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Inklusion in allen Lebensbereichen mitdenken

Brustbild einer Frau mit blonden schulterlangem Haar und Brille in lila Sportjacke
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger
Foto: Staatskanzlei des Saarlandes

SAARBRÜCKEN (kobinet) Im Zusammenhang mit der Eröffnung der Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026 hat die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger dem SOD-Vertreter Hartmut Augustin ein Interview gegeben und darin zum Engagement Ihres Bundeslandes für die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 Stellung genommen. Anke Rehlinger unterstreicht darin den Gedanken, als Gesellschaft Inklusion in allen Lebensbereichen mitdenken zu müssen. Die kobinet-Redaktion veröffentlicht dieses Interview im Folgendem im Wortlaut.

Frage: Frau Ministerpräsidentin, in wenigen Tagen werden die Special Olympics Nationalen Spiele in Saarbrücken eröffnet. Das größte inklusive Multisport-Event Deutschlands findet in diesem Jahr im Saarland statt. Was bedeutet das für Ihr Bundesland?

Anke Rehlinger: Die Special Olympics Nationalen Spiele sind für das Saarland eine große Ehre und eine besondere Chance. Wir freuen uns darauf, Gastgeber für tausende Athletinnen und Athleten sowie Gäste aus ganz Deutschland zu sein. Die Spiele stehen für Leistung, Gemeinschaft und gelebte Inklusion – Werte, die uns im Saarland wichtig sind. Gleichzeitig wollen wir zeigen, was unser Land auszeichnet: kurze Wege, großes ehrenamtliches Engagement und eine herzliche Gastfreundschaft. Viele Kommunen, Vereine, Schulen und Organisationen haben sich mit großem Einsatz auf die Spiele vorbereitet. Ich bin überzeugt, dass die Nationalen Spiele nicht nur sportliche Höhepunkte schaffen, sondern auch nachhaltige Impulse für mehr Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen werden – weit über die Wettbewerbe hinaus.

Frage: Sie engagieren sich persönlich als Schirmherrin für die Spiele. Warum?

Anke Rehlinger: Als Saarländerin bin ich unglaublich stolz darauf, dass unser Land Gastgeber dieses besonderen Sportfestes sein darf. Zusammenhalt gehört zur DNA der Saarländerinnen und Saarländer. Und die Special Olympics stehen für Fairness, Respekt und ein gutes Miteinander – Werte, die mir am Herzen liegen und die für unsere Gesellschaft wichtig sind. Die Special Olympics zeigen uns, wie vielfältig und stark unsere Gesellschaft ist, wenn alle dazugehören können. Sie passen perfekt in das schönste Bundesland der Welt, das Saarland.

Frage: Als ehemalige Leistungssportlerin halten Sie weiterhin den saarländischen Rekord im Kugelstoßen. Was ist für Sie das Besondere an Special-Olympics-Wettbewerben?

Anke Rehlinger: Natürlich geht es auch bei den Special Olympics um Leistung, Ehrgeiz und sportliche Entwicklung. Aber sie erinnern uns zugleich daran, worum es beim Sport im Wesentlichen geht: um Freude, Gemeinschaft und darum, im gegenseitigen Respekt über sich hinauszuwachsen. Mich beeindruckt die Begeisterung der Athletinnen und Athleten, auch füreinander: Man feiert nicht nur die eigenen Erfolge, sondern auch die der anderen. Das ist eine tolle Inspiration. Diese Einstellung wünsche ich mir auch ein bisschen für andere Bereiche unseres Lebens – sei es im Job oder im täglichen Miteinander.

Frage: Ihr Bundesland hat sich sehr intensiv auf die Spiele vorbereitet. Viele Kommunen sind eingebunden. Worauf können sich die Athletinnen und Athleten, Familien und anderen Gäste Mitte Juni im Saarland freuen?

Anke Rehlinger: Auf herzliche Gastgeberinnen und Gastgeber, kurze Wege und ein ganzes Bundesland, das sich auf dieses Ereignis freut. Über 4.000 Athletinnen und Athleten werden bei den Spielen an den Start gehen, dazu kommen Familien, Betreuerinnen und Betreuer, Volunteers und Gäste aus dem In- und Ausland. Die Wettbewerbe finden an zahlreichen Standorten im ganzen Saarland statt – und sogar in Frankreich. Damit sind wir der erste Gastgeber, der die Spiele auch grenzüberschreitend ausrichtet. Besonders freut mich, dass sich viele Kommunen aktiv einbringen. Mit dem Host Town Program entstehen schon vor den Wettbewerben Begegnungen zwischen internationalen Delegationen und den Menschen vor Ort. Genau daraus wachsen am Ende doch echte Verbindungen und nachhaltige Freundschaften!

