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Markus Ertl wieder in den Gemeinderat von Lenggries gewählt

Markus Ertl mit Blindenstock
Markus Ertl mit Blindenstock
Foto: privat

Lenggries (kobinet) Nicht nur bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg herrschte bis weit in die Nacht hinein Spannung pur. Auch in Bayern zitterten und zittern viele dem endgültigen Ergebnis der dort stattgefundenen Kommunalwahlen entgegen, die am 8. März 2026 in Bayern anstand. Während wegen des Wahlsystems mit der Möglichkeit Stimmen auf mehrere Kandidat*innen zu verteilen viele Ergebnisse wohl erst am Montag oder gar am Dienstag vorliegen, konnte Markus Ertl aus Lenggries nach Mitternacht auf seine Wiederwahl in den Gemeinderat von Lenggries anstoßen. Der blinde Sprecher für Barrierefreiheit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) schaffte trotz schlechter Ausgangsbedingungen mit Listenplatz 14 auf der Liste der Freien Wähler den Wiedereinzug in den Gemeinderat. Dank vieler persönlicher Stimmen für ihn schaffte er es fünf Plätze in der Liste nach oben zu kommen und zieht auf dem 9. Platz bei einem guten Wahlergebnis der Freien Wähler mit 45,0 Prozent wieder in den Gemeinderat von Lenggries ein. Weitere behinderte Kandidat*innen in Bayern warten noch mit Spannung auf die Ergebnisse, so auch Ina Fischer in Erlangen und Irmgard Badura in Nürnberg.

Es war ein Auf und Ab, das Markus Ertl und seine Anhänger am Abend des 8. März erleben mussten. Zeitweise sah es so aus, als ob er es geschafft hat, dann rutschte er mit dem Eintreffen weiterer Ergebnisse aus den Stimmbezirken wieder ab. Kurz vor Mitternacht zeichnete sich jedoch ab, dass Markus Ertl den Einzug in den Gemeinderat schaffen dürfte. Mit einem Sprung von fünf Plätzen auf der Liste nach vorne kann Markus Ertl einen persönlichen Erfolg verbuchen, der auch zeigt, dass sich das Engagement für Barrierefreiheit und die Teilhabe behinderter Menschen lohnt und von Wähler*innen anerkannt wird. Markus Ertl setzt sich nicht nur in Lenggries für die Rechte behinderter Menschen ein, sondern auch bayern- und bundesweit. Den Gesetzentwurf der Bundesregierung für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) hat er scharf kritisiert, denn er versteht nicht, warum Unternehmen nicht auch endlich in Deutschland zur Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen verpflichtet werden können. Der Gesetzentwurf der schwarz-roten Bundesregierung sieht derzeit massive Ausnahmen für Unternehmen vor, die von den Behindertenverbänden massiv kritisiert werden.

Da die kobinet-nachrichten keinen Überblick über die Kandidatur weiterer behinderter Kandidat*innen bei den Kommunalwahlen in Bayern und deren Ergebnisse haben, wären wir für entsprechende Informationen über die Leserbrieffunktion oder per Mail an kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul unter [email protected] dankbar.