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Mehr Selbstbestimmung statt Kürzungen

Logo SoVD ab 2020
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Foto: SoVD

HANNOVER (kobinet) Sowohl bei der Gesundheitsversorgung als auch bei der Eingliederungshilfe betrachtet der Sozialverband Deutschland (SoVD) die derzeitigen Entwicklungen mit großer Sorge. Anlässlich des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ am 5. Mai macht der Verband deshalb deutlich, dass die geplanten Kürzungen das Leben von Menschen mit einer Behinderung massiv einschränken würden. Er fordert die Politik auf, die Pläne nicht umzusetzen und stattdessen Inklusion voranzutreiben.

Teilhabe muss für alle verlässlich und sicher sein

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Anlässlich des europaweiten Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai 2026 hat der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg die neue Landesregierung in einem offenen Brief zu entschlossenem Handeln aufgefordert. Die Eingliederungshilfe muss gezielt weiterentwickelt werden, um gleichberechtigte Teilhabe zu sichern und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen konsequent umzusetzen. Allein in Baden-Württemberg gibt es fast eine Million Bürgerinnen und Bürger mit einer Schwerbehinderung, rund 2.000 Menschen besuchen jeden Tag Tagesstätten für psychisch erkrankte Menschen. Im Zentrum der Forderungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands steht die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe in Baden-Württemberg.

Auch in Essen gibt es Demonstrationen für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

ESSEN (kobinet) Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gehen am 5. Mai 2026 in ganz Deutschland Menschen auf die Straße. Auch in Essen wird ein deutliches Zeichen gesetzt: Für mehr Inklusion, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe. Der Protesttag wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um auf die Rechte von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen und eine Gesellschaft einzufordern, in der alle Menschen gleichberechtigt leben können – unabhängig von Behinderung oder chronischer Erkrankung. In diesem Jahr erhält der Protest eine zusätzliche politische Brisanz. Diskutierte Kürzungen bei Unterstützungsleistungen sowie stärkere Einschränkungen und Kontrollen gefährden die Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Viele Betroffene sehen dadurch ihre Rechte bedroht.

Krankenkassenreform geht zu Lasten der gesetzlich Versicherten

Mann mittleren  Alters trägt dunklen Anzug, weißes  Hemd und  roten Schlips. Er steht schräg an einer gemauerten Wand
Landesverbandsvorsitzender Hans-Josef Hotz
Foto: Jutta Kübler

STUTTGART (kobinet) Der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg, Hans-Josef Hotz, macht deutlich, dass die Krankenkassenreform zu Lasten der gesetzlich versicherten geht. „Über diesen beschlossenen Kabinettsentwurf zur Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung können wir nur den Kopf schütteln.,“ so Hotz, „Da geht man ein kleines Schrittchen in die richtige Richtung und beteiligt sich als Bund mit 250 Millionen Euro mehr an der Finanzierung der Gesundheitsleistungen für die Bürgergeldbeziehenden. 12 Milliarden Euro im Jahr wären aber der tatsächliche Ausgleich. Im Gegenzug dazu wird der Bundeszuschuss, der genau der Ausgleich für diese sogenannten versicherungsfremden Leistungen sein soll, von 14,5 auf 12,5 Milliarden gekürzt. Er müsste korrekt bei 37,7 Milliarden Euro liegen. Die gesetzlich Versicherten zahlen also mit der Reform weitere 1,75 Milliarden an versicherungsfremden Leistungen mehr und sind wohl das Sparschwein der Nation. Das ist an Irrwitzigkeit kaum zu überbieten.“

Politik für Gleichberechtigung nicht mit Sparpaketen vereinbar

Logo: Weibernetz
Weibernetz
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz eine Abkehr von der Sparpolitik zulasten von Frauen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Laut Koalitionsvertrag setzt sich die Bundesregierung für eine inklusive Gesellschaft gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention ein. Menschen mit Behinderungen sollen „ihr Recht auf volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe verwirklichen können“. „Wie ist das bitte vereinbar mit aktuellen Vorhaben der Regierung?“ fragen sich die Kolleginnen im Weibernetz-Büro.

Bundeskanzler verweist auf Kostenexplosion und verteidigt Einschnitte bei Behindertenhilfe

Friedrich Merz
Friedrich Merz
Foto: Friedrich Merz/Tobias Koch

Berlin (kobinet) Während um den 5. Mai 2026 herum behinderte Menschen und ihre Verbündeten über 500 Protestaktionen und Veranstaltungen durchführen und sich vor allem gegen die Einschränung ihrer Rechte und Unterstützungsleistungen wehren, kommt von Bundeskanzler Friedrich Merz keine Entwarnung. Ganz im Gegenteil, vor kurzem hat dieser die geplanten Einschnitte bei der Eingliederungshilfe und der Hilfen für Kinder und Jugendliche gerechtfertigt und auf eine „Kostenexplosion“ hingewiesen, die vor allem diese Hilfen verursachen. „Bundeskanzler Friedrich Merz hat geplante Einschnitte bei den staatlichen Hilfen für Kinder, Jugendliche und behinderte Menschen verteidigt. Eine ‚Kostenexplosion‘ bei Aufgaben wie Eingliederungshilfe, Sozialhilfe, Pflege und Unterhaltsvorschuss trage zum Milliardendefizit bei Städten und Gemeinden bei, sagte der CDU-Chef bei einer Veranstaltung mit Bürgerfragen in Salzwedel“, heißt es in einem Bericht auf msn.

