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Gehörlosenverband fordert Aufarbeitung und Gleichstellung in Bayern

Wappen Bundesland   Freistaat Bayern
Wappen großes Freistaat Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des heutigen Welttages der sozialen Gerechtigkeit macht der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) auf eine schwerwiegende soziale Schieflage im Freistaat aufmerksam. Während die Vereinten Nationen unter dem Motto „Empowering Inclusion“ dazu aufrufen, Lücken für soziale Gerechtigkeit zu schließen, klaffen diese in Bayern insbesondere bei der Anerkennung historischen Unrechts und der materiellen Gleichstellung weit auseinander. Der LVBYGL blickt gerade heute erwartungsvoll auf den Bayerischen Landtag. Während Hamburg bereits 2025 durch eine offizielle Entschuldigung für das Gebärdensprachenverbot ein Zeichen der Versöhnung setzte, besteht in Bayern nun die Chance, diesem Beispiel durch eine fundierte parlamentarische Aufarbeitung und die sofortige Umsetzung des versprochenen Gehörlosengeldes zu folgen.

Forderungen nach verlässlicher Landesförderung der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Wie aus der aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht blieben trotz fast 10.000 unbesetzter Ausbildungsstellen in Baden-Württemberg im Jahr 2024 mehr als 8.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und Träger der Jugendhilfe fordern deshalb eine verlässliche und langfristig gesicherte Landesförderung der arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit. Die derzeit unsichere Finanzierung gefährde bewährte Unterstützungsangebote wie individuelle sozialpädagogische Begleitung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und ausbildungsbegleitende Hilfen. Dadurch drohe insbesondere benachteiligten jungen Menschen der Zugang zu wichtigen Förder- und Qualifizierungsangeboten verloren zu gehen. Gerade in der sensiblen Übergangsphase von der Schule in den Beruf seien sie auf eine kontinuierliche und verlässliche Begleitung angewiesen. Nur so könne Chancengerechtigkeit gesichert und soziale Teilhabe nachhaltig ermöglicht werden, so die Verbände.

Briefe an Abgeordnete mit Kritik an schlechtem Behindertengleichstellungsgesetzentwurf

Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) Raul Krauthausen hat wie viele andere Aktive, die sich für klare Regelungen zur Barrierefreiheit einsetzen, scharfe Krtik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz geübt. Da nach dem Kabinettsbeschluss nun die Entscheidung über die endgültigen Regelungen bei den Abgeordneten des Deutschen Bundestages liegt, hat Raul Krauthausen nicht nur Briefe an die zuständigen Abgeordneten von CDU/CSU und SPD geschrieben, sondern bietet auch eine Vorlage und die Adressen zur Nachahmung für andere Aktive an. Denn nun gilt es, die Abgeordneten ganz konkret mit der Lebenssituation, mit den vielfältigen Barrieren, die behinderte Menschen behindern zu konfrontieren und ganz konkrete Änderungen am Gesetzentwurf einzufordern. Darin sind sich viele Akteur*innen der Behindertenbewegung und -verbände einig.

Kritik am Bayerischen Sportgesetz vonseiten gehörloser Menschen

Symbol Gebärdensprache
Symbol DGS Gebärdensprache
Foto: public domain

München (kobinet) Das Kompetenzzentrum Gebärdensprache Bayern (KOGEBA) und der Bayerische Gehörlosen-Sportverband (BGS) sind zutiefst betroffen darüber, dass der organisierte Gehörlosensport im neuen Bayerischen Sportgesetz weiterhin keine ausdrückliche Berücksichtigung findet. Das Gesetz werde dem Anspruch echter Inklusion nicht gerecht und ignoriere die besonderen Strukturen des international eigenständigen Gehörlosensports, heißt es in einer Stellungnahme zum Beschluss des Bayerischen Sportgesetzes.

Mehr als jede*r zweite Jugendliche hat Mobbing bereits beobachtet – am häufigsten in der Schule

Logo Aktion Mensch
Logo Aktion Mensch 300×141
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Anlässlich des „Behaupte‑Dich‑Gegen‑Mobbing‑Tages“ am 22. Februar veröffentlicht die Aktion Mensch ihre Studie zu Mobbingerfahrungen junger Menschen. Neben der Opferperspektive rückt die Studie auch die konkreten Erfahrungen von Zeug*innen in den Fokus. Gerade sie können als Außenstehende maßgeblich dazu beitragen, Mobbing zu beenden, indem sie das Gesehene ansprechen und nicht schweigen. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen nach Informationen der Aktion Mensch die Relevanz dieser Perspektive: 61 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben bereits Mobbingsituationen beobachtet. Der mit 88 Prozent am häufigsten genannte Ort, an dem Jugendliche Mobbing miterleben, ist die Schule.

