BERLIN (kobinet)
Im Kanzler-Amt gibt es eine Arbeits-Gruppe.
Das Kanzler-Amt ist das Büro des Bundes-Kanzlers.
Dort werden wichtige Entscheidungen für Deutschland getroffen.
Eine Arbeits-Gruppe ist eine Gruppe von Menschen.
Sie arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe.
Diese Gruppe arbeitet seit Monaten.
Sie sucht nach Möglichkeiten zum Sparen.
Dabei geht es um Leistungen für Menschen in Not.
Leistungen bedeutet: Hilfe und Unterstützung vom Staat.
Jetzt sind Pläne öffentlich geworden.
Der Paritätische Gesamt-Verband macht sich große Sorgen.
Der Paritätische Gesamt-Verband ist eine große Organisation.
Die Organisation hilft Menschen, die Unterstützung brauchen.
Zum Beispiel sollen Schul-Assistenzen wegfallen.
Schul-Assistenz bedeutet: Eine Person hilft einem Kind in der Schule.
Diese Hilfe ist für Kinder mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Dinge schwierig.
Man braucht dann oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Die Bundes-Regierung will den Rechts-Anspruch auf Ganztags-Betreuung verschieben.
Ein Rechts-Anspruch ist ein Recht, das man hat.
Das steht im Gesetz.
Niemand darf dieses Recht wegnehmen.
Bei der Ganztags-Betreuung sind Kinder den ganzen Tag in der Schule oder Kita.
Dort werden sie von Fach-Leuten betreut.
Die Bundes-Regierung hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen.
Die Bundes-Regierung leitet Deutschland.
Sie trifft wichtige Entscheidungen für alle Menschen im Land.
Die Bundes-Regierung hat Wohlfahrts-Verbände bisher nicht gefragt.
Wohlfahrts-Verbände sind Organisationen, die Menschen helfen.
Die Bundes-Regierung hat auch den Beauftragten für Menschen mit Behinderung nicht gefragt.
Ein Beauftragter ist eine Person mit einer besonderen Aufgabe.
Diese Person kümmert sich um ein bestimmtes Thema.
Der Paritätische Gesamt-Verband macht jetzt eigene Vorschläge.
Er hat 37 konkrete Ideen erarbeitet.
Diese Ideen sollen wirklich helfen.
Der Verband weiß: Viele Städte haben zu wenig Geld.
Aber er warnt vor falschen Ein-Sparungen.
Ein-Sparungen bedeutet: Es wird weniger Geld ausgegeben.
Bestimmte Leistungen werden dann gekürzt oder gestrichen.
Falsche Ein-Sparungen schaden Menschen, die ohnehin wenig haben.
Viele der bekannten Pläne verschieben das Problem nur.
Das spart kein Geld wirklich ein.
Der Paritätische Gesamt-Verband schlägt deshalb bessere Wege vor.
Joachim Rock leitet den Paritätischen Gesamt-Verband.
Er ist der Haupt-Geschäfts-Führer.
Das bedeutet: Er ist die wichtigste Person dort.
Joachim Rock sagt: Die bisherigen Pläne dürfen nicht umgesetzt werden.
Umsetzen bedeutet: Etwas in die Tat umwandeln.
Joachim Rock sagt: Zuerst werden Menschen in die Krise gespart.
Eine Krise ist eine schwierige Lage mit großen Problemen.
Dann kostet die Hilfe aus der Krise noch mehr Geld.
Der Verband sucht an anderen Stellen nach Spar-Möglichkeiten.
Dort liegt echtes Spar-Potenzial.
Spar-Potenzial bedeutet: Dort kann man wirklich Geld sparen.
Zum Beispiel gibt es Verwaltungs-Strukturen, die nicht gut funktionieren.
Verwaltungs-Strukturen beschreibt, wie Ämter und Behörden organisiert sind.
Also: Wer macht welche Aufgabe und wie.
Dort entsteht unnötig viel Aufwand.
Viele Stellen verteilen Förder-Gelder.
Förder-Gelder ist Geld vom Staat oder von der Stadt.
Das Geld ist für bestimmte Projekte oder Personen.
Manche Stellen machen dabei dieselbe Arbeit.
Das kostet viel Geld.
Bis zu 15 Prozent gehen nur für die Verwaltung.
Eine Verwaltung regelt wichtige Dinge für Menschen.
