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Verwaltung hat politischen Willen fünf Monate später immer noch nicht umgesetzt.

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Foto: omp

BERLIN (kobinet) Das "Bündnis für selbstbestimmtes Leben" schlägt Alarm, denn die Verwaltung hat den politischen Willen des Hauptausschusses fünf Monate später immer noch nicht umgesetzt. Der Hauptausschuss hatte vor mittlerweile fünf Monaten beschlossen, dass der Tarifvertrag der behinderten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Tarifverträge der Assistenzdienste ab 01. Januar 2026 gleichbehandelt werden. Demnach sind alle Assistent*innen seit Jahresbeginn nach TV-L-Entgeltgruppe (EG) 5 zu vergüten. Die zur Umsetzung dieses Beschlusses erforderliche Fachliche Weisung wird jedoch vom Landesamt für Gesundheit und Soziale (Lageso) immer noch nicht angewendet, obwohl diese seit 30. März 2026 dort vorliegt. Angeblich lägen "Formfehler" vor.

Das Bündnis für selbstbestimmtes Leben fragt sich nun: Woran hakt die Umsetzung wirklich? Welche Behörde torpediert den Beschluss? Warum setzt das Landesamt für Gesundheit und Soziales die Fachliche Weisung nicht um?

Für die behinderten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bedeutet die Verzögerung der Umsetzung der Fachlichen Weisung große Unsicherheit und stellt eine Bedrohung des selbstbestimmten Arbeitgeber-Modells dar: Bis zu einer Anwendung der Fachlichen Weisung sollen behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihre Assistentinnen und Assistenten nur nach EG 3 entlohnen und müssen einen Wechsel ihrer Assistentinnen und Assistenten zu den Assistenzdiensten fürchten.

Außerdem kostet jeder Monat Verzögerung das Land Berlin mehrere Zehntausend Euro, die für die Nachberechung der Löhne anfallen.

In der Hauptausschuss-Sitzung am 29. April 2026 hieß es, dass jetzt alles geklärt sei und die Auszahlung rückwirkend erfolgen könne. Das dachte das Bündnis aber auch schon, als es erfuhr, dass die Fachliche Weisung dem Lageso seit dem 30. März 2026 vorliegt.

Das Bündnis für selbstbestimmtes Leben setzt der zuständigen Behörde eine letzte Frist: „Wenn der Arbeitsgemeinschaft der behinderten Arbeitgeberinnen und mit Persönlicher Assistenz (AAPA) e. V. bis zum 11. Mai 2026 um 14:00 Uhr keine schriftliche Zusage vom Lageso vorliegt, dass die Fachlichen Weisung ab sofort umgesetzt wird, werden wir den politischen Willen des Landes Berlin mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion einfordern!“