Hamburg (kobinet)
Jedes Jahr am 8. Mai gibt es eine Gedenk-Feier.
Eine Gedenk-Feier ist ein Treffen von Menschen.
Sie erinnern gemeinsam an ein wichtiges Ereignis.
Die Feier findet in Alsterdorf statt.
Alsterdorf ist ein Stadtteil in Hamburg.
Dort gibt es die Evangelische Stiftung Alsterdorf.
Eine Stiftung ist eine Organisation.
Sie hilft Menschen.
Die Evangelische Stiftung Alsterdorf gehört zur evangelischen Kirche.
Die Stiftung wird kurz ESA genannt.
Die ESA erinnert an diesem Tag an 630 Menschen.
Diese Menschen hatten eine Behinderung.
Sie lebten früher in den Alsterdorfer Anstalten.
Eine Anstalt ist ein Heim.
Dort lebten früher Menschen mit Behinderung.
Während der NS-Zeit wurden sie weggebracht.
NS-Zeit bedeutet: die Zeit des National-sozialismus in Deutschland.
National-sozialismus ist eine menschen-feindliche Welt-Ansicht.
Nazis glaubten an den National-sozialismus.
513 dieser Menschen wurden getötet.
Das war Morden durch den Staat.
Die Nazis nannten das Euthanasie.
Euthanasie bedeutet hier: Menschen wurden getötet.
Es traf Menschen, die als schwach oder krank galten.
Das war ein großes Verbrechen.
Das war schweres Unrecht.
In der Stiftungs-Kirche St. Nicolaus gab es einen Gottes-dienst.
Ein Gottes-dienst ist eine Feier in der Kirche.
Menschen beten gemeinsam.
Viele Menschen kamen zu diesem Gottes-dienst.
Es kamen Vorstände, Mit-arbeiter und Angehörige.
Ein Vorstand ist eine kleine Gruppe von Menschen.
Diese Gruppe leitet eine Organisation.
Schülerinnen und Schüler berichteten von einzelnen Menschen.
Diese Schülerinnen und Schüler lernten an der Fach-schule für Soziale Arbeit.
An einer Fach-schule für Soziale Arbeit lernt man, wie man anderen Menschen hilft.
Die Schule ist in Alsterdorf.
Die Schülerinnen und Schüler erzählten von Menschen aus der NS-Zeit.
Diese Menschen lebten damals in Alsterdorf.
Annika Woydack hielt eine Rede beim Gottes-dienst.
Sie ist Landes-pastorin in Hamburg.
Eine Landes-pastorin leitet die kirchliche Arbeit in einem Bundes-land.
Sie sagte: Erinnerung schaut nicht nur zurück.
Erinnerung zeigt uns, was wir heute tun müssen.
Aus Trauer soll Verantwortung werden.
Nach dem Gottes-dienst gab es eine Kranz-niederlegung.
Bei einer Kranz-niederlegung legt man einen Blumen-kranz an einem besonderen Ort ab.
Das ist ein Zeichen der Trauer.
Das geschah am Gedenk-ort der Stiftung.
Ulrike Kloiber sprach dort Gedenk-worte.
Sie ist Senats-koordinatorin für Menschen mit Behinderung.
Eine Senats-koordinatorin arbeitet für die Stadt-Regierung.
Sie schützt die Rechte einer bestimmten Gruppe von Menschen.
Ulrike Kloiber sagte: Erinnern ist keine passive Sache.
Passiv bedeutet: Man tut nichts.
Sie sagte: Wir müssen mutig für unsere Demo-kratie eintreten.
Demo-kratie bedeutet: Das Volk entscheidet.
Alle Menschen haben gleiche Rechte.
Pastor Uwe Mletzko sprach ebenfalls Gedenk-worte.
Er ist Vorstands-vorsitzender der ESA.
Der Vorstands-vorsitzende ist die wichtigste Person im Vorstand.
Diese Person leitet die ganze Organisation.
Er sagte: Die Würde jedes Menschen ist wichtig.
Das steht im Grund-gesetz.
Das Grund-gesetz ist das wichtigste Regeln-Buch für Deutschland.
Es gilt für alle Menschen in Deutschland.
Das Grund-gesetz sagt: Die Würde des Menschen ist un-antastbar.
Un-antastbar bedeutet: Niemand darf die Würde eines Menschen wegnehmen.
Pastor Mletzko sagte: Wir müssen die Würde aller Menschen schützen.
Das gilt für Starke und Schwache.
Das gilt für Junge und Alte.
Das gilt für Menschen mit vielen verschiedenen Fähigkeiten.

Foto: ESA
Hamburg (kobinet) "Erinnerung ist kein Rückwärtsgewand. Sie spricht auch immer die Zukunft an." Mit diesen Worten gedachte die Hamburger Landespastorin Annika Woydack zum 8. Mai in der Stiftungskirche der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der 8. Mai, der Tag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, steht bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) seit vielen Jahren im Zeichen des Gedenkens an die 630 Menschen mit Behinderung, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus den damaligen Alsterdorfer Anstalten in Tötungsanstalten gebracht wurden. 513 von ihnen wurden nachweislich ermordet. Mit einem Gottesdienst in der Stiftungskirche St. Nicolaus gedachten Vorstände, Mitarbeiter*innen, Angehörige und zahlreiche Gäste auch dieses Jahr der aus Alsterdorf deportierten Menschen und erinnerten an das Leid der Familien, die eine Angehörige durch die NS-‚Euthanasie‘ verloren haben. Schüler*innen der fachschule soziale arbeit in Alsterdorf stellten außerdem ausgewählte Schicksale von betroffenen Personen vor, die zur Zeit der NS-'Euthanasie' in Alsterdorf gelebt haben.
