Nürnberg (kobinet)
Nürnberg ist eine Stadt.
Die Stadt ist interessant.
Irmgard Badura lebt gerne dort.
Nürnberg hat eine lange Geschichte.
Heute leben viele verschiedene Menschen dort.
Über die Hälfte kommt aus anderen Ländern.
Das ist gut.
Aber es ist auch schwierig.
Irmgard Badura hat einen Wunsch:
Die Menschen sollen zusammen leben.
Die Menschen sollen miteinander reden.
Die Menschen sollen sich treffen.
Irmgard Badura kandidiert für die Grünen.
Das bedeutet: Sie will gewählt werden.
Sie will in den Stadt-Rat.
Der Stadt-Rat ist eine Versammlung in der Stadt.
Die Stadt-Räte machen Regeln für die Stadt.
Die Wahl ist am 8. März 2026.
Ottmar Miles-Paul hat mit ihr gesprochen.
Er arbeitet bei kobinet-nachrichten.
Irmgard Badura macht Politik.
Sie ist blind.
Sie hilft Menschen mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Sie hilft auch anderen Menschen.
Diese Menschen haben es schwerer im Leben.
Sie bekommen weniger Chancen.
Warum will Irmgard Badura in den Stadt-Rat?
Ich habe viel Erfahrung.
Ich war schon oft in der Politik aktiv.
Ich habe vor über 30 Jahren angefangen.
Damals war ich in Bayern aktiv.
Später war ich in Berlin aktiv.
Ich habe blinden Menschen geholfen.
Ich habe Menschen mit Seh-Behinderung geholfen.
Ich war Landes-Beauftragte.
Das bedeutet: Ich kümmere mich um wichtige Aufgaben.
Das mache ich für das Bundes-Land.
Das war in Bayern.
Ich habe am Bundes-Teilhabe-Gesetz mit-gearbeitet.
Das Bundes-Teilhabe-Gesetz ist ein Gesetz in Deutschland.
Das Gesetz hilft Menschen mit Behinderung.
Das war von Anfang an.
Jetzt bin ich bei den Grünen.
Viele Menschen haben mich gefragt:
Willst du für den Stadt-Rat kandidieren?
Ich habe Ja gesagt.
Die Stadt Nürnberg hat mich geehrt.
Ich bekam die Bürger-Medaille 2024.
Das ist ein Preis.
Menschen bekommen ihn für besondere Hilfe.
Das gibt mir Kraft.
Wie sind die Chancen für Irmgard Badura?
Im Stadt-Rat sind 14 Grüne.
Ich bin auf Platz 15.
Meine Chancen sind 50 zu 50.
Das bedeutet: Es kann klappen.
Es kann auch nicht klappen.
Es hängt von 2 Sachen ab:
Wie viele Menschen wählen die Grünen?
Wie viele Menschen wählen mich?
Jeder Mensch kann 3 Stimmen geben.
Ich hoffe auf diese Stimmen.
Ich stelle mich auf 2 Dinge ein:
Auf Freude wenn es klappt.
Auf Enttäuschung wenn es nicht klappt.
Die Grünen haben ein Ziel:
Sie wollen 26 Sitze im Stadt-Rat.
Dafür arbeiten wir.
Was ist Irmgard Badura wichtig?
Nürnberg ist eine tolle Stadt.
Ich lebe gerne dort.
Nürnberg hat eine interessante Geschichte.
Heute ist Nürnberg sehr bunt.
Über die Hälfte der Menschen kommt aus anderen Ländern.
Das ist eine Chance.
Aber es ist auch schwierig.
Ich wünsche mir etwas:
Die Menschen sollen mehr zusammen leben.
Die Menschen sollen nicht nur neben-einander leben.
Das ist aber schwer.
Nürnberg hat wenig Geld.
Das ist seit vielen Jahren so.
Trotzdem will ich viel erreichen.
Ich will weniger Auto-Bahnen.
Der Franken-Schnellweg kostet sehr viel Geld.
Das Geld könnte verschwendet sein.
Mir sind gute Bus-Linien wichtig.
Mir sind gute Bahnen wichtig.
Die Fahr-Pläne sollen besser werden.
Es soll viele Angebote geben.
Für Kinder und Jugendliche.
Für Familien.
Für ältere Menschen.
Wohnungen müssen bezahlbar sein.
Leere Häuser sollen genutzt werden.
Das ist eine Aufgabe für alle Menschen.
Wie ist der Wahl-Kampf für Irmgard Badura?
Im Wahl-Kampf geht es ums Sehen.
Dabei machen Politiker Werbung für ihre Partei.
Sie wollen viele Stimmen bekommen.
Man muss gesehen werden.
Die sozialen Medien arbeiten mit Bildern.
Das sind Internet-Seiten.
Dort kannst du mit anderen Menschen schreiben.
Das ist für mich schwierig.
Ich bin fast blind.
Aber ich kämpfe mit.
Ich mache so gut es geht mit.
Das Team hilft sich gegenseitig.
Das Team heißt Team 26.
Ich bekomme viel Zuspruch.
Andere Menschen helfen mir.
Wir machen zusammen Videos.
Wir gehen zusammen auf die Straße.
Wir machen Info-Stände.
Das ist am Wochen-Ende.
Das ist in der Fuß-Gänger-Zone.
Es gibt auch andere Aktionen.
Zum Beispiel ein Kneipen-Quiz.
Oder Speed-Dating.
Das ist schnelles Kennen-Lernen.
Man trifft viele Menschen für kurze Zeit.
Das macht die Lebens-Hilfe Nürnberg.
Und der Behinderten-Rat der Stadt.
Wie kann man Irmgard Badura helfen?
Man kann Geld spenden.
Für die Grünen in Bayern.
Oder für die Grünen in Nürnberg.
Man kann auch Mitglied werden.
Dann ist man direkt dabei.
Menschen mit Behinderung sind oft unsichtbar.
Das gilt auch für die Partei-Arbeit.
Ich wünsche mir etwas:
Mehr Menschen sollen mit-machen.
Besonders Menschen mit Behinderung.
Was wünscht sich Irmgard Badura?
Ich habe 2 große Wünsche.
Der erste Wunsch ist für die ganze Welt:
Mehr Frieden.
Mehr Klima-Schutz.
Das bedeutet: Wir schützen unser Wetter und die Natur.
Mehr Umwelt-Schutz.
Die Menschen-Rechte sollen geachtet werden.
Das sind Rechte für alle Menschen.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Alle Menschen sollen Bildung bekommen.
Alle Menschen sollen mit-bestimmen können.
Besonders Frauen und Mütter.
Statt Kriegen und Leid.
Der zweite Wunsch ist für Deutschland:
Eine gute Bildungs-Politik.
Das sind Regeln für Schulen und Lernen.
Eine gute Klima-Politik.
Eine kluge Wirtschafts-Politik.
Eine kluge Umwelt-Politik.
Die Politik soll an die Zukunft denken.
Wichtige Themen sind:
Auf Dinge verzichten.
Weniger ist oft mehr.
Vorhandene Dinge besser nutzen.
Zum Beispiel mit Kreislauf-Wirtschaft.
Das bedeutet: Alte Sachen werden wieder-verwendet.
Oder sie werden neu gemacht.
So entsteht weniger Müll.
Das bedeutet: Dinge wieder-verwenden.
Großen Firmen gefällt das nicht.
Was ist das Motto von Irmgard Badura?
Ich bin gerne Botschafterin.
Das bedeutet: Ich vertrete wichtige Themen.
Ich bin gerne Netzwerkerin.
Das bedeutet: Ich verbinde viele Menschen mit-einander.
Ich bin gerne Brücken-Bauerin.
Ich baue Brücken zwischen verschiedenen Welten.
Zwischen Menschen mit Behinderung.
Und anderen Menschen.
Ich kann sehr wenig sehen.
Ich habe weniger als 1 Prozent Seh-Kraft.
Das bedeutet: Wie gut man sehen kann.
Mein Gesichts-Feld ist sehr klein.
Das ist alles was du sehen kannst.
Du siehst nicht nur nach vorne.
Du siehst auch zur Seite.
Das bedeutet: Ich sehe nur einen kleinen Bereich.
Das habe ich seit der Kindheit.
Es wird langsam immer schlechter.
Das behindert mich in vielen Bereichen.
Beim Wege finden.
Beim Lesen von Schildern.
Bei digitalen Dingen.
Beim Ein-Kaufen.
Beim Sport.
Bei Kunst und Kultur.
Trotzdem bin ich freundlich.
Ich bin geduldig.
Ich bin kämpferisch.
Ich setze mich für Verbesserungen ein.
Für ein besseres Mit-Einander.
Ich bin Brücken-Bauerin.
Ich bin Botschafterin.
Ich bin Netzwerkerin.
Mehr Infos gibt es auf der Internet-Seite.
Die Adresse ist: gruene-nbg.de/person/irmi-badura/
Foto: Maximilian Hirschmann
Nürnberg (kobinet) "Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen", so bringt Irmgard Badura auf den Punkt, warum sie nicht nur gerne in Nürnberg lebt, sondern am 8. März 2026 bei der Kommunalwahl für die Grünen für den Stadtrat von Nürnberg kandidiert. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit der blinden Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Landesbehindertenbeauftragten von Bayern, die sich seit vielen Jahren für die Rechte behinderter Menschen und anderer benachteiligter Gruppen engagiert, über ihre Kandidatur, ihre Chancen und was ihr wichtig ist.
kobinet-nachrichten: In Ihrem Berufsleben haben Sie schon einige spannende Stationen hinter sich. Nun engagieren Sie sich in der Kommunalpolitik und kandidieren für die Stadtratswahl am 8. März 2026 in Nürnberg. Wie kam es dazu?
Irmgard Badura: Ja, ich mache es umgekehrt, als viele andere Menschen, die in der Kommunalpolitik starten und sich hocharbeiten. Vor über 30 Jahren begann mein engagiert sein, mein politisches Mitmischen recht schnell auf Bayernebene. Auch In Berlin, damals als Aktive im Blinden- und Sehbehindertenwesen, dann als Landesbeauftragte für uns Menschen mit Behinderung etc. Von Anfang an war ich beim Entstehungsprozess zum Bundesteilhabegesetz mit dabei.
Jetzt, da ich schon einige Jahre bei Bündnis 90/Die Grünen mitmische, wurde ich von vielen Seiten für das Team 26 für die Wahl 2026 angefragt. Ich habe den Ruf sozusagen ernst genommen und natürlich gibt mir auch die hohe Auszeichnung der Stadt Nürnberg mit der „Bürgermedaille 2024“ guten Rückenwind.
kobinet-nachrichten: Bisher sind 14 Mitglieder der Grünen im Nürnberger Stadtrat vertreten. Sie kandidieren auf Platz 15. Wie rechnen Sie sich Ihre Chancen aus, dass es mit der Wahl in den Stadtrat für Sie klappt?
Irmgard Badura: Da bleibt mir nur zu sagen: 50:50. Denn alles hängt vom gesamten Ergebnis für uns Grüne ab und natürlich davon, ob gerade meine Unterstützer*innen mir auch tatsächlich die möglichen „3 Stimmen“ geben. Ich glaube, es ist gut, sich auf beides einzustellen: Freude oder Enttäuschung. Unser großes Ziel der Grünen heißt aber „26 Mandate für 2026“ – dafür arbeiten wir!
kobinet-nachrichten: Nürnberg ist eine große und spannende Stadt. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Was würden Sie gerne verbessern oder verändern?
Irmgard Badura: Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen. Aber, das ist schwer … Und leider haben wir Nürnberger seit vielen Jahren viel zu wenig Geld in der Stadtkasse. Trotzdem will ich mich einsetzen für weniger Autobahn, da gibt’s bei uns ein mögliches Milliardengrab, namens Frankenschnellweg. Auch sind mir stabil gute oder bessere öffentliche Verkehrsmittel bzw. der Takt im Fahrplan wichtig, genauso wie ein vielfältiges Teilhabe-Angebot für Kinder und Jugendliche, Familien sowie Senior*innen. Und bezahlbaren Wohnraum schaffen, vor allem Leerstand umwidmen, das ist eine Aufgabe für uns Alle!
kobinet-nachrichten: Welche Herausforderungen, Barrieren oder vielleicht auch gute Möglichkeiten erleben Sie als fast erblindete Kandidatin im derzeitigen Kommunalwahlkampf in Nürnberg?
Irmgard Badura: Natürlich geht es vor allem um „Sehen und Gesehen werden“. Die sozialen Medien spielen vor allem ja auch mit Bildern, das ist für mich eine große Herausforderung. Aber, ich spiele und kämpfe überall so gut es geht mit. Das Wichtigste aber ist, dass wir als Team 26 uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam wirken. Hier erlebe ich viel Zuspruch und tatsächliches Begleiten, Videos drehen oder gemeinsames auf die Straße gehen mit unseren Aktivitäten. Diese reichen von klassischen Info-Ständen am Wochenende in der Fußgängerzone, bis zu feministischem Kneipenquiz und Speed-Dating z. B. organisiert von der Lebenshilfe Nürnberg und dem Behindertenrat der Stadt.
kobinet-nachrichten: Wie kann man Sie unterstützen?
Irmgard Badura: Ich sag’s gleich ganz konkret, gerne mit finanziellen Spenden, für uns Grüne in Bayern oder in Nürnberg. Oder sogar Mitglied werden und in erster Reihe mit dabei sein. Gerade wir vielfältigen, teils schwer beeinträchtigten Menschen sind und bleiben bisher viel zu unsichtbar in der tatsächlichen Parteiarbeit. Hier wünsche ich mir zahlreiche Mitmacher*innen!
