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Was bei den Karnevalsumzügen fehlt

Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Foto: Juliane Harms mit KI

Berlin (kobinet) Viele Themen werden derzeit bei den Karnevalsumzügen aufgregriffen, denn die Weltlage und politische Situation in Deutschland gibt eine Menge her. Welche Themen würde die Behindertenbewegung aufgreifen, wenn diese mit einem Wagen in den Karnevalshochburgen unterwegs wäre. Diese Frage hat sich Juliane Harms gestellt, die schon seit langem die Diskussion um die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz verfolgt und sich wie viele andere über den miserablen Gesetzenwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) aufregt, der am 11. Februar vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Herausgekommen ist ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild, das den Frust vieler aufgreift, der sich vor allem auf die Verbeugung und den Kniefall der CDU/CSU vor den Interessen der Wirtschaft zur Verhinderung von mehr Barrierefreiheit richtet. Denn der Gesetzentwurf sieht umfassende Ausnahmeregelungen zur Herstellung von Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen für Unternehmen vor.

Das Bild, das Juliane Harms mit Hilfe künstlicher Intelligenz zum Karneval kreiert hat, zeigt einen Narren mit einem Dollarzeichen auf dem Rücken und einer gut gefüllten Tasche in der Hand, der auf die Ziellinie mit der Aufschrift „Der kommende Wahlkampf steht an“ zustürmt. An der Leine hält die Person einen Hund mit Aufschrift CDU an der kurzen Leine. Dabei trampeln sie über ein Plakat mit der Aufschrift „BGG“ und Schildern mit der Aufschrift „Barrierefreiheit“, „Teilhabe“ und „UN-BRK“ ohne Rücksicht auf Verluste hinweg.

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Bernd Kittendorf
16.02.2026 15:53

Das Bild gibt nur ein ganz klein wenig Hoffnung, wenn man auf das, was im Text als Schild bezeichnet ist und wie ein Quader und damit ein Stolperstein aussieht, schaut. Hoffnung, da könnte die Person durch den Stolperstein UN-BRK hängen bleiben und ein wenig aufgehalten werden. Juristen wissen: so wirkt die UN-BRK nicht, wirken ist da kein Automatismus.
Der dargestellte Hund an der kurzen Leine interessiert sich offenbar weder für die Ziellinie – was erschreckend ist – noch die anderen textlich gezeigten Themen – was auch erschreckend ist. Was für die Partei als Ganzes unterstellt wird – die kurze Leine – muß ja nicht für jeden einzelnen Abgeordneten gelten.
Der Text verwendet Worte wie „Behindertenbewegung“, „miserabler Gesetzentwurf“ und der „viele andere aufregt“, doch die Straße oder das Spielfeld wurde – bildlich gesehen – komplett anderen überlasen. Barrierefreiheit und Teilhabe und ein geltendes Gesetz liegen am Boden, im Dreck, allein gelassen. Niemand protestiert. Das wurde von der KI zutreffend erkannt. So erreicht die Bewegung mangels Bewegung nicht, daß bisher Desinteressierte und nur „von den Medien Informierte“ (zu wenige lesen, was in den kobinet-nachrichten steht) auf die Idee kommen könnten, eine Zustimmung zu dem Gesetzentwurf wäre nicht im Sinne derer, die etwas FÜR die Behinderten machen wollen.
Weil die Vermutung in einem anderen Beitrag bereits angeklungen ist, mit leeren Blättern als Stellungnahme zum damaligen Referentenentwurf hätten Organisationen der Menschen mit Behinderungen gleich viel erreicht (mit einem anderen Wort: nichts), könnte man annehmen, daß die Angelegenheit besser als verloren angesehen wird. Jedenfalls hat die oft zu diplomatische Wortwahl, die minimale Verbesserungen trotz überwiegend grober Schwächen lobte, bewirkt, daß es noch schlechter kam. Was gibt es an einem Gesetzentwurf zu loben, den man unterm Strich für miserabel hält? Das, was auf einem leeren Blatt steht: nichts.

Sprachlich entwirrt: ABLEHNUNG zum aktuellen Gesetzentwurf bedeutet, FÜR Barrierefreiheit und Inklusion zu sein.
Und damit, ganz nebenbei angemerkt, auch FÜR Demokratie und Grundrechte.