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Neue Standards stärken Pflegefamilien

Eine Mutter hält die Hand von ihrer Tochter beim Ausmalen von einem Kinderbuch
Familie und Inklusion
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

KÖLN (kobinet) flegefamilien leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Kinder und Jugendliche mit Behinderung: Sie bieten ihnen ein stabiles Zuhause und ermöglichen Teilhabe im Alltag. Gleichzeitig stehen viele Familien vor großen Herausforderungen. Um sie besser zu unterstützen, haben der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW NRW) neue landeseinheitliche Standards für die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Pflegeverhältnissen in der Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Diese haben der LVR, LWL und die LAG FW NRW Ende April im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Köln Fachkräften und Trägern vorgestellt.

Kampagne #MindestlohnFürAlle gestartet

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Berlin (kobinet) „Faire Arbeit ist ein Menschenrecht! Wir fordern Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen. Und einen Arbeitsmarkt, der alle wirklich einbezieht.“ So heißt es auf der nach der Ausstrahlung des ZDF Magazin Royale am 8. Mai 2026 mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in sogenannten Werkstätten für behinderte Menschen gestarteten Kampagnenseite der Sozialhelden mit dem Hashtag #MindestlohnFürAlle. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte unterstützen die Sozialhelden strategische Klagen von Werkstattbeschäftigten für die Zahlung eines Mindestlohn. „Unsere aktivistische und politische Arbeit setzt sich ein für einen inklusiven Arbeitsmarkt und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, heißt es auf der Kampagnenseite. Das monatliche Durchschnittsentgelt für Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen beträgt derzeit lediglich ca. 230 Euro.

Podcast zur Zukunftsplanung: Auf gute Nachbarschaft: Patti Scott und David Hasbury berichten von ihrer Arbeit in New Jersey

Cover des IGEL-Podcast zur Zukunftsplanung im Mai 2026
Cover des IGEL-Podcast zur Zukunftsplanung im Mai 2026
Foto: IGEL-Media

Schorndorf (kobinet) „Auf gute Nachbarschaft: Patti Scott und David Hasbury berichten von ihrer Arbeit in New Jersey“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile 14. Ausgabe des Podcast zur Persönlichen Zukunftsplanung berichtet Ellen Keune über Patti Scott und David Hasbury, die in New Jersey, das ist ein Bundesstaat der USA, leben. Patti begleitet seit über 40 Jahren Menschen mit Behinderungs-Erfahrung. Vor 30 Jahren hat sie einen Begleitungs-Dienst gegründet. Dieser heißt „neighbours“ – also Nachbarn.

taz hat’s auf den Punkt gebracht: Bloß nicht die Unternehmen behindern

Bild von der Gruppe im Bundestag, die die Debatte verfolgt hat
Bild von der Gruppe im Bundestag, die die Debatte verfolgt hat
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Die Bundestagsdebatte zum Gesetzentwurf der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz und zur Barrierefreiheit vom 7. Mai 2026 hat bei vielen Aktiven der Behindertenbewegung für Diskussionen gesorgt. Hat diese die ganze Bandbreite des behindertenpolitischen Bewusstseins und Handlungswillen im Deutschen Bundestag doch deutlich gemacht. Eine Reihe von behinderten Menschen hat die gut einstündige und engagiert geführte Debatte von der Besuchertribüne des Bundestages verfolgt. Hierzu haben die kobinet-nachrichten eine Reihe von Rückmeldungen erreicht. Auf den Punkt gebracht hat die Debatte jedoch die Tageszeitung taz. Sie titelt ihren Beitrag über die Debatte, die die Haltung der Abgeordneten der CDU/CSU widergibt, wie folgt: „Bloß nicht die Unternehmen behindern“.

Geld für Inklusion im Ruhrgebiet

Karte mit den Kontaktdaten und Terminen des Förderprogramms
Karte zum Förderprogramm „Gemeinsam vor Ort“
Foto: Gold-Kraemer-Stiftung

FFRRECHEN-BUSCHBELL (kobinet) Mit der neuen Initiative „Gemeinsam vor Ort. Inklusion möglich machen“ schreibt die Gold-Kraemer-Stiftung Fördermittel in Höhe von insgesamt 50.000 Euro für inklusive Projekte in Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Oberhausen aus. Mit diesem Geld werden gezielt gemeinnützige Organisationen unterstützt, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag stärken und nachhaltige Impulse für eine gelebte Inklusion setzen. Gesucht werden innovative Vorhaben, die über Einzelaktionen hinausgehen und einen spürbaren, langfristigen Unterschied im Leben der Menschen vor Ort machen. Bewerben können sich Vereine, soziale Einrichtungen und Initiativen, die Projekte mit einem klaren lokalen Bezug planen oder bereits umsetzen. Nicht gefördert werden kurzfristige Einzelmaßnahmen, bereits laufende Projekte oder individuelle Unterstützungsleistungen. Die Bewerbungsphase startet ab sofort und endet am 30 Juni 2026. Alle Details zum Förderprogramm und zu den Bewerbungsmodalitäten sind auf der Webseite der Initiative zu finden.

Verhindert die Politik echte Teilhabe? – Wilfried Oellers (CDU/CSU) im Gespräch

Cover des IGEL-Podcast mit Wilfried Oellers
Cover des IGEL-Podcast mit Wilfried Oellers
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Berlin (kobinet) „Verhindert die Politik echte Teilhabe? – Wilfried Oellers (CDU/CSU) im Gespräch“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen hat der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch eine extra Podcast-Rubrik mit dem Titel „Verhindert die Politik echte Teilhabe?“ gestartet. Zu Gast in dieser Episode ist Wilfried Oellers, teilhabepolitischer Sprecherin der Bundestagsfraktion der CDU/CSU, dem Sascha Lang eine Reihe kritischer Fragen wie beispielsweise zur derzeit im Bundestag beratenen Reform des Behindertengleichstellungsgesetz stellte.

