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Inklusives SGB VIII: Gute Absicht, aber deutlicher Nachbesserungsbedarf

Logo des DBR
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Foto: DBR

Berlin (kobinet) Der Deutsche Behindertenrat (DBR) begrüßt grundsätzlich die Bestrebungen der Bundesregierung, eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe zu schaffen. „Es ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt, dass das Jugendamt künftig für alle Kinder und Jugendlichen die zentrale Anlaufstelle und damit auch für die Eingliederungshilfe für alle Kinder und Jugendliche zuständig wird“, erklärt Michaela Engelmeier, Vorsitzende des Sprecherinnenrates des DBR. Gleichzeitig sieht der Deutsche Behindertenrat den aktuellen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) mit großer Sorge. Kritisch bewertet der DBR insbesondere die Abkehr von individuellen Rechtsansprüchen unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus und der Effizienzsteigerung. Aus Sicht des DBR „darf Inklusion nicht zur Sparmaßnahme werden. Wenn individuelle Unterstützungsbedarfe pauschalisiert oder zusammengelegt werden, besteht die reale Gefahr, dass die tatsächlichen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden“, betonte Michaela Engelmeierr.

Kennzahlenvergleich zur Eingliederungshilfe für 2024 veröffentlicht

Logo: BAGüS
Logo: BAGüS
Foto: BAGüS

Köln (kobinet) Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe (BAGüS) hat ihren aktuellen Kennzahlenvergleich zur Eingliederungshilfe veröffentlicht. Der Bericht für das Jahr 2024 zeigt erneut eine deutliche Dynamik bei Fallzahlen und Ausgaben – und unterstreicht den dringenden, auch gesetzgeberischen Handlungsbedarf auf Bundesebene, wie es in einer Presseinformation des Landschaftsverband Rheinland (LVR) heißt. Ende 2024 erhielten demnach bundesweit rund 495.700 erwachsene Menschen mit Behinderungen Assistenzleistungen innerhalb und außerhalb besonderer Wohnformen oder Leistungen in Pflegefamilien. Das entspricht einem Anstieg um 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark wächst weiterhin der Bereich der Assistenzleistungen außerhalb besonderer Wohnformen (+8,9 Prozent), während die Fallzahlen in besonderen Wohnformen leicht rückläufig sind.

Mit Petitionen für Selbstbestimmung und Barrierefreiheit und gegen Verschlechterungen

Kreuz auf Wahlzettel
Wahlzettel mit Kreuz
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Mit Petitionen auf Petitionsplattformen wie change.org, aber auch direkt im Petitionsportal des Deutschen Bundestages setzen sich derzeit eine Reihe von Verbänden und behinderte Menschen für Selbstbestimmung und Barrierefreiheit und gegen Verschlechterungen ein. Im Folgenden weisen die kobinet-nachrichten auf einige aktuelle Petitionen hin, Ergänzungen dürfen gerne in die Leserbriefrubrik eingetragen werden.

Gesundheitsreform im Kabinett: Kritik vom VdK

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Heute, am 29. April 2026, steht im Kabinett die Gesundheitsreform zur Abstimmung. VdK Präsidentin Verena Bentele kommentiert die Pläne wie folgt: „Die Bundesregierung verkauft die Reform als Stabilisierung der Beiträge. Tatsächlich ist sie ein Sparprogramm auf Kosten der Versicherten. Dafür werden Leistungen begrenzt und Versicherte stärker belastet. Der eigentliche Skandal dieser Reform: Sie verteilt nicht gerecht, sie verteilt nach unten. Das ist ein sozialpolitischer Rückschritt mit Ansage.“

Workshop zur Öffentlichkeitsarbeit: Klar, deutlich und bildhaft schreiben

Person mit Megaphon in der Hand
Person mit Megaphon in der Hand
Foto: Julian Felkel mit KI generiert

Berlin (kobinet) Marcel Robel vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Sachsen (Zsl Sachsen) engagiert sich für die Gleichstellung und Selbstbestimmung behinderter Menschen und begibt sich dabei immer wieder in die Öffentlichkeit. Im Vorfeld des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen hat er an einem Workshop zur Öffentlichkeitsarbeit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) teilgenommen und den kobinet-nachrichten einige seiner Eindrücke zugesandt. Wichtig ist für Marcel Robel, dass behinderte Menschen sich zu Wort melden und ihre Situation und Forderungen schildern, denn sonst sprechen andere für sie, so eine Erkenntnis aus dem Workshop.