Landespastorin Annika Woydack, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Hamburg, erinnerte daran, dass der 8. Mai in Alsterdorf untrennbar mit dem Gedenken an die Menschen verbunden sei, die während der NS Zeit entrechtet, entwürdigt und ermordet wurden. Dass sich dieses Unrecht ausgerechnet an einem diakonischen, kirchlichen Ort habe entfalten können, bleibe bis heute schwer auszuhalten und verpflichte gerade mit Blick auf die Gegenwart: „Gedenken bedeutet für uns nicht, Vergangenes abzuschließen, sondern wach zu bleiben. Es geht darum, dass aus Erinnerung Orientierung entsteht und aus Trauer Verantwortung – für heute und für die Zukunft. Daraus erwächst der Auftrag, eine Gesellschaft zu gestalten, in der jeder Mensch in seiner Würde gesehen und geachtet wird.“
Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Lern- und Gedenkort der Stiftung sprachen unter anderem Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der ESA, Gedenkworte. Ulrike Kloiber betonte: „Erinnerung ist nicht nur ein Blick zurück. Sie ist auch ein Blick auf das Heute. Und vor allem: Erinnern ist kein passiver Akt! Es bedeutet nicht tatenlos zuzusehen, sondern die Momente zu erkennen, wenn es Zeit ist, wieder mutig und vielleicht sogar außergewöhnlich für unsere Demokratie einzutreten.“
Pastor Uwe Mletzko sagte: „Unsere Aufgabe bleibt es, dieses Unternehmen mit unseren Werten zu führen. Der wichtigste Wert ist für uns die Würde. ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. So sagt es unser Grundgesetz. Vielleicht konnte es in dieser Prägnanz nur nach dem Zweiten Weltkrieg formuliert werden. In seiner ganzen Wahrheit und Eindeutigkeit. Und Gottes Geschenk und Auftrag an uns ist, dass wir in jedem Angesicht eines anderen Menschen Gottes gute Idee für diese Welt sehen können. In jedem Angesicht. In dem Starken und Schwachen, im Jungen und Alten, in den Menschen mit ihren vielfältigen Talenten und Optionen. Und uns für den Erhalt der Würde einzusetzen, wenn wir sie durch andere bedroht oder beschädigt sehen.“

Foto: ESA
Hamburg (kobinet) "Erinnerung ist kein Rückwärtsgewand. Sie spricht auch immer die Zukunft an." Mit diesen Worten gedachte die Hamburger Landespastorin Annika Woydack zum 8. Mai in der Stiftungskirche der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der 8. Mai, der Tag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, steht bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) seit vielen Jahren im Zeichen des Gedenkens an die 630 Menschen mit Behinderung, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus den damaligen Alsterdorfer Anstalten in Tötungsanstalten gebracht wurden. 513 von ihnen wurden nachweislich ermordet. Mit einem Gottesdienst in der Stiftungskirche St. Nicolaus gedachten Vorstände, Mitarbeiter*innen, Angehörige und zahlreiche Gäste auch dieses Jahr der aus Alsterdorf deportierten Menschen und erinnerten an das Leid der Familien, die eine Angehörige durch die NS-‚Euthanasie‘ verloren haben. Schüler*innen der fachschule soziale arbeit in Alsterdorf stellten außerdem ausgewählte Schicksale von betroffenen Personen vor, die zur Zeit der NS-'Euthanasie' in Alsterdorf gelebt haben.
Landespastorin Annika Woydack, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Hamburg, erinnerte daran, dass der 8. Mai in Alsterdorf untrennbar mit dem Gedenken an die Menschen verbunden sei, die während der NS Zeit entrechtet, entwürdigt und ermordet wurden. Dass sich dieses Unrecht ausgerechnet an einem diakonischen, kirchlichen Ort habe entfalten können, bleibe bis heute schwer auszuhalten und verpflichte gerade mit Blick auf die Gegenwart: „Gedenken bedeutet für uns nicht, Vergangenes abzuschließen, sondern wach zu bleiben. Es geht darum, dass aus Erinnerung Orientierung entsteht und aus Trauer Verantwortung – für heute und für die Zukunft. Daraus erwächst der Auftrag, eine Gesellschaft zu gestalten, in der jeder Mensch in seiner Würde gesehen und geachtet wird.“
Bei der anschließenden Kranzniederlegung am Lern- und Gedenkort der Stiftung sprachen unter anderem Ulrike Kloiber, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und Pastor Uwe Mletzko, Vorstandsvorsitzender der ESA, Gedenkworte. Ulrike Kloiber betonte: „Erinnerung ist nicht nur ein Blick zurück. Sie ist auch ein Blick auf das Heute. Und vor allem: Erinnern ist kein passiver Akt! Es bedeutet nicht tatenlos zuzusehen, sondern die Momente zu erkennen, wenn es Zeit ist, wieder mutig und vielleicht sogar außergewöhnlich für unsere Demokratie einzutreten.“
Pastor Uwe Mletzko sagte: „Unsere Aufgabe bleibt es, dieses Unternehmen mit unseren Werten zu führen. Der wichtigste Wert ist für uns die Würde. ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. So sagt es unser Grundgesetz. Vielleicht konnte es in dieser Prägnanz nur nach dem Zweiten Weltkrieg formuliert werden. In seiner ganzen Wahrheit und Eindeutigkeit. Und Gottes Geschenk und Auftrag an uns ist, dass wir in jedem Angesicht eines anderen Menschen Gottes gute Idee für diese Welt sehen können. In jedem Angesicht. In dem Starken und Schwachen, im Jungen und Alten, in den Menschen mit ihren vielfältigen Talenten und Optionen. Und uns für den Erhalt der Würde einzusetzen, wenn wir sie durch andere bedroht oder beschädigt sehen.“