Erinnern für die Zukunft – Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“ in Alsterdorf

Kranz am Lern- und Gedenkort Alsterdorf am 8.5.2026
Kranz am Lern- und Gedenkort Alsterdorf am 8.5.2026
Foto: ESA

Hamburg (kobinet) „Erinnerung ist kein Rückwärtsgewand. Sie spricht auch immer die Zukunft an.“ Mit diesen Worten gedachte die Hamburger Landespastorin Annika Woydack zum 8. Mai in der Stiftungskirche der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der 8. Mai, der Tag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, steht bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) seit vielen Jahren im Zeichen des Gedenkens an die 630 Menschen mit Behinderung, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus den damaligen Alsterdorfer Anstalten in Tötungsanstalten gebracht wurden. 513 von ihnen wurden nachweislich ermordet. Mit einem Gottesdienst in der Stiftungskirche St. Nicolaus gedachten Vorstände, Mitarbeiter*innen, Angehörige und zahlreiche Gäste auch dieses Jahr der aus Alsterdorf deportierten Menschen und erinnerten an das Leid der Familien, die eine Angehörige durch die NS-‚Euthanasie‘ verloren haben. Schüler*innen der fachschule soziale arbeit in Alsterdorf stellten außerdem ausgewählte Schicksale von betroffenen Personen vor, die zur Zeit der NS-‚Euthanasie‘ in Alsterdorf gelebt haben.

Jan Böhmermann nimmt in ZDF Royale Ausbeutung in Werkstätten für behinderte Menschen ins Visier

Screenshot des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Inklusion
Screenshot des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Inklusion
Foto: ZDF

Mainz (kobinet) In der Sendung des ZDF Magazin Royale, die am 8. Mai 2026 ab 23:00 Uhr ausgestrahlt und in der Mediathek verfügbar ist, nimmt Jan Böhmermann die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten ins Visier. Er deckt auf, dass die im eigenen Shop angebotene Grund-Actionfigur teilweise in Werkstätten für behinderte Menschen produziert wurde, wo behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn dafür arbeiten. Grund genug für Jan Böhmermann der Sache auf den Grund zu gehen, das Ausbeutungssystem in Werkstätten für behinderte Menschen darzustellen und auf eine Klage hinzuweisen, die nun bis vor das Bundesverfassungsgericht für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen geführt werden soll. Reinschauen lohnt sich und ab Minute 7 geht es dann richtig los mit dem Thema.

Lob und Kritik vom Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz

Zeichnung mit Kidnern, die tanzen und Rad schlagen
Spielende Kinder – unübersehbare Lebensfreude
Foto: Pixabay/Prawny

MAINZ (kobinet) Die Bilanz des Kinderschutzbundes Landesverband Rheinland-Pfalz zum Koalitionsvertrag von CDU und SPD fällt differenziert aus: Das Kapitel Kinderschutz setzt konkrete Akzente, die vom Kinderschutzbund begrüßt werden. So soll eine Kinderschutzstrategie erarbeitet werden, ein Kinderschutz-Kompetenzzentrum als landesweite Anlaufstelle entsteht, Kinder-Interventionsstellen werden flächendeckend ausgebaut, Childhood-Häuser und Kinderschutzdienste gestärkt. Beim Thema Kinderarmut planen CDU und SPD nichts Neues, was über die bereits bestehenden unzureichenden Instrumente hinausgeht und in der Bildungspolitik wird es auf die Umsetzung ankommen. Hier passen aus Sicht des Kinderschutzbundes ein Bekenntnis zur schulischen Inklusion und eine Bestandsgarantie für Förderschulen nicht zusammen.

Behindertenbeauftragte fordern: Europa muss Bewusstseinsbildung konsequenter stärken

rotes Ausrufezeichen
Ausrufezeichen rot
Foto: ht

BERLIN (kobinet) Anlässlich des Europatages am 9. Mai 2026 veröffentlicht die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) ihr Positionspapier „Europa in die Pflicht nehmen: Inklusion ist ein Menschenrecht – Bewusstseinsbildung strategisch verankern und umsetzen“. Damit fordert die KBB die Institutionen der Europäischen Union dazu auf, die Umsetzung von Inklusion auf EU-Ebene deutlich zu stärken. Am 22. und 23. April 2026 fand das 71. Treffen der KBB in Celle statt. Dort wurde die Celler Erklärung verabschiedet.

Menschen setzen in Elmshorn ein starkes Zeichen

Gruppe von Menschen mit Plakaten auf einer Straße
Protestzug in Elmshorn
Foto: oedp

ELMSHORN (kobinet) Mit einer bunten und engagierten Veranstaltung wurde in Elmshorn der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Gut 50 Menschen beteiligten sich an der Demonstration und zogen gemeinsam durch die Elmshorner Innenstadt, um für ihre Rechte, mehr Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe zu demonstrieren. Unter dem Motto „Teilhabe ist Menschenrecht“ machten die Teilnehmenden deutlich, dass Menschen mit Behinderung noch immer vor vielen Hindernissen im Alltag stehen. Bei Redebeiträgen, Informationsständen und Mitmachaktionen wurde auf bestehende Barrieren aufmerksam gemacht und gleichzeitig gezeigt, wie ein inklusives Miteinander gelingen kann. Besonders wichtig war den Organisatorinnen und Organisatoren, Menschen mit Behinderung selbst zu Wort kommen zu lassen.