Protesttagsveranstaltung in Schleswig-Holstein am 5. und 7. Mai 2026

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Kiel / Lübeck (kobinet) Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen gibt es am 5. Mai 2026 in Kiel zwei Veranstaltungen, die aufeinander aufbauen und auf die Martina Scheel aus Schleswig-Holstein die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. Von 15:00 – 18:15 Uhr wird am 5. Mai vonseiten des Zentrum für selbstbestimmtes Leben Nord (ZsL Nord) im KulturForum in der Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Straße 31, in 24103 Kiel ein umfangreiches Programm rund um das Thema Arbeit und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen geboten. Höhepunkt ist ab 17:00 Uhr eine Podiumsdiskussion im Live-Podcast-Format des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) mit Gästen aus der Politik, Praxis und Selbstvertretung. Ab 18:45 schließt sich am gleichen Ort die Veranstaltung der Lebenshilfe Schleswig-Holstein an. Ottmar Miles-Paul liest zusammen mit seiner Leseassistentin Sabine Lohner aus seinem Roman „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ im Rahmen einer Dunkellesung. Danach folgt ein Auftritt eines inklusiven Chors. Am 7. Mai findet nach Informationen von Martina Scheel zudem von 15:00 – 18:00 Uhr eine Veranstaltung zum Protesttag unter den Rathaus-Arkaden in Lübeck statt – organisiert von den Sozialelchen Lübeck, der BSK-LV SH (Martina Scheel) und vielen weiteren Engagierten

Bundestagspetition gegen Kürzungen der Eingliederungshilfe hat 75.000er Marke geknackt

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Obwohl noch bis zum 25. Mai 2026 Zeit ist, um die von Ulla Schmidt von der Lebenshilfe mit Unterstützung einer Vielzahl von Verbänden eingebrachte Petition mit dem Titel „Keine Kürzung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ mit zu unterzeichnen, hat die auf der Petitionsplattform des Bundestages eingereichte Petition bereits die 75.000er Marke geknackt. Dies ist bereits jetzt ein starkes Zeichen gegen die Überlegungen zur Einschränkung der Rechte behinderter Menschen und zu Kürzungen bei Leistungen für behinderte Menschen. Die Petition könnte sich zu einer derjenigen mit den meisten Unterschriften im Bundestag entwickeln. Antje Welke hat die kobinet-nachrichten darüber informiert, dass die Petition nicht nur Online, sondern auch durch die Sammlung von Unterschriften auf Unterschriftenlisten unterstützt werden kann. Das Sammeln von Unterschriften ist also erwünscht, dabei sollten jedoch einige Vorgaben erfüllt werden, die die Lebenshilfe unter folgendem Link anführt: Wichtige-Hinweise-Unterschriftenlisten_Vorlage-Unterschriftenliste.pdf

Rente steigt ab 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent

Bärbel Bas
Bärbel Bas
Foto: photothek

Berlin (kobinet) Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 die Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 beschlossen. Damit werden die gesetzlichen Renten – vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates – zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent steigen. „Es ist eine gute Nachricht für die Rentnerinnen und Rentner, dass die Renten im Juli um 4,24 Prozent steigen. Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer spürbaren Rentenanpassung, mit der die Verlässlichkeit der gesetzlichen Rente zum Ausdruck kommt. Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben. Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben. Daneben geht es mir um die Verlässlichkeit des Rentensystems – gerade in unsicheren Zeiten. Deshalb hat die Bundesregierung mit dem bereits in Kraft getretenen Rentenpaket 2025 ein Mindestsicherungsniveau von 48 Prozent für die kommenden Jahre sichergestellt. Die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine gute Rente verlassen können“, erklärte dazu die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas.

Momentaufnahme 433

Japanische Kirschblüte
Sakura
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Nicht die Liebe, die wir empfangen, macht das  Herz warm, sondern jene, die wir geben.

Jung und Alt nicht gegeneinander ausspielen!