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Irmgard Badura: Im ganz Großen wünsche ich mir weltweit mehr Frieden, Klima- und Umweltschutz sowie Achtung der Menschenrechte mit Bildung und Mitsprache von vor allem auch Frauen und Müttern. Bitte alles statt unsinnige Kriege und damit einhergehend extremes Leid und Unrecht.
In unserem und meinem Radius würd ich mir ebenfalls eine ehrlich zukunftsorientierte Bildungs, Klima- und nachhaltig klügere Wirtschafts- und Umweltpolitik wünschen. Stichworte sind hier für mich: Verzichten, „weniger ist oft mehr“, Vorhandenes besser nutzen z. B. mit Kreislaufwirtschaft. Klar, dass dies den globalen Mega-Wirtschafts-Giganten nicht gefällt.
kobinet-nachrichten: Danke für das Interview.
Zum Motto und zur Lebenseinstellung schreibt Irmgard Badura auf der Internetseite der Nürnberger Grünen: „Ich bin gerne als Botschafterin, Netzwerkerin oder Brückenbauerin zwischen den Welten der beeinträchtigten Menschen und den so genannten ’normalen‘ Menschen aktiv. Meine eigene Sehfähigkeit umfasst weniger als 1 % Sehkraft und ein sehr kleines Gesichtsfeld. Diese schleichend fortschreitende Beeinträchtigung begleitet mich von Kindheit an. Ja, sie behindert mich tatsächlich in vielen Bereichen der Teilhabe in unserer Gesellschaft: beim Wege finden, beim Lesen von Hinweisen, Schildern, im gesamten Digitalen, aber auch beim Einkaufen, Sport, bei Kunst und Kultur … Trotzdem oder gerade deshalb bin ich eine sehr freundliche, geduldige und kämpferische Person. Politisch setze ich mich, wo immer ich kann, für spürbare Verbesserungen in unserem Miteinander ein: Brückenbauerin, Botschafterin, Netzwerkerin!“
Link zu weiteren Infos zu Irmgard Badura und zu ihrer Kandidatur
Foto: Maximilian Hirschmann
Nürnberg (kobinet) "Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen", so bringt Irmgard Badura auf den Punkt, warum sie nicht nur gerne in Nürnberg lebt, sondern am 8. März 2026 bei der Kommunalwahl für die Grünen für den Stadtrat von Nürnberg kandidiert. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit der blinden Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Landesbehindertenbeauftragten von Bayern, die sich seit vielen Jahren für die Rechte behinderter Menschen und anderer benachteiligter Gruppen engagiert, über ihre Kandidatur, ihre Chancen und was ihr wichtig ist.
kobinet-nachrichten: In Ihrem Berufsleben haben Sie schon einige spannende Stationen hinter sich. Nun engagieren Sie sich in der Kommunalpolitik und kandidieren für die Stadtratswahl am 8. März 2026 in Nürnberg. Wie kam es dazu?
Irmgard Badura: Ja, ich mache es umgekehrt, als viele andere Menschen, die in der Kommunalpolitik starten und sich hocharbeiten. Vor über 30 Jahren begann mein engagiert sein, mein politisches Mitmischen recht schnell auf Bayernebene. Auch In Berlin, damals als Aktive im Blinden- und Sehbehindertenwesen, dann als Landesbeauftragte für uns Menschen mit Behinderung etc. Von Anfang an war ich beim Entstehungsprozess zum Bundesteilhabegesetz mit dabei.
Jetzt, da ich schon einige Jahre bei Bündnis 90/Die Grünen mitmische, wurde ich von vielen Seiten für das Team 26 für die Wahl 2026 angefragt. Ich habe den Ruf sozusagen ernst genommen und natürlich gibt mir auch die hohe Auszeichnung der Stadt Nürnberg mit der „Bürgermedaille 2024“ guten Rückenwind.
kobinet-nachrichten: Bisher sind 14 Mitglieder der Grünen im Nürnberger Stadtrat vertreten. Sie kandidieren auf Platz 15. Wie rechnen Sie sich Ihre Chancen aus, dass es mit der Wahl in den Stadtrat für Sie klappt?
Irmgard Badura: Da bleibt mir nur zu sagen: 50:50. Denn alles hängt vom gesamten Ergebnis für uns Grüne ab und natürlich davon, ob gerade meine Unterstützer*innen mir auch tatsächlich die möglichen „3 Stimmen“ geben. Ich glaube, es ist gut, sich auf beides einzustellen: Freude oder Enttäuschung. Unser großes Ziel der Grünen heißt aber „26 Mandate für 2026“ – dafür arbeiten wir!
kobinet-nachrichten: Nürnberg ist eine große und spannende Stadt. Was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Was würden Sie gerne verbessern oder verändern?
