Berlin (kobinet)
Es gibt einen neuen Roman.
Roman bedeutet: Das ist ein langes Buch.
In dem Buch steht eine erfundene Geschichte.
Der Roman heißt: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung.
Nina Waskowski hat uns auf das Buch aufmerksam gemacht.
Der Roman erzählt eine besondere Geschichte.
Es ist eine Geschichte aus der DDR.
DDR bedeutet: Das war früher Ost-Deutschland.
Heute gibt es die DDR nicht mehr.
Die Geschichte handelt von Menschen mit schweren Behinderungen.
Diese Menschen lebten in den 1980er Jahren zusammen.
Die Geschichte spielt in Arnstadt in Thüringen.
Das war Ende der 1970er Jahre.
4 Freunde lebten in einem Heim.
Das Heim war für behinderte Jugendliche.
Die 4 Freunde konnten sich kaum bewegen.
Sie beschlossen: Wir brechen aus dem Heim aus.
Die 4 Freunde wollten ihr eigenes Leben führen.
Sie bekamen Rente und Pflege-Geld.
Rente ist Geld für alte Menschen.
Sie müssen nicht mehr arbeiten.
Pflege-Geld ist Geld vom Staat.
Menschen mit Behinderungen bekommen das Geld.
Sie können damit Hilfe bezahlen.
Mit diesem Geld bezahlten sie ihre Pfleger.
Die Kirche gab ihnen ein Haus.
Das Haus war ein altes Pfarr-Haus in Hartroda.
Pfarr-Haus ist ein Haus neben der Kirche.
Dort wohnt der Pfarrer oder die Pfarrerin.
So entstand eine besondere Gemeinschaft.
In dieser Gemeinschaft lebten Menschen mit Behinderungen.
Aber auch andere Menschen kamen dazu.
Diese Menschen wollten nicht mehr im Staats-Betrieb arbeiten.
Staats-Betrieb ist ein Betrieb vom Staat.
Der Staat ist der Chef von dem Betrieb.
Sie wollten nicht mehr arbeiten, trinken und schlafen.
In der Gemeinschaft teilten alle Menschen alles.
Sie teilten das Geld und die Bücher.
Sie teilten Musik-Platten und Bier.
Sie teilten auch ihre Probleme und Krankheiten.
Die Gemeinschaft kämpfte für ein selbst-bestimmtes Leben.
Selbst-bestimmtes Leben bedeutet: Du entscheidest selbst über dein Leben.
Du sagst selbst: Was will ich machen?
Niemand anderes entscheidet für dich.
Der wichtigste Kopf der Gemeinschaft war Gruns.
Mozek pflegte Gruns.
Mozek spielte Schach über Funk mit anderen Ländern.
Mozek redete nicht viel über seine Vergangenheit.
Mozek war früher ein Grenz-Soldat.
Grenz-Soldat ist ein Soldat an der Grenze.
Die Grenze ist die Linie zwischen 2 Ländern.
Der Grenz-Soldat kontrolliert die Menschen an der Grenze.
Er lief vor seiner Schuld weg.
Zur Gemeinschaft gehörte auch eine Band.
Die Band hieß Mischpoke.
Die Band sang: Ich hab meine Sache auf nix eingestellt.
Das bedeutet: Ich habe keine Pläne gemacht.
Als die DDR zu Ende ging, änderte sich alles.
Die Mauer war weg.
Die Mauer hatte die Gemeinschaft zusammen-gehalten.
Ohne die Mauer war die Gemeinschaft nicht mehr so stark.
Der Roman erscheint im September 2025.
Der Verlag heißt EDITION NAUTILUS.
Verlag macht aus Texten Bücher.
Er verkauft die Bücher dann weiter.
Das Buch kostet 22 Euro.