Bild mit Portrait von Jugendlichen mit verschiedener Hautfarbe
Für Jugendliche ist der Start ins Berufsleben entscheidend
Foto: Franz26 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

DÜSSELDORF (kobinet) Mit einer neuen Kampagne des Sozialverband SoVD in Nordrhein-Westfalen nimmt dieser Verband die Belange der Jugend in den Blick. Der traditionsreiche Sozialverband richtet sich mit einem dringenden Appell an die Politik und fordert, junge Menschen viel stärker als bisher zu berücksichtigen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, startet der Verband sogar eigens eine Kampagne mit dem Titel „Join the bailout“, einem Begriff, den einige noch aus der Zeit der Bankenrettung und der Euro-Krise vor etlichen Jahren kennen.

Von der Exklusion zur Inklusion: Roman-Lesungen online sowie in Mainz, Bad Kreuznach und Kiel

Cover des Romans Ich will Raus von Ottmar Miles-Paul und Helen Weber
Cover des Romans Ich will Raus von Ottmar Miles-Paul und Helen Weber
Foto: Olivia Vieweg

Kassel (kobinet) Wie können behinderte Menschen besser unterstützt werden, die raus wollen: Raus aus Wohneinrichtungen, Werkstätten für behinderte Menschen oder dem Elternhaus und rein in ein inklusives und selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft. Darum, um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und um vieles andere geht es im Roman des Behindertenrechtsaktivisten Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“, der im Januar 2026 erschienen ist. Mit einer Reihe von Lesungen, die Ottmar Miles-Paul zusammen mit seiner Leseassistentin Sabine Lohner bei Veranstaltungen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen in Mainz und Bad Kreuznach am 4. Mai 2026, in Kiel am 5. Mai und online am 7. Mai durchführt, will der Autor die Diskussion angekurbeln, wie wir auch in schwierigen Zeiten Inklusion vorantreiben und einzelne behinderte Menschen beispielsweise durch Ich-will-Raus-Pat*innen unterstützen können.

Kommt zur Protesttags-Demo am 5. Mai 2026 in Berlin

Plakat zum Protesttag am 5. Mai 2026 in Berlin
Plakat zum Protesttag am 5. Mai 2026 in Berlin
Foto: Bündnis Protesttag Berlin

Berlin (kobinet) Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai 2026 rufen auch der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen und die Sozialhelden zur Teilnahme an der zentralen Demonstration unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ auf. Ein Motto, das kaum besser zur aktuellen Zeit passen könnte, wie es vom Landesbeirat heißt. Gerade in Zeiten wachsender Haushaltskürzungen und einer politischen Debatte, in der Teilhabe zunehmend unter Kostendruck gerät, sei ein deutliches Signal notwendig: „Menschen mit Behinderungen sind keine ‚Kostenfaktoren‘, sondern Trager*innen unveräußerlicher Rechte!“ „Wir schlagen Alarm: Unter der aktuellen Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD sehen wir gravierende Rückschritte für echte Teilhabe und Selbstbestimmung. Während Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft weiterhin ein leeres Versprechen bleibt, drohen durch Pläne von Bund und Ländern massive Kürzungen in der Eingliederungshilfe. Deshalb gehen wir am 5. Mai 2026 deutschlandweit auf die Straße“, betonte Raul Krauthausen von den Sozialhelden.

Hinfallen, Aufstehen, Weitergehen. Recovery durch Selbsthilfe

Cover des Buchs Hinfallen, Aufstehen Weitergehen
Cover des Buchs Hinfallen, Aufstehen Weitergehen
Foto: PARANUS

Trier (kobinet) Franz-Josef Wagner engagiert sich seit vielen Jahren in der Selbsthilfe und Selbstvertretung behinderter Menschen. Zusammen mit Cornelia Schäfer hat er 2024 das Buch „Hinfallen, Aufstehen, Weitergehen. Recovery durch Selbsthilfe veröffentlicht. Seither ist er viel unterwegs, bei Lesungen und Diskussionen. Prof. Dr. Boris Friele hat nun eine Rezension zum Buch auf der Plattform socialnet. veröffentlicht. Darin heißt es im Fazit: „Franz-Josef Wagner, Psychiatrie-Erfahrener und Aktivist, erzählt in diesem Buch seine Lebensgeschichte. Die Journalistin Cornelia Schäfer unterstützte ihn bei dieser ‚Annäherung an die Wahrheit seines Lebens‘ und ergänzt die Erzählung mit Stimmen von Weggefährten. Vom Aufwachsen in kleinbäuerlichen Verhältnissen und einem steilen sozialen Aufstieg über eine eskalierende Lebenskrise mit zunehmend manifesten psychotischen Zuständen bis hin zu Wagners Arbeit in der Selbsthilfe verbindet der Text persönliche Erfahrung mit schlaglichtartigen Einblicken in den Aufbau sozialpsychiatrischer Strukturen in Deutschland. In dieser Verschränkung liegt für den Rezensenten die besondere Stärke: unaufgeregt, informativ, anregend und bewegend eröffnet das Buch einen gut greifbaren und hoffnungsvollen Zugang zur Bedeutung psychischer Krankheit und zu den Anliegen der Recovery-Bewegung.“

Tickets für einen „Dialog im Stillen “

Zeichnung eines Mannes, welcher den Zeigefinger über den Mund legt und so auffordert, still zu sein
Still sein
Foto: azmeyart-design In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

HAMBRUG (kobinet) Anlässlich des Europäischen Monats der Verschiedenheit, des European Diversity Month, der jährlich im Mai stattfindet, ermöglicht das Dialoghaus Hamburg Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Stadtteilen den Zugang zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. Dank einer erfolgreichen Spendenkampagne wird ein Bildungsangebot zum Thema Inklusion für jene erschwinglich, die sonst oft außen vor bleiben.

