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Spannender Wahlabend in Baden-Württemberg

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

Stuttgart (kobinet) Wie so oft bei Wahlen in den letzten Jahren hat auch die Landtagswahl am 8. März 2026 in Baden-Württemberg gezeigt, dass jede Stimme zählt. Am Ende hatten die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten und voraussichtlichen zukünftigen Ministerpräsidenten Cem Özdemir die Nase mit 0,5 Prozent vorn. Laut dem vorläufigen Ergebnis erreichten die Grünen 30,2 Prozent und liegen damit vor der CDU mit 29,7 Prozent, der AfD mit 18,8 Prozent und der SPD mit 5,5 Prozent. Die FDP und die LINKE scheiterten mit jeweils 4,4 Prozent an der 5-Prozent-Hürde und werden im nächsten Landtag von Baden-Württemberg nicht mehr vertreten sein. Die SPD musste mit Verlusten von 5,5 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis hinnehmen und die CDU erreichte trotz eines Zugewinns von 5,6 Prozent nicht ihr lange als sicher geglaubtes Ziel, die Grünen als stärkste Kraft abzulösen und den Ministerpräsidenten zu stellen. Nach 15 Jahren Winfried Kretschmann dürfte nun Cem Özdemir Baden-Württemberg zukünftig als Ministerpräsident anführen.

Bei den Regierungsparteien von CDU und SPD dürfte heute nach dem Wahlabend des 8. März 2026 Katerstimmung herrschen. Für die SPD, die nur knapp über der 5-Prozent-Hürde kam, ist das Ergebnis in Baden-Württemberg ein kräftiger Denkzettel. Sie muss nun jedoch ihre Kräfte mobilisieren, denn am 22. März geht es in Rheinland-Pfalz darum, ob die Sozialdemokraten in Rheinland-Pfalz wieder stärkste Kraft wird. Dort deuten die Umfragen, ähnlich wie in Baden-Württemberg ein knappes Wahlergebnis an. Lange lag die CDU dort in den Umfragen, ähnlich wie in Baden-Württemberg weit vor der CDU.

Auch wenn die CDU gegenüber ihrem historisch schlechten Ergebnis mit 24,1 Prozent von 2021 5,6 Prozentpunkte zulegen konnte, war ihr erklärtes Ziel, die Grünen an der Spitze abzulösen und den Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg zu stellen. Bis 2016 lag die CDU in Baden-Württemberg stets weit über der Marke von 30 Prozent und stellte bis 2011 immer den Ministerpräsidenten. Dass das Ziel der Ablösung der Grünen nicht erreicht werden konnte, obwohl die CDU lange in den Umfragen weit vor den Grünen lag, stellt für die Partei einen schlechten Start ins Superwahljahr 2026 dar.

Die Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierungsarbeit der schwarz-roten Regierungskoalition ist also greifbar, so wie sie auch für behinderte Menschen durch unwürdige Diskussionen zur Eingliederungshilfe und einem schlechten Entwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz greifbar ist.