Noch bis zum 28. Februar 2026 bei der größten Umfrage zu Diskriminierung mitmachen

Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Foto: IMAP

Berlin (kobinet) „Noch bis zum 28. Februar 2026 haben Sie die Möglichkeit, an der größten Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland teilzunehmen. Nutzen auch Sie Ihre Stimme, denn jede weitere Erfahrung zählt, um Diskriminierung so umfassend wie noch nie zu erfassen. Bislang haben über 18.000 Menschen an der Umfrage teilgenommen und von ihren individuellen Diskriminierungserfahrungen berichtet. Die Teilnahmezahl von 2015 wurde damit geknackt!“ Dies teilt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit.

Mehr Teilhabechancen für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche angemahnt

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit, der heute am 20. Februar begangen wird, eine Priorisierung der Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland. Dafür ist es aus Sicht der Kinderrechtsorganisation notwendig, in allen Bereichen von Politik, Verwaltung, Rechtsprechung und Gesellschaft das Thema Armutssensibilität stärker als bisher in den Blick zu nehmen. Zugleich begrüßt das Deutsche Kinderhilfswerk den Beschluss des EU-Parlaments von letzter Woche, mit dem das Parlament eine bessere Unterstützung der EU-Länder bei der Umsetzung der Europäischen Kindergarantie verlangt, um allen bedürftigen Kindern Zugang zu kostenloser Gesundheitsversorgung, Bildung, Betreuung und gesunder Ernährung zu gewährleisten. Zu diesem Zweck fordern die Abgeordneten ein eigenes Budget von mindestens 20 Milliarden Euro für die Europäische Kindergarantie.

Reformen nicht auf Kosten von Familien und Kindern

Familie mit zwei Kindern und einem Hund am Strand
Familie am Strand
Foto: chillla70 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen. Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen bei der Erwerbsaufnahme für Eltern von Kleinkindern.

Menschen haben Angst vor sozialem Abstieg

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Armut hängt immer häufiger mit dem Alter zusammen
Foto: Pixabay/anaterate

NANNOVER (kobinet) eine repräsentative Umfrage, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass viele Menschen in Niedersachsen Angst vor einem sozialen Abstieg haben. Angesichts der Zahlen fordert der Verband von der Landespolitik schnelle Maßnahmen unter anderem in den Bereichen bezahlbarer Wohnraum und Bekämpfung von Niedriglöhnen, um den niedersächsischen Bürgern wieder bessere Zukunftsaussichten zu ermöglichen. Steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und schlechte Arbeitsbedingungen – all das führt bei den Menschen in Niedersachsen zu Zukunftsangst. Über 35 Prozent der Befragten der SoVD-Umfrage blickt mit Sorge auf das Jahr 2026 und fürchtet, weniger Geld zur Verfügung zu haben und weniger am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Besonders Jüngere, Familien und Arbeiterinnen sowie Arbeiter haben demnach Angst vor einem sozialen Abstieg.

Niedersächsisches BGG in Leichter Sprache

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragraf
Foto: omp

HANNOVER (kobinet) Damit insbesondere Menschen mit Behinderungen ihre Rechte besser verstehen können, steht das Niedersächsische Behindertengleichstellungsgesetz (NBGG) ab sofort auch in Leichter Sprache zur Verfügung. Dazu hat das Sozialministerium eine 30-seitige Broschüre veröffentlicht, welche die wesentlichen Inhalte des Gesetzes leicht verständlich erklärt. Das NBGG gilt für alle öffentlichen Stellen in Niedersachsen wie Ministerien oder Kommunen und regelt unter anderem das Benachteiligungsverbot, das Recht auf barrierefreie Kommunikation, die digitale Barrierefreiheit von Webseiten und Apps sowie die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen auf kommunaler und auf Landesebene. Die Fassung des NBGG in Leichter Sprache steht ab sofort auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung zum Download zur Verfügung und kann bald auch als gedruckte Publikation kostenfrei bestellt werden.