SoVD-Aktion mit Schwerpunkt „Für mehr Miteinander“ startet

Logo SoVD mit helfender Hand unter dem o
Logo SoVD ab 2020
Foto: SoVD

HANNOVER (kobinet) Im September steht in Niedersachsen die Kommunalwahl an. Dabei geht es um mehr als um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Es geht um das Leben der Menschen direkt vor ihrer Haustür – um Orte, an denen sie sich wohlfühlen und dazugehören. Deshalb zeigt der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen jetzt im Rahmen seiner Kampagne „Für mehr Miteinander“ mit verschiedenen Aktionen auf, welche Themen wirklich zählen. Gibt es bei mir vor Ort ein Schwimmbad? Kann ich mit dem Bus zur Arbeit fahren? Oder habe ich eine Hausärztin ganz in meiner Nähe? Das sind einige von vielen Aspekten, die das Leben der Menschen in Niedersachsen lebenswert machen und das Gefühl von sozialer Gerechtigkeit vermitteln.

Positionspapier des Deutschen Behindertenrats zur Umsetzung der Triage-Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet) Der Deutsche Behindertenrat hat ein Positionspapier zur Umsetzung der Triage-Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts veröffentlicht und sich damit in die aktuelle Diskussion um nötige Neuregelungen eingemischt. Er plädiert dabei u.a. für eine konsequente Partizipation der Behindertenverbände, um weitere Diskriminierungen zu verhindern.

Neues Buch fordert grundlegendes Umdenken in der Assistenzpolitik

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Foto: Susanne Göbel

Egweil (kobinet) Warum werden Menschen mit Assistenz immer noch als „Leistungsempfänger“ bezeichnet? Ein neues Buch von Christian „Atila“ Mayer mit dem Titel „Der Projektleiter seines Lebens – Warum Menschen mit Assistenz keine Leistungsempfänger sind“ fordert ein grundlegendes Umdenken in der Assistenzpolitik. „Viele Menschen mit persönlicher Assistenz organisieren ihr Leben selbst. Sie stellen Assistentinnen und Assistenten ein, erstellen Dienstpläne, führen Gespräche mit Mitarbeitenden und tragen Verantwortung für ein ganzes Team. In der Wirtschaft würde man dafür einen klaren Begriff verwenden: Projektleitung. Im bestehenden System werden diese Menschen jedoch weiterhin meist als ‚Leistungsempfänger‘ bezeichnet“, heißt es vom Autor des Buches.

Was die neue Regierungskoalition in Rheinland-Pfalz in Sachen Behindertenpolitik plant

Wappen von Rheinland-Pfalz
Wappen von Rheinland-Pfalz
Foto: RLP

Mainz (kobinet) Nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz vom März 2026 hat die bisherige rot-grün-gelbe Regierungskoalition ihre Mehrheit verloren. Am 30. April 2026 stellten Vertreter*innen der CDU und SPD den Entwurf des Koalitionsvertrags für eine zukünftige schwarz-rote Landesregierung vor. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat sich den Entwurf für den Koalitionsvertrag in Sachen Behindertenpolitik angeschaut, über den die Parteien von CDU und SPD nun entscheiden müssen, bevor der Weg für eine neue Regierung in Rheinland-Pfalz frei ist.

Zahlen zur Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen in Deutschland

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Passend zum Tag der Arbeit hat die Bundesagentur für Arbeit einen Bericht zur Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen in Deutschland für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höher und betrug im Jahr 2025 12,0 Prozent. Und dies obwohl schwerbehinderte Arbeitssuchende besser qualifiziert sind. Das ist ein Ergebnis des vorgelegten Berichts.

quer-Bericht: Arbeitsmarkt hat Inklusionsproblem

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Bayerischer Rundfunk
Foto: Bayerischer Rundfunk

München (kobinet) „Zukunft mit Behinderung: Arbeitsmarkt hat Inklusionsproblem“, so lautet der Titel eines gut sechsminütigen Berichts, der vor kurzem im Fernsehmagazin quer des Bayerischen Rundfunks ausgestrahlt wurde und auf den Martin Haertle die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat. Der Bericht zeigt Möglichkeiten, aber auch die derzeitigen Grenzen zur Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in Bayern auf.

