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Lage für Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch

Bild zeigt eine Wohnnungsbaustelle mit Gerüsten und einem Bagger
Mehr Wohnungsbau ist dringend notwendig
Foto: Pixabay/SatyaPrem

HANNOVER (kobinet) Eine Analyse des Online-Portals „ImmoScout24“ zeigt deutlich, dass der Bedarf an barrierefreien Wohnungen in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist. Gleichzeitig ist das Angebot zu gering. Hinzu kommt, dass entsprechender Wohnraum sehr teuer ist. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht auch in Niedersachsen eine Zuspitzung der Lage und fordert von der Landesregierung schnelles Handeln, um die Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Wenn es um barrierefreie Wohnungen geht, ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage enorm: Laut „ImmoScout24“ suchen 75 Prozent mehr Menschen barrierefreien Wohnraum als noch vor zehn Jahren. Derzeit leben bundesweit in etwa drei Millionen Haushalten Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung. Obwohl Prognosen davon ausgehen, dass diese Zahl künftig weiter steigt, sind momentan nur rund 560.000 barrierefreie Wohnungen auf dem Markt.

Wo bleibt die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes?

AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!

Berlin (kobinet) Wie schwer sich die derzeitige Bundesregierung damit tut, benachteiligte Menschen vor Diskriminierungen zu schützen und Barrierefreiheit bzw. angemessene Vorkehrungen hierfür zu verlangen, das hat diese mit dem Beschluss des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) zum Ärger vieler behinderter Menschen, ihrer Angehörigen und Verbände bereits anschaulich gezeigt. Aber auch bei der längst überfälligen Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) scheint die Bundesregierung nicht handlungsfähig zu sein. Denn seit Wochen warten die von Diskriminierungen Betroffenen und ihre Verbände auf die Veröffentlichung eines entsprechenden Referentenentwurfs. Denn eigentlich ist dessen Verabschiedung durch das Bundeskabinett schon für den 25. März 2026 vorgesehen. Aber auch diese Pläne wurden ähnlich wie beim Behindertengleichstellungsgesetz schon mehrfach verschoben. Für die Anhörung der Verbände scheint angesichts dieser Uneinigkeit in der Bundesregierung wahrscheinlich wenig Zeit zu verbleiben, wenn der Entwurf dann irgendwann einmal veröffentlicht wird.

Neuer Newsletter des Deutschen Behindertenrat veröffentlicht

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet) „Unter der Leitung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) begleitet der Deutsche Behindertenrat auch im Jahr 2026 aktiv politische Themen und Entwicklungen. Mit dem Gedenken am 27. Januar setzte der DBR ein klares Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und eine Politik, die Teilhabe sowie Selbstbestimmung als unveräußerliche Menschenrechte verteidigt. Erinnerung bedeutet Haltung zeigen – und politisch handeln“, heißt es u.a. im Vorwort der aktuellen Ausgabe des Newsletter des Deutschen Behindertenrat. „Ein gesellschaftlicher Rechtsruck, der Ausgrenzung normalisiert, gefährdet uns alle – besonders diejenigen, die besonderen Schutz benötigen“, betonte Michaela Engelmeier, Vorsitzende des DBR-Sprecherinnenrats.

Diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet) Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat neben vielen anderen Vorhaben ein Projekt gefördert, mit dem unter Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg ein diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) entwickelt und erprobt worden ist, der sogenannte Autismus Lotse. Darauf macht Henry Spradau in seinem Bericht für die kobinet-nachrichten aufmerksam.

Tarifbindung: Verbände fordern klare Anerkennung und verlässliche Refinanzierung in der Eingliederungshilfe

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Freiburg / Berlin (kobinet) Die aktuellen Vorschläge der Sozialstaatskommission sowie die Beratungen vom 26. Februar 2026 im Kanzleramt zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu Einsparungen in der Eingliederungshilfe werden von mehreren Verbänden als ungeeignet bewertet, eine zukunftssichere und verlässliche Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Stattdessen brauche es die klare Anerkennung bestehender Tarifbindungen und eine auskömmliche, verlässliche Refinanzierung der Leistungen, fordern der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), die Caritas-Dienstgeber, der evangelische Bundesfachverband für Teilhabe (BeB), der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) und die Diakonie Deutschland. Voraussetzung dafür sei eine verlässliche Refinanzierung der Tarifentgelte. Überlegungen, die diese Grundsätze infrage stellen, erteilen sie eine klare Absage.

Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland mit großer Resonanz beendet

Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Foto: IMAP

Berlin (kobinet) „Am 28. Februar 2026 ist die Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland, die im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt wurde, zu Ende gegangen. Insgesamt haben mehr als 35.000 Personen an der Umfrage teilgenommen – digital, chatbotgestützt oder analog, in einer von 11 Sprachen. Das sind im Vergleich zur Befragung 2015 mehr als doppelt so viele Menschen, die wir gemeinsam erreicht und zu einer Teilnahme motiviert haben“, heißt es vonseiten des IMAP, das die Umfrage durchgeführt hat.

Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 2)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Federführender feministischer kobinet-Kolumnist, der ich nun einmal bin, schicke ich ein Wort meiner sozialphilosophischen Kollegin und Mitfeministin Eva von Redecker vorweg. Ein Wort, das antikapitalistischen Klartext spricht und überdies ins Stammbuch der „Krüppel gegen rechts“ geschrieben gehört. „Der Kapitalismus hält jede und jeden ständig dazu an, das Beste aus sich zu machen. Eine hyperindividualistische Konkurrenzgesellschaft, das erzeugt den irrwitzigen Eigentumsrausch, den ich Faschismus nenne. Die Rechten sind die toxische Schaumkrone auf der neoliberalen Welle im Klima des Anthropozän. Je mehr sich die realen Krisen verschärfen, desto aussichtsloser der Dammbau, deshalb streite ich so vehement für einen grundlegenden Umbau der Wirtschaft …“ (so von Redecker im SPIEGEL-Gespräch der letzten Februarwoche). – Eva Redeckers feministische Position einer „antikapitalistischen Revolution für das Leben“ habe ich in früheren Kolumnen bereits vorgestellt. Warum wird ihre Stimme im behindertenpolitischen Aktivismus nicht aufgegriffen? Dieses Silencing finde ich megaschändlich! Darum jetzt erst recht weiter mit der Frauentagskolumne.

Deutsche Paralympioniken weiter auf Medaillen-Jagd erfolgreich

Gold- Silber- und Bronzemedaille an blau-rot-weißen Bändern
Medaillen für die Gewinner
Foto: qimono In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

FRECHEN (kobinet) Die deutsche Para Ski-nordisch-Nationalmannschaft surft bei den Paralympics weiter auf der Erfolgswelle. Drei Medaillen hatte es zum Auftakt am Samstag gegeben, drei kamen am Sonntag hinzu. Für Anja Wicker (MTV Stuttgart, Silber am Vormittag bei den Frauen sitzend) und Marco Maier waren es die zweiten bei diesen Spielen, für Johanna Recktenwald und ihre Begleitläuferin Emily Weiss eine Premiere. Der Mannschaft steht nun eine Pause bevor. „Wir verschnaufen einen Tag und bereiten uns auf die Langlauf-Wettbewerbe vor“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach. Am Dienstag folgt in Tesero der Klassik-Sprint, am Mittwoch das Rennen über zehn Kilometer ebenfalls in der klassischen Technik.

Wohlfahrtsverband fordert Stärkung des Sozialstaats

Wappen Bundesland Baden-Württenberg
Wappen Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist entschieden. Jetzt kommt es aus Sicht des Landeswohlfahrtsverbandes seitens der politischen Entscheidungsträger darauf an, Verantwortung für Baden-Württemberg zu übernehmen – für eine starke soziale Daseinsvorsorge, verlässliche Pflege- und Gesundheitsstrukturen, bezahlbaren Wohnraum und echte Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. „Ein starker Sozialstaat ist entscheidend für das Vertrauen in unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ stellt Ulf Hartmann, der Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg in diesem Zusammenhang fest und schlussfolgert: „Soziale Sicherheit ist kein Wahlversprechen, sie ist ein Auftrag. Als Sozialverband werden wir die neue Landesregierung als starker Partner konstruktiv begleiten. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er braucht Investitionen in soziale Arbeit, Teilhabe und Bildung. Unsere Botschaft bleibt klar: Vielfalt und soziale Gerechtigkeit sind die Grundlage für eine lebendige Demokratie – dafür setzen wir uns ein.“

Bereits über 3.000 Unterstützer*innen für Petition zu Verbesserungen bei BGG-Reform für mehr Barrierefreiheit

Bild: BGG-Reform Jetzt!
Bild: BGG-Reform Jetzt!
Foto: René Schaar

Hamburg (kobinet) Die Unzufriedenheit bei behinderten Menschen, ihren Verbündeten und ihren Verbänden über den Gesetzesentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit ist groß. Dies zeigt auch die Tatsache, dass kurz nach dem Start bereits über 3.000 Menschen die von René Schaar gestartete Petition mit dem Titel „Kein Freifahrtschein für Barrieren! BGG-Reform schützt Diskriminierer“ unterstützen. „Schluss mit Schlupflöchern bei Barrierefreiheit! Das Behindertengleichstellungsgesetz muss so angepasst werden, dass Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft Pflicht wird! Baulich, digital, kommunikativ. Wir Menschen mit Behinderung gehören zur Gesellschaft. Wir gehören in jeden Betrieb, an jeden Ort und auf jede Veranstaltung. Und wo wir heute noch nicht sind – werden wir morgen sein!“ So heißt es zu den Zielen der Petition, die von einer Reihe bekannter Persönlichkeiten aus der Behindertenbewegung unterstützt wird.