Gutes Krummsein, schlechtes Krummsein

Mehrere unterschiedlich geformte, teils stark gebogene Gehstöcke aus Holz stehen nebeneinander vor neutralem Hintergrund. Jeder Stock wirkt individuell gewachsen und symbolisiert Verschiedenheit.
Krumm: Zwischen Körper und Moral
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Kants krummes Holz

Immanuel Kant schreibt, der Mensch sei aus krummem Holz gemacht. Nichts ganz Gerades könne daraus gezimmert werden. Gemeint ist keine körperliche Eigenschaft, sondern eine anthropologische Einsicht. Der Mensch ist widersprüchlich, begrenzt, moralisch nie vollkommen. Entscheidend ist, dass diese Krummheit universal ist. Sie betrifft alle. In der aktuellen Debatte um Ableismus, angestoßen unter anderem durch Hans-Willi Weis’ Bezug auf das krumme Holz im Zusammenhang mit dem Menschenbild, lohnt es sich, diese Metapher genauer zu betrachten.

Sprachliche Nähe

Das Wortfeld ist älter als Kant. Krumm bedeutet gebogen, vom geraden Maß abweichend. Aus derselben Bedeutungswelt stammt auch der Begriff Krüppel. Historisch bezeichnete er den gekrümmten oder verstümmelten Körper. Die Nähe ist sprachgeschichtlich nachvollziehbar, auch wenn Kant sie nicht beabsichtigte. Interessant ist nicht die Absicht, sondern die Parallele.

Extrawurst – oder wie man eine Leberwurst beleidigt. Eine kulinarische Kolumne von Stephan Laux

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Foto: Conmongt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Villmar – Weyer (kobinet) Wer seine Extrawurst in der Gastronomie verkauft oder verzehrt, bezahlt ja seit 2026 nur noch 7 anstatt 19 % Mehrwertsteuer.

Die Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) deckt auf: Die Zeit der Extrawürste für Menschen mit Behinderungen geht zu Ende.

„Wurde auch Zeit!“, wird sich die Privatwirtschaft gesagt haben. Denn genau das hat die Wirtschaftslobby mit ihrer Forderung nach Bürokratieabbau gemeint und gewünscht. Und die Bundesregierung hat geliefert. Keine Extrawürste mehr für Menschen mit Behinderungen, für den Klimaschutz, für Kinderspielplätze in Wohngebieten usw.

Der oder die Stärkere gewinnt. Die Weltpolitik macht es vor.

Und die Wirtschaftslobby ist nun mal die Stärkere.

Bayerns Sozialministerin übergibt Förderscheck von 3,9 Millionen Euro an Werkstatt für behinderte Menschen

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Nördlingen (kobinet) Frei nach dem Motto „Was schert uns die UN-Behindertenrechtskonvention und die Einschätzung des Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen“ fördert der Freistaat Bayern weiterhin Werkstätten für behinderte Menschen mit Millionenbeträgen. Die bayerische Sozialministerin Ulrike Scherf wird am 25. Februar 2026 wieder einmal einen Förderscheck an eine Werkstatt für behinderte Menschen übergeben. Dieses Mal an die Donau-Ries-Werkstätten GmbH in Nördlingen, wie es in einer Presseinformation des Bayerischen Sozialministeriums heißt. Demnach wird ein Förderscheck in Höhe von 3,9 Millionen Euro für die Modernisierung und Erweiterung der Werkstatt von der Ministerin übergeben, so dass auch zusätzliche Plätze entstehen.

Kritik an Streichung von Lehrkräfte-Stellen an hessischen integrierten Gesamtschulen

Zeichung mit einem gelben Schulbus auf einergrünen Wiesen mit einem rotbraunen Schulgebäude im Hintergrund
Die Fahrt zur Schule gehört zum Lernen
Foto: Pixabay/GraphicsGuruji

Frankfurt (kobinet) Die seitens des hessischen Bildungsministeriums beschlossenen Kürzungen der allgemeinen Lehrkräfte-Stellen an integrierten Gesamtschulen zur binnendifferenzierenden Förderung schwächen nach Ansicht von Gemeinsam leben Hessen genau die Ressourcen, aus denen präventive und inklusionsbezogene Fördermasnahmen fur Kinder und Jugendliche mit Behinderung bisher finanziert wurden, und gefährden damit Reichweite und Qualität dieser Förderung deutlich.

