Staufen (kobinet)
Viele Politiker reden jetzt über Krieg.
Viele Journalisten reden auch über Krieg.
Journalisten schreiben Texte für Zeitungen.
Sie reden hart.
Sie reden kämpferisch.
Kämpferisch bedeutet: Man gibt nicht auf.
Man zeigt viel Kraft.
Man will etwas erreichen.
Manche Leute wollen zurück-schlagen.
Zurück-schlagen bedeutet: Jemand greift dich an.
Du wehrst dich dann auch.
Sie sagen: Wir müssen stark sein.
Wir dürfen uns nicht schwach zeigen.
Aber es gibt ein Problem.
Krieg macht Menschen hart.
Krieg nimmt Menschen ihre Menschlichkeit.
Menschlichkeit bedeutet: Du bist freundlich zu anderen.
Du hilfst anderen Menschen.
Du behandelst alle gut.
Das gilt auch beim Gewinnen.
Forscher haben etwas heraus-gefunden.
Es gibt ein altes Männer-Bild.
Männer-Bild bedeutet: Was denken Menschen über Männer?
Wie sollen Männer sein?
Das alte Bild sagt: Männer müssen hart sein.
Männer müssen kämpfen.
Männer müssen stark sein.
Dieses alte Männer-Bild ist gefährlich.
Es macht Kriege wahrscheinlicher.
Das haben Forscher untersucht.
Die Forscher sind von der Uni Leipzig.
Sie arbeiten in einem Forschungs-Zentrum.
Ein Forschungs-Zentrum ist ein Ort.
Dort arbeiten Forscher und Forscherinnen.
Sie suchen nach neuen Dingen.
Das Zentrum heißt: Gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt bedeutet: Die Menschen halten zusammen.
Sie helfen sich gegen-seitig.
Sie respektieren sich.
Die Forscher sagen etwas Wichtiges.
Wer an das alte Männer-Bild glaubt: Der will eher Krieg.
Das gilt für Männer.
Das gilt auch für Frauen.
Sie können mehr dazu lesen.
Es gibt einen Artikel beim MDR.
Der MDR ist eine Internet-Seite.
Es gibt auch ein Gespräch beim Deutschland-Funk.
Der Deutschland-Funk ist auch eine Internet-Seite.

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Nun geht es Schlag auf Schlag, endlich! Und den taffen Jungs und Mädels auf Sendung, ob im Bundestag oder auf Deutschlandfunk, WhatsApp oder X, kann es, so wie sie reden, gar nicht schnell genug gehen mit dem "Hurra, wann ist der Krieg denn endlich da". Runterholen, abschießen, ob Drohne oder russischen Kampfjet. Den "frechen Provokationen Putins", so eine große Tageszeitung, die gebührende Antwort erteilen. Nicht den Schwanz einziehen, Stärke zeigen! Durch echte Männlichkeit, egal ob von Frau oder Mann verkörpert. Die maskuline Potenz fiebert förmlich nach Genugtuung. Nach Zurückschlagen, Draufschlagen, Dreinschlagen, Kurz- und Kleinschlagen. Dem Gewaltphantasma männlicher Lustbefriedigung.
Historisch nicht zum ersten Mal ist an momentanen Verhaltensreaktionen etwas Verstörendes ablesbar: Krieg – sein Imaginäres mutmaßlich mehr als sein Reales, die mit ihm einhergehenden Bilder und Vorstellungen eher als seine blutige Wirklichkeit – wirkt bei vielen wie ein Tonikum oder Aphrodisiakum, stimulierend und energetisierend. Aggression und Gewalt als Quelle von Energetisierung und Lustgewinn – das Barbarische oder Perverse des Krieges und der Kriegsvorbereitung zeigt sich hier als entsprechende Disposition im Subjekt. Krieg, auch ein um der Verteidigung willen vermeintlich siegreich geführter Krieg, beraubt die ihn führenden Individuen und Gesellschaften ihrer Zivilität und Humanität, er barbarisiert und entmenschlicht. Dass ein an Härte, Aggressivität und Kampf, Rivalitäts- und Dominanzstreben orientiertes traditionelles Männlichkeitsbild (oder Konzept des Maskulinen) das Anforderungsprofil des Krieges am besten erfüllt und umgekehrt Subjekte am ehesten zur Kriegsbereitschaft disponiert – die Brisanz von beidem wird durch die gegenwärtige Politik auf dramatische Weise vor Augen geführt und von aktuellen Forschungsergebnissen erneut bestätigt.
Hier eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zweier Wissenschaftler vom Forschungszentrum „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ der Universität Leipzig:
https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/maennerbilder-als-kriegsfaktor-100.html
Und im Deutschlandfunk ein Gespräch mit einem der Forscher:

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Nun geht es Schlag auf Schlag, endlich! Und den taffen Jungs und Mädels auf Sendung, ob im Bundestag oder auf Deutschlandfunk, WhatsApp oder X, kann es, so wie sie reden, gar nicht schnell genug gehen mit dem "Hurra, wann ist der Krieg denn endlich da". Runterholen, abschießen, ob Drohne oder russischen Kampfjet. Den "frechen Provokationen Putins", so eine große Tageszeitung, die gebührende Antwort erteilen. Nicht den Schwanz einziehen, Stärke zeigen! Durch echte Männlichkeit, egal ob von Frau oder Mann verkörpert. Die maskuline Potenz fiebert förmlich nach Genugtuung. Nach Zurückschlagen, Draufschlagen, Dreinschlagen, Kurz- und Kleinschlagen. Dem Gewaltphantasma männlicher Lustbefriedigung.
Historisch nicht zum ersten Mal ist an momentanen Verhaltensreaktionen etwas Verstörendes ablesbar: Krieg – sein Imaginäres mutmaßlich mehr als sein Reales, die mit ihm einhergehenden Bilder und Vorstellungen eher als seine blutige Wirklichkeit – wirkt bei vielen wie ein Tonikum oder Aphrodisiakum, stimulierend und energetisierend. Aggression und Gewalt als Quelle von Energetisierung und Lustgewinn – das Barbarische oder Perverse des Krieges und der Kriegsvorbereitung zeigt sich hier als entsprechende Disposition im Subjekt. Krieg, auch ein um der Verteidigung willen vermeintlich siegreich geführter Krieg, beraubt die ihn führenden Individuen und Gesellschaften ihrer Zivilität und Humanität, er barbarisiert und entmenschlicht. Dass ein an Härte, Aggressivität und Kampf, Rivalitäts- und Dominanzstreben orientiertes traditionelles Männlichkeitsbild (oder Konzept des Maskulinen) das Anforderungsprofil des Krieges am besten erfüllt und umgekehrt Subjekte am ehesten zur Kriegsbereitschaft disponiert – die Brisanz von beidem wird durch die gegenwärtige Politik auf dramatische Weise vor Augen geführt und von aktuellen Forschungsergebnissen erneut bestätigt.
Hier eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zweier Wissenschaftler vom Forschungszentrum „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ der Universität Leipzig:
https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/maennerbilder-als-kriegsfaktor-100.html
Und im Deutschlandfunk ein Gespräch mit einem der Forscher:




