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Informations- und Erfahrungsaustausch zur Persönlichen Assistenz

Bild von der Gründung des ZsL Sachsen
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Foto: ZsL Sachsen

Dresden (kobinet) Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZSL-Sachsen) möchte das Thema Persönliche Assistenz bekannter machen – für Assistenznehmer*innen als auch für Assistenzgeber*innen. Sören Haak berichtet für die kobinet-nachrichten über zwei Austauschtreffen zum Thema und die verschiedenen Herausforderungen und Chancen, die mit der Nutzung Persönlicher Assistenz verbunden sind.

Informations- und Erfahrungsaustausch zur Persönlichen Assistenz

Bericht von Sören Haak

Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZSL-Sachsen) möchte das Thema Persönliche Assistenz bekannter machen – für Assistenznehmer*innen als auch für Assistenzgeber*innen. Mit Persönlicher Assistenz lässt es sich sehr gut selbstbestimmt leben. Natürlich muss die Chemie stimmen. Aber bevor die Chemie stimmen kann, müssen erst einmal die entsprechenden Assistenz-Personen gefunden werden. Am Anfang steht oder sitzt man vor einem Berg voller Fragen. Wie funktioniert das Antragsverfahren? Wieviel Assistenz brauche ich? Wo finde ich Assistenz? Worauf will und kann ich mich einlassen – divers, weiblich, männlich? Traue ich mir zu, Ansagen zu machen? Wie können wir die Arbeitsbeziehung gestalten? Möchte ich mich auf das Arbeitgeber-Modell einlassen oder doch lieber auf eine Dienstleistung zurückgreifen? Und so weiter…

Am 20. April 2026 fand unsere erste Austauschrunde statt. Es waren Menschen aus unserem Netzwerk an den Bildschirmen – die meisten leben bereits mit Assistenz, andere überlegen nicht, ob sie mit Assistenz leben wollen, sondern wie und wieder andere betrachten es als ein mögliches Zukunftsmodell. Es gab einen regen Austausch über die jeweiligen Erfahrungen im Arbeitgeber- und Dienstleistungsmodell. Wir sprachen über Vor- und Nachteile der jeweiligen Modelle, über die Möglichkeiten des Persönlichen bzw. trägerübergreifenden Budgets und über die Beratungsmöglichkeiten der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB).

Außerdem ging es darum, wer Assistenzgeber*in sein kann. Es können Fachkräfte, aber auch ungelernte Menschen sein. Das ZSL Sachsen möchte sich dafür einsetzen, dass das Berufsbild der Persönlichen Assistenz bekannter wird. Wer Unterstützung benötigt, kann meist auch ungelernte Menschen gut anleiten. Wenn jemand bei der Anleitung Unterstützung braucht, kann dies z.B. mit Angehörigen abgesprochen werden. Apropos Angehörige: Persönliche Assistenz entlastet Angehörige ungemein. Sie können dann z.B. zum Kaffee kommen, ohne sich kümmern zu müssen.

In der zweiten Runde am 27. Mai 2026 waren diesmal auch zwei Assistenten mit dabei, die ihre Erfahrungen mit einbrachten. Sie berichteten z.B. wie sie zum Assistenten wurden. Einer wollte seinen Beruf wechseln, der andere wollte nicht mehr in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) „für so wenig Geld“ arbeiten. Beide sind bei einem Dienstleister untergekommen. So konnte die Arbeitsbeziehung von beiden Seiten gut beschrieben werden.

Im Arbeitgebermodell kommt immer wieder die Frage auf, wie man Assistent*innen findet. Wir werden mit dem Jobcenter sprechen, damit Stellen für die Persönliche Assistenz auch dort angeboten werden können. Natürlich ist es wichtig, dass der Mensch in der Lage ist, gut zuzuhören und die Handgriffe richtig macht. Auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, wertschätzend miteinander zu kommunizieren. Wie gesagt, es ist ein Arbeitsverhältnis und die Augenhöhe muss beiden Seiten gewahrt bleiben. Hier kommt es auf ein gutes Bewerbungsgespräch an. Denn schließlich lässt man Assistent*innen in sein zu Hause und an den Körper. Das braucht eine gute Vertrauensbasis. Meistens läuft alles gut, aber wenn man merkt, dass es nicht funktioniert, muss man sich wieder trennen. Es soll beiden Parteien gut gehen.

Im Dienstleistungsmodell besteht der Unterschied, dass dir Menschen vorgeschlagen werden. Aber man kann (wenn nicht gerade Personalmangel herrscht) miteinander darüber sprechen, welche Eigenschaften die Assistenzperson mitbringen sollte. Und egal bei welchem Modell, es gibt immer eine Probezeit.

Das Antragsverfahren ist keine pauschale Angelegenheit. Es geht einerseits um den Unterstützungsbedarf und darum, was der Kostenträger bewilligt. Am besten, man lässt sich vorher gut beraten, z.B. in einer EUTB oder einer anderen Beratungsstelle, die sich mit Persönlicher Assistenz auskennen.

Wir können nur Mut machen, sich mit den vielen Vorteilen der Persönlichen Assistenz zu beschäftigen – egal ob Assistenznehmer*in oder Assistenzgeber*in.

Bei Fragen wenden Sie sich gern an das ZSL Sachsen.

Link zur Internetseite des ZsL Sachsen

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