Beratungsnetzwerk: Selbstbestimmt leben in Potsdam

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Potsdam (kobinet) Anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2026 erklärt das Beratungsnetzwerk „Selbstbestimmt leben in Potsdam“: Potsdamer Menschen mit Behinderung brauchen auf ihrem Weg in die Selbstbestimmung ein stabiles Netzwerk, dass sie auf Augenhöhe begleitet und berät. Das neugegründete Beratungsnetzwerk steht mit seinen niedrigschwelligen und kostenlosen Beratungsleistungen an der Seite der Menschen mit Behinderung. Wir setzen uns ein für ein gleichberechtigtes Leben inmitten der Gesellschaft. Inklusion, Hilfe zur Selbsthilfe und ein hohes Maß an Verständnis durch eine Beratung von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung sind die Grundlagen unserer Beratung. Wir arbeiten für und mit den Ratsuchenden gemeinsam.“

Online-Podiumsdiskussion zur Rechtsdurchsetzung behinderter Menschen am 6. Mai

Poster zu den anstehenden Podiumsdiskussionen
Poster zu den anstehenden Podiumsdiskussionen
Foto: ZSL Nord

Kiel (kobinet) Das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Nord (ZSL Nord) lädt zur zweiten Veranstaltung seiner Podiumsreihe ein. Am 6. Mai 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr, wird online über die Frage, wie Menschen mit Behinderung ihre Rechte durchsetzen können und welche Rolle die Sozialgerichte dabei spielen diskutiert. Zu Gast sind Maike Flemming, Richterin am Sozialgericht Hamburg, und Dr. Lisa Hahn, Rechtswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim und Autorin einer Dissertation zu Klagekollektiven. Die Veranstaltung verbindet zwei Perspektiven: den Blick aus der täglichen sozialgerichtlichen Praxis und die strategische Dimension der Rechtsdurchsetzung.

Protesttags-Demo am 5. Mai in Görlitz Weinhübel

Hinweis auf Demo am 5.5.2026 in Görlitz
Hinweis auf Demo am 5.5.2026 in Görlitz
Foto: DIE LINKE

Görlitz (kobinet) Das Landesinklusionsteam Die Linke Sachsen ruft alle Menschen mit Behinderung und Angehörige, Freunde, Interessierte und Engagierte zur Teilnahme an der Demo zum Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2026 ab 13.30 Uhr in Görlitz Weinhübel unter dem Motto „Inklusiv gegen jeden Ableismus!“ auf. Die Behindertenpolitik stehe derzeit massiv, auch von der Bundesregierung, unter Druck. Das sehe man zum Beispiel an dem schlechten Entwurf der Überarbeitung des Behindertengleichstellungsgesetzes oder aber auch an der jüngsten aktuellen Debatte um die Kürzungen und Streichungen bei der Kinder und Jugendhilfe sowie bei Menschen mit Behinderungen. Und generell beim zunehmenden Ableismus und der Faschisierung bzw. dem gesellschaftlichen Rechtsruck, heißt es in der Einladung zur Demonstration.

Menschenrechte sind kein Sparposten! Hände weg von der Eingliederungshilfe

Verena Gotzes
Verena Gotzes
Foto: BSK

Berlin (kobinet) Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) weist die zahlreichen Kürzungsvorschläge in der Eingliederungshilfe und Kinder- und Jugendhilfe in einem geheimen Arbeitspapier von Bund, Länder und kommunalen Spitzenverbänden mit Entrüstung und Empörung zurück. „Diese Streichliste der Grausamkeiten darf nie Gesetzesrealität werden, da diese massiven Verschlechterungen für Kinder und Jugendliche und Menschen mit Behinderungen zur Folge hätte. Auch verstößt diese gegen die UN-Behindertenrechtskonvention und die UN-Kinderrechtskonvention. Diese ständigen Angriffe auf den Sozialstaat müssen unterbleiben. Wir lehnen alle Versuche, die Leistungen der Eingliederungshilfe auf Kosten der Betroffenen zu begrenzen oder zu kürzen, kategorisch ab“, betont Verena Gotzes, Bundesvorsitzende des BSK.

Erinnerung an Morde im Oberlinhaus in Potsdam vor fünf Jahren

Sharepic zur Erinnerung an die Opfer des Oberlinhaus
Sharepic zur Erinnerung an die Opfer des Oberlinhaus
Foto: Raul Krauthausen

Potsdam / Berlin (kobinet) „Martina W. (31), Christian S. (35), Lucille H. (42), Andreas K. (56). Am 28. April 2021 wurden sie im Oberlinhaus in Potsdam, einer vollstationären Einrichtung für behinderte Menschen, von einer Pflegerin getötet. Was als ‚tragischer Einzelfall‘ dargestellt wurde, ist Teil eines viel größeren, strukturellen Problems.“ Darauf weist Raul Krauthausen heute, am 28. April 2026, zum fünften Jahrestag der Tötung behinderter Menschen im Oberlinhaus in Potsdam auf Facebook hin und verweist auf das journalistische Rechercheprojekt #AbleismusTötet, das systematisch Gewalt in vollstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Deutschland mit schockierenden Ergebnissen dokumentiert.