Frage: Gastfreundschaft wird im Saarland großgeschrieben. Das heißt…

Anke Rehlinger: …dass man bei uns nicht lange fremd bleibt. Aus willkommen wird oft auch „will bleiben“. Die Menschen im Saarland sind offen, freundlich und unkompliziert – und schließen Gäste schnell ins Herz. Gastfreundschaft bedeutet für uns nicht nur eine gute Organisation der Spiele. Sie bedeutet vor allem, Menschen willkommen zu heißen, Interesse füreinander zu zeigen und Begegnungen möglich zu machen. Genau das passt hervorragend zum Geist der Special Olympics. Es heißt übrigens nicht umsonst über das Saarland: „Wer uns findet, findet uns gut!“

Frage: Welche Wettbewerbe und Veranstaltungen der Nationalen Spiele werden Sie sich ansehen?

Anke Rehlinger: Ich werde natürlich bei der Eröffnungsfeier dabei sein und möglichst viele Wettbewerbe besuchen. Gerade die Vielfalt der Sportarten macht für mich den besonderen Reiz der Spiele aus. Als ehemalige Leichtathletin schlägt mein Sportlerinnen-Herz natürlich vor allem für die Leichtathletik-Wettbewerbe. Aber genauso wichtig sind für mich die Begegnungen am Rande der Wettbewerbe mit Athletinnen und Athleten, Familien, Volunteers und den vielen Menschen, die diese Spiele möglich machen.

Frage: Special Olympics Deutschland setzt sich für das Sporttreiben von Menschen mit einer geistigen Behinderung ein, außerdem für mehr Inklusion und mehr Teilhabe dieser Menschen an der Gesellschaft. Wo steht das Saarland bei den Themen?

Anke Rehlinger: Wir haben im Saarland in den vergangenen Jahren vieles auf den Weg gebracht. Inklusion ist heute in Schulen, Vereinen, Kommunen und vielen gesellschaftlichen Bereichen deutlich sichtbarer als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig wissen wir: Inklusion ist ein Prozess, der wohl nie ganz zu Ende ist. Als Gesellschaft müssen wir Inklusion in allen Lebensbereichen mitdenken. Deshalb sind die Nationalen Spiele auch kein Zielpunkt, sondern ein wichtiger Schritt auf einem längeren Weg. Entscheidend ist, dass alle Menschen überall selbstverständlich dazugehören – im Sport, in der Bildung, im Arbeitsleben und im gesellschaftlichen Alltag.

Frage: Was denken Sie, werden die Nationalen Spiele bei den Themen Inklusion und Teilhabe im Saarland etwas nachhaltig ändern? Und – wenn ja – wie und wo wird sich das in der Gesellschaft zeigen?

Anke Rehlinger: Davon bin ich überzeugt. Wir haben an vielen Infrastrukturen nachhaltige Verbesserungen umsetzen können. Solche Großereignisse schaffen Aufmerksamkeit, aber sie schaffen vor allem Begegnungen. Und Begegnungen verändern Einstellungen oft stärker als jede politische Debatte. Viele Menschen werden während der Spiele unmittelbar erleben, wie selbstverständlich Inklusion funktionieren kann. Gleichzeitig entstehen neue Netzwerke zwischen Vereinen, Kommunen, Schulen und sozialen Einrichtungen. Das Host Town Program, die vielen ehrenamtlichen Projekte und die Investitionen in barrierefreie Sportstätten werden ebenfalls weit über die Spiele hinauswirken.

Frage: Zum Abschluss noch etwas Praktisches: Nennen Sie bitte die drei wichtigsten saarländischen Begriffe oder Redewendungen, mit denen Gäste immer gut bei Einheimischen ankommen?

Anke Rehlinger: 1. „Unn?“ Das ist wahrscheinlich die kürzeste saarländische Begrüßung – und trotzdem kann darin eine ganze Unterhaltung stecken. Einfach mal ausprobieren bei der ersten Begegnung im Saarland.

2. „Hauptsach gudd gess.“ Gutes Essen und Kulinarik gehören zur saarländischen Lebensart einfach dazu. Ob im Restaurant, an der Imbissbude oder beim Bäcker: mit diesem Satz hat man viele Sympathien auf seiner Seite.

3. „Alleh hopp!“ Sagt man hier nicht nur zur Faschingszeit, sondern das ganze Jahr und heißt so viel wie: Los geht’s, packen wir’s an! Und das passt eigentlich perfekt zu den Special Olympics. Oder, um es ganz saarländisch zu sagen: „Dabeisein ist Saarland.“

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