Der Mieterverein Düsseldorf ist beim 1. Mai wieder dabei

Mehrgeschossiges Gebäude mit Mietwohnungen
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Foto: ArtisticOperations In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

DÜSSELDORF (kobinet) Wie all die Jahre zuvor, ist der Mieterverein Düsseldorf wieder beim 1. Mai-Fest der Gewerkschaften am Rhein dabei. Auf dem Johannes-Rau-Platz vor dem Apollo wirbt der Mieterverein für mehr bezahlbaren Wohnraum und klärt zu Mieten, Mietpreisbremse und Nebenkosten auf. Für Interessierte steht genügend Informationsmaterial zur Verfügung. Bei Gewerkschaften, demokratischen Parteien, Sozialverbänden und engagierten Gruppen fühlt sich der Mieterverein Düsseldorf in bester Gesellschaft. Internationale Gruppen werden auch dann für ein breites kulturelles und kulinarisches Angebot sorgen. Gäste und Laufpublikum sind zwischen 11.00 Uhr und 17.00 Uhr herzlich beim Mieterverein willkommen.

1. Mai – Selbst Aktiv ist dabei

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Foto: AG Selbst Aktiv

Hannover (kobinet) Heute am 1. Mai, am Tag der Arbeit, ist auch Selbst Aktiv voll dabei. „Wir, die politisch aktiven Menschen, fühlen uns in politischen Zielen und Inhalten der organisierten Arbeitnehmerschaft verbunden und sind Teil des sozialen Deutschlands und einer arbeitnehmerorientierten Politik“, dies erklärte Karl Finke, Co-Vorsitzender von Selbst Aktiv, der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen in der SPD. Deutlicher Ausdruck hierfür sei die aktive Teilnahme behinderter Menschen an der  1. Mai Veranstaltung in Hannover. „Wir sind mit einem eigenen Stand hier vertreten und unterstreichen den Anspruch, Teil der großen Arbeitnehmerschaft und deren sozialer Verantwortung zu sein“, unterstreichen die Organisatoren von Selbst Aktiv Ulrike Ernst, Claus Arne Mohr und Tanja Fruggel.

Nichts über uns ohne uns: PRO RETINA fordert Inklusion und Teilhabe in allen Lebensbereichen

Logo: PRO RETINA Deutschland
PRO RETINA Deutschland
Foto: PRO RETINA Deutschland

Bonn (kobinet) „Nichts über uns ohne uns“ – unter diesem Motto steht der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2026 bei PRO RETINA Deutschland. Die Patientenselbsthilfeorganisation fordert, dass Menschen mit Sehbeeinträchtigung in alle Entscheidungen und Prozesse einbezogen werden. Nur wenn das geschieht, können Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen realisiert werden. „Deutschland ist noch weit davon entfernt, sehbeeinträchtigten und blinden Menschen Teilhabe zu ermöglichen. Überall stoßen Betroffene auf Barrieren. Das muss sich ändern“, fordert Dario Madani, Geschäftsführer von PRO RETINA.

Kommen Menschenrechte auf die Einsparliste ?

Junge Frau mit kurzen Haaren, einer weißen Bluse und rötlicher Jacke. Rechts neben ihr ein junger Mann mit Vollbart, Brille und dunklem Hemd und dunkler Jacke sowie schwarzer Mütze
Jessica Volk und Sebastian Jung, Vorstand Martinsclub Bremen
Foto: Cosima Hanebeck

BREMEN (kobinet) Ein geleaktes Arbeitspapier der Bundesregierung relativiert die Arbeit des Martinsclub – das meinen Jessica Volk und Sebastian Jung vom Vorstand des Martinsclub Bremen. „Wir blicken mit großer Sorge auf das bekannt gewordene Arbeitspapier „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“. Die darin formulierten Ansätze beschreiben einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel: weg von individuellen Rechtsansprüchen und personenzentrierter Unterstützung, hin zu Standardisierung, Deckelung und vorrangiger Kostensteuerung. Leidtragende bei einer möglichen Umsetzung dieses Papiers wären vor allem unsere Nutzenden, Menschen mit Behinderung.“, sagen sie.

Thüringen startet wieder Förderprogramm für Barrierefreiheit

Blick auf den Marktplatz mit zwei großen Kirchengebäuden im Hitergrund
Blick auf den Erfurter Dom
Foto: Pixabay/lapping

ERFURT (kobinet) Mit der Veröffentlichung der aktuelle Richtlinie im Thüringer Staatsanzeiger zur Programmrunde 2026-30 wurde mit dem Start am 13. April auch die Richtlinie wirksam wonach Vereine und Verbände, Kommunen und Privatpersonen wieder Programmmittel erhalten können. Anträge sind ausschließlich online über das Förderportal der Thüringer Aufbaubank (TAB) zu stellen. Auf der Webseite der TAB finden Nutzerinnen und Nutzer ein hilfreiches Tutorial zu diesem digitalen Verfahren. Interessenten sollten ihre Anträge bitte möglichst zeitnah einreichen.