Markus Ertl wieder in den Gemeinderat von Lenggries gewählt

Markus Ertl mit Blindenstock
Markus Ertl mit Blindenstock
Foto: privat

Lenggries (kobinet) Nicht nur bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg herrschte bis weit in die Nacht hinein Spannung pur. Auch in Bayern zitterten und zittern viele dem endgültigen Ergebnis der dort stattgefundenen Kommunalwahlen entgegen, die am 8. März 2026 in Bayern anstand. Während wegen des Wahlsystems mit der Möglichkeit Stimmen auf mehrere Kandidat*innen zu verteilen viele Ergebnisse wohl erst am Montag oder gar am Dienstag vorliegen, konnte Markus Ertl aus Lenggries nach Mitternacht auf seine Wiederwahl in den Gemeinderat von Lenggries anstoßen. Der blinde Sprecher für Barrierefreiheit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) schaffte trotz schlechter Ausgangsbedingungen mit Listenplatz 14 auf der Liste der Freien Wähler den Wiedereinzug in den Gemeinderat. Dank vieler persönlicher Stimmen für ihn schaffte er es fünf Plätze in der Liste nach oben zu kommen und zieht auf dem 9. Platz bei einem guten Wahlergebnis der Freien Wähler mit 45,0 Prozent wieder in den Gemeinderat von Lenggries ein. Weitere behinderte Kandidat*innen in Bayern warten noch mit Spannung auf die Ergebnisse, so auch Ina Fischer in Erlangen und Irmgard Badura in Nürnberg.

Spannender Wahlabend in Baden-Württemberg

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

Stuttgart (kobinet) Wie so oft bei Wahlen in den letzten Jahren hat auch die Landtagswahl am 8. März 2026 in Baden-Württemberg gezeigt, dass jede Stimme zählt. Am Ende hatten die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten und voraussichtlichen zukünftigen Ministerpräsidenten Cem Özdemir die Nase mit 0,5 Prozent vorn. Laut dem vorläufigen Ergebnis erreichten die Grünen 30,2 Prozent und liegen damit vor der CDU mit 29,7 Prozent, der AfD mit 18,8 Prozent und der SPD mit 5,5 Prozent. Die FDP und die LINKE scheiterten mit jeweils 4,4 Prozent an der 5-Prozent-Hürde und werden im nächsten Landtag von Baden-Württemberg nicht mehr vertreten sein. Die SPD musste mit Verlusten von 5,5 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis hinnehmen und die CDU erreichte trotz eines Zugewinns von 5,6 Prozent nicht ihr lange als sicher geglaubtes Ziel, die Grünen als stärkste Kraft abzulösen und den Ministerpräsidenten zu stellen. Nach 15 Jahren Winfried Kretschmann dürfte nun Cem Özdemir Baden-Württemberg zukünftig als Ministerpräsident anführen.

Podcast zur Zukunftsplanung: Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird?

Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Foto: IGEL-Media

Schorndorf (kobinet) „Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird? – Wertgeschätzte Erfahrungen ermöglichen“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile 13. Ausgabe des Podcast zur Persönlichen Zukunftsplanung spricht Ellen Keune mit Nicolette Blok.

Austausch von Frauenbeauftragten, Werkstatträten und Bewohnerbeiräten in Thüringen

Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Foto: Liga Selbstvertretung Thüringen

Erfurt (kobinet) Nancy Frind weiß, was es heißt, auf Unterstützung angewiesen zu sein und sich auf den Weg zu einem selbstbestimmteren Leben und Arbeiten zu machen. Nach einigen Jahren in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet sie mittlerweile seit vier Jahren bei der Liga Selbstvertretung Thüringen. Und dabei ist ihr die Förderung des Austausch von Frauenbeauftragten in Einrichtungen, von Bewohner*innenbeiräten und Werkstatträten besonders wichtig. Für den 6. März 2026 hatte Nancy Frind diese daher zu einer Veranstaltung nach Erfurt und online mit einer Lesung und zum Austausch eingeladen. Den kobinet-nachrichten hat sie folgenden Bericht über die Veranstaltung zugesandt.