Joachim Rock sagt: Das ist verschwendetes Geld.
Ein Beispiel ist das Bildungs- und Teil-habe-Paket.
Das Bildungs- und Teil-habe-Paket ist eine staatliche Hilfe für Kinder.
Die Kinder haben wenig Geld.
Damit können Kinder zum Beispiel am Schul-Ausflug oder Sport teil-nehmen.
Dieses Paket soll Kindern in Armut helfen.
Armut bedeutet: Menschen haben zu wenig Geld für das tägliche Leben.
Das Paket soll Kindern Vereins-Mitgliedschaften oder Ausflüge ermöglichen.
Aber nur 18 Prozent der berechtigten Kinder bekommen diese Hilfe.
Berechtigt bedeutet: Diese Kinder haben ein Recht darauf.
Der Verwaltungs-Aufwand ist zu groß.
Dadurch kommt das Geld nicht bei den Kindern an.
Das gleiche Problem gibt es bei der Eingliederungs-Hilfe.
Eingliederungs-Hilfe bedeutet: Menschen bekommen Hilfe.
Diese Hilfe ist besonders für Menschen mit Behinderung.
Sie sollen am Leben teil-nehmen können.
In Berlin stiegen die Verwaltungs-Kosten um 45 Prozent in 4 Jahren.
Die Zahl der Menschen, die Hilfe bekamen, stieg aber kaum.
Hier gibt es also viel Potenzial zum Sparen.
Bei der Kinder- und Jugend-Hilfe darf man nicht falsch sparen.
Jugend-Hilfe bedeutet: Kinder und junge Menschen bekommen Unterstützung vom Staat.
Wer dort jetzt spart, zahlt später viel mehr.
Ein Kind ohne frühe Unterstützung braucht später viel mehr Hilfe.
Frühe Hilfe ist also günstiger als späte Hilfe.
Besonders dringend ist die Lage in der Pflege.
Die Soziale Pflege-Versicherung hat bald zu wenig Geld.
Die Pflege-Versicherung zahlt Geld, wenn jemand Hilfe braucht.
Alle Menschen zahlen jeden Monat etwas Geld ein.
So können Menschen, die Pflege brauchen, Hilfe bekommen.
Bis 2028 droht ein Fehl-Betrag von über 20 Milliarden Euro.
Fehl-Betrag bedeutet: Es fehlt Geld.
Der Paritätische Gesamt-Verband zeigt Wege, das zu verhindern.
Dabei müssen keine Leistungen gekürzt werden.
Der Staat soll manche Ausgaben der Pflege-Kasse mit Steuer-Geld bezahlen.
Steuer-Geld ist Geld, das alle Bürger an den Staat zahlen.
Außerdem schuldet der Bund der Pflege-Versicherung noch 5,2 Milliarden Euro.
Dieses Geld stammt aus der Corona-Zeit.
Joachim Rock sagt: Der Sozial-Staat muss besser werden.
Ein Sozial-Staat ist ein Staat, der seine Bürger unterstützt.
Er hilft zum Beispiel bei Krankheit, Armut oder Arbeits-Losigkeit.
Besser arbeiten bedeutet: Wirkungsvoller und sparsamer handeln.
Aber besser arbeiten bedeutet nicht: Bei Menschen sparen.
Vorbeugung bedeutet: Früh helfen, bevor ein Problem groß wird.
Wer bei Vorbeugung spart, zahlt später viel mehr für Krisen-Hilfe.
Der Paritätische Gesamt-Verband hat ein Papier mit allen Vorschlägen veröffentlicht.
Das Papier hat 10 Seiten.
Der Titel des Papiers ist: Reform des Sozial-Staats.
Du kannst das Papier hier herunterladen:

Foto: Ralph Milewski
BERLIN (kobinet) Im Kanzleramt tagt seit Monaten eine Arbeitsgruppe, die Kürzungen im Sozialbereich auslotet. Was durchgesickert ist, ist nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbandes alarmierend: Schulassistenzen für Kinder mit Behinderung sollen wegfallen, der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung verschoben werden. Die Bundesregierung hat sich nach eigenen Angaben noch keine abschließende Meinung gebildet. Wohlfahrtsverbände, andere Sachverständige oder der Beauftragte für Menschen mit Behinderung wurden dazu bislang nicht angehört. Jetzt legt der Paritätische Gesamtverband aus eigener Initiative lösungsorientierte Ideen und Vorschläge vor. Der Paritätische erkennt an, dass viele Kommunen in finanzieller Notlage stecken und grundsätzlicher Reformbedarf dringend geboten ist. Er warnt aber eindringlich vor Kürzungen, die die Lebenslagen von Menschen verschlechtern, die ohnehin benachteiligt sind. Viele der bekannt gewordenen Vorschläge verlagern Kosten allenfalls, aber leisten keinen Beitrag zu einem effizienten Ressourceneinsatz. Der Verband legt deshalb 37 konkrete Vorschläge vor, wie Kosten sinnvoll gesenkt, Prozesse vereinfacht und soziale Leistungen solide finanziert werden können. Sie kommen aus allen Bereichen der Sozialpolitik, von Gesundheit und Pflege über Grundsicherung und Eingliederungshilfe bis hin zur Staatsorganisation selbst.
„Was bislang hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, darf nicht umgesetzt werden. Es hätte fatale Folgen: Erst werden Menschen in die Krise gespart, dann wird die Krise teuer behoben“, sagte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Wir drehen den Blick um und schauen dorthin, wo die wirklichen Einsparpotenziale liegen: in ineffizienten Verwaltungsstrukturen, Doppelzuständigkeiten und digitalen Rückständen.“
Der Staatsapparat selbst ist dabei ein erster und einfacher Ansatzpunkt. Fördergelder fließen heute durch ein Geflecht aus Projektträgern, Agenturen und Kompetenzzentren, die teilweise identische Aufgaben wahrnehmen. Hier entstehen Verwaltungskosten von bis zu 15 Prozent des Programmvolumens. Rock kommentiert knapp: „Verschwendetes Geld!“
Das Potenzial von Entbürokratisierung wird beispielhaft auch beim Bildungs- und Teilhabepaket deutlich, das Kindern in Armut soziale Teilhabe ermöglichen soll, also Vereinsmitgliedschaften, Ausflüge, Nachhilfe und ähnliches. Die Leistungen erreichen derzeit jedoch nur 18 Prozent der Berechtigten. Der Verwaltungsaufwand frisst, was an Wirkung entstehen könnte. Ähnliches gilt für die Eingliederungshilfe: Während die Fallzahlen in Berlin um weniger als sieben Prozent zunahmen, stiegen dort die Verwaltungskosten der Eingliederungshilfe binnen vier Jahren inflationsbereinigt um satte 45 Prozent. Wer wirklich sparen will, findet hier mehr als genug Ansatzpunkte.
In der Kinder- und Jugendhilfe, also ausgerechnet da, wo die geleakten Vorschläge den Rotstift ansetzen, rechnet der Paritätische vor, was solches Sparen wirklich kostet: Ein Kind, das zu spät Unterstützung bekommt, landet häufiger in stationärer Unterbringung – vorne gespart, hinten doppelt bezahlt.
Am drängendsten ist aus Sicht des Paritätischen Gesamtverbandes die Lage in der Pflege. Die Soziale Pflegeversicherung steuert auf ein Defizit von über 20 Milliarden Euro bis 2028 zu. Der Paritätische zeigt, wie das abzuwenden wäre, ohne Leistungen zu kürzen: Versicherungsfremde Leistungen wie Beiträge für Menschen in der Grundsicherung gehören in die Steuerfinanzierung, nicht in die Pflegekasse. Und der Bund schuldet der Pflegeversicherung noch 5,2 Milliarden Euro aus der Corona-Zeit.
„Niemand bestreitet, dass der Sozialstaat effizienter und wirksamer werden muss“, sagte Rock. „Aber Effizienz bedeutet, Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie wirken. Wer bei Prävention spart, gibt später das Dreifache für Krisenintervention aus.“
Das 10-seitige Papier „Reform des Sozialstaats: „Vorschläge zur Entbürokratisierung und für nachhaltige Kostensenkungen“ steht auf dieser Internetseite zum Download bereit.