Bundesweite Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe mit Rekordbeteiligung

Plakat zur Aktion
Foto: Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der BAG HEP

BERLIN (kobinet) Die bundesweite Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe ist mit einer Rekordbeteiligung zu Ende gegangen. Mehr als 650 Organisationen, Einrichtungen und Ausbildungsstätten aus ganz Deutschland haben sich in der Zeit vom 20. bis 24. April 2026 an der gemeinsamen Aktion der Fachverbände für Menschen mit Behinderung und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland (BAG HEP) beteiligt.

Wieder einmal inklusiv an der Goitzsche auf Tour

Eine Gruppe von Wanderern, darunter eine Rollstuhlfahrerin stehen im Wald vor einer Informationstafel
Bei der Wanderung an den Ufern des See an der Goitzsche
Foto: Olaf Diener

BITTERFELD/WOLFEN (kobinet) Die Goitzsche, ein früherer Tagebau am Rande der Stadt Bitterfeld, hat sich bereits als sehens- und erlebenswertes Naturgebiet mit vielen Radwegen und Wandermöglichkeiten einen guten Namen gemacht. Diese Möglichkeiten sollen selbstverständlich von allen genutzt werden können. So hatten das Frauenzentrum Wolfen und die BUNDstiftung Goitzsche-Wildnis auch in diesem Jahr zu einer Wanderung inklusiv für Alle an der Goitzsche eingeladen. Im April hatten sich interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Rastplatz Dreihausen in der Gemeinde Muldestausee zu einer „Wanderung in den Sonnenuntergang“ getroffen. Am Zielpunkt gab es neben einem atemberaubenden Sonnenuntergang eine kleine Verkostung regionaler und selbstgemachter Produkte mit vielen Tipps zur Herstellung durch die BUNDstiftung Goitzsche-Wildnis.

Maßnahmen für eine bezahlbare stationäre Pflege im Koalitionsvertrag ‌verankern

Mann mittleren  Alters trägt dunklen Anzug, weißes  Hemd und  roten Schlips. Er steht schräg an einer gemauerten Wand
Landesverbandsvorsitzender Hans-Josef Hotz
Foto: Jutta Kübler

STUTTGART (kobinet) „Pflege ist kein Randthema, sondern eine der größten sozialen Fragen unserer Zeit. Sie darf in den Koalitionsverhandlungen nicht vergessen werden“, sagt Hans-Josef Hotz, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg. „Die bezahlbare stationäre Pflege ist eines der Themen, das die Menschen im Land am stärksten bewegt. Schon heute ist jeder dritte Pflegeheimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen. Wir verstehen nicht, dass das Thema Pflege im Sondierungspapier keine Rolle gespielt hat.“

ABiD sieht geplante Milliardenkürzungen bei Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung als sozialpolitischen Tabubruch

Logo des ABiD
ABiD Logo
Foto: ABiD

BERLIN (kobinet) Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland kritisiert die bekannt gewordenen Überlegungen von Bund, Ländern und Kommunen zu massiven Kürzungen bei Unterstützungsleistungen für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung mit aller Schärfe. Nach aktuellen Berichten und Veröffentlichungen geht es um mehr als 70 Kürzungsvorschläge mit einem Volumen von mindestens 8,6 Milliarden Euro. Betroffen wären unter anderem Leistungen der Eingliederungshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe sowie individuelle Unterstützungsansprüche.

IGEL-Podcast: Zu teuer, zu laut, zu unbequem? Junge Stimmen geben dem Protest neue Kraft

Cover des IGEL-Podcast zum Protesttag 2026
Cover des IGEL-Podcast zum Protesttag 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Zu teuer, zu laut, zu unbequem? Junge Stimmen geben dem Protest neue Kraft“, so hat Sascha Lang den aktuellen Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) zum anstehenden Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen getitelt. Dabei geht es um die Kraft von Protest – und warum gerade junge Stimmen heute wichtiger sind denn je. Zu Gast beim IGEL-Podcast von Sascha Lang sind Lena Groh-Trautmann (Servicestelle Jugendbeteiligung e.V.), Ottmar Miles-Paul (Aktivist & Journalist) und Janine Kolbig (ZSL Nord).

Aktionstag mit Mahnwache und Lesung am 4. Mai 2026 in Mainz: Menschenrechte sind nicht verhandelbar!

Sharepic zu den Aktionen am 4. Mai 2026 in Mainz
Sharepic zu den Aktionen am 4. Mai 2026 in Mainz
Foto: ZsL Mainz

Mainz (kobinet) „Für viele von uns ist der 5. Mai, der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, mehr als ein Datum im Kalender: Er ist ein Tag, der deutlich macht, dass Inklusion ein grundlegendes Menschenrecht ist. ‚Menschenrechte sind nicht verhandelbar!‘ – dieses Motto der Protestkampagne 2026 bringt zum Ausdruck, was viele von uns täglich erfahren“, heißt es in einer Presseinformation des Initiativkreis für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung Mainz, der am 4. Mai 2026 zu einer Mahnwache mit politischen Statements und bunten Aktionen von 16:00 – 17:00 Uhr auf dem Helmut-Kohl-Platz/Ernst-Ludwig-Platz, in 55116 Mainz einlädt. Davor findet von 13:00 – 15:00 Uhr eine kostenlose Lesung von und mit Ottmar Miles-Paul zu seinem neuen Buch „Ich will raus“ im barrierefreien SALON 3SEIN, Große Bleiche 60-62 in 55116 Mainz statt. Sabine Lohner liest aus dem Roman vor.

