Kassel (kobinet)
Der 8. März ist der Internationale Frauen-Tag.
An diesem Tag kämpfen Frauen für gleiche Rechte.
Das Weibernetz ist ein Verein.
Der Verein setzt sich für Frauen mit Behinderung ein.
Das Weibernetz fordert mehr Rechte für diese Frauen.
Es geht um das Recht auf selbst-bestimmtes Leben.
Beatrice Gómez arbeitet beim Weibernetz.
Sie sagt: Frauen haben das Recht auf Gleich-berechtigung.
Gleich-berechtigung bedeutet: Alle haben die gleichen Rechte.
Niemand wird schlechter behandelt.
Aber im echten Leben ist das oft anders.
Viele Rechte von Frauen werden gerade abgebaut.
Das macht das Weibernetz sehr wütend.
Frauen mit Behinderung haben besondere Probleme.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Es gibt kaum Arzt-Praxen ohne Barrieren für sie.
Eine Barriere ist ein Hindernis, das im Weg ist.
In ganz Deutschland gibt es nur 5 Spezial-Ambulanzen ohne Barrieren.
Eine Ambulanz ist ein Behandlungs-Zimmer im Kranken-Haus.
Dort bekommst du Hilfe.
Bundes-weit gibt es nur 2 barrierefreie Geburts-Vorbereitungs-Kurse.
In diesen Kursen lernst du alles über die Geburt.
So bist du gut vorbereitet.
Barrierefrei bedeutet: Alle Menschen können den Kurs nutzen.
Auch Menschen mit Behinderung.
Frauen mit Lern-Schwierigkeiten haben noch weniger Rechte.
Lern-Schwierigkeiten bedeutet: Manche Dinge fallen schwerer zu lernen.
Diese Frauen werden 11 Mal häufiger sterilisiert als andere Frauen.
Sterilisiert bedeutet: Ein Eingriff am Körper, nach dem man keine Kinder mehr bekommen kann.
Das ist ein schwerer Eingriff in ihre Selbst-Bestimmung.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Man entscheidet für sich selbst.
Niemand anders entscheidet für einen.
Auch Wohn-Angebote für Mütter mit Lern-Schwierigkeiten fehlen fast überall.
Wohn-Angebote sind verschiedene Möglichkeiten zum Wohnen.
Du kannst dir das Beste aussuchen.
Das Weibernetz fordert jetzt Veränderungen.
Viele verschiedene Stellen müssen handeln.
Das Weibernetz hat 4 Forderungen.
Forderungen sind Wünsche oder Bitten.
Man sagt damit: Das soll gemacht werden.
- Arzt-Praxen müssen barrierefrei werden.
- Geburts-Vorbereitungs-Kurse ohne Barrieren müssen überall angeboten werden.
- In allen Bundes-Ländern muss es Wohn-Hilfe für Eltern mit Lern-Schwierigkeiten geben.
- Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung müssen abgebaut werden.
Ein Bundes-Land ist ein Teil von Deutschland.
Deutschland hat 16 Bundes-Länder.
Vorurteile sind schlechte Gedanken über Menschen.
Man denkt etwas Falsches über andere, ohne sie richtig zu kennen.
Das Weibernetz kämpft für Frauen und Mädchen mit Behinderung.
Das Weibernetz schützt sie vor Gewalt.
Das Weibernetz setzt sich für gleiche Rechte für alle ein.

Foto: Weibernetz
Kassel (kobinet) Im Vorfeld des Internationalen Frauentags, der am 8. März begangen wird, fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung "Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!" gilt für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern. Zum Internationalen Frauentag fordern Frauen und ihre Verbündeten Gleichberechtigung auf allen Ebenen. "Zwar sichern uns internationale Menschenrechtsabkommen und die deutsche Verfassung eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu. De facto beobachten wir jedoch weltweit einen Backlash, indem Frauen- und Diversitymaßnahmen verstärkt zurückgenommen oder in Frage gestellt werden", erklärte Beatrice Gómez, Referentin beim Verein Weibernetz.
Beispielhaft benennt das Weibernetz, dass Frauen mit Beeinträchtigungen gemäß Artikel 23 und 25 der UN-Behindertenrechtskonvention das gleiche Recht wie alle anderen Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit haben. Sie dürfen und sollen Entscheidungen über ihr Sexualleben, Partner*innenschaft und Familie selbstbestimmt treffen. „In der Praxis sieht es bei uns in Deutschland jedoch ganz anders aus“, empört sich Beatrice Gómez und erläuterte konkrete Mängel: „Flächendeckend vollumfänglich barrierefreie gynäkologische Praxen sind Mangelware und in ganz Deutschland gibt es lediglich 5 eingeschränkt barrierefreie gynäkologische Spezialambulanzen. Auch bei Geburtsvorbereitungskursen sind uns bundesweit nur 2 barrierefreie Angebote bekannt. Wohn- und Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter und Elternpaare mit Lernschwierigkeiten sind kaum vorhanden und das Selbstbestimmungsrecht für die Wahl von Verhütungsmethoden wird häufig untergraben, denn noch immer sind Frauen mit Lernschwierigkeiten 11 Mal häufiger sterilisiert als andere Frauen.