Sehenswerte Ausgabe der Kabarett-Sendung Die Anstalt mit Kübra Sekin

Daumen hoch
Fanpost für die kobinet-Redaktion
Foto: Irina Tischer

Mainz (kobinet) „Ist Deutschland wirklich eine Nation aus faulen Krankmachenden und aufmüpfigen NGOs? Maike Kühl und Max Uthoff suchen die wirklichen Ursachen einer kränkelnden Wirtschaft. Gemeinsam mit ihren Gästen Anna Schäfer, Kübra Sekin und Christoph Fritz fühlen sie am Puls der Regierung und impfen ihre Zuschauer mit der richtigen Dosis Fakten und Satire.“ So heißt es in der Ankündigung, der am 17. Februar 2026 in 3sat ausgestrahlten Kabarettsendung Die Anstalt, die von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) als sehenswert empfohlen wird und in die Mediathek zum Nachschauen eingestellt ist.

Irmgard Badura kandidiert für den Nürnberger Stadtrat

Irmgard Badura auf Flyer der Nürnberger Grünen zur Kommunalwahl 2026
Irmgard Badura auf Flyer der Nürnberger Grünen zur Kommunalwahl 2026
Foto: Maximilian Hirschmann

Nürnberg (kobinet) „Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen“, so bringt Irmgard Badura auf den Punkt, warum sie nicht nur gerne in Nürnberg lebt, sondern am 8. März 2026 bei der Kommunalwahl für die Grünen für den Stadtrat von Nürnberg kandidiert. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit der blinden Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Landesbehindertenbeauftragten von Bayern, die sich seit vielen Jahren für die Rechte behinderter Menschen und anderer benachteiligter Gruppen engagiert, über ihre Kandidatur, ihre Chancen und was ihr wichtig ist.

Rege Diskussion zu Post der Bundesregierung zur BGG-Reform

Sharepic der Bundesregierung zum Abbau von Hürden
Sharepic der Bundesregierung zum Abbau von Hürden
Foto: Bundesregierung

Berlin (kobinet) „Menschen mit Behinderungen stoßen in ihrem Alltag immer noch auf zu viele Hürden. Das wollen wir ändern.“ Mit disem Post auf Facebook wollte die Bundesregierung eigentlich für ihre Initiative zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) werben, nachdem diese am 11. Februar 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz im Kabinett verabschiedet hat. Dass gerade viele behinderte Menschen, die tagtäglich auf Barrieren stoßen, sich von solch einfachen Botschaften angesichts des nach Einschätzung vieler Behindertenverbände miserablen Gesetzentwurfs inicht täuschen lassen, zeigt die rege Diskussion, die der Facebook-Post der Bundesregierung mit fast 1.000 Kommentaren entfacht hat.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – die Barrieren bleiben allerdings

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, so heißt es in einem bekannten Karnevalslied, das darauf verweist, dass die närrische Zeit an diesem Tag ein Ende hat, so dass die Kostüme und das übriggebliebene Konfetti für die nächste Karnevalszeit eingepackt werden können. Was behinderten Menschen am Mittwoch vor Beginn der entscheidenden Phase des diesjährigen Karnevals als „vergiftetes Geschenk“, wie Raul Krauthausen den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) bezeichnet, ins Nest gelegt bekamen, wirkt leider auch am Aschermittwoch und wahrscheinlich noch lange danach. Nämlich dahingehend, dass sich in Sachen Abbau von Barrieren in Deutschland auch zukünftig wenig ändern dürfte. Denn behinderte Menschen scheinen eine solch große Bürde für die Gesellschaft zu sein, wie dies Andreas Bethke vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) kritisch hinterfragt, dass Unternehmen vor jeglicher Verpflichtung zur Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen für die Teilhabe behinderter Menschen geschützt werden müssen. Am Aschermittwoch ist für behinderte Menschen ganz und gar nicht alles vorbei und es droht ein ewig währendes Katerfrühstück, wenn wir uns nicht engagieren, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar feststellt.

VdK warnt vor Mehrwertsteuererhöhung und kritisiert politische Ideenlosigkeit

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) VdK-Präsidentin Verena Bentele hat die Prognose von Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zur Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 Prozent wie folgt kommentiert: „Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre ein Ausdruck politischer Ideenlosigkeit. Sie wäre die einfachste Lösung für eine Regierung, die sich nicht traut, wirkungsvollere Reformen anzugehen und die wirklich relevanten Einnahmequellen zu erschließen.“ Der VdK schlägt demgegenüber vor, dass die finanziellen Mittel zur Aufstellung des Haushalts für die Jahre 2027 bis 2029 durch ein gerechteres Steuersystem erzielt werden.

Sind Menschen mit Behinderungen eine Bürde für die Gesellschaft?