110 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung

Portrait eines älteren Mannes mit weißem Haar und weiße Bart
Stiftungsgründer Graf Henckel Fürst von Donnersmarck
Foto: fdst

BERLIN (kobinet) Die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin feiert heute ihren 110. Gründungstag. Was 1916 mitten im Ersten Weltkrieg als Angebot für die Rehabilitation von Kriegsversehrten begann, hat sich bis heute zu einem Träger der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung in Berlin etabliert – mit Angeboten, die von der neurologischen Langzeitrehabilitation bis zur inklusiven Freizeitgestaltung reichen. Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck gründete am 8. Mai 1916 die Stiftung. Doch erst ab den 1950er Jahren konnte die Stiftung ihren ursprünglichen Auftrag verwirklichen – und entwickelte sich seither zu einem zentralen Leistungserbringer der Eingliederungshilfe in Berlin. Den Auftakt bildet heute, am 8. Mai, ein historischer Filmnachmittag in der Villa Donnersmarck.

Wohin führt ihr uns? Wo hin soll das führen?

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD hat mittlerweile ein Jahr hinter sich und behindertenpolitisch kann man nicht nur sagen „außer Spesen nichts gewesen“, sondern in diesem Jahr wurde viel Porzellan und Vertrauen zerschlagen, was behinderte Menschen um den 5. Mai 2026 herum auf die Straßen getrieben hat. Auch bei der Debatte zum Behindertengleichstellungsgesetz hat die Regierungskoalition die Chance verpasst, behinderten Menschen Vertrauen zu geben, dass Barrieren wirklich abgebaut werden und dies nicht nur proklamatorisch in einem schwachen Gesetz verkündet wird. Und all dies in einer Zeit, in der die AfD mittlerweile auf Bundesebene in Umfragen mit 27 Prozent stärkste Partei wäre, wenn jetzt Bundestagswahlen sind, sondern in Sachsen-Anhalt bei über 40 Prozent liegt und evtl. sogar dort mit absoluter Mehrheit regieren könnte. Daher fragt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar „wohin wir von dieser Regierung geführt werden und vor allem, wohin das alles führen soll?

BGG-Reform: Gut gemeint, schlechter gemacht – DBR fordert deutliche Nachbesserungen für echte Gleichstellung 

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet) Am 7. Mai 2026 fand die erste Lesung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) im Deutschen Bundestag statt. Der Deutsche Behindertenrat (DBR) sieht am vorliegenden Regierungsentwurf erhebliche Defizite. Zwar erkennt das Aktionsbündnis grundsätzlich an, dass mit der Reform wichtige Fragen der Barrierefreiheit und der angemessenen Vorkehrungen stärker in den Fokus gerückt werden sollen. In seiner jetzigen Form bleibt der Entwurf jedoch weit hinter den Erwartungen von Millionen Menschen mit Behinderungen zurück. „Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes ist eine zentrale Chance für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit in Deutschland. Diese Chance darf nicht durch unzureichende Regelungen verspielt werden“, erklärte Michaela Engelmeier, Sprecherinnenratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrates.

Hans-Willis Topnachricht: Lanz&Precht alarmiert!

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Staufen (kobinet) Wegen außer Kontrolle geratender Hochrüstung der NATO und Russlands. KI revolutioniert die Waffentechnik, vollautomatisierte Drohnenkriegsführung, Menschen verschwinden aus der Entscheidungs- und Befehlskette. Autonome Kampfroboter treten auf (zuvor) entvölkerten Territorien und Schlachtfeldern gegeneinander an. Waffentechnische Eskalationsspiralen, „Fähigkeitslücken“ der Gegner müssen sofort geschlossen werden. Ruinöser kriegswirtschaftlicher Wettbewerb. Was in Russland längst geschehen, so Markus Lanz, das muss jetzt auch hierzulande die Politik Teilen der Bevölkerung zumuten: Ein „Verarmungsprogramm“.

Gemeinsam für Barrierefreiheit – Aktionstag am 8. Mai in Kassel

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Das Bündnis Barrierefrei lädt heute, am 8. Mai 2026 von 11:00 bis 16:00 Uhr zum Aktionstag in die Kasseler Markthalle ein – Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Unter dem Motto „Zukunft ohne Hindernisse – Barrierefreiheit voranbringen“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm mit Mitmachaktionen, Informationsangeboten und praxisnahen Lösungen rund um das Thema Barrierefreiheit, wie es in der Ankündigung heißt. Ort der Veranstaltung ist der Parkplatz und das 1. Obergeschoss der Markthalle Kassel, Graben 10, in 34117 Kassel, wie der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie im Auftrag des Bündnis mitteilte.

IGEL-Podcast aktuell: Viel Diskussion, wenig Verbindlichkeit? – Bundestagsdebatte zum BGG analysiert

Logo des Podcast IGEL: Inklusion Ganz EInfach Leben
IGEL
Foto: Sascha Lang

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „IGEL aktuell: Viel Diskussion, wenig Verbindlichkeit? – Bundestagsdebatte zum BGG analysiert“, so lautet der Titel der äusserst aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Kurz nach der Bundestagsdebatte zur Barrierefreiheit und zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) vom 7. Mai 2026 sprach der Moderator des IGEL-Podcast, Sascha Lang, mit dem Redakteur der kobinet-nachrichten Ottmar Miles-Paul über die Debatte und ob es dabei konkrete Zeichen für Änderungen an dem scharf kritisierten Gesetzentwurf der Bundesregierung gibt. Soviel sei gesagt, Ottmar Miles-Paul hat sich ziemlich über die Debatte aufgeregt.