Das ist unerträglich und ein echtes Armutszeugnis für Deutschland!“
Um Abhilfe zu schaffen, fordert das Weibernetz verschiedenste Ebenen auf, zu handeln:
- Die Bundesregierung muss im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) private Anbieter*innen, zu denen auch Arztpraxen gehören, zu Barrierefreiheit verpflichten.
- Geburtsvorbereitungskurse müssen flächendeckend vorgehalten werden. Hebammen und Anbieter*innen von Geburtsvorbereitungskursen müssen von den Krankenkassen zusätzliche Gelder für barrierefreie Angebote und die Möglichkeit, sich beeinträchtigungsspezifisches Wissen anzueignen, erhalten.
- In allen Bundesländern müssen Wohn- und Unterstützungsangebote für Mütter und Eltern mit Lernschwierigkeiten in Form von begleiteter Elternschaft geschaffen werden.
- Gesamtgesellschaftlich muss ableistischen Vorbehalten gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen hinsichtlich sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung entgegengewirkt werden.
Die bundesweite Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz streitet für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigung. Sie setzt sich gezielt für den Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung, Intersektionalität und gegen Sexismus und Ableismus ein.

Foto: Weibernetz
Kassel (kobinet) Im Vorfeld des Internationalen Frauentags, der am 8. März begangen wird, fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung "Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!" gilt für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern. Zum Internationalen Frauentag fordern Frauen und ihre Verbündeten Gleichberechtigung auf allen Ebenen. "Zwar sichern uns internationale Menschenrechtsabkommen und die deutsche Verfassung eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu. De facto beobachten wir jedoch weltweit einen Backlash, indem Frauen- und Diversitymaßnahmen verstärkt zurückgenommen oder in Frage gestellt werden", erklärte Beatrice Gómez, Referentin beim Verein Weibernetz.
Beispielhaft benennt das Weibernetz, dass Frauen mit Beeinträchtigungen gemäß Artikel 23 und 25 der UN-Behindertenrechtskonvention das gleiche Recht wie alle anderen Menschen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit haben. Sie dürfen und sollen Entscheidungen über ihr Sexualleben, Partner*innenschaft und Familie selbstbestimmt treffen. „In der Praxis sieht es bei uns in Deutschland jedoch ganz anders aus“, empört sich Beatrice Gómez und erläuterte konkrete Mängel: „Flächendeckend vollumfänglich barrierefreie gynäkologische Praxen sind Mangelware und in ganz Deutschland gibt es lediglich 5 eingeschränkt barrierefreie gynäkologische Spezialambulanzen. Auch bei Geburtsvorbereitungskursen sind uns bundesweit nur 2 barrierefreie Angebote bekannt. Wohn- und Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter und Elternpaare mit Lernschwierigkeiten sind kaum vorhanden und das Selbstbestimmungsrecht für die Wahl von Verhütungsmethoden wird häufig untergraben, denn noch immer sind Frauen mit Lernschwierigkeiten 11 Mal häufiger sterilisiert als andere Frauen.
Das ist unerträglich und ein echtes Armutszeugnis für Deutschland!“
Um Abhilfe zu schaffen, fordert das Weibernetz verschiedenste Ebenen auf, zu handeln:
- Die Bundesregierung muss im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) private Anbieter*innen, zu denen auch Arztpraxen gehören, zu Barrierefreiheit verpflichten.
- Geburtsvorbereitungskurse müssen flächendeckend vorgehalten werden. Hebammen und Anbieter*innen von Geburtsvorbereitungskursen müssen von den Krankenkassen zusätzliche Gelder für barrierefreie Angebote und die Möglichkeit, sich beeinträchtigungsspezifisches Wissen anzueignen, erhalten.
- In allen Bundesländern müssen Wohn- und Unterstützungsangebote für Mütter und Eltern mit Lernschwierigkeiten in Form von begleiteter Elternschaft geschaffen werden.
- Gesamtgesellschaftlich muss ableistischen Vorbehalten gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen hinsichtlich sexueller und reproduktiver Selbstbestimmung entgegengewirkt werden.
Die bundesweite Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz streitet für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigung. Sie setzt sich gezielt für den Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung, Intersektionalität und gegen Sexismus und Ableismus ein.




