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Zurückschlagen, zurückschießen – eine toxisch männliche Lustbefriedigung

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
beobachtet, wie toxische Männlichkeit kriegerischen Ausagieren entgegenfiebert
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Nun geht es Schlag auf Schlag, endlich! Und den taffen Jungs und Mädels auf Sendung, ob im Bundestag oder auf Deutschlandfunk, WhatsApp oder X, kann es, so wie sie reden, gar nicht schnell genug gehen mit dem "Hurra, wann ist der Krieg denn endlich da". Runterholen, abschießen, ob Drohne oder russischen Kampfjet. Den "frechen Provokationen Putins", so eine große Tageszeitung, die gebührende Antwort erteilen. Nicht den Schwanz einziehen, Stärke zeigen! Durch echte Männlichkeit, egal ob von Frau oder Mann verkörpert. Die maskuline Potenz fiebert förmlich nach Genugtuung. Nach Zurückschlagen, Draufschlagen, Dreinschlagen, Kurz- und Kleinschlagen. Dem Gewaltphantasma männlicher Lustbefriedigung.

Historisch nicht zum ersten Mal ist an momentanen Verhaltensreaktionen etwas Verstörendes ablesbar: Krieg – sein Imaginäres mutmaßlich mehr als sein Reales, die mit ihm einhergehenden Bilder und Vorstellungen eher als seine blutige Wirklichkeit – wirkt bei vielen wie ein Tonikum oder Aphrodisiakum, stimulierend und energetisierend. Aggression und Gewalt als Quelle von Energetisierung und Lustgewinn – das Barbarische oder Perverse des Krieges und der Kriegsvorbereitung zeigt sich hier als entsprechende Disposition im Subjekt. Krieg, auch ein um der Verteidigung willen vermeintlich siegreich geführter Krieg, beraubt die ihn führenden Individuen und Gesellschaften ihrer Zivilität und Humanität, er barbarisiert und entmenschlicht. Dass ein an Härte, Aggressivität und Kampf, Rivalitäts- und Dominanzstreben orientiertes traditionelles Männlichkeitsbild (oder Konzept des Maskulinen) das Anforderungsprofil des Krieges am besten erfüllt und umgekehrt Subjekte am ehesten zur Kriegsbereitschaft disponiert – die Brisanz von beidem wird durch die gegenwärtige Politik auf dramatische Weise vor Augen geführt und von aktuellen Forschungsergebnissen erneut bestätigt.

Hier eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse zweier Wissenschaftler vom Forschungszentrum „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ der Universität Leipzig:

https://www.mdr.de/wissen/psychologie-sozialwissenschaften/maennerbilder-als-kriegsfaktor-100.html

Und im Deutschlandfunk ein Gespräch mit einem der Forscher:

https://www.deutschlandfunk.de/archaische-maennerbilder-als-kriegstreiber-alexander-yendell-soziologe-100.html