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Roll-In beim Fachdienst Teilhabe: behinderte Menschen protestieren gegen ungerechtfertigte Leistungskürzungen und lange Bearbeitungszeiten

Roll-In bei der Sozialbehörde in Bremen
Roll-In bei der Sozialbehörde in Bremen
Foto: Petra Wontorra

Bremen (kobinet) Heute, am 12. März 2026, führt eine Gruppe von Assistenznehmer*innen mit ihren Rollstühlen ein „Roll-In“ beim Fachdienst Teilhabe, Hansator 11, in Bremen, durch, um gegen ungerechtfertigte Leistungskürzungen und übermäßig lange Bearbeitungszeiten bei persönlicher Assistenz zu protestieren. In Bremen erhalten ca. 100 behinderte Menschen vom Amt für soziale Dienste Leistungen zur persönlichen Assistenz. Voraussetzung für diese Leistung ist in der Regel das Vorliegen des Pflegegrades 3 in der Pflegeversicherung. Die persönliche Assistenz soll diesem Personenkreis ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben sowie eine individuelle Lebensführung gewährleisten, wie es in einer Presseinformation von Selbstbestimmt Leben Bremen heißt.

You Can oder You Can Not – ein Monatsentgelt für die Kongressteilnahme zur Inklusion im Arbeitsleben

Symbol Fragezeichen
Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

Leipzig (kobinet) „Die Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V. (BAG WfbM) lädt Sie herzlich ein zu You can! – dem neuen Fachkongress für Inklusion im Arbeitsleben. Vom 11. bis 13. März 2026 trifft sich die Fachwelt jährlich in Leipzig, um Ideen auszutauschen, Impulse zu setzen und die Zukunft inklusiver Arbeit aktiv mitzugestalten.“ So heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung, die noch bis zum 13. März 2026 unter dem Motto „Zusammen Arbeit neu denken“ in Leipzig stattfindet. Ein Blick auf die Ticketpreise, bei denen es keine Ermäßigung für behinderte Teilnehmende bzw. von Beschäftigten aus Werkstätten für behinderte Menschen gibt, zeigt jedoch, dass der Slogan You Can spätestens am Geldbeutel scheitern dürfte. Die Kosten eines 3-Tage-Tickets mit 225 Euro dürften das Budget vieler an der Inklusion interessierter behinderter Menschen weit übersteigen, beträgt das durchschnittliche Monatsentgelt in der Werkstatt für behinderte Menschen ca. 230 Euro im Monat. You Can oder You Can Not ist hier also die Frage, wenn in diesen Tagen in Leipzig beim Fachkongress für Inklusion im Arbeitsleben über „Zusammen Arbeit neu denken“ diskutiert wird.

Elternassistenz für Eltern mit nichtsichtbaren Behinderungen ermöglicht es Kindeswohlgefährdungen zu vermeiden

bbe-Tagung vom 6.3.2026 zur Elternassistenz
bbe-Tagung vom 6.3.2026 zur Elternassistenz
Foto: bbe

Hannover (kobinet) Am 6. März 2026 veranstaltete der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern (bbe) einen bundesweiten Fachtag zum Thema „Chronisch (inkl. psychisch) erkrankte Eltern und ihre Kinder – Welche Entlastung bietet Elternassistenz für die gesamte Familie?“ Eingeladen waren Vertreter*innen aus Fachverbänden, Wissenschaftler*innen sowie Mitarbeitende aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe, des Gesundheitswesens und der Eingliederungshilfe. Gemeinsam mit Eltern mit Behinderungen diskutierten die Teilnehmenden, wie man mit einer bedarfsdeckenden Alltagsentlastung für die Eltern mit chronischer Erkrankung, psychischer oder Suchterkrankung die altersgerechte Entwicklung der Kinder sicherstellen kann, heißt es in einer Presseinformation des bbe.

Einsatz für Gleichberechtigung nötiger denn je

Nancy Frind am Mikrofon
Nancy Frind am Mikrofon
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Der Einsatz für Gleichberechtigung, Inklusion und ein Leben ohne Gewalt bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und nötiger denn je. Feministische Bewegungen stehen deshalb weiterhin vor der Aufgabe, laut, sichtbar und solidarisch zu bleiben. So die Einschätzung von Nancy Frind in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten. Am 8. und 9. März 2026 standen bundesweit Aktionen rund um den Internationalen Frauentag und den feministischen Frauen*streik im Mittelpunkt. Dabei ging es um internationale, feministische und solidarische Zusammenarbeit für mehr Gleichberechtigung. Viele Initiativen und Aktivistinnen machten deutlich: Frauenrechte müssen weiterhin sichtbar eingefordert werden.