Foto: EDITION NAUTILUS
Berlin (kobinet) "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung", so lautet der Titel eines aktuell erschienenen Romans, auf den Nina Waskowski die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. "Ein ganz spezieller DDR-Roman: Karsten Krampitz erzählt die Geschichte einer Kommune von Schwerstbehinderten, die in den Achtzigerjahren zu einem Anziehungspunkt für Freigeister wurde", heißt es dazu in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen zum Roman.
„Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er-Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land. So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Die einen bekommen Hilfe, die anderen Asyl – vor der Schinderei im Staatsbetrieb, vor einem Leben im stupiden Kreislauf von Arbeiten, Saufen, Schlafen. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Unter dem Schirm der Kirche wird sie, so scheint es zumindest, vom DDR-Apparat in Ruhe gelassen“, heißt es im Text zum Roman.
Und weiter heißt es: „Intellektueller Kopf der Gemeinschaft ist Gruns. Er wird vom schweigsamen Mozek gepflegt, der vom Dachboden aus internationale Fernschachturniere bestreitet und sich über seine Vergangenheit bedeckt hält. Denn Mozek, ehemaliger Grenzer, ist auf der Flucht vor der eigenen Schuld. Ich hab meine Sache auf nix eingestellt / auf gar nix, überhaupt nix, heißt es in einem Lied der Band Mischpoke, die zum Freundeskreis der Kommune gehört. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.“

Foto: EDITION NAUTILUS
Berlin (kobinet) "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung", so lautet der Titel eines aktuell erschienenen Romans, auf den Nina Waskowski die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. "Ein ganz spezieller DDR-Roman: Karsten Krampitz erzählt die Geschichte einer Kommune von Schwerstbehinderten, die in den Achtzigerjahren zu einem Anziehungspunkt für Freigeister wurde", heißt es dazu in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen zum Roman.
„Arnstadt, Thüringen, Ende der 70er-Jahre. In einem Heim für behinderte Jugendliche beschließen vier Freunde, die sich kaum bewegen können: Wir brechen aus. Von Rente und Pflegegeld wollen sie sich Pfleger finanzieren, ein Haus bekommen sie von der Kirche – das alte Pfarrhaus in Hartroda, im Altenburger Land. So beginnt die Geschichte einer Kommune, die völlig aus der Zeit und aus dem Land gefallen ist. Die einen bekommen Hilfe, die anderen Asyl – vor der Schinderei im Staatsbetrieb, vor einem Leben im stupiden Kreislauf von Arbeiten, Saufen, Schlafen. Eine Gemeinschaft der Gleichen, in der alles geteilt wird – Geld und Bücher, Platten und Bier, aber auch alle Gebrechen. Eine Gemeinschaft der Aussortierten, die sich mit Witz und Chuzpe das Undenkbare erkämpft: ein selbstbestimmtes Leben, vielleicht sogar Freiheit. Unter dem Schirm der Kirche wird sie, so scheint es zumindest, vom DDR-Apparat in Ruhe gelassen“, heißt es im Text zum Roman.
Und weiter heißt es: „Intellektueller Kopf der Gemeinschaft ist Gruns. Er wird vom schweigsamen Mozek gepflegt, der vom Dachboden aus internationale Fernschachturniere bestreitet und sich über seine Vergangenheit bedeckt hält. Denn Mozek, ehemaliger Grenzer, ist auf der Flucht vor der eigenen Schuld. Ich hab meine Sache auf nix eingestellt / auf gar nix, überhaupt nix, heißt es in einem Lied der Band Mischpoke, die zum Freundeskreis der Kommune gehört. Als die DDR zusammenbricht, wird deutlich, dass es auch die Mauer war, die die Gemeinschaft von Hartroda zusammengehalten hat.“





Ganz offensichtlich eine Ergänzung zum Roman Dezemberfahrt von Matthias Vernaldi . Schon aus diesem Grund dürfte die Lektüre dieses Romans der sicher aus der Sicht eines Wegbegleiters von Matthias geschrieben worden ist spannend sein….
Martin Theben Berlin