Stürmische Zeiten brauchen starken Sozialstaat

Mann mittleren  Alters trägt dunklen Anzug, weißes  Hemd und  roten Schlips. Er steht schräg an einer gemauerten Wand
Landesverbandsvorsitzender Hans-Josef Hotz
Foto: Jutta Kübler

STUTTGART (kobinet) Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg begrüßt den heute vorgestellten Koalitionsvertrag, insbesondere die Erhöhung der Mittel für den sozialen Wohnungsbau, das geplante verpflichtende beitragsfreie letzte Kindergartenjahr und das Bekenntnis zur personenzentrierten Eingliederungshilfe, kritisiert jedoch die deutlich unzureichende Verankerung von Maßnahmen für eine bezahlbare Pflege, Barrierefreiheit im Gesundheitswesen und den Hitzeschutz.

41. DOK.fest München eröffnet

Dunkler und vollbesetzter Kinosaal mit Eröffnungsbild an der Leinwand sowie einer Frau auf der Bühne
Eröffnung des DOK.fest München
Foto: Tereza Konarikova

MÜNCHEN (kobinet) Gestern feierte das 41. DOK.fest München eine glanzvolle Eröffnung vor rund 1.500 Gästen im vollbesetzten Deutschen Theater. Die Zuschauer*innen sahen die Weltpremiere von INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR in Anwesenheit der Regisseurin Regina Schilling, der Produzenten Thomas Kufus und Johannes Rosenberger und des Filmteams. Das 41. DOK.fest München findet bis zum 18. Mai an 23 Spielstätten in ganz München statt. Vom 11. bis 25. Mai sind rund 80 Prozent der Filme online auf der digitalen Leinwand zu sehen unter dieser Internetadresse. Zum Programm des Festivals gehören auch die Filme „FIRST LAP CRASH“, „HELLO NEW BODY, HOW ARE YOU TODAY?“ und „THE LAST GIRL“ sowie „AMADOU ET MARIAM – THE BLIND COUPLE FROM MALI“, die Menschen mit Behinderungen und ihren Alltag in den Mittelpunkt stellen.

Keine neuen Verteilungsspielräume

Nach rechte zeigende Pfeile in Schwarz, Rot und Gel. Darunter die Worte CDU/CSU Franktion im Deutschen Bundestag
Grafik zeigt Logo der CDU/CSU-Fraktion
Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion

BERLIN (kobinet) Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen“ hat heute0 seine Prognose der Steuereinnahmen von Bund, Ländern, Kommunen und EU vorgelegt. Hierzu erklärt der haushaltspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Haase: „Die aktuelle Steuerschätzung kommt in einer Phase hoher Unsicherheit. Die wirtschaftlichen Folgen des vor vier Jahren begonnenen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wirken weiterhin fort und werden durch die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran nochmals verstärkt. Energie und Rohstoffe haben sich noch einmal drastisch verteuert. All dies hat negative Auswirkungen auf die Konjunktur und damit die Steuereinnahmen. Aus diesem Umstand müssen die richtigen Schlüsse gezogen werden. Wir brauchen eine Wachstumswende! Statt neuer, kostenwirksamer Ausgabenprogramme oder etwaiger Umverteilungsphantasien gilt es, eine Dynamik zu entfachen für wirtschaftliches Wachstum. Der Schlüssel zum Erfolg ist daher eine kluge, aktivierende Steuerpolitik flankiert von Strukturreformen, um wirtschaftliche Impulse zu setzen. Gleichzeitig müssen wir unsere Bemühungen bei Bürokratieabbau und Deregulierung intensivieren. Nur so werden wir die Konjunkturschwäche überwinden, um damit auch die
Voraussetzungen für langfristig stabile Staatsfinanzen zu schaffen.“

Behindertengleichstellungsgesetz mit Debatte zur Barrierefreiheit zur Beratung in den Bundestag eingebracht

Transparent vor dem Reichstag gegen BGG-Reform
Transparent vor dem Reichstag gegen BGG-Reform
Foto: AbilityWatch

Berlin (kobinet) Mit einer gut einstündigen Debatte wurde der Gesetzentwurf der Bundesregierung und Anträge zur Barrierefreiheit einzelner Fraktionen heute am 7. Mai 2026 in den Bundestag eingebracht. Nun geht es mit den Beratungen im Ausschuss für Arbeit und Soziales, einer Anhörung, einer weiteren Ausschusberatung und letztendlich mit der Abstimmung im Bundestag weiter. Die Debatte, die von engagierten behinderten Menschen auf der Bühne und Protestierenden vor dem Reichstag verfolgt wurde, bot keine Überraschungen. Sie bot auch kaum eine Orientierung, was die Regierungsparteien aus CDU/CSU und SPD im weiteren Gesetzgebungsverfahren konkret und abgestimmt verändern wollen. So werden die Betroffenen angesichts dieses schlechten Gesetzentwurfs weiterhin im Dunkeln darüber gelassen, ob sie ernsthafte Chancen bekommen, barrierefreier teilhaben zu können, vor allem bei Angeboten von Unternehmen in der Privatwirtschaft, wie Wiebke Schär von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) in einer ersten Reaktion nach der Debatte den kobinet-nachrichten mitteilte.