Reform des Katastrophenschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen bringt Verbesserungen für Behinderte und Senioren

Dennis Sonne am Rednerpult im Landtag von NRW
Dennis Sonne am Rednerpult im Landtag von NRW
Foto: Dennis Sonne

Düsseldorf (kobinet) Senior*innen und behinderte Menschen sollen in Notsituationen besser geschützt werden. Deshalb schafft das Land Nordrhein-Westfalen Verbesserungen in der Katastrophenhilfe. „Als Mensch der selbst mit Behinderungen lebt weiß ich, wie schnell man in Krisensituationen übersehen werden kann. Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat tragisch gezeigt, dass wir auch Menschen mit Behinderungen bei der Planung berücksichtigen müssen. Im Ahrtal sind auch zwölf Menschen mit Behinderung ums Leben gekommen. Und die Zukunft wird vermutlich weitere Krisen für unsere Gesellschaft bereithalten. Hier müssen wir auf alles vorbereitet sein. Deshalb war mir wichtig, dass wir ihre Belange jetzt ausdrücklich im Katastrophenschutzgesetz verankern“, so äußerte sich der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete der Grünen, Dennis Sonne, angesichts der Novelle des Katastrophenschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen.

Assistenzhundearbeit im Fokus: ProHunde veranstaltet ersten bundesweiten Fachkongress

Assistenzhund wartet an Bahnsteig
Assistenzhund wartet an Bahnsteig
Foto: Berufsverband ProHunde

Erfurt (kobinet) An Pfingsten 2026 trifft sich in Thüringen erstmals bundesweit Fachkompetenz aus Praxis, Wissenschaft und Recht rund um die Assistenzhundearbeit. Der Berufsverband ProHunde veranstaltet zu diesem Termin den ersten bundesweiten Assistenzhundekongress. Die zweitägige Veranstaltung findet in Erfurt statt und wird als Hybridkongress sowohl vor Ort als auch online angeboten. Assistenzhunde ermöglichen Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmteres Leben. Gleichzeitig steht die Assistenzhundearbeit in Deutschland derzeit vor erheblichen Herausforderungen. Neue rechtliche Rahmenbedingungen, unterschiedliche Ausbildungsstandards und Fragen der Qualitätssicherung beschäftigen Fachleute ebenso wie betroffene Menschen.

E-Scooter sollen Stellplätze erhalten

E-Scooter versperren Gehweg
E-Scooter
Foto: DBSV/Cornelia Weiß

BERLIN (kobinet) Nach zwei Gesprächsterminen zwischen dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin (ABSV) und Senat wurde deutlich, dass beide Seiten das Ziel verfolgen, das ungeordnete Abstellen von E-Scootern auf Gehwegen zu beenden. Nach Vorstellungen des Senats sollen die Fahrzeuge in weiten Bereichen nur noch an festen Abstellflächen – sogenannten Mobilitätspunkten und Mobilitätsstationen – geparkt werden dürfen. Auch für den ABSV ist das eine akzeptable Lösung für freie und sichere Gehwege. Die Umstellung soll gebietsweise in sogenannten Clustern erfolgen. Sobald in einem solchen Gebiet die vorgesehenen Abstellflächen eingerichtet sind, wird das freie Abstellen durch das Einrichten von Parkverbotszonen unterbunden. E-Scooter können dann nur noch an den vorgesehenen Standorten entliehen und zurückgegeben werden. Damit ist das Freefloating in den betreffenden Gebieten (Clustern) beendet. So entsteht Schritt für Schritt eine geordnete Struktur. Offen ist derzeit noch der zeitliche Rahmen. Nach der bisherigen Strategie des Senats soll die vollständige Umstellung erst bis 2035 erfolgen – ein Zeitraum, der laut ABSV-Geschäftsführer Dr. Thomas Krämer „so nicht akzeptabel ist“.

Nach der Wahl ist vor der Wahl am 15. März 2026 in Hessen

Zeichn ung: Hand teckt Wahlzettel in einen Schlitz