Einsparungen gefährden Zukunftschancen

Text Demokratier braucht Inklusion in bunten Farben, Deutschalnds Grenzen ebenfalls in bunten Farben angedeutet
Logo: Demokratie braucht Inklusion
Foto: gemeinfrei

SAARBRÜCKEN (kobinet) Die derzeit diskutierten Einschnitte in der Kinder- und Jugendhilfe geben aus Sicht des Inklusionsbündnis Saar Anlass zu großer Sorge. Einsparungen bei Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen gefährden gelingende Inklusion und stehen im Widerspruch zu grundlegenden menschenrechtlichen Verpflichtungen.

Tipps im Falle eines Behindertentestaments

Mehrere Paragraphenzeichen auf einem Blatt
Paragraphen zeigen, dass etwas geregelt wird
Foto: Pixabay/geralt

DÜSSELDORF (kobinet) Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) hat seinen bewährten Rechtsratgeber „Der Erbfall – Was ist zu tun?“ aktualisiert. Ausführlich wird in dem Ratgeber erläutert, was im Falle eines Behindertentestaments nach dem Versterben der Eltern für die Erben, den rechtlichen Betreuer und den Testamentsvollstrecker zu tun ist. Der umfassend überarbeitete Ratgeber stellt die Fortsetzung des beliebten bvkm-Ratgebers „Vererben zugunsten von Menschen mit Behinderung“ dar. Er geht davon aus, dass Eltern zugunsten ihres behinderten Kindes ein Behindertentestament in der klassischen Form der Vor- und Nacherbschaftsvariante errichtet haben. Mit Versterben des ersten und später des zweiten Elternteils tritt der jeweilige Erbfall ein. Was ist dann zu tun? Welche Aufgaben und Pflichten haben die Erben, der rechtliche Betreuer und die für die Testamentsvollstreckung vorgesehene Person? Für diese Fragen möchte der Ratgeber eine erste Hilfe sein.

Aktion Mensch warnt: Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Plakat der Aktion Mensch zum Europäischen Protesttag 2026
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Zum 35. Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung macht die Aktion Mensch auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam: In Debatten über Sparmaßnahmen im Sozialbereich geraten Teilhabeleistungen zunehmend unter Rechtfertigungsdruck. Die Sozialorganisation warnt davor, notwendige Unterstützungsmaßnahmen als „Luxus“ zu bewerten. Dadurch verschiebt sich nach Ansicht der Aktion Mensch der Umgang mit Menschenrechten vom verbindlichen Anspruch hin zu einer Frage der Kostenabwägung. Das Ausmaß dieser Entwicklung zeigt eine aktuelle Studie der Aktion Mensch. Sie macht deutlich, wie groß die Diskrepanz zwischen gesetzlich verankertem Anspruch und der gelebten Realität gleichberechtigter Teilhabe ist. So gibt derzeit nur jede*r vierte Befragte an, genau die Unterstützung zu erhalten, die individuell benötigt wird.

Laut sein und eine Strategie haben: Sichtweisen-Podcast mit Ottmar Miles-Paul

Logo des Podcast Sichtweisen
Logo des Podcast Sichtweisen
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) „Laut sein und eine Strategie haben“, so lautet der Titel eines Interviews mit Ottmar Miles-Paul, das im aktuellen Sichtweisen-Podcast des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) im Vorfeld des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen veröffentlicht wurde. „Aktivist Ottmar Miles-Paul liebt Demonstrationen. Doch er weiß auch: Das reicht nicht, um die Rechte behinderter Menschen durchzusetzen. Was ihn am aktuellen Entwurf des Behindertengleichstellungsgesetzes stört und wie er dagegen vorgeht, berichtet er im Interview. Jedenfalls nicht mit Gewalt. Die spielt jedoch eine Rolle in seinen Romanen, in denen Menschen mit Behinderung für Selbstbestimmung kämpfen“, heißt es in der Ankündigung des Podcast, in dem es auch um den neuen Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ geht.

ISL: Offener Brief zu Vorschlägen zum effizienten Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen

Logo der ISL
ISL
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Mit einem Offener Brief anlässlich des am 16. April 2026 geleakten „Vorschlags-Buchs“ zum effizienten Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen, das u.a. die Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts behinderter Menschen und die Aufhebung von Rechtsansprüchen zugunsten institutioneller und struktureller Förderungen vorsieht, hat sich die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) mit einem Offenen Brief an die Zuständigen im Bund und in den Ländern und Kommunen gewandt. Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten diesen Offenen Brief:

Infos zum Budget für Arbeit in Leichter Sprache

Logo: Budget für Arbeit nutzen
Logo: Budget für Arbeit nutzen
Foto: Netzwerk Artikel 3