Paritätischer begrüßt klaren Zusagen für soziale Themen

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Anlässlich der Vorstellung des Koalitionsvertrags der neuen Baden-Württembergischen Landesregierung sind vor allem die klaren Zusagen für soziale Themen positiv, so unter anderem die bessere Unterstützung für Menschen mit Behinderungen, die stärkere Hilfe für psychisch belastete Menschen sowie der Ausbau eines inklusiven Bildungssystems. Begrüßenswert sind auch die bessere Förderung für soziale Träger, um Modernisierungsstau abzubauen, die verlässlichere Finanzierung von Kitas sowie die Unterstützung der Kommunen bei Schulsozialarbeit und Jugendarbeit.

Hunderte beim europäischemn Protesttag in Erlangen

Mehrere Personen mit Transparenten mit Texten in welchen keine Einsparungen gefordert wird
Demonstratio9n in Erlangen
Foto: Lebenshilfe Erlangen

ERLANGEN (kobinet) Um auf die gleichen Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam zu machen, hatte die Lebenshilfe in Erlangen zu einer Demonstration aufgerufen. Dieser Einladung waren am 5. Mai  über 300 Menschen gefolgt, die sich um 16.30 Uhr auf dem Hugenottenplatz versammelt hatten, um gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für Solidarität und Teilhabe zu demonstrieren. In den vergangenen Monaten wurde öffentlich darüber diskutiert, die Kosten für die Eingliederungshilfe zu begrenzen. Verbände sowie Menschen mit Beeinträchtigung und deren Angehörige sind darüber sehr beunruhigt. Katharina Scharov, Mutter einer Tochter mit Beeinträchtigung: „Viel zu oft stoßen wir auf Barrieren. Ich wünsche mir mehr Unterstützung. Wir dürfen nicht alleine gelassen werden.“

Jürgen Dusel: Bundestag muss für Gesetz sorgen, dass seinen Namen in Sachen Barrierefreiheit verdient

Sharpic von Jürgen Dusel vom 6. Mai 2026 zur Barrierefreiheit
Sharpic von Jürgen Dusel vom 6. Mai 2026 zur Barrierefreiheit
Foto: Bundesbehindertenbeauftragter

Berlin (kobinet) Heute, am 7. Mai 2026 ab 9:00 Uhr, findet die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) im Deutschen Bundestag statt, nachdem der Termin bereits einmal verschoben wurde. Der Gesetzgebungsprozess wurde von Anfang an von Jürgen Dusel als Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, den Verbänden und der Zivilgesellschaft kritisch begleitet. Der vorliegende Entwurf steht stark in der Kritik, denn er löst aus Sicht Jürgen Dusels nicht ein, was im Koalitionsvertrag steht, nämlich, dass die Koalition auch in der Privatwirtschaft auf Barrierefreiheit hinwirken wolle. Daher fordert der Bundesbehindertenbeauftragte im Vorfeld der Debatte, die auf www.bundestag.de live übertragen wird, die Bundestagsabgeordneten auf, für ein Gesetz zur Barrierefreiheit zu sorgen, dass diesen Namen verdient. 

VdK-Appell an Bundestag: Barrierefreiheit sieht anders aus

Blick in das Plenum des Deutschen Bundestages
Blick in das Plenum des Deutschen Bundestages
Foto: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Berlin (kobinet) Anlässlich der Debatte zur ersten Lesung zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG), die heute am 7. Mai ab 9:00 Uhr im Bundestag stattfindet, fordert der Sozialverband VdK umfassende Korrekturen. „Der vorliegende Gesetzentwurf weist erhebliche Schwächen auf und wird seinem Anspruch nicht gerecht“, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Gerade bei den sogenannten angemessenen Vorkehrungen drohen weiterhin massive Lücken beim Diskriminierungsschutz.“ Kritisch bewertet der VdK insbesondere, dass bauliche Veränderungen sowie Anpassungen von Gütern und Dienstleistungen für Unternehmen pauschal als unzumutbar gelten sollen – ohne Prüfung des Einzelfalls. „Selbst der Einbau einer Rampe, die eine Stufe in einer Bankfiliale ersetzt und schnell sowie kostengünstig umgesetzt werden kann, würde künftig keiner Einzelfallprüfung mehr unterzogen“, so Bentele. „Genau diese Einzelfallprüfung ist aber die Grundlage eines wirksamen Diskriminierungsschutzes.“

We are watching you: Bundestag debattiert über Gesetzentwurf zur Barrierefreiheit

Transparent vor dem Reichstag gegen BGG-Reform
Transparent vor dem Reichstag gegen BGG-Reform
Foto: AbilityWatch

Berlin (kobinet) Von der Regierung über Jahre hinweg verschoben, im Bundestag bereits einmal von der Tagesordnung genommen. Heute wird der von vielen Behindertenverbänden scharf kritisierte Gesetzentwurf der Bundesregierung im Bundestag zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes ab 9:00 Uhr debattiert. Behinderte Menschen werden diese Debatte sowohl von der Besuchertribüne im Bundestag als auch mit Protesten außerhalb auf der Wiese vor dem Reichstag und im Livestream des Bundestages aufmerksam beobachten und mit entsprechenden Protesten begleiten. Denn der Gesetzentwurf der Bundesregierung, der eigentlich mehr Barrierefreiheit vor allem auch in der Privatwirtschaft schaffen soll, ist so wachsweich, dass darin steht, dass Unternehmen keine Maßnahmen zur Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen ergreifen müssen, weil dies eine „unverhältnismäßige“ und „unbillige Belastung“ darstellt. „Das geht gar nicht. Behinderte Menschen werden so weiterhin zu Bettlern für einen barrierefreien Zugang zu Dienstleistungen und Produkten gemacht“, heißt es von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die zusammen mit anderen Akteur*innen wie von AbilityWatch genau darauf achten werden, welche Signale die Abgeordneten der Regierungskoalition für ganz konkrete Verbesserungen am Gesetzentwurf in der Debatte ausgesendet werden.