Amnesti International: Deutschland kommt Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention nicht ausreichend nach

UN-Behindertenrechtskonvention
UNO Behindertenrechtskonvention
Foto: BIZEPS Wien

Kassel (kobinet) „Ende des Jahres wird die UN-­Behindertenrechtskonvention 20 Jahre alt. Große Feierlichkeiten sind zumindest in Deutschland derzeit nicht geplant, wohl auch, weil sie hier nicht 2006, sondern erst 2009 in Kraft trat. Allerdings ist diese Konvention – zumindest auf dem Papier – eine derartige Revolution, dass sie durchaus auch zweimal gefeiert werden könnte“, so heißt es in einem Beitrag von Frédéric Valin, der auf der Internetseite von Amnesti International veröffentlicht wird und den Titel „Deutschland kommt seinen rechtlichen Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention nicht ausreichend nach“ trägt.

VdK: Klare Mehrheit für starken Sozialstaat – Regierung auf falschem Kurs

Symbol Prozentzeichen
Symbol Prozent
Foto: ht

Berlin (kobinet) Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap für die ARD zum Sozialstaat zeigen nach Ansicht des Sozialverband VdK Deutschland eine klare Haltung in der Bevölkerung: Eine große Mehrheit lehnt Einschnitte in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung ab. Trotz steigender Kosten sprechen sich rund drei Viertel der Befragten gegen Kürzungen aus – und das über alle Alters- und Einkommensgruppen hinweg. Dazu erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Die Bundesregierung diskutiert über Kürzungen, während eine klare Mehrheit der Menschen genau das ablehnt. Das ist Politik an der Lebensrealität vorbei.“

Unbürokratische Pflegekräftevermittlung: Selbstbestimmtes Leben stärken – Pflegenotstand abwenden

Uwe Frevert mit ISL Logo im Hintergrund
Uwe Frevert mit ISL Logo im Hintergrund
Foto: Franziska Vu ISL

Kassel (kobinet) Anlässlich des Fachgesprächs der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation (BAR), das am 28. und 29. April 2026 in Kassel unter dem Motto „Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung“ stattfindet, fordert Uwe Frevert, Vorstandsmitglied der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), eine schnelle und unbürokratische Lösung für die Pflegekräftevermittlung in den einzelnen Regionen. Ziel ist es, die häusliche Pflege zu stärken und den eklatanten Pflegenotstand abzumildern.

Protesttagsdemo zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai 2026 in Hamburg

Plakat zur Demo am 5.5.2026 in Hamburg
Plakat zur Demo am 5.5.2026 in Hamburg
Foto: SIT’N’SKATE gUG

Hamburg (kobinet) Für den 5. Mai 2026 ruft die SIT’N’SKATE gUG in Hamburg zur Demonstration anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf. Start ist um 17:00 Uhr im Arrivatipark, Beim Grünen Jäger 13, in Hamburg. Die Demo führt über die Wohlwillstraße, den Paulinenplatz, die Budapester Straße, den Millerntorplatz und die Reeperbahn. Die abschließende Kundgebung ist für 19:15 Uhr auf dem Spielbudenplatz in Hamburg geplant. Die Veranstaltung wird mit Gebärdensprachdolmetschung begleitet. Inhaltlich richtet sich der Protest gegen eine Politik, die Barrierefreiheit weiter verzögert und gegen die aktuellen Pläne zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die Barrieren eher absichert als konsequent abbaut. Wir fordern verbindliche Barrierefreiheit, echte Rechte und Teilhabe statt Ausnahmen, Ausreden und Verschiebungen, heißt es in der Ankündigung der SIT’N’SKATE gUG.

Inklusionsturnier in Bernkastel-Kues

Team des DRK Bernkastel-Kues
Team des DRK Bernkastel-Kues
Foto: privat

Bernkastel-Kues (kobinet) Frank Schäfer engagiert sich seit vielen Jahren für ein barrierefreies und inklusives Bernkastel-Kues, das in Rheinland-Pfalz an der Mosel liegt. Dort fand Ende März 2026 ein Inklusionsturnier statt, das Frank Schäfer nicht zuletzt in seiner Funktion als kommunaler Behindertenbeauftragter besuchte. Damit bekannter wird, was im ländlichen Raum passiert, hat Frank Schäfer den kobinet-nachrichten einen Bericht über das Fußballturnier geschickt, bei dem die Gastgeber gut abgeschnitten haben.