Bonn (kobinet) Die Aktion Mensch hat ihre Informationen zum Budget für Arbeit aktualisiert und diese nun in einer neuen Broschüe auch in Leichter Sprache veröffentlicht, wie Dagmar Greskamp von der Aktion Mensch den kobinet-nachrichten mitgeteilt hat. Denn viel zu wenig Menschen wissen nicht, dass es das Budget für Arbeit gibt und wie es funktioniert, um auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt statt in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten zu können. „Worum geht es? Viele Menschen mit Behinderungen arbeiten in einer WfbM. Das ist kurz für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Aber Menschen mit Behinderungen sollen besser am Arbeitsleben teilhaben können. Sie sollen auch in Firmen arbeiten können, die nichts mit Werkstätten zu tun haben. In diesen Firmen arbeiten viele Menschen ohne Behinderungen. Die Arbeit ist dann auf dem ersten Arbeitsmarkt. Man sagt auch: allgemeiner Arbeitsmarkt. Das Budget für Arbeit kann dabei helfen, auf dem ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten. Budget ist ein anderes Wort für Geld. Das spricht man so aus: Bü-dschee. Das Geld ist vom Amt.“ So heißt es beispielsweise in der Einführung der Broschüre, wo beschrieben wird, worum es geht.

Sind Menschenrechte jetzt wieder verhandelbar? – Wir sagen: Nein! Protest gegen Kürzungen und Barrieren am 5. Mai in Dresden

Plakat zum Protesttag am 5. Mai 2026 in Dresden
Plakat zum Protesttag am 5. Mai 2026 in Dresden
Foto: ZsL Sachsen

Dresden (kobinet) Unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ ruft das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen am 5. Mai 2026 ab 16:00 Uhr zu einer Kundgebung am Scheune-Vorplatz in der Dresdner Neustadt auf. Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen macht der Verein auf bestehende Barrieren im Alltag aufmerksam und fordert konkrete Verbesserungen für eine inklusive Gesellschaft. „Wir erleben gerade, dass soziale Fragen wieder verhandelbar gemacht werden. Genau das dürfen wir nicht zulassen – Menschenrechte stehen nicht zur Debatte“, erklärte Manuel Schramm, der selbst mit einer Behinderung lebt und Vorsitzender des Zentrums selbstbestimmt Leben Sachsen ist.

Deutliche Mehrbelastung für Familien mit kleinen Einkommen durch Gesundheitsreform

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 Kürzungen im Gesundheitsbereich beschlossen. VdK-Präsidentin Verena Bentele kommentiert dies wie folgt: „Der Beitragszuschlag für mitversicherte Ehepartner ist eine erhebliche Belastung für Familien in finanziell angespannten Lebenslagen und mit besonderen Bedarfen. Haushalte mit nur einem Einkommen, die sich auf das jahrzehntelange Versprechen des gesetzlichen Solidarprinzips verlassen haben, trifft es besonders hart. Aber auch Familien, in denen eine Person auf Grund von Krankheit oder Behinderung einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt hat, werden den Beitragszuschlag stark spüren. Für Familien mit kleinen Einkommen entscheiden 30 bis 50 Euro mehr im Monat oft über den Wocheneinkauf. Leidtragende sind vor allem Frauen, die wegen Erziehungszeiten, fehlender Betreuungsplätze oder der Pflege von Angehörigen nicht arbeiten können und nun für ihre Care-Arbeit finanziell benachteiligt werden.“

Jürgen Dusel zu Besuch im ZsL Kassel: Gutes Beispiel für Teilhabe behinderter Menschen

Jürgen Dusel zu Besuch beim ZsL Kassel
Jürgen Dusel zu Besuch beim ZsL Kassel
Foto: fab

Kassel (kobinet) „Das Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) ist ein gutes Beispiel, wie die Teilhabe behinderter Menschen mitten in der Gesellschaft gestärkt werden kann“, so lautet das Resümee von Jürgen Dusel nach seinem Besuch des (Zsl). Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen informierte sich am 29. April 2026 vor Ort über die Angebote der in Kassel ansässigen Selbstvertretungsorganisationen, die sich im ZsL zusammengeschlossen haben.

Zuckerabgabe eher ein Instrument einer Ernährungswende

Ein Zuckerlöffel auf dem acht Stückchen Zucker gestapelt sind
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Foto: Clker-Free-Vector-Images In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Der Paritätische begrüßt, wie Katja Kipping, die Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband betont, ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Zuckersteuer. „Als Wohlfahrtsverband verstehen wir die Zuckersteuer weniger als ein Instrument zum Stopfen von Haushaltslöchern, sondern eher als Instrument einer Ernährungswende. Insofern sollte die Regierung nicht bei der Einführung einer Zuckersteuer stehen bleiben. Vielmehr müssen Maßnahmen gegen Spekulationen mit Lebensmitteln, gegen Ernährungsarmut, zur Anerkennung von Mehrbedarfen bei ernährungsbedingten Krankheiten wie Zöliakie und eine Unterstützung sozialer Einrichtungen bei der Umstellung auf klimagesunde Gemeinschafsverpflegung folgen.“, so Kipping.