Bundesgerichtshof verhandelt heute: Kann Diskriminierung im Gesundheitswesen endlich geahndet werden?

Bundesgerichtshof in Karlsruhe
Bundesgerichtshof in Karlsruhe
Foto: Bundesgerichtshof

Karlsruhe (kobinet) Eine Kniepatientin möchte ihre Reha antreten, wird aber von der Klinik nicht aufgenommen, weil sie blind ist. Dieser Fall wird vor dem Bundesgerichtshof verhandelt. Nun wird die Entscheidung bald erwartet: „Tagtäglich und überall erleben behinderte Menschen, dass sie wegen ihrer Behinderung benachteiligt werden. Häufig haben sie dann keine gesetzliche Handhabe, selbst wenn die Diskriminierung unstrittig ist. Das gilt insbesondere für den Bereich des Gesundheitswesens. Heute, am 7. Mai 2026, könnte sich das ändern, wenn der Bundesgerichtshof in Sachen III ZR 56/25 verhandelt. Es passiert in der Arztpraxis, im Krankenhaus, in der Rehaklinik – dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) sind zahlreiche Fälle von Diskriminierung im Gesundheitswesen bekannt. Schutz vor Diskriminierung bietet eigentlich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), aber oft ist strittig, ob es zur Anwendung kommt. Grund ist Paragraf 19 Abs. 1 AGG, nach dem eine Diskriminierung nur geahndet werden kann, wenn es sich um ein sogenanntes ‚Massengeschäft‘ handelt“, heißt es vonseiten des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV). Die Entscheidung des Bundesgerichtshof soll am 21. Mai 2026 verkündet werden.

Ein Jahr Koalition: Regierung darf nicht Steigbügelhalter für rechtspopulistische Kräfte sein

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Ein Jahr nach Amtsantritt der Koalition aus CDU/CSU und SPD warnt der Sozialverband VdK vor einer gefährlichen politischen Entwicklung. Aus Sicht des Verbands tragen zentrale sozialpolitische Debatten und Reformvorhaben dazu bei, rechtspopulistische Kräfte zu stärken. „Wenn der Sozialstaat permanent infrage gestellt und Menschen das Gefühl vermittelt wird, sie seien eine Belastung, dann leidet das Vertrauen in Politik und Demokratie“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Dadurch werden rechtspopulistische Kräfte gestärkt – die Regierung darf nicht zum Steigbügelhalter für diese Entwicklung werden.“

Verhindert die Politik echte Teilhabe? – Corinna Rüffer (Bündnis 90 die Grünen) im Gespräch

Cover des IGEL-Podcast mit Corinna Rüffer
Cover des IGEL-Podcast mit Corinna Rüffer
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Berlin (kobinet) „Verhindert die Politik echte Teilhabe? – Corinna Rüffer (Bündnis 90 / Die Grünen) im Gespräch“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen hat der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, in Zusammenarbeit mit der Aktion Mensch eine extra Podcast-Rubrik mit dem Titel „Verhindert die Politik echte Teilhabe?“ gestartet. Zu Gast in dieser Episode ist Corinna Rüffer, die behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die klare Worte zu den derzeitigen Herausforderungen in der Behindertenpolitik findet.

LSVD⁺ fordert umfassende Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!

Berlin (kobinet) Am 6. Mai 2026  hat das Bundeskabinett eine kleine Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) beschlossen. Aus mittlerweile 20 Jahren Praxiserfahrung mit dem Gesetz sind seine Schwächen hinlänglich bekannt: Es schützt nicht alle von Diskriminierung Betroffenen, es ist nicht anwendbar auf alle Lebensbereiche, und die Durchsetzung des Rechts ist für viele und in vielen Fällen kaum möglich. Alexander Vogt aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt kommentiert den Gesetzentwurf wie folgt: „Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD hat vor einem Jahr unter der Überschrift ‚AGG-Reform‘ noch deutliche Worte gefunden: ‚Benachteiligungen und Diskriminierungen sind Gift für gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb stärken und verbessern wir den Diskriminierungsschutz.‘ Der nun beschlossene Entwurf der Bundesregierung bleibt klar hinter diesem Versprechen zurück und verbessert den Schutz vor Diskriminierung nur punktuell.“

Kabinettsbeschluss zur AGG-Reform: Trotz einzelner Fortschritte insgesamt mutlos, lückenhaft, unzureichend

Logo: Bündnis AGG Reform Jetzt!
Logo: Bündnis AGG Reform Jetzt!
Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!

Berlin (kobinet) Das Bündnis AGG Reform‑Jetzt! begrüßt den Kabinettsbeschluss zur Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) vom 6. Mai 2026 als überfälligen Schritt, kritisiert jedoch, dass der Entwurf deutlich hinter den Anforderungen an einen wirksamen Diskriminierungsschutz zurückbleibt.  Das AGG gilt seit 2006 und braucht dringend ein Update. Die Realität von Diskriminierung in Deutschland hat sich verändert, die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hat sich weiterentwickelt, und die Zahl der Betroffenen bleibt hoch. Trotzdem bleibt der Gesetzentwurf hinter diesen Entwicklungen zurück, heißt es vonseiten des AGG-Bündnis. „Der Entwurf ist halbherzig und berücksichtigt die strukturellen Probleme des AGGs nicht. Statt kleiner Korrekturen ist ein mutiger Schritt hin zu einem durchsetzungsstarken Antidiskriminierungsgesetz erforderlich“, betonte Eva Maria Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland (advd).