Inklusion darf kein Sparmodell werden

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe

BERLIN (kobinet) Die Lebenshilfe warnt davor, die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zugunsten pauschaler Lösungen und Kostendämpfungseffekten zu  schwächen. Kinder und Jugendliche mit Behinderung und ihre Familien warten schon sehr lange auf die nun greifbare Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Durch diese Reform sollen endlich die Jugendämter für die Eingliederungshilfe aller Kinder mit Behinderungen zuständig werden. Diese Strukturreform könnte die Weichen für mehr Inklusion und Teilhabe stellen, gerade weil erstmals eine inklusive Infrastruktur auf den Weg gebracht werden soll. Leider droht sie nun jedoch zum Sparinstrument zulasten von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu werden. Dem muss dringend Einhalt geboten werden.

Mobilität ist Treibstoff für Teilhabe

Zwei Männer und eine blonde Frau in der Mitte stehen vor einem Auto
Beiräte der Gemeinschaft deutscher Blindenfreunde bei Sozialministerin Ulrike Scharf
Foto: StMAS / Nötel

MÜNCHEN (kobinet) Das Blindenmobil soll blinde Menschen kostenlos zu Arzt, Bank oder Behörde fahren und begleiten. Jetzt hat das Blindenmobil beim Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales in München Halt gemacht, um auf seine Dienste aufmerksam zu machen. Seit vergangenem Herbst gibt es das Blindenmobil des Vereins „Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde von 1860 — Moon’scher Blindenhilfsverein e. V.“ auch in der bayerischen Landeshauptstadt. Nach Angaben des Vereins ist das Blindenmobil bundesweit in 13 Städten im Einsatz, darunter auch in der Metropolregion Nürnberg/Fürth. Der Verein mit Sitz in Berlin unterstützt blinde und sehbehinderte Menschen, stellt Hilfsmittel bereit und fördert Veranstaltungen und den Blindensport.

Anhörung zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe im Jugendministerium

Sharepic von Christiane Möller zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe
Sharepic von Christiane Möller zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Heute, am 27. April 2026, findet im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Verbändeanhörung zum Referentenentwurf für ein Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe statt. Nach Veröffentlichung des Referentenentwurfs gab es u.a. von Selbstvertretungsorganisationen behinderter Menschen heftige Kritik an dem Gesetzesvorhaben, das nach dem Plan des Ministeriums noch dieses Jahr im Bundestag beschlossen werden soll. „Der vorliegende Referentenentwurf ist ein Frontalangriff auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen“, stellte die DBSV-Justiziarin Christiane Möller im Vorfeld der Anhörung des Bundesjugendministeriums beispielsweise fest. Auch in der Debatte zur Aktuellen Stunde zu den bekanntgewordenen „Sparvorschlägen“ zur Kinder- und Jugendhilfe sowie bei der Eingliederungshilfe am 24. April 2026 wurde die geplante Einschränkung von Rechten der Betroffenen scharf kritisiert.

Debatte zum Behindertengleichstellungsgesetz jetzt für den 7. Mai 2026 im Bundestag geplant

KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
Foto: Juliane Harms mit KI gestaltet

Berlin (kobinet) Ursprünglich war die Bundestagsdebatte zur ersten Lesung des Gesetzes zu Änderungen des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) für den 16. April 2026 im Bundestag geplant. Nachdem diese kurzfristig wieder von der Tagesordnung genommen wurde, fragen sich viele, wann das für die Barrierefreiheit in Deutschland so wichtige, aber heftig kritisierte Gesetz nun im Bundestag behandelt werden soll. Nachdem bereits eine weitere Sitzungswoche verstrichen ist, steht die Debatte zur BGG-Reform nun am 7. Mai 2026 von 9:00 bis 10:10 Uhr auf der geplanten Tagesordnung für die Plenarsitzung des Deutschen Bundestages. Gab es bereits am 16. April Proteste behinderter Menschen vor dem Reichstag, dürfte die Demonstration im Rahmen des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen, die am 5. Mai ab 15:00 Uhr vom Brandenburger Tor zum Roten Rathaus stattfindet, den Forderungen behinderter Menschen an dem heftig kritiserten Gesetzentwurf der Bundesregierung lautstark Nachdruck verleihen.

Europäischer Protesttag am 5. Mai: Wir treffen uns auf der Straße für die Rechte behinderter Menschen

Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Foto: Aktion Mensch

Berlin (kobinet) „Wir schlagen Alarm: Unter der aktuellen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD sehen wir gravierende Rückschritte für echte Teilhabe und Selbstbestimmung. Deshalb gehen wir deutschlandweit auf die Straße. Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen wurde 1992 durch die Behindertenbewegung initiiert und findet seit jeher dezentral organisiert an vielen Orten in Deutschland und Europa statt.“ Darauf hat die Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), Wiebke Schär, im Zusammenhang mit den diesjährigen Protestaktionen um den 5. Mai 2026 herum hingewiesen. Die ISL mischt zusammen mit einem Bündnis verschiedener Akteur*innen beispielsweise bei der Demonstration am Nachmittag des 5. Mai in Berlin mit.