Erfolg bei Krankenhausreform: Finanzierung aus Steuergeldern entlastet Beitragszahler

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Am 6. März 2026 hat der Deutsche Bundestag das Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) verabschiedet. Mit ihm werden zentrale Punkte der bereits beschlossenen Krankenhausreform nachjustiert, insbesondere die Finanzierung des Transformationsfonds. VdK-Präsidentin Verena Bentele begrüßt die Änderung: „Endlich ein Durchbruch! Die neue Finanzierung aus Steuergeldern schützt die Beitragszahler und macht den Umbau zukunftssicher. Ein Sieg für ein solides Gesundheitssystem und ein großer Erfolg für den VdK.“ Ursprünglich war vorgesehen, dass die Kosten von 50 Milliarden Euro für den Umbau der Krankenhauslandschaft jeweils zur Hälfte von den Bundesländern und aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden. Der VdK hatte diese Finanzierung von Beginn an kritisiert und ist dagegen mit VdK-Mitgliedern bundesweit vor die Sozialgerichte gezogen. Der Verband argumentierte, dass Sozialversicherungsbeiträge zweckgebunden seien und daher nicht für gesamtgesellschaftliche Strukturreformen eingesetzt werden dürften.

Momentaufnahme 426

Biene in einem Krokusse
Biene
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Honig wohnt ih jeder Blume, Freude an jedem Orte, man muss nur, wie die Biene, sie zu finden wissen.

Vorwurf der Lifestyle-Teilzeit ist respektlos

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Heute, am 8. März, dem Internationalen Frauentag, erinnern weltweit Millionen Menschen an den langen Kampf für Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen von Frauen. Gerade vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Debatte über Einschränkungen des Rechts auf Teilzeit nach Ansicht der VdK-Präsidentin Verena Bentele wie ein Rückschritt. Sie kritisiert den Vorwurf der „Lifestyle-Teilzeit“ als realitätsfern und respektlos. Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz fordert zum Internationalen Frauentag eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung „Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!“ gelte für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern.

Inklusion ist mehr als paralympischer Spitzensport

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Saarbrücken (kobinet) Paralympics gelten für viele als Symbol für Inklusion, Sichtbarkeit und sportliche Höchstleistungen von Menschen mit Behinderungen. Regelmäßig wird das internationale Sportereignis als Beleg dafür genannt, dass sich gesellschaftliche Bilder von Behinderung verändern. kobinet-Redakteur Nico Wunderle wirft in seinem Kommentar jedoch einen kritischeren Blick darauf, welche Rolle die Paralympics tatsächlich für Inklusion spielen – und welche Bilder von Behinderung dabei sichtbar werden.

Behinderte Frauen besonders von ökonomischer Gewalt gefährdet

Fahne von Österreich
Fahne Österreich
Foto: public domain

Wien (kobinet) „Frauen* mit Behinderungen sind aufgrund mehrfacher Diskriminierungen und struktureller Benachteiligungen besonders gefährdet, ökonomische Gewalt zu erleben. Ökonomische Gewalt zeigt sich in einer fremdbestimmten Kontrolle über die finanziellen Mittel, indem verhindert wird, dass Frauen* mit Behinderungen wirtschaftlich selbstständig sind, dass sie oft kein existenzsicherndes Einkommen haben, sie finanziell abhängig gehalten oder in unbezahlte Care-Arbeit gedrängt werden.“ So heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS, der anlässlich des Internationalen Frauentages, der am 8. März begangen wird, einige Berichte zur Situation behinderter Frauen veröffentlicht hat.

8. März, Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 1)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Auch Männer können Feministen sein wie Mithu Sanyal eben erst in einer Diskussionsrunde zum 70. Geburtstag von Judith Butler klargestellt hat. Offenbar ist das noch nicht überall angekommen. Auch nicht im behindertenpolitischen Feminismus. Oder woran liegt es, dass meine im vergangenen Jahr erschienene und nun nochmals abgedruckte Frauentagskolumne dort (z.B. ISL-Weiberrrat und anderen direkt adressierten Aktivistinnen) gesilenced, totgeschwiegen, wurde? Möchten sie in ihrer vom Patriarchat lizenzierten frauenfeministischen Blase von einem männlichen Feministen nicht gestört werden? Machen wir mit der diesjährigen Wiederholung meiner letztjährigen Frauentagskolumne die Probe auf Exempel.

Stoppt Ableismus: Online-Lesung mit Karina Sturm und Anne Gersdorff am 11. und 12. März 2026

Plakat zu den Lesungen aus dem Buch
Plakat zu den Lesungen aus dem Buch „Stoppt Ableismus“ am 11. und 12. März 2026
Foto: JOBinklusive

Berlin (kobinet) „Stoppt Ableismus“, so lautet der Titel einer Online-Lesung mit Karina Sturm und Anne Gersdorff, die vom Projekt JOBinklusive der Sozialhelden am 11. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr durchgeführt und am 12. März 2026 von 17:00 bis 18:30 Uhr wiederholt wird.

Online-Diskussionsforum: Von der Ausbildung bis zur Beschäftigungssicherung

Logo der Deutschen Vereinigung für Rehabilitationshilfe
Logo der DVfR
Foto: DVfR

Heidelberg (kobinet) Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und ihre wissenschaftlichen Kooperationspartner am Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) laden zur Online-Diskussion: „Von der Ausbildung bis zur Beschäftigungssicherung:
Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung (SBV) für (junge) schwerbehinderte Menschen“ ein. Noch bis 20. März 2026 können Diskussionsbeiträge eingestellt werden. Die Diskussion richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, Eltern, Schwerbehindertenvertretungen, Jugend- und Ausbildungsvertretung, Betriebs- und Personalräte sowie Betriebe und Dienststellen, Arbeitsagenturen, Inklusionsämter, Integrationsfachdienste, Schulen, Beratende oder Jobcoaches. Ziel ist ein offener Austausch über Möglichkeiten, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche und beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Schwerpunkt ist die Rolle der Schwerbehindertenvertretung (SBV) bei der Gestaltung der Ausbildung für junge Menschen sowie bei der Sicherung ihrer Beschäftigung.

Gold für Forster und Bronze für Wicker

Skifahrerin passiert ein Abfahrtstor und hebt dabei vom Schnee ab
Anna-Lena Forster bei ihrem Abfahrtsrennen
Foto: Tom Weller / DBS

FRECHEN (kobinet) Vierte Paralympics, zehnte Medaille – Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat zum Auftakt der Winterspiele in Cortina d’Ampezzo direkt abgeliefert: In der Abfahrt auf der Tofana raste sie am Samstagmorgen mit einem hauchdünnen Vorsprung zu ihrem fünften Paralympics-Sieg. Für das Team Deutschland Paralympics war es bei der ersten Chance auf Edelmetall gleich die erste Goldmedaille. Anja Wicker hat im ersten Rennen der Para Ski nordisch-Wettkämpfe bei den Paralympics 2026 in Tesero (Val di Fiemme) die erste Medaille gewonnen – nur wenige Minuten, nachdem Monoskifahrerin Anna-Lena Forster in Cortina über Gold jubelte. Die 34-Jährige vom MTV Stuttgart beendete das Rennen über 7,5 Kilometer bei den Frauen in der sitzenden Konkurrenz hinter den beiden US-Amerikanerinnen Oksana Masters und Kendall Gretsch. Für Wicker ist es die vierte paralympische Medaille nach Gold und Silber in Sotschi 2014 sowie Bronze in Peking 2022.

Kürzungen gefährden das Hilfesystem

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Das neue Gewalthilfegesetz sieht ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder vor. Die Verfügbarkeit von Frauenhausplätzen und Frauenberatungsstellen wird damit zur Pflicht, und die Finanzierung geht künftig in die Verantwortung des Landes über. Bislang handelte es sich dabei um freiwillige Leistungen der Kommunen. Angesichts angespannter Haushaltslagen ziehen sich Kommunen bereits aus ihrer finanziellen Verantwortung im Gewaltschutz für Frauen zurück. Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg (LFR BW) und der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg warnen daher eindringlich: Wer jetzt kürzt, gefährdet das gesamte Hilfesystem.

Tag des barrierefreien Tourismus gibt erneut Anlass zur Hoffnung

Mann in dunklem Anzug und hellem Hemd am Rednerpult. Dahinter ein großes Videobild mit seinem Portraitfoto und der IText-nformation über ihn
André Nowak, Sprecher der AG Tourismus während seines Grußwortes zum tag des barrierefreien Tourismus
Foto: DZT

BERLIN (kobinet) Am Rande der Internationalen Tourismus Börse ITB hatte in dieser Woche wieder im City Cube der Berliner Messe der Tag des barrierefreien Tourismus stattgefunden. Von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) gemeinsam mit dem Länderarbeitskreis „Tourismus für Alle“ , der Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen – barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ und der AG Tourismus beim Deutschen Behindertenrat (DBR) vorbereitet, ist es insgesamt eine gute Veranstaltung geworden. In ihr wurden viele Erfahrungen beim Gestalten barrierefreier touristischer Angebote vermittelt, Fortschritte auf diesem Weg aufgezeigt und Rückstände ebenso benannt. Insgesamt also eine rund sechs Stunden andauernde Fachkonferenz, die Anlass zur Hoffnung auf weitere barrierefreie touristische Erlebnisse macht.

Pflege wird in NRW von den Frauen getragen

Zwei übereinander liegende Hände von denen eine deutlich einer älteren Person gehört
Pflegende Hände
Foto: Pixabay/sabinevanerp

DÜSSELDORF (kobinet) Nach aktuellen Angaben von IT.NRW werden 72 Prozent der häuslichen Pflege in Nordrhein-Westfalen von Frauen geleistet – also fast drei Viertel. Mit dem Blick auf den Internationalen Frauentag rückt der Sozialverband VdK diese strukturelle Ungleichheit besonders in den Fokus, denn die Frau zahlen dafür auch einen hohen Preis. „Der hohe Preis dafür zeigt sich in unterbrochenen Erwerbsbiografien, häufiger Teilzeit, geringeren Einkommen und entsprechend niedrigeren Rentenansprüchen“, sagt VdK-Vizepräsidentin Katharina Batz, „Pflegeverantwortung bedeutet für viele Frauen nicht nur emotionale und körperliche Belastung, sondern auch langfristige finanzielle Nachteile.“ Die Arbeitsgruppe Frauen im Sozialverband VdK NRW macht diese Zusammenhänge sichtbar und fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen wie eine stärkere sozialrechtliche Absicherung pflegender Angehöriger, verlässliche Entlastungsangebote sowie eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern.

LIGA Selbstvertretung: Wahlrecht nutzen – Menschenrechte, Demokratie, Teilhabe und Barrierefreiheit stärken

Logo Liga Selbstvertretung
Logo Liga Selbstvertretung
Foto: Liga Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Die LIGA Selbstvertretung ruft behinderte Menschen, ihre Angehörigen und Verbündeten auf, bei den in den nächsten Wochen anstehenden Wahlen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz ihr Wahlrecht zu nutzen und damit diejenigen zu stärken, die für Menschenrechte, Demokratie, Teilhabe, Barrierefreiheit und echte Inklusion eintreten. Die zum Teil unsäglichen Diskussionen um die Eingliederungshilfe und vor allem der miserable Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) machten deutlich, wie wichtig es ist, dass sich behinderte Menschen, ihre Angehörigen und Verbündeten verstärkt in die Politik einmischen. Das Wahlrecht sei dabei ein wichtiges Instrument, um deutlich zu machen, was die Bürger*innen wollen. Am 8. März 2026 fallen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und den Grünen abzeichnet, aber auch bei den Kommunalwahlen in Bayern, erste wichtige Entscheidungen im Wahljahr 2026.

Dreifache Europameisterin im Eisschwimmen: Tina Deeken erkämpft sieben Medaillen in Italien

Tina Deeken vor dem Schwimmbecken in Molveno
Tina Deeken vor dem Schwimmbecken in Molveno
Foto: privat

Molveno, Italien (kobinet) Für viele Paralympionik*innen beginnen nun die Wettkämpfe in Italien. Bei den Eisschwimm-Europameisterschaften im italienischen Molveno hat die Para-Athletin Tina Deeken bereits und erneut ihre außergewöhnliche Leistung unter Beweis gestellt. In insgesamt zehn Starts über die fünf Wettkampftage erzielte sie sieben Podiumsplatzierungen – eine beeindruckende Bilanz unter extremen Bedingungen mit Wasser-Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. „In der Para-Wertung dominierte Tina das Feld souverän und gewann drei Europameistertitel: über 50 m Brust, 100 m Brust und 50 m Freistil“, heißt es in einer Mitteilung des Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN).

PEER4U erweitert sein Online-Beratungsangebot

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Foto: Susanne Göbel

Bonn (kobinet) PEER4U ist ein Online-Beratungsangebot für junge Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen. Alle BeraterInnen, dessen Arbeit durch eine Supervisorin begleitet wird, sind selbst Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen. Sechs weitere Peer-BeraterInnen haben die professionelle Schulung durchlaufen. Durch ihr Engagement tragen sie zur Erweiterung des Beratungsangebotes bei. Die Beratung kann via E-Mail oder Chat erfolgen. Beraten wird ausschließlich von Menschen und nicht mittels Hilfe von künstlicher Intelligenz, heißt es auf der Webseite des Projekts: https://www.portal-junge-selbsthilfe.de/online-angebote/chatberatung-peer-for-you/#content.

Jede Stimme zählt für echte Teilhabe mit Gebärdensprache

Zeichung mit acht farbigen Wahlurnen, die als Figuren dargestellt wurden welche den Daumen nach oben zeigen
Gemeinsame Wahl bei aller Buntheit und Vielfalt
Foto: Pixabay/ArtRose

MÜNCHEN (kobinet) Am Sonntag, den 8. März 2026, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über die politische Zukunft ihrer bayerischen Heimat. Bei den Gemeinde- und Landkreiswahlen werden die Weichen für die kommenden sechs Jahre gestellt. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ruft alle wahlberechtigten gehörlosen Menschen dazu auf, ihr Stimmrecht aktiv zu nutzen und die Politik vor Ort mitzugestalten. „Mit Ihren Stimmen wirken Sie direkt an der Zukunft Ihrer Kommune mit“, erklärt Daniel Büter, politischer Referent des LVBYGL. „Ob es um den öffentlichen Nahverkehr, die Schulen oder die soziale Daseinsvorsorge geht – die Politik vor Ort entscheidet darüber, wie wir in den nächsten sechs Jahren leben. Deshalb unser dringender Aufruf: Bitte gehen Sie wählen und setzen Sie Ihre Kreuze!“

Linke fordert Aufstockung der Zahl der paralympischen Kaderplätze

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Sören Pellmann – 2021-NEU
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

BERLIN (kobinet) Wenn am Freitag in Verona die paralympischen Winterspiele, leider ohne olympischen Frieden in der Welt, eröffnet werden, freut sich auch der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, sehr auf diese Spiele. Zugleich hofft er, dass sie die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, welche die Sportlerinnen und Sportler mit ihren Höchstleistungen verdienen. Dazu stellt Sören Pellmann fest4: „Die Paralympischen Spiele sind ein Beispiel dafür, wie Inklusion und Teilhabe funktionieren können.“

Die Königin des Monoskis und die Para Eishockey-Koryphäe bilden das Fahnenträger-Duo

Eine junge Frau und ein Mann im gelben Sportdress
Portraits der Fahnenträger
Foto: Mika Volkmann / Florian Schwarzbach – DBS

BERLIN (kobinet) Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Para Eishockey-Ikone sind die Fahnenträger des Team Deutschland Paralympics bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026. Während Anna-Lena Forster bereits zum zweiten Mal die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, darf Jörg Wedde beim Comeback nach 20 Jahren die deutsche Fahne schwenken.

Ob Kinder oder keine entscheide auch ich alleine! Weibernetz fordert sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung für Frauen mit Beeinträchtigungen

Logo: Weibernetz
Weibernetz
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) Im Vorfeld des Internationalen Frauentags, der am 8. März begangen wird, fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung „Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!“ gilt für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern. Zum Internationalen Frauentag fordern Frauen und ihre Verbündeten Gleichberechtigung auf allen Ebenen. „Zwar sichern uns internationale Menschenrechtsabkommen und die deutsche Verfassung eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu. De facto beobachten wir jedoch weltweit einen Backlash, indem Frauen- und Diversitymaßnahmen verstärkt zurückgenommen oder in Frage gestellt werden“, erklärte Beatrice Gómez, Referentin beim Verein Weibernetz.

Fit für die Gremienarbeit: Online-Seminarreihe für Mitglieder von Behindertenbeiräten und Beauftragte in Rheinhessen

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Foto: Susanne Göbel

Nieder-Olm (kobinet) „Mitglieder von Beiräten für Menschen mit Behinderung, aber auch Beauftragte sind häufig ehrenamtlich tätig. Besonders zu Beginn eines solchen Ehrenamtes fehlt es oftmals an Wissen, wie politische Gremien funktionieren, wie man seine eigenen Projekte realisieren kann und Fürsprecher:innen gewinnt. Mit einer Seminarreihe wollen wir genau diese Zielgruppe stärken und für das Ehrenamt und die Gremienarbeit fit machen. Partizipation ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Inklusion. Angesprochen sind Menschen mit und ohne Behinderung aus Rheinhessen, die in diesen Ehrenämtern tätig sind.“ So heißt es in der Ausschreibung der Seminarreihe „Fit für die Gremienarbeit“, die Gracia Schade vom Koordinationsbüro Inklusive Verbandsgemeinde der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm verbreitet hat. Die Online-Seminare starten am 29. April 2026. Anmeldungen sind noch möglich.

Rentenerhöhung kann nur der Anfang sein: Verena Bentele fordert Zukunftssicherheit

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Die angekündigte Rentenerhöhung um 4,24 Prozent kann sich nach Ansicht des VdK sehen lassen. „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und nach einer langen Phase realer Kaufkraftverluste ist es für viele Rentnerinnen und Rentner entscheidend, dass die Renten wieder der Lohnentwicklung folgen. Das aktuell nur bis 2031 festgeschriebene Mindestrentenniveau von 48 Prozent zeigt seine Wirkung. Nur mit diesem klaren und gesetzlich fixierten Leistungsziel schaffen wir es, dass die Renten nicht von steigenden Mieten, Lebensmittelpreisen und Krankenkassenbeiträgen aufgefressen werden. Umso wichtiger ist es, dass die Rentenkommission der Bundesregierung tragfähige Vorschläge vorlegt, wie das Rentenniveau über das Jahr 2031 hinaus dauerhaft stabilisiert werden kann.“ Dies teilte die Präsidentin des Sozialverband VdK Verena Bentele mit.

Verhinderungspflege muss erhalten bleiben

Eine jinge Frau kümmert sich um eine ältere Frau
Pflegen
Foto: Pixabay/Bucarama-TLM

BERLIN (kobinet) Auf ihrer Frühjahrs-Konferenz haben die Fachverbände für Menschen mit Behinderung das Positionspapier „Gute Pflege für Menschen mit Behinderung und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige!“ verabschiedet. In dem Papier machen die Fachverbände deutlich, was sie von der Pflegereform der Bundesregierung erwarten. So forderte Beate Bettenhausen, die Vorsitzende des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) im Namen der Fachverbände für Menschen mit Behinderung: „Die Verhinderungspflege muss in der bisherigen Höhe und Flexibilität erhalten bleiben. Sie ist die wichtigste Entlastungsleistung für pflegende Angehörige. Einschnitte bei der Verhinderungspflege, für die derzeit jährlich 3.539 Euro zur Verfügung stehen, darf es deshalb nicht geben.“

Sigrid Arnade erklärt Abgeordneten angemessene Vorkehrungen

Prof. Dr. Sigrid Arnade
Prof. Dr. Sigrid Arnade
Foto: H.-Günter Heiden

Berlin (kobinet) Prof. Dr. Sigrid Arnade vom Vorstand des NETZWERK ARTIKEL 3 hat eine Reihe von Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD angeschrieben und deutlich gemacht, dass es keine Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) geben darf, durch die behinderte Menschen benachteiligt werden. Und dabei hat sie den Abgeordneten vor allem erklärt, was es mit den „angemessenen Vorkehrungen“ auf sich hat und warum der von der Bundesregierung in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf für die BGG Reform in dieser Form keinen Sinn macht. Denn Ausnahmeregelungen und Überforderungsregelungen seien bereits inhärenter Bestandteil des Konzepts der „angemessenen Vorkehrungen“, so dass die im Gesetzentwurf zusätzlich und pauschal formulierten umfassenden Ausnahmen für Unternehmen kontraproduktiv seien und gestrichen werden müssten.

Grundsicherung: Reform von gestern

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Die geplante Neuausrichtung der Grundsicherung stößt beim Sozialverband VdK Deutschland auf deutliche Kritik. Für VdK-Präsidentin Verena Bentele ist klar: „Die neue Grundsicherung ist alles andere als neu. Sie ist eine Rolle rückwärts. Totalsanktionen und Vermittlungsvorrang haben schon in der Vergangenheit nicht dazu geführt, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen.“ Statt auf Druck und Sanktionen zu setzen, brauche es nachhaltige Unterstützung und Qualifizierung. „Diese Reform verkennt die Lebensrealität vieler Menschen, die sich in einer Notsituation befinden. Sozialpolitik darf nicht durch Abschreckung Wirkung entfalten, sie muss Stabilität und echte Perspektiven schaffen“, betonte Verena Bentele zur heute im Deutschen Bundestag anstehenden Beratung und Abstimmung der Reform.

Aktivtreff Teilhabe – ein neues Vernetzungsangebot in Kassel

Plakat zum Aktivtreff des fab am 31.3.2026 in Kassel
Plakat zum Aktivtreff des fab am 31.3.2026 in Kassel
Foto: fab

Kassel (kobinet) Im Rahmen des vom Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) durchgeführten und von der Aktion Mensch geförderten Projekts „Aktiv Teilhabe gestalten“ findet künftig regelmäßig ein Aktivtreff Teilhabe statt. Das Format richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen aus der Region Kassel, die sich einbringen, engagieren und miteinander ins Gespräch kommen möchten. Der Aktivtreff bietet Raum für Selbstvertretung, gegenseitige Unterstützung und den Austausch von Erfahrungen. Beim ersten Aktivtreff steht ein konkretes Thema im Mittelpunkt:
„Was muss sich ändern?“ So heißt es in der Ankündigung des ersten Austauschs im Rahmen des Aktivtreffs, das am 31. März 2026 um 17:00 Uhr im freiRAUM des Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in der Samuel-Beckett-Anlage 6 in 34119 Kassel stattfindet.

Forderung nach digitaler ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages unterstützt die Forderung, den Schwerbehindertenausweis und die dazugehörige Wertmarke, die zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berechtigt, in einer digitalen Form bereitzustellen. In der Sitzung am 4. März 2026 verabschiedete der Petitionsausschuss einstimmig die Beschlussempfehlung an den Bundestag, eine dahingehende Petition der Bundesregierung mit dem höchstmöglichen Votum „zur Berücksichtigung“ zu überweisen. Darauf hat der Informationsdienst Heute im Bundestag hingewiesen.