6.000 Menschen in Berlin für Inklusion auf der Straße

Protestzug am 5. Mai 2026 in Berlin
Protestzug am 5. Mai 2026 in Berlin
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Am 5. Mai 2026 demonstrierten 6.000 Menschen zum Europäischen Protesttag für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen in Berlin. Vom Brandenburger Tor zog der Demonstrationszug zum Roten Rathaus, so dass die Straße Unter den Linden im abendlichen Berufsverkehr lahmgelegt wurde. Die brennenden Themen waren natürlich das nicht ausreichende Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die drohenden drastischen Kürzungen im Sozialstaat: Die Petition, die vom Hamburger Aktivisten René Schaar ins Leben gerufen wurde, wurde an die Politiker*innen übergeben. Anwesend waren Bodo Rammelow, Vizepräsident des Bundestages (Die Linke), Sören Pellmann (Die Linke), Simone Fischer (Bündnis90/Grüne) und Heike Heubach (SPD). Die Petition wurde von knapp 100.000 Menschen unterzeichnet. Auffällig war das Wegbleiben von Vertreter*innen der CDU/CSU. Raul Krauthausen, welcher ebenso mit auf dem Podium saß, bezeichnete das Gesetz als „Scheiße“; gleichzeitig wurde durch ein Gespräch mit der Staatssekretärin, Gitta Connemann, bekannt, dass das BGG nicht weiter angepasst würde. Die Teilnehmer*innen forderten lautstark, dass die Barrierefreiheit in allen Belangen jetzt umgesetzt werden müsse, heißt es in einer Presseinformation der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zur Protestaktion.

5. Mai in Hamburg: 700 Menschen fordern echte Gleichstellung statt leerer Versprechen

Bild von der Protesttagsdemo am 5. Mai 2026 in Hamburg
Bild von der Protesttagsdemo am 5. Mai 2026 in Hamburg
Foto: Therese Walther

Hamburg (kobinet) Rund 700 Menschen haben am 5. Mai 2026 auf St. Pauli für die Rechte von Menschen mit Behinderung demonstriert. Organisiert wurde die Demonstration in Hamburg von SIT’N’SKATE gemeinsam mit weiteren Selbstvertretungen, Aktivistinnen und Unterstützerinnen. Schon bei der Auftaktkundgebung am Grünen Jäger war der Platz nach Informationen der Veranstalter*innen gut gefüllt. Rund eineinhalb Stunden lang hörten die Teilnehmenden Reden von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen und Perspektiven. Thematisiert wurden unter anderem Barrierefreiheit, Assistenz, Arbeit, Ableismus, Sozialkürzungen, selbstbestimmtes Leben und die geplante Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Die Kosten der Selbstbestimmung und der Preis ihrer Einschränkung

Zerfallendes UN-Symbol vor hellem Hintergrund.
Menschenrechtsversprechen unter Vorbehalt?
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Deutschland hat die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Das Bundesteilhabegesetz wurde beschlossen. Selbstbestimmung, Inklusion, personenzentrierte Leistungen und „ambulant vor stationär“ wurden politisch ausdrücklich gewollt. Instrumente wie Persönliches Budget, Assistenzmodelle und individuelle Teilhabeleistungen wurden geschaffen, damit Menschen mit Behinderung nicht länger primär verwaltet, versorgt oder institutionell untergebracht werden, sondern selbstbestimmt leben können.

Und genau das kostet Geld.

Das hätte niemanden ernsthaft überraschen dürfen. Individualisierung ist teurer als Standardisierung. Persönliche Assistenz ist teurer als kollektive Versorgung. Ambulante Freiheit ist aufwendiger als institutionelle Ordnung.

Wer Rechte schafft, muss damit rechnen, dass sie genutzt werden.

Ferda Ataman kritisiert AGG-Reformvorschlag der Bundesregierung als unzureichend

Ferda Ataman
Ferda Ataman
Foto: Sarah Eick

Berlin (kobinet) Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat die heute, am 6. Mai 2026, im Bundeskabinett beschlossene Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) als unzureichend kritisiert. „Der vorliegende Gesetzentwurf schließt punktuell einige Schutzlücken, etwa beim Schutz vor sexuellen Belästigungen. Er wird aber dem Reformbedarf beim Diskriminierungsschutz in Deutschland nicht gerecht und ist unzureichend, insbesondere mit Blick auf europäische Vorgaben und Standards“, bewertet Ferda Ataman den Gesetzentwurf. Ferda Ataman bedauert in ihrer Stellungnahme zum Kabinettbeschluss die „verpasste Chance“, durch eine grundlegende Reform des AGG ein sichtbares Zeichen gegen Diskriminierung und für Chancengerechtigkeit zu senden.