Eltern schlagen mit Demo Alarm: Köln muss jetzt handeln, damit Inklusion an Schulen nicht ausstirbt

Zeichnung eines Schulgebäudes im Hintergrund vor dem eine Gruppe von Schülern steht
Alle gehen zusammen zur Schule
Foto: RosZie In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Köln (kobinet) Heute, am Montag, den 27. April 2026, demonstrieren Eltern und Schulen zum 16. Mal vor dem Kölner Schulausschuss für bessere Bedingungen an inklusiven Schulen in Köln und laden die Politik zum Gespräch ein. Zwei Gesamtschulen werden mit mehreren Klassen vor Ort sein. Seit drei Jahren machen Eltern auf wachsende Probleme im Bereich der inklusiven Bildung aufmerksam. Im Juni 2023 hat der Kölner Expertenbeirat Inklusion Handlungsempfehlungen zum Thema veröffentlicht. „Passiert ist nichts. Jetzt werden die Auswirkungen sichtbar: Mehrere Gesamtschulen berichten, dass in diesem Jahr erneut weniger Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung für das Gemeinsame Lernen angemeldet wurden. Damit bestätigt sich, wovor Eltern seit Jahren warnen. Der negative Trend, der im letzten Bildungsmonitoring bereits erkennbar war, setzt sich fort“, heißt es in einer Presseinformation des Kölner Verein mittendrin, in der auf die Protestaktion am 27. April 2026 zwischen 14 und 15 Uhr am Theo-Burauen-Platz in Köln hingewiesen wird.

Ohne Anpassung an das Machbare wird Aufrechterhaltung des Sozialstaats durch Kommunen nicht mehr machbar sein

Nach rechte zeigende Pfeile in Schwarz, Rot und Gel. Darunter die Worte CDU/CSU Franktion im Deutschen Bundestag
Grafik zeigt Logo der CDU/CSU-Fraktion
Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion

Berlin (kobinet) Der Deutsche Bundestag debattierte am 24. April 2024 in einer Aktuellen Stunde über die Reform des Sozialstaats. Dazu erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Klaus Mack: „Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen unterstellt mit ihrem Antrag zur Debatte einer Aktuellen Stunde, dass die notwendige Sozialstaatsreform zulasten von Kindern, Jugendlichen, Familien und Menschen mit Behinderung gehe. Diese Unterstellung ist nicht haltbar und verkennt den Ernst der Lage. Die Kommunen haben ein strukturelles Finanzierungsproblem: Die Kommunalausgaben steigen deutlich schneller als die Einnahmen der Kommunen. Mit Umverteilung und Einnahmeverbesserung kommen wir hier nicht weiter. Die Kommunen brauchen grundlegende Ansätze, die bei den Ausgaben ansetzen. Die Kommunen verzeichnen im Jahrestakt Rekorddefizite. Sie sind an der Belastungsgrenze angekommen. Darunter leidet insgesamt die Handlungsfähigkeit vor Ort.“

Momentaufnahme 432

Viele Bienen am Eingang des Bienenstocks
Bienen
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Das Gute wird nicht immer erkannt, damit muss man aber nicht abllassen, gut zu sein. Das ist und bleibt mein Grundsatz.

Im Aufzug mit dem Autor und Behindertenrechtsaktivisten Udo Sierck

Titelbild des Podcast: Im Aufzug mit Raul Krauthausen
Titelbild des Podcast: Im Aufzug mit Raul Krauthausen
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) „Was können wir aus 50 Jahren Widerstand lernen?“ darum geht es in der 103. Ausgabe des Podcast von Raul Krauthausen „Im Aufzug“, bei dem dieses Mal der Autor und Behindertenrechtsaktivist Udo Sierck zu Gast war. „Heute spreche ich mit Udo Sierck. Und ich muss gestehen: Ich war nervös vor dieser Aufnahme. Denn Udo macht das, was ich mache – Aktivismus für die Rechte behinderter Menschen – fast 50 Jahre länger als ich. Udo ist 1956 in Hamburg geboren. Für ihn als Kind mit Behinderung der 50 und 60er Jahre schien eigentlich alles vorgezeichnet zu sein: Sonderschule, Werkstatt, Wohnheim. Aber es kam anders. Denn Udo hatte inzwischen gelernt, dass man sich aktiv zur Wehr setzen muss, wenn man etwas wirklich nicht will. Also schloss er sich Ende der 70er der Krüppelgruppe Hamburg an – ja, die hießen so, das war Provokation. Er hat Rathäuser besetzt, ein Sit-in im Spiegel-Foyer gemacht, die Zwangssterilisation tausender behinderter Frauen öffentlich gemacht – und dafür eines morgens das BKA vor der Tür gehabt die seine Wohnung durchsuchten, weil er verdächtigt wurde ‚Teil einer kriminellen Vereinigung‘ zu sein. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben: ‚Frech und frei – 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung‘. Und als ich es gelesen habe, war ich gleichzeitig begeistert und frustriert. Begeistert, weil da Geschichten drinstehen, die ich nicht kannte. Und frustriert, weil so vieles, wogegen Udo vor 40 Jahren gekämpft hat, immer noch da ist“, heißt es in der Ankündigung des Podcast von Raul Krauthausen.

