BERLIN (kobinet)
38 Gruppen haben einen Brief geschrieben.
Der Brief geht an die Regierung.
Die Regierung leitet unser Land.
Sie besteht aus Politikern und einem Chef.
Und an die Parteien CDU, CSU und SPD.
Parteien sind Gruppen von Politikern.
Sie haben ähnliche Ideen und Ziele.
Die Gruppen sagen:
Die Regierung plant neue Regeln.
Die Regeln sind für das Bürger-Geld.
Bürger-Geld ist Geld vom Staat.
Du bekommst es, wenn du keine Arbeit hast.
Das Bürger-Geld heißt bald: Grund-Sicherungs-Geld.
Grund-Sicherungs-Geld ist das neue Wort für Bürger-Geld.
Es ist Geld vom Staat für Menschen mit sehr wenig Geld.
Die neuen Regeln sind schlecht für Familien.
Besonders schlecht für Familien mit Kindern.
Die Gruppen kritisieren:
Die Regierung sagt: Die Regeln sollen helfen.
Menschen sollen leichter Arbeit finden.
Aber das stimmt nicht.
Die Regeln machen mehr Druck.
Und der Druck hilft nicht.
Familien mit Kindern haben es dann noch schwerer.
Diese Regeln sind besonders schlecht:
1. Strafen für Familien
Wenn Eltern etwas falsch machen, bekommen sie weniger Geld.
Das nennt man: Sanktion.
Eine Sanktion ist eine Strafe.
Man bekommt sie für falsches Verhalten.
Dann hat die ganze Familie weniger Geld.
Auch die Kinder leiden darunter.
2. Regeln für die Wohnung
Familien müssen schneller umziehen.
Wenn die Wohnung zu teuer ist.
Das ist oft nicht möglich.
3. Regeln für Arbeit
Eltern mit kleinen Kindern müssen arbeiten.
Auch wenn das nicht geht.
Zum Beispiel: Weil niemand auf die Kinder aufpasst.
Anne Lütkes sagt:
Sie ist die Chefin vom Deutschen Kinder-Hilfs-Werk.
Sie sagt: Das ist nicht fair.
Kinder dürfen nicht bestraft werden.
Für das, was Eltern tun.
Die Familien bekommen schon jetzt zu wenig Geld.
Wenn es noch weniger wird:
Dann können Familien die Miete nicht zahlen.
Dann können sie die Wohnung verlieren.
Das darf nicht passieren.
Die Gruppen fordern:
1. Keine Strafen, die Kinder treffen
Wenn Eltern bestraft werden:
Kinder dürfen nicht mit-bestraft werden.
2. Zeit für die Wohnung
Familien brauchen Zeit.
Um eine neue Wohnung zu finden.
Die Wohn-Kosten dürfen nicht sofort gekürzt werden.
3. Mehr Geld für alle
Die Regel-Sätze sind zu niedrig.
Regel-Sätze sind feste Summen Geld.
Der Staat zahlt sie jeden Monat an Menschen mit wenig Geld.
Sie müssen richtig berechnet werden.
Familien brauchen mehr Geld zum Leben.
Wichtig zu wissen:
Jede 3. Familie mit Bürger-Geld hat Kinder.
Das sind sehr viele Kinder.
Die neuen Regeln treffen also viele Kinder.
Den ganzen Brief kann man hier lesen:

Foto: chillla70 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
BERLIN (kobinet) Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen. Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen bei der Erwerbsaufnahme für Eltern von Kleinkindern.
„Eine Reform des Bürgergeldes darf niemals auf dem Rücken der ohnehin schon unter Druck stehenden Kinder erfolgen. Genau das ist aber zu befürchten, wenn beim neuen Grundsicherungsgeld mögliche Sanktionen für Familien mit Kindern sowie Zumutbarkeitsregeln für die Erwerbsaufnahme und die Regelungen zu den Unterkunftskosten verschärft werden. Jede Kürzung der ohnehin schon zu knappen Regelsätze, auch wenn sie formal nur die Erwachsenen betreffen, bringt eine ungerechtfertigte, außergewöhnliche Härte für die Kinder mit sich und verstößt gegen das in der UN-Kinderrechtskonvention normierte Recht auf soziale Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen. Da das Geld in den Familien beispielsweise durch Sanktionen insgesamt noch knapper wird, werden Kinder indirekt für das Verhalten der Eltern mit bestraft. Und wenn neben der Regelsatzkürzung auch die sofortige Deckelung der Mietkosten möglich ist, drohen den Kindern mit ihren Familien Mietschulden und im schlimmsten Fall die Obdachlosigkeit. Das darf nicht sein“, betont Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.
Dieser offene Brief ist unter diesem Link nachzulesen.

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BERLIN (kobinet) Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen. Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen bei der Erwerbsaufnahme für Eltern von Kleinkindern.
„Eine Reform des Bürgergeldes darf niemals auf dem Rücken der ohnehin schon unter Druck stehenden Kinder erfolgen. Genau das ist aber zu befürchten, wenn beim neuen Grundsicherungsgeld mögliche Sanktionen für Familien mit Kindern sowie Zumutbarkeitsregeln für die Erwerbsaufnahme und die Regelungen zu den Unterkunftskosten verschärft werden. Jede Kürzung der ohnehin schon zu knappen Regelsätze, auch wenn sie formal nur die Erwachsenen betreffen, bringt eine ungerechtfertigte, außergewöhnliche Härte für die Kinder mit sich und verstößt gegen das in der UN-Kinderrechtskonvention normierte Recht auf soziale Sicherheit und angemessene Lebensbedingungen. Da das Geld in den Familien beispielsweise durch Sanktionen insgesamt noch knapper wird, werden Kinder indirekt für das Verhalten der Eltern mit bestraft. Und wenn neben der Regelsatzkürzung auch die sofortige Deckelung der Mietkosten möglich ist, drohen den Kindern mit ihren Familien Mietschulden und im schlimmsten Fall die Obdachlosigkeit. Das darf nicht sein“, betont Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.
Dieser offene Brief ist unter diesem Link nachzulesen.




