genommen und in Wissen übersetzt werden – nicht als Ergänzung, sondern als Grundlage. Hier wird nicht für Menschen gesprochen, sondern gemeinsam mit ihnen. Ohne so einen Ort wird Beteiligung wieder Einladung statt Recht, Beteiligung Option statt Grundlage. Inklusion bleibt formulierbar, aber schwerer überprüfbar. Genau deshalb ist dieser Verlust nicht nur eine Entscheidung an der Universität, sondern eine politische Frage.
Am 3. Dezember wird jedes Jahr über Barrierefreiheit und Gleichberechtigung gesprochen. Die Streichung in Köln zeigt jedoch, wie fragil solche Bekenntnisse sind, wenn die Räume fehlen, die Inklusion kritisch begleiten. Inklusion zu feiern ist leicht. Inklusion zu sichern ist schwerer. Deutschland hat kein Wissensproblem – wir wissen viel. Es hat ein Prioritätenproblem. Außerdem gibt es ein Beteiligungsproblem: Menschen mit Behinderung dürfen noch zu selten mitentscheiden.
Der Lehrstuhl steht nicht nur für Forschung. Er steht für die Möglichkeit, Behinderung politisch zu denken, Empowerment zu fördern und Teilhabe weiterzuentwickeln. Wenn er verschwindet, geht ein Ort verloren, an dem Menschen mit Behinderung nicht nur Thema sind, sondern selbst Stimme. Mit der Streichung geht nicht nur Struktur, sondern Zukunft verloren – und nicht nur in der Wissenschaft. Auch gesellschaftlich fehlt dann ein Raum, in dem Selbstbestimmung und Beteiligung wachsen können. Deshalb braucht es jetzt Widerspruch statt Schweigen. Der Anspruch auf Teilhabe bleibt – und er wird lauter.