Sharepic von Andreas Bethke: Sind Menschen mit Behinderungen eine Bürde für die Gesellschaft?
Sharepic von Andreas Bethke: Sind Menschen mit Behinderungen eine Bürde für die Gesellschaft?
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) fordert ein Behindertengleichstellungsgesetz, das diesen Namen verdient. Deshalb übt der Verband massive Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). „Der Privatwirtschaft wird nun zwar formell verboten, behinderte Menschen zu benachteiligen, aber davon können sich die Betroffenen nichts kaufen, denn nahezu jede Benachteiligung passt durch die gesetzlichen Schlupflöcher“, stellt DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke ernüchtert fest. In einem auf Facebook verbreiteten Sharepic fragt sich Andreas Bethke angesichts der weitgehenden Ausnahmen für die Privatwirtschaft in Sachen Barrierefreiheit: „Sind Menschen mit Behinderungen eine Bürde für die Gesellschaft?“

Ewiger Ableismus oder doch noch ein Weg, sich vom ableistischen Menschenbild zu befreien?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
begutachtet das ableistische Menschenbild (Teil 1)
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Es wäre schön, wenn das ableistische Menschenbild verschwände wie ein mit Fingern in den Sand gezeichnetes Gesicht am Ufer des Meeres (in Anlehnung an das von Michel Foucault geprägte philosophische Denkbild). Dass dies irgendwann mit dem ableistischen Menschenbild geschieht, darauf sollten wir nicht hoffen, die Erwartung wäre illusorisch. Nicht einmal seine moralische Verurteilung und eine weltweite menschenrechtliche Sanktionierung haben zu nennenswerten oder gar verlässlichen Anzeichen geführt, das ableistische Menschenbild könnte über kurz oder lang im Verschwinden begriffen sein. Im Gegenteil. Das nunmehr bereits jahrzehntelang auf der Welt etablierte neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat Strukturen, Institutionen und Verhaltensweisen installiert, die – ungeachtet moralischer Ächtung, gesetzlichen Verbots und juristischer Belangbarkeit ableistischer Diskriminierung – auf ihre Weise dafür sorgen, dass sich das ableistische Menschenbild verfestigt und perpetuiert.

Auftakt der Zero Project Conference 2026 im österreichischen Parlament

Bild vom Auftakt der ZERO Projekt Konferenz im österreichischen Parlament
Bild vom Auftakt der ZERO Projekt Konferenz im österreichischen Parlament
Foto: BIZEPS

Wien (kobinet) „Am 17. Februar 2026 fand im Parlament die Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference 2026 statt. Die Zero Conference findet nun schon zum 15. Mal statt.“ Darauf hat Martin Ladstätter vom österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS aufmerksam gemacht.

Nachrichten aus der Provinz. Heute Kommunalwahl in Hessen.

Stephan Laux
Schwarz-weiss Porträt von Stephan Laux
Foto: Ralph Milewski

Villmar – Weyer (kobinet) Einige Leser*innen hatten vielleicht die vage Hoffnung, Stephan Laux hätte sich endgültig seiner Schreibhemmung ergeben. Tatsache ist, er ist seiner geheimen Hoffnung, einmal so berühmt zu werden wie Raúl Krauthausen oder Ottmar Miles Paul, einen großen Schritt näher gekommen.

Grund dafür ist die anstehende Kommunalwahl in Hessen. Quer durch alle Parteien hat man hier in behindertenpolitischen Themen ein enormes Potenzial entdeckt.

Mit der Weltklasse mitgehalten

Sportlerinnen und Sportler, auch mit Rollstuhl, in dunklem Sportdress mit weißem Querstreifen
Das deutsche Aufgebot bei den Para Badminton-Weltmeisterschaften:
Foto: DBS

FRECHEN (kobinet) Mit starken Ergebnissen und vielen positiven Erkenntnissen, wenn auch ohne Medaillen, ist die deutsche Para Badminton-Nationalmannschaft von den Weltmeisterschaften in Manama (Bahrain) abgereist. Ein Podiumsplatz war vor allem für Rick Hellmann und Marcel Adam greifbar, beide verloren ihr Viertelfinalspiele jedoch knapp. Annika Schröder freute sich über einen fünften Platz im Doppel. Die Newcomer sammelten wichtige Erfahrungen. „Am Ende tut es schon ein bisschen weh, dass wir es nicht in ein Halbfinale geschafft haben“, gab Cheftrainer Christopher Skrzeba nach einer WM mit vier Viertelfinal-Teilnahmen zu, betonte gleichzeitig aber auch: „Wir haben gezeigt, dass wir oben mitspielen können. Gerade Rick Hellmann und Marcel Adam waren sehr stark und ganz nah dran an einer Medaille“. Die beiden Paralympics-Teilnehmer waren im Vorfeld auch als die größten Medaillenhoffnungen in der deutschen Nationalmannschaft ausgemacht worden.