Zweischneidiges Urteil für Teilhabe an Bildung durch Online-Unterricht

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Am 24. Oktober 2025 wies die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Berlin die Klage einer chronisch erkrankten Schülerin (Klägerin) auf Beschulung in der 12. und 13. Klasse außerhalb des Präsenzunterrichts ab (Aktenzeichen VG 3 K 308/24). Die Monitoringstelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte hat bereits während des Verfahrens Stellung genommen und auf die grundsätzliche Bedeutung des Falls für das Recht auf inklusive Bildung und das Recht auf angemessene Vorkehrungen nach Artikel 24 und Artikel 5 Absatz 3 UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hingewiesen. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts hat das Institut die Gründe des Urteils analysiert und es vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention menschenrechtlich eingeordnet.

Aktionstag am 5. Mai in Frankfurt: Barrieren abbauen – Gesundheit ermöglichen!

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Foto: Susanne Göbel

Frankfurt am Main (kobinet) Mit dem Aktionstag „Barrieren abbauen – Gesundheit ermöglichen!“ am 5. Mai 2026 im Haus am Dom in Frankfurt am Main soll ein deutliches Zeichen für mehr Inklusion und Chancengleichheit im Gesundheitswesen gesetzt werden. Ziel der Veranstaltung ist es, Hindernisse in der medizinischen Versorgung und im Alltag sichtbar zu machen, gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln und den Austausch zwischen Betroffenen, Fachleuten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu fördern. Das Programm beginnt um 15:00 Uhr mit einer Begrüßung und Einführung. Es folgen Fachbeiträge von Dr. Marion Michel, Vorsitzende des Vereins Leben mit Handicaps, sowie von Hannes Heiler, der die Perspektive eines pflegenden Angehörigen einbringt. Anschließend sind Gäste eingeladen, eigene Erfahrungen, Probleme und Lösungsansätze zu teilen. Nach einer kurzen Pause schließt eine Podiumsdiskussion die Veranstaltung gegen 17:30 Uhr ab.

Berliner Landesbehindertenbeirat positioniert sich zu Rente als „Basisabsicherung“

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Foto: ht

Berlin (kobinet) Der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen nimmt mit Befremden die aktuellen Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur zukünftigen Rolle der gesetzlichen Rente zur Kenntnis. „Die Einschätzung, die gesetzliche Rente werde künftig nur noch eine ‚Basisabsicherung‘ darstellen, berührt die Lebensrealität vieler Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise. Für sie bildet die gesetzliche Rente häufig die zentrale oder sogar einzige Grundlage der finanziellen Absicherung im Alter. Der Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt ist für viele Menschen mit Behinderungen im Vergleich zu nicht behinderten Arbeitnehmer*innen im besonderen Maße erschwert. Strukturelle Barrieren, eingeschränkte Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Diskriminierung führen dazu, dass Erwerbsbiografien häufiger unterbrochen sind oder gar nicht erst entstehen. In der Folge können sie seltener die Grundlage für eine ausreichende Altersabsicherung schaffen. Daraus resultieren geringere Einkommen und entsprechend deutlich reduzierte Rentenansprüche“, heißt es vonseiten des Beirats.

Blinder Jurist Vilmos Kátai-Németh wird Sozial- und Familienminister in Ungarn

Vilmos Kátai-Németh
Vilmos Kátai-Németh
Foto: TISZA

Budapest / Wien (kobinet) In Ungarn steht ein politischer Wandel bevor, der auch für behinderte Menschen eine Reihe von Verbesserungen bringen könnte. „Der zukünftige Ministerpräsident Péter Magyar hat am 24. April 2026 sein Regierungsteam vorgestellt. Der blinde Jurist Vilmos Kátai-Németh soll Sozial- und Familienminister werden. Das ist eine Premiere in der Geschichte des Landes. Péter Magyar gewann mit seiner TISZA-Partei die Parlamentswahl am 12. April 2026. Damit endet die 16-jährige Amtszeit von Viktor Orbán. Die neue Regierung soll am 9. Mai 2026 vereidigt werden. Der Wahlsieger und zukünftige Regierungschef Magyar setzt bei der Besetzung seines Kabinetts auf Fachleute aus Wissenschaft und Gesellschaft. Am 24. April 2026 gab Péter Magyar bekannt, dass Vilmos Kátai-Németh Sozial- und Familienminister werden wird“, heißt ein in einer Meldung des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS.