Foto: Ralph Milewski
BERLIN (kobinet) Im Kanzleramt tagt seit Monaten eine Arbeitsgruppe, die Kürzungen im Sozialbereich auslotet. Was durchgesickert ist, ist nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbandes alarmierend: Schulassistenzen für Kinder mit Behinderung sollen wegfallen, der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung verschoben werden. Die Bundesregierung hat sich nach eigenen Angaben noch keine abschließende Meinung gebildet. Wohlfahrtsverbände, andere Sachverständige oder der Beauftragte für Menschen mit Behinderung wurden dazu bislang nicht angehört. Jetzt legt der Paritätische Gesamtverband aus eigener Initiative lösungsorientierte Ideen und Vorschläge vor. Der Paritätische erkennt an, dass viele Kommunen in finanzieller Notlage stecken und grundsätzlicher Reformbedarf dringend geboten ist. Er warnt aber eindringlich vor Kürzungen, die die Lebenslagen von Menschen verschlechtern, die ohnehin benachteiligt sind. Viele der bekannt gewordenen Vorschläge verlagern Kosten allenfalls, aber leisten keinen Beitrag zu einem effizienten Ressourceneinsatz. Der Verband legt deshalb 37 konkrete Vorschläge vor, wie Kosten sinnvoll gesenkt, Prozesse vereinfacht und soziale Leistungen solide finanziert werden können. Sie kommen aus allen Bereichen der Sozialpolitik, von Gesundheit und Pflege über Grundsicherung und Eingliederungshilfe bis hin zur Staatsorganisation selbst.
„Was bislang hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, darf nicht umgesetzt werden. Es hätte fatale Folgen: Erst werden Menschen in die Krise gespart, dann wird die Krise teuer behoben“, sagte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Wir drehen den Blick um und schauen dorthin, wo die wirklichen Einsparpotenziale liegen: in ineffizienten Verwaltungsstrukturen, Doppelzuständigkeiten und digitalen Rückständen.“
Der Staatsapparat selbst ist dabei ein erster und einfacher Ansatzpunkt. Fördergelder fließen heute durch ein Geflecht aus Projektträgern, Agenturen und Kompetenzzentren, die teilweise identische Aufgaben wahrnehmen. Hier entstehen Verwaltungskosten von bis zu 15 Prozent des Programmvolumens. Rock kommentiert knapp: „Verschwendetes Geld!“
Das Potenzial von Entbürokratisierung wird beispielhaft auch beim Bildungs- und Teilhabepaket deutlich, das Kindern in Armut soziale Teilhabe ermöglichen soll, also Vereinsmitgliedschaften, Ausflüge, Nachhilfe und ähnliches. Die Leistungen erreichen derzeit jedoch nur 18 Prozent der Berechtigten. Der Verwaltungsaufwand frisst, was an Wirkung entstehen könnte. Ähnliches gilt für die Eingliederungshilfe: Während die Fallzahlen in Berlin um weniger als sieben Prozent zunahmen, stiegen dort die Verwaltungskosten der Eingliederungshilfe binnen vier Jahren inflationsbereinigt um satte 45 Prozent. Wer wirklich sparen will, findet hier mehr als genug Ansatzpunkte.
In der Kinder- und Jugendhilfe, also ausgerechnet da, wo die geleakten Vorschläge den Rotstift ansetzen, rechnet der Paritätische vor, was solches Sparen wirklich kostet: Ein Kind, das zu spät Unterstützung bekommt, landet häufiger in stationärer Unterbringung – vorne gespart, hinten doppelt bezahlt.
Am drängendsten ist aus Sicht des Paritätischen Gesamtverbandes die Lage in der Pflege. Die Soziale Pflegeversicherung steuert auf ein Defizit von über 20 Milliarden Euro bis 2028 zu. Der Paritätische zeigt, wie das abzuwenden wäre, ohne Leistungen zu kürzen: Versicherungsfremde Leistungen wie Beiträge für Menschen in der Grundsicherung gehören in die Steuerfinanzierung, nicht in die Pflegekasse. Und der Bund schuldet der Pflegeversicherung noch 5,2 Milliarden Euro aus der Corona-Zeit.
„Niemand bestreitet, dass der Sozialstaat effizienter und wirksamer werden muss“, sagte Rock. „Aber Effizienz bedeutet, Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie wirken. Wer bei Prävention spart, gibt später das Dreifache für Krisenintervention aus.“
Das 10-seitige Papier „Reform des Sozialstaats: „Vorschläge zur Entbürokratisierung und für nachhaltige Kostensenkungen“ steht auf dieser Internetseite zum Download bereit.





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