BGG-Reform: Das ist kein Fortschritt, das ist Etikettenschwindel

Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) Die Kritik an dem vom Bundeskabinett am 11. Februar 2026 verabschiedeten Entwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) reißt nicht ab. Was die Bundesregierung als Fortschritt für die Barrierefreiheit feiert, entpuppt sich nach Ansicht von Raul Krauthausen bei genauem Hinsehen als historischer Sündenfall. Der Aktivist und AbilityWatch warnen: „Dieser Entwurf bewahrt nicht Menschen vor Diskriminierung, sondern Unternehmen vor der Barrierefreiheit.“ Auf einem über Facebook verbreiteten Sharepic von Raul Krauthausen heißt es: „Das ist kein Fortschritt, das ist Etikettenschwindel. Die Bundesregierung segnet de facto die Diskriminierung ab, solange sie hinter einer Stufe oder einer zu schmalen Tür stattfindet.“

Mehr Steuergeld für weniger Christen: 666 Millionen Euro Staatsleistungen an die Kirchen

Logo: Humanistische Union
Humanistische Union
Foto: Humanistische Union

Berlin (kobinet) „Mehr Steuergeld für weniger Christen: 666 Millionen Euro Staatsleistungen an die Kirchen“, dies berichtet die Humanistischen Union in einer Presseinformation und betont: „Jedes Jahr zahlen die Bundesländer erhebliche Summe an die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland. Diese staatlichen Zuwendungen (Staatsleistungen genannt) werden seit Jahrzehnten entrichtet und steigen kontinuierlich an. So stiegen die Staatsleistungen 2026 auf über 666 Millionen Euro.“ Die Humanistische Union (HU) veröffentlicht seit einiger Zeit die landesbezogenen und die Gesamtbeträge der jährlichen Staatsleistungen an die beiden Kirchen. Damit erinnert sie an den seit über 100 Jahren bestehenden Verfassungsauftrag, diese Zahlungen einzustellen. Die Veröffentlichung der jeweils aktuellen Zahlen soll als verlässliche Basis dienen für den von der Humanistischen Union geforderten politischen Prozess zur Ablösung.

Podcast zum Stand der Inklusion in Deutschland

Kopfhörer
Kopfhörer
Foto: snsnep In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Wie steht es um die Inklusion in Deutschland? Im Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Bundeszentrale für politische Bildung diskutiert Sarah Zerback diese Frage mit Erik Kömpe, Natalie Dedreux und Rebecca Maskos. Darauf hat der hessische Landesbehindertenbeauftragte Andreas Winkel in seinem Newsletter aufmerksam gemacht.

One Billion Rising in Gotha: Starkes Zeichen gegen Gewalt

Nancy Frind
Nancy Frind
Foto: privat

Gotha (kobinet) Am 14. Februar 2026, war Nancy Frind auf dem Neumarkt in Gotha beim Aktionstag von One Billion Rising, dem weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Unter anderem mit einem Tanz-Flashmob. Es war ein richtig starker Moment, schreibt Nancy Frind in einem Bericht über diese Aktion und betont: „Jede dritte Frau auf dieser Welt erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Das ist erschreckend. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen mit Behinderungen: Sie erleben viel zu oft Gewalt und bekommen zu wenig Schutz. Das darf nicht sein. Darum müssen wir weiter darüber sprechen, aufmerksam machen und handeln.“

Landesteilhabebeirat Bremen: Mittel aus Sondervermögen zum Abbau von Barrieren einsetzen

Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Arne Frankenstein
Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Bremen (kobinet) Mit seinem Beschluss vom 5. Februar 2026 hat der Landesteilhabebeirat den Senat und die Bürgerschaft aufgefordert, aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven vollständig barrierefrei ausgebaut werden kann, insbesondere sollen sämtliche Bus- und Straßenbahnhaltestellen spätestens bis zum 31.12.2038 barrierefrei umgestaltet werden. Des Weiteren sollen zusätzliche Mittel zur Herstellung der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehrsraum (Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen) sowie in öffentlichen Gebäuden des Landes sowie der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven bereitgestellt werden.

Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt bereitet dritte Inklusive Jobmesse in Regensburg vor

Drei Männer und drei Frauen sitzen oder stehen an einem Tisch mit einem Stadtmodell und halten Plakate der JobMesse in die Kamera
Der Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt
Foto: Martina Groh-Schad

REGENSBURG (kobinet) Die inklusiven Jobmesse ist ein Erfolgsmodell aus Regensburg und stößt nun auch im Bund auf Interesse. So bei der am 21. Mai 2026 im Regensburger Jahnstation stattfindenden dritten Auflage auch die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, am Messetag in Regensburg erwartet. Bayernweit findet das Modell inzwischen Nachahmer und wird finanziell durch das Sozialministerium gefördert. Die Inklusive JobMesse wurde 2022 in Regensburg bayernweit erstmals durchgeführt und zog damals bereits mehr als 1.000 Besuchende in das Jahnstadion. Nach 2024 hat die Stadt Regensburg nun zum zweiten Mal und gemeinsam mit den Landkreisen Regensburg und Kelheim die Trägerschaft für das Projekt übernommen. „Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist mir ein großes Anliegen. Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Schritt dazu“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Die Inklusive JobMesse verbessert ihre Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich und hat schon etliche Arbeitsverhältnisse gebracht.“ Die Inklusive JobMesse findet in Regensburg alle zwei Jahre statt.

Neun Akteure der Zivilgesellschaft treten Bündnis „Gleichstellung – #unverhandelbar“ bei

Wappen - links schwarzer senkrecht stehender Löwe auf gelbem Grund - rechts drei goldenen und zwei blaue senkrechte Streifen
Wappen der Stadt Leipzig
Foto: Kaufdex In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

LEIPZIG (kobinet) Im Landkreis Leipzig sind neun zivilgesellschaftliche Akteure, welche in unterschiedlichen Feldern aktiv sind, dem Bündnis „Gleichstellung – #unverhandelbar“ beigetreten. Das Bündnis wurde von der „Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Sachsens“ ins Leben gerufen. Es setzt sich dafür ein, dass die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in der jetzigen Form erhalten bleiben und nicht ins Ehrenamt gedrängt werden. Somit arbeiten nun folgende Organisationen gemeinsam in diesem Bündnis: Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V., Bellis e.V., Bon Courage, Gleis 1, Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V., Kontaktstelle Wohnen, Netzwerk für Demokratische Kultur e.V., RosaLinde Leipzig e.V. und Wegweiser e.V.

Jürgen Dusel fordert mehr Mut, Gestaltungswillen und Veränderungsbereitschaft für Barrierefreiheit

Sharepic von Jürgen Dusel für mehr Mut bei der BGG-Reform
Sharepic von Jürgen Dusel für mehr Mut bei der BGG-Reform
Foto: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

Berlin (kobinet) Der Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz, den das Bundeskabinett am 11. Februar 2026 vorgelegt hat, hat viele enttäuscht, so auch den Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel. „Der Anspruch, der uns leiten sollte, wäre, ein modernes Land zu sein, das allen Menschen den Zugang zu öffentlichen wie privaten Angeboten zusichert. Doch dazu gehört mehr Mut, Gestaltungswillen und Veränderungsbereitschaft, als er bei der Ausgestaltung dieses Gesetzentwurfs zum Tragen kommt“, stellte Jürgen Dusel mittels eines auf Facebook veröffentlichten Sharepics klar. 

Was bei den Karnevalsumzügen fehlt

Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Foto: Juliane Harms mit KI

Berlin (kobinet) Viele Themen werden derzeit bei den Karnevalsumzügen aufgregriffen, denn die Weltlage und politische Situation in Deutschland gibt eine Menge her. Welche Themen würde die Behindertenbewegung aufgreifen, wenn diese mit einem Wagen in den Karnevalshochburgen unterwegs wäre. Diese Frage hat sich Juliane Harms gestellt, die schon seit langem die Diskussion um die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz verfolgt und sich wie viele andere über den miserablen Gesetzenwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) aufregt, der am 11. Februar vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Herausgekommen ist ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild, das den Frust vieler aufgreift, der sich vor allem auf die Verbeugung und den Kniefall der CDU/CSU vor den Interessen der Wirtschaft zur Verhinderung von mehr Barrierefreiheit richtet. Denn der Gesetzentwurf sieht umfassende Ausnahmeregelungen zur Herstellung von Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen für Unternehmen vor.

