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Diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

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Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet) Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat neben vielen anderen Vorhaben ein Projekt gefördert, mit dem unter Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg ein diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) entwickelt und erprobt worden ist, der sogenannte Autismus Lotse. Darauf macht Henry Spradau in seinem Bericht für die kobinet-nachrichten aufmerksam.

Diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

von Henry Spradau

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das höchste Gremium in der Selbstverwaltung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In ihr wirken alle Kostenträger und Leistungserbringer zur Schaffung von Regelungen im Rahmen ihres Auftrages nach dem Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) zusammen. Patient*innenvertreter sind an allen Verfahren beteiligt

Ferner wurde ab 2016 beim G-BA der Innovationsfonds gesetzlich eingerichtet, der die Aufgabe hat, qualitative Fortentwicklungen der medizinischen Versorgung und besondere Projekte in den Bereichen Versorgungsforschung, Neue Versorgungsformen und medizinische Leitlinien zu unterstützen. Auch hier wirken die Patient*innenvertreter mit.

Nähere Einzelheiten siehe

https://www.g-ba.de/ueber-den-gba/

https://innovationsfonds.g-ba.de/

Dieser Fonds hat neben vielen anderen Vorhaben ein Projekt gefördert, mit dem unter Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg ein diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) entwickelt und erprobt worden ist, der sog. Autismus Lotse.

Aktuell liegen in Deutschland bei 0,9 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung diese schwerwiegenden und lebenslangen Beeinträchtigungen vor.

Die Diagnosen sind umfangreich und werden regelmäßig in spezialisierten Institutionen vorgenommen, in denen oft lange Wartezeiten für einen Ersttermin bestehen. Je früher jedoch spezialisierte Diagnostik und Behandlung einsetzen, desto besser sind Wirksamkeit und Langzeitprognose. Um hier die medizinische und therapeutische Versorgung verbessern, ist ein webbasiertes sog. Screening-Tool entwickelt worden. Dieses enthält Informationen zu den verschiedenen Formen von ASS sowie ausführliche Text-, Bild- und Videobeispiele, die es den Anwendenden erleichtern, das Screening durchzuführen.

Nähere Informationen sind unter den folgenden Links ersichtlich:

https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/beschluss-dokumente/1054/2026-02-20_EVAS.pdf

https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/beschluss-dokumente/1055/2026-02-20_EVAS_Ergebnisbericht.pdf

 

 

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Birger
12.03.2026 21:09

Die Nennung der KJP der Phillips Universität triggert mich als autistischen Menschen, worauf ich unter anderem schon in nachfolgendem Kobinet Artikel von 2020 hingewiesen habe. https://kobinet-nachrichten.org/2020/01/21/kritik-an-umstrittenen-studien-und-therapien-zu-autistnnen/