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Menschen haben Angst vor sozialem Abstieg

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Armut hängt immer häufiger mit dem Alter zusammen
Foto: Pixabay/anaterate

NANNOVER (kobinet) eine repräsentative Umfrage, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass viele Menschen in Niedersachsen Angst vor einem sozialen Abstieg haben. Angesichts der Zahlen fordert der Verband von der Landespolitik schnelle Maßnahmen unter anderem in den Bereichen bezahlbarer Wohnraum und Bekämpfung von Niedriglöhnen, um den niedersächsischen Bürgern wieder bessere Zukunftsaussichten zu ermöglichen. Steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und schlechte Arbeitsbedingungen – all das führt bei den Menschen in Niedersachsen zu Zukunftsangst. Über 35 Prozent der Befragten der SoVD-Umfrage blickt mit Sorge auf das Jahr 2026 und fürchtet, weniger Geld zur Verfügung zu haben und weniger am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Besonders Jüngere, Familien und Arbeiterinnen sowie Arbeiter haben demnach Angst vor einem sozialen Abstieg.

„Diese Zahlen müssen ein Alarmsignal für die Landespolitik sein. Offenbar sind viele der Befragten der Meinung, dass sich ihre Zukunftsperspektiven verschlechtern und zweifeln politische Entscheidungen an“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen und ergänzt: „In unserem Beratungsalltag merken wir immer wieder, dass die Bürger*innen verunsichert sind und die derzeitigen politischen Maßnahmen als sozial ungerecht empfinden.“

Aus Sicht des größten Sozialverbands in Niedersachsen muss sich dies dringend ändern. „Wir brauchen gerade vor Ort mehr Unterstützung für die Menschen in Niedersachsen. Die Landesregierung muss endlich den Niedriglohnsektor nachhaltig bekämpfen und beim sozialen Wohnungsbau den Turbo anwerfen“, fordert Swinke. Aber auch in den Kommunen müsse mehr passieren, damit die Bürger*innen gut leben können. „Wir brauchen gute und verlässliche Bus- und Bahnverbindungen sowie eine bessere medizinische Versorgung in den Gemeinden. Auch die Bereiche Bildung und Jugend müssen ernster genommen werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Gerade im Hinblick auf die Kommunalwahl im September dieses Jahres sei es wichtig, den Menschen wieder das Vertrauen in die Politik zurückzugeben.