Bundeskabinett hat Gesetzentwurf zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz verabschiedet

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Foto: omp

Berlin (kobinet) Seit Jahren warten viele behinderte und aufgrund anderer Gründe diskriminierte Menschen auf die immer wieder versprochene Reform des Allgemeinen Gleichhehandlungsgesetz (AGG). Heute, am 6. Mai 2026, hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) beschlossen und damit den Weg zur Behandlung im Bundestag freigemacht. Die Freude der Verbände, die sich für diese Gesetzesreform einsetzen, hält sich allerdings in Grenzen, denn vieles von dem, was nötig wäre, um das 2006 beschlossene Gesetz zeitgemäß zu reformieren und einen wirksamen Diskriminierungsschutz sicherzustellen, blieb im bisherigen Verfahren hängen und musste Wirtschaftsinteressen weichen. So dürfte auch dieses nun anstehende Gesetzgebungsverfahren für das AGG ähnlich wie beim Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) für erheblichen Ärger bei den Betroffenen sorgen. Denn, sollte das Gesetz so bleiben, werde eine weitere Chance vertan, dass Deutschland diejenigen, die Diskriminierungen erleben wirksam vor denjenigen schütz, die diskriminieren, heißt es in einer ersten Reaktion von der LIGA Selbstvertretung.

Assistenzhunde aus der Warteschleife lassen

Kleiner braun, weißer Hund mit einem Schild und der Aufschrift Stoppt die Warteschleife
Wartemarke – symbolisiert die behördliche Wartezeit der Teams.
Foto: Associata e.V.

TRASSENHEIDE (kobinet) Während bundesweit Reden über Inklusion geschwungen werden, bleibt für viele Assistenzhunde-Teams die Tür verschlossen. Der Verein „Associata e.V.“ macht deshalb zum Aktionstag auf ein massives Versagen in der Umsetzung des Teilhabestärkungsgesetzes aufmerksam. Obwohl die Assistenzhundverordnung (AHundV) seit Jahren in Kraft ist, steckt die staatliche Anerkennung in einer bürokratischen Sackgasse. Es fehlen flächendeckend zertifizierte Prüfstellen. Die Folge: Gut ausgebildete Hunde können ihre offizielle Prüfung nicht ablegen. Die Konsequenz: Ohne staatliche Plakette werden Teams regelmäßig an Supermärkten, Arztpraxen und Behörden abgewiesen. Associata fordert deshalb eine schnelle Wiederaufnahme der Prüfungen, verlässliche und faire Strukturen für Assistenzhundeteams sowie Planungssicherheit für Betroffene. Jeder weitere Monat in der Warteschleife bedeutet für viele Menschen weiter eingeschränkte Teilhabe. Mehr zum Thema kann hier nachgelesen werden.

Berliner Behindertenparlament startet ins sechste Jahr

Banner: Berliner Behindertenparlament: Politik inklusiv gestalten
Banner: Berliner Behindertenparlament: Politik inklusiv gestalten
Foto: Berliner Behindertenparlament

BERLIN (kobinet) Das Berliner Behindertenparlament (BBP) geht 2026 in sein sechstes Sitzungsjahr und setzt seinen Anspruch fort, Politik in Berlin inklusiv und partizipativ zu gestalten. Den Auftakt bildet eine Präsenzveranstaltung am Samstag, 9. Mai 2026, von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung. Die Auftaktveranstaltung am 9. Mai 2026 wird live übertragen und ist damit auch über den Veranstaltungsort hinaus öffentlich zugänglich. Die Übertragung umfasst Gebärdensprach-/Lautsprachdolmetschung sowie Schriftdolmetschung. Weitere Informationen und Zugang zum Livestream zu erhalten.

Verwaltung hat politischen Willen fünf Monate später immer noch nicht umgesetzt.

Symbol Paragrafenzeichen
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Foto: omp

BERLIN (kobinet) Das „Bündnis für selbstbestimmtes Leben“ schlägt Alarm, denn die Verwaltung hat den politischen Willen des Hauptausschusses fünf Monate später immer noch nicht umgesetzt. Der Hauptausschuss hatte vor mittlerweile fünf Monaten beschlossen, dass der Tarifvertrag der behinderten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Tarifverträge der Assistenzdienste ab 01. Januar 2026
gleichbehandelt werden. Demnach sind alle Assistent*innen seit Jahresbeginn nach TV-L-Entgeltgruppe (EG) 5 zu vergüten. Die zur Umsetzung dieses Beschlusses erforderliche Fachliche Weisung wird jedoch vom Landesamt für Gesundheit und Soziale (Lageso) immer noch nicht angewendet, obwohl diese seit 30. März 2026 dort vorliegt. Angeblich lägen „Formfehler“ vor.

Wie weiter mit Inklusion ?

Wohnen von /~helmar
Wohnen
Foto: /~helmar (Creative Commons BY-SA 2.0)

MÜNCHEN (kobinet) WOHN:SINN ist ein Bündnis für inklusives Wohnen im deutschsprachigen Raum. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt und in aktiver Gemeinschaft mit anderen leben können. WOHN:SINN pflegen nicht, wie das Bündnis selbst feststellt, die lauten Stimmen des Protests zu sein. Üblicherweise sieht es seine Rolle darin, das Positive in den Vordergrund zu stellen: innovative Vorzeigeprojekte und ausgeklügelte Modelle, die zeigen, wie Inklusion im Bereich Wohnen funktionieren kann. Die aktuellen politischen Entwicklungen lässt aber auch WOHN:SINN keine Wahl und stellt fest: „Wenn selbstbestimmtes Leben und Inklusion zur Frage kurzfristiger Einsparungen gemacht werden, müssen wir deutlich widersprechen – sachlich fundiert, aber auch empört und tief besorgt.“ Zum Europäischen Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen stellt das Bündnis in einer Stellungnahme deshalb fest: „Wenn das so kommt, ist es mit der Selbstbestimmung und Inklusion vorbei.“