Entscheidung zum Anspruch auf Blindengeld nach dem Landesblindengeldgesetz Nordrhein-Westfalen

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Statue Justitia
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Münster (kobinet) Das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) hat entschieden, dass eine Person, bei der eine seelisch bedingte (psychogene) Blindheit ohne organische Ursachen vorliegt, keinen Anspruch auf die Leistung Blindengeld hat. Diese stehe nur bei einer organisch verursachten Blindheit zu. So heißt es in einem Bericht von Henry Spradau, der diesen den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Hitzige Debatte im Bundestag zu Plänen zum Sozialabbau bei behinderten Menschen im Bundestag

Bundesadler im Plenarsall
Bundestag Adler
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) „Das macht mir Angst – das macht mich wütend“, so brachte die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Heubach, ihre und die Stimmung vieler behinderter Menschen angesichts der öffentlich gewordenen Überlegungen zu Kürzungen im Bereich der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen und für Kinder und Jugendliche in ihrer Rede zur Aktuellen Stunde im Bundestag zum Ausdruck. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hatte für heute, den 24. April 2026, eine aktuelle Stunden mit dem Titel „Kein Sozialabbau bei Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen“ im Plemum des Bundestag initiiert. Anlass für die geplante gut 1stündige Debatte im Bundestag ist eine bekanntgewordene Vorschlagsliste zur Einschränkung von Leistungen für behinderte Menschen sowie für Kinder- und Jugendliche, die im Kanzleramt diskutiert wird.

Behindertenbeauftragte für Einsparungen bei überbordender Bürokratie und nicht bei Rechten behinderter Menschen

Sharepic von Jürgen Dusel zum Treffen der Behindertenbeauftragten
Sharepic von Jürgen Dusel zum Treffen der Behindertenbeauftragten
Foto: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

Celle (kobinet) „Am 22. und 23. April 2026 hat sich die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) klar in der Diskussion um Leistungskürzungen positioniert. Anlass ist ein geleaktes Arbeitspapier mit dem Titel ‚Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen‘, das von einer Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Kommunen erarbeitet wurde – und gegen das viele Menschen mit Behinderungen sowie ihre Verbände Sturm laufen. Die KBB stellt fest: Die Vorschläge würden zu unzumutbaren Einschnitten in der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen führen und sind nicht mit den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) vereinbar“, das teilte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Nachgang der Konferenz der Beauftragten auf Facebook fest.

Reform der Kinder- und Jugendhilfe: Frontalangriff auf die Rechte behinderter Kinder und Jugendlicher

Christiane Möller am Telefon
Christiane Möller
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Anlässlich der am 27. April 2026 geplanten Verbändeanhörung übt der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deutliche Kritik an den Plänen des Bundesjugendministeriums für ein Erstes Gesetz zur Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe (1. KJHSRG). „Der vorliegende Referentenentwurf ist ein Frontalangriff auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen“, stellte die DBSV-Justiziarin Christiane Möller im Vorfeld der Anhörung des Bundesjugendministeriums fest.

Empfehlungs- und Forderungspapier für ein inklusives Katastrophenmanagement

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Foto: Susanne Göbel

Heidelberg(kobinet) Katastrophen und Extremereignisse stellen uns Alle bekanntlich vor große Herausforderung. Desto unerlässlicher ist ein gut ausgearbeitetes Katastrophenmanagement, indem alle Menschen mit ihren Bedarfen, die zum Überleben notwendig sind, gleichermaßen von Beginn an mitbedacht und mitberücksichtigt werden. Das vom Arbeitskreis für inklusiven Umgang mit Extrem- und Notsituationen des Rhein-Neckar-Kreises entwickelte und mit Unterstützung der Inklusiven Katastrophenvorsorge auf Landesebene veröffentlichte Empfehlungs- und Forderungspapier für ein inklusives Katastrophenmanagement umfasst 11 Forderungen und Empfehlungen. Die Empfehlungen richten sich zum Beispiel an die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, an die Feuerwehren und Hilfsorganisationen wie stationäre und ambulante Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Pflege, Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen, aber auch an die Bevölkerung.

Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung gegen Kürzungsvorschläge verteidigen

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Sören Pellmann – 2021-NEU
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet) „Nach den Kürzungsvorschlägen aus einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die in einem internen Vorschlagsbuch dieser Arbeitsgruppe zusammengeführt wurden, wird deutlich, dass ein grundlegender Umbau der Eingliederungshilfe zulasten von Menschen mit Behinderung droht“, erklärt der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag. Sören Pellmann betonte weiter: „Die Bundesregierung und die beteiligten Akteure legen damit die Axt an zentrale Prinzipien von Inklusion und Teilhabe. Mehrere Vorschläge stehen im Widerspruch zu grundlegenden Prinzipien der UN Behindertenrechtskonvention, insbesondere zum Recht auf individuelle und bedarfsgerechte Unterstützung.“