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Die Krüppelkommune von Hartroda: Lesung mit Karsten Krampitz auf der Frankfurter GegenBuchMasse

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Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Foto: EDITION NAUTILUS

Frankfurt (kobinet) "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung", so lautet der Titel eines vor Kurzem erschienenen Romans von Karsten Krampitz. Sandra Niggemann und Matthias Rösch haben am 18. Oktober 2025 die Buchvorstellung von Karsten Krampitz über die Krüppelkommune von Hartroda im autonomen Zentrum ExZess in Frankfurt besucht. Den folgenden Bericht über die Lesung und den Roman haben die beiden den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Bericht von Sandra Niggemann und Matthias Rösch

Im autonomen Zentrum ExZess fand am 18. Oktober 2025 eine Buchvorstellung von Karsten Krampitz statt. Der 55-jährige Autor, Journalist und Historiker stellte sein neues Buch vor. Er verwebt in seinem neuen Roman drei Geschichten aus der ehemaligen DDR miteinander. Krampitz las an diesem Abend schwerpunktmäßig aus den Kapiteln vor, die die Entstehung und das Manifest der Krüppelkommune im thüringischen Hartroda zum Inhalt hatten. Im Mittelpunkt steht hier die Geschichte von Menschen mit Behinderungen, die selbstbestimmt aus ihrem Heim aufbrachen, ihr Geld (hier die Rente und das Pflegegeld) zusammenlegten, um mit Hilfe von Laienhelfern alternativ in einem von der Kirche zur Verfügung gestellten Pfarrhaus zu leben.

Der Roman verknüpft historische und fiktionale Elemente und ist inspiriert durch die Lebensgeschichte des Theologen und Behindertenaktivisten Matthias Vernaldi. Krampitz, der gemeinsam mit Vernaldi auch die Zeitschrift „Mondkalb – Zeitschrift für organisiertes Gebrechen“ verlegte sowie die Radiosendung „Krüppel aus dem Sack“ moderierte, gelingt eine Hommage auf das selbstbestimmte Leben von Menschen mit Behinderungen in der DDR. „Ihr habt eine ewige Kindheit“, so erzählt der Autor und beschreibt, dass Menschen mit Behinderungen in Wohneinrichtungen kein langes Leben und damit auch keine besonderen Perspektiven in Aussicht gestellt wurden. Davor sind die behinderten Protagonisten geflohen.

Karsten Krampitz erhielt jüngst dafür auch den Matthias-Vernaldi-Preis 2025. Das Buch ist im freien Buchhandel erhältlich und war an diesem Abend schnell ausverkauft. Eine Rezension folgt in den nächsten Wochen.

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 10. September 2025 mit weiteren Informationen zum Buch