Irmgard Badura: Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen. Aber, das ist schwer … Und leider haben wir Nürnberger seit vielen Jahren viel zu wenig Geld in der Stadtkasse. Trotzdem will ich mich einsetzen für weniger Autobahn, da gibt’s bei uns ein mögliches Milliardengrab, namens Frankenschnellweg. Auch sind mir stabil gute oder bessere öffentliche Verkehrsmittel bzw. der Takt im Fahrplan wichtig, genauso wie ein vielfältiges Teilhabe-Angebot für Kinder und Jugendliche, Familien sowie Senior*innen. Und bezahlbaren Wohnraum schaffen, vor allem Leerstand umwidmen, das ist eine Aufgabe für uns Alle!
kobinet-nachrichten: Welche Herausforderungen, Barrieren oder vielleicht auch gute Möglichkeiten erleben Sie als fast erblindete Kandidatin im derzeitigen Kommunalwahlkampf in Nürnberg?
Irmgard Badura: Natürlich geht es vor allem um „Sehen und Gesehen werden“. Die sozialen Medien spielen vor allem ja auch mit Bildern, das ist für mich eine große Herausforderung. Aber, ich spiele und kämpfe überall so gut es geht mit. Das Wichtigste aber ist, dass wir als Team 26 uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam wirken. Hier erlebe ich viel Zuspruch und tatsächliches Begleiten, Videos drehen oder gemeinsames auf die Straße gehen mit unseren Aktivitäten. Diese reichen von klassischen Info-Ständen am Wochenende in der Fußgängerzone, bis zu feministischem Kneipenquiz und Speed-Dating z. B. organisiert von der Lebenshilfe Nürnberg und dem Behindertenrat der Stadt.
kobinet-nachrichten: Wie kann man Sie unterstützen?
Irmgard Badura: Ich sag’s gleich ganz konkret, gerne mit finanziellen Spenden, für uns Grüne in Bayern oder in Nürnberg. Oder sogar Mitglied werden und in erster Reihe mit dabei sein. Gerade wir vielfältigen, teils schwer beeinträchtigten Menschen sind und bleiben bisher viel zu unsichtbar in der tatsächlichen Parteiarbeit. Hier wünsche ich mir zahlreiche Mitmacher*innen!
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Irmgard Badura: Im ganz Großen wünsche ich mir weltweit mehr Frieden, Klima- und Umweltschutz sowie Achtung der Menschenrechte mit Bildung und Mitsprache von vor allem auch Frauen und Müttern. Bitte alles statt unsinnige Kriege und damit einhergehend extremes Leid und Unrecht.
In unserem und meinem Radius würd ich mir ebenfalls eine ehrlich zukunftsorientierte Bildungs, Klima- und nachhaltig klügere Wirtschafts- und Umweltpolitik wünschen. Stichworte sind hier für mich: Verzichten, „weniger ist oft mehr“, Vorhandenes besser nutzen z. B. mit Kreislaufwirtschaft. Klar, dass dies den globalen Mega-Wirtschafts-Giganten nicht gefällt.
kobinet-nachrichten: Danke für das Interview.
Zum Motto und zur Lebenseinstellung schreibt Irmgard Badura auf der Internetseite der Nürnberger Grünen: „Ich bin gerne als Botschafterin, Netzwerkerin oder Brückenbauerin zwischen den Welten der beeinträchtigten Menschen und den so genannten ’normalen‘ Menschen aktiv. Meine eigene Sehfähigkeit umfasst weniger als 1 % Sehkraft und ein sehr kleines Gesichtsfeld. Diese schleichend fortschreitende Beeinträchtigung begleitet mich von Kindheit an. Ja, sie behindert mich tatsächlich in vielen Bereichen der Teilhabe in unserer Gesellschaft: beim Wege finden, beim Lesen von Hinweisen, Schildern, im gesamten Digitalen, aber auch beim Einkaufen, Sport, bei Kunst und Kultur … Trotzdem oder gerade deshalb bin ich eine sehr freundliche, geduldige und kämpferische Person. Politisch setze ich mich, wo immer ich kann, für spürbare Verbesserungen in unserem Miteinander ein: Brückenbauerin, Botschafterin, Netzwerkerin!“
Link zu weiteren Infos zu Irmgard Badura und zu ihrer Kandidatur




