Foto: Susanne Göbel
BERLIN (kobinet)
Behinderung ist nach wie vor eine "vernachlässigte soziale Determinante der Gesundheit". Mit diesem Zitat beginnt der erste Beitrag von vier Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der August-Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts, das diesmal unter dem Leitthema Behinderung und gesellschaftliche Teilhabe steht. In dem Beitrag wird sichtbar, dass es im Vergleich der beiden Recherchezeitpunkte 2016 und 2026 eine große Zahl von Datenquellen mit bevölkerungsbezogenen, regelmäßig erhobenen Indikatoren zu Beeinträchtigung, Behinderung und Teilhabe gibt. Das Potenzial für Auswertungen und Berichterstattung ist nach wie vor nicht vollständig ausgeschöpft. Weiterhin besteht also die Notwendigkeit, die Teilnahme an Studien barrierearm oder sogar barrierefrei zu gestalten.
Die zwölf Beiträge des Leitthemas fokussieren auf drei Themenbereiche: Datenlage, Berichterstattung und Forschung, Teilhabe in ausgewählten Themenbereichen und Teilhabe von ausgewählten Gruppen der Bevölkerung. Die Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts erscheint zehn Jahre nach Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes 2016. Erklärtes Ziel des Gesetzes ist es, Menschen mit Behinderungen mehr Teilhabe und Selbstbestimmung zu ermöglichen und Leistungen stärker am persönlichen Bedarf auszurichten. "In der Logik der Reform wurde Behinderung nicht länger ausschließlich als individuelles Defizit, sondern als Ergebnis einer Wechselwirkung von Beeinträchtigung und Umweltbarrieren verstanden" betonen die Autorinnen und Autoren im einordnenden Editorial.
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