Sparmaßnahmen an Hochschulen treffen soziale, inklusive oder kritische Perspektiven in Lehre und Forschung

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Köln (kobinet) An vielen Hochschulen wird derzeit gespart – mit spürbaren Folgen für Studierende, Lehrende und Beschäftigte. In einem aktuellen Artikel auf nd-Aktuell wird beschrieben, dass diese Sparmaßnahmen oft hart, ungerecht verteilt und für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind. Am Beispiel der Universität zu Köln wird deutlich, wie Kürzungen Entscheidungen beeinflussen: Welche Stellen bleiben erhalten? Welche Angebote fallen weg? Und wer wird dabei gehört – oder eben nicht? Besonders problematisch ist, dass Einsparungen häufig Bereiche treffen, die ohnehin wenig Rückhalt haben, etwa soziale, inklusive oder kritische Perspektiven in Lehre und Forschung.

Veranstaltungsbericht: Rechter Gegenwind behindert Teilhabe

Mandy Müller vom Projekt Aktiv Teilhabe gestalten
Mandy Müller vom Projekt Aktiv Teilhabe gestalten
Foto: fab

Kassel (kobinet) Bei Mainz bleibt Mainz gab es klare Bekenntnisse gegen den rechten Gegenwind und bei vielen Karnevalsveranstaltungen wird in diesen Tagen für Vielfalt und Toleranz geworben. Aber auch bei Veranstaltungen behinderter Menschen werden die Gefahren, die u.a. von der AfD und dem Rechtsruck, der derzeit um sich greift klar benannt. So auch bei der Veranstaltung „Rechter Gegenwind behindert Teilhabe“, die der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Regeionalgruppe Kassel von Krüppel gegen Rechts und dem Projekt Aktiv Teilhabe gestalten durchgeführt hat. Auf Facebook hat der Verein einen entsprechenden Bericht über die Veranstaltung vom 9. Februar 2026 veröffentlicht, den die kobinet-nachrichten im Folgenden dokumentieren:

Rollstuhlfahrer auf dem Karnevalswagen – ein starkes Zeichen für mehr Inklusion

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Düsseldorf (kobinet) Vierzehn Plätze. Vierzehn Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator, die beim Rosenmontagszug in Düsseldorf nicht am Rand stehen, sondern mitten im Geschehen dabei sind. Der von der KG Gemeinsam Jeck gebaute Karnevalswagen zeigt eindrucksvoll: Inklusion im Karneval ist möglich – praktisch, sicher und ohne übermäßigen Aufwand.

Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Identität
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Identität
Foto: IGEL-Media

Halle / Bad Segeberg (kobinet) „Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?“ So lautet der Titel der Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) ausgestrahlt wurde. Jennifer Sonntag und Sascha Lang reden dabei u.a. über eine Frage, die viele schon gehört (oder gedacht) haben: Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?

Momentaufnahme 423

Fernsehturm auf dem Alexanderplatz, dessen Spitze im Wolkennebel verschwindet, umgeben vom kahlen Baumzweigen
Fernsehturm auf dem Alexanderplatz
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Es ist kein übler Monat, dieser Februar, man muss ihn nur zu nehmen wissen!

DBSV fordert ein Behindertengleichstellungsgesetz, das diesen Namen verdient

Blaues Paragraphenzeichen auf grauem Grund
Paragraf Paragraph Zeichen
Foto: H. Smikac

BERLIN (kobinet) Der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) übt massive Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). „Der Privatwirtschaft wird nun zwar formell verboten, behinderte Menschen zu benachteiligen, aber davon können sich die Betroffenen nichts kaufen, denn nahezu jede Benachteiligung passt durch die gesetzlichen Schlupflöcher“, stellt DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke ernüchtert fest. Der DBSV ist überzeigt: „Sollte der Entwurf wie vorgelegt umgesetzt werden, wird sich im Alltag behinderter Menschen kaum etwas verbessern.“

Ohne Pflicht keine Teilhabe: Privatwirtschaft muss gesetzlich zur Barrierefreiheit verpflichtet werden

Logo: BAG SELBSTHILFE
Logo: BAG SELBSTHILFE
Foto: BAG SELBSTHILFE

Düsseldorf (kobinet) Nach Ansicht der BAG SELBSTHILFE bleibt der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) hinter den Anforderungen einer inklusiven und zukunftsfähigen Gesellschaft deutlich zurück. Insbesondere verfehlt er, Barrierefreiheit dort verbindlich abzusichern, wo sie für den Alltag der Menschen entscheidend ist: in der Privatwirtschaft. Barrierefreiheit ist keine Sonderregelung für wenige, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Teilhabe und nachhaltige Strukturen in einer alternden Gesellschaft. Dennoch sieht der Entwurf weiterhin vor, private Anbieter und Dienstleister nur in sehr begrenztem Umfang in die Pflicht zu nehmen.