Es wird auf Kosten der Versicherten gespart

Zwei Hände halten eine leere geöffnete Geldbörse
Leere Geldbörse
Foto: undefined

DÜSSELDORF (kobinet) Der Sozialverband NRW übt scharfe Kritik am aktuellen Entwurf des GKV-Kostenstabilisierungsgesetzes. Insbesondere für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen drohen spürbare Mehrbelastungen. So sieht der Gesetzentwurf unter anderem höhere beziehungsweise weiterhin erhebliche Zuzahlungen für Medikamente vor. „Diese treffen vor allem jene Versicherten, die ohnehin finanziell stark eingeschränkt sind. Auch die geplante Reduzierung der Festzuschüsse für Zahnersatz verschärft die soziale Schieflage im Gesundheitssystem weiter“, mahnt Präsident Horst Vöge an.

Schon mehr als 70.000 Unterschriften für Petition

Portrait von Ulla Schmidt mit einem Logo der Lebenshilfe im Hintergrund
Ulla Schmidt
Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe

BERLIN (kobinet) Angesichts anhaltender Diskussionen zu Kürzungen bei der Eingliederungshilfe hat Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. „Die Lebenshilfe sagt klipp und klar: Einsparungen dürfen nicht auf Kosten von Menschen mit Behinderung und ihren Familien gehen. Für unsere inklusive Gesellschaft wäre das verheerend – dieser Kahlschlag muss in jedem Fall verhindert werden. Ohne Eingliederungshilfe als bedarfsgerechte Leistung können Menschen mit Unterstützungsbedarf nicht am allgemeinen Leben teilhaben, nicht an Bildung in der Schule, nicht beim Wohnen im Stadtviertel und nicht in der Freizeit“, so Ulla Schmidt anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai.

Neue Broschüre „Lausitzer Seenland für Alle“ lädt zu barrierefreien Entdeckungen ein

Eine Frau sitzt in einem Strandkorb. Auf dem Platz der zweiten Sitzfläche steht ein Rollstuhl.. Vor dem Strandkorb spielt ein kleines Mädchen mit einem Ball. Im Hintergrund ist der See zu sehen
Familie im barrierefreien Strandkorb am Senftenberger See
Foto: Tourismusverband Lausitzer Seenland, Nada Quenzel

SENFTENBERG (kobinet) Das Lausitzer Seenland präsentiert sich mit der neu erschienenen Broschüre „Lausitzer Seenland für Alle“ von seiner zugänglichsten und zugleich vielfältigsten Seite. Mit dieser Broschüre liegt jetzt ein umfassender Guide vor, der barrierefreies Reisen konsequent in den Mittelpunkt stellt – informativ, inspirierend und konsequent an den realen Bedürfnissen unterschiedlichster Gästegruppen ausgerichtet. Auf 64 Seiten eröffnet die Publikation neue Perspektiven auf eine der spannendsten Landschaften im Wandel. Zwischen glitzernden Seen, weitläufigen Radwegen und modernen Freizeitangeboten wird deutlich, wie inklusiver Tourismus in der Praxis funktioniert. Die Broschüre zeigt eindrucksvoll, dass Barrierefreiheit weit mehr ist als ein Zusatzangebot: Sie ist ein Qualitätsmerkmal, das allen zugutekommt. Ob rollstuhlgerechte Uferpromenaden, barrierefreie Unterkünfte und Gastronomiebetriebe oder komfortabel erreichbare Erlebnisangebote – das Lausitzer Seenland positioniert sich als Region, die bewusst Zugänge schafft und Erlebnisse für möglichst viele Menschen öffnet.

Breites Bündnis aus Berlin und Brandenburg mobilisiert zum Europäischen Protesttag

KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
KI mit Brandenburger Tor mit Aufschrift BGG? unter großer Lupe
Foto: Juliane Harms mit KI gestaltet

BERLIN (kobinet) Am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai ruft ein breites Bündnis aus Wohlfahrts-, Sozial- und Behindertenverbänden zu einer Demo in Berlin auf. Zu diesem Bündnis gehören der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland, der Berliner Behindertenverband, das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (Bifos), der Bundesverband für Selbsthilfe Körperbehinderter, die Fürst Donnersmarck-Stiftung, der Landessportbund Berlin, die Lebenshilfe Berlin, der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin, der SoVD-Landesverband Berlin-Brandenburg, die Sozialhelden und der Sozialverband VdK Berlin-Brandenburg. Sie alle bewegt, dass Menschen mit Behinderungen auch 18 Jahre nach Inkrafttreten der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und vieler nationaler Gesetze und Richtlinien von einer uneingeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben noch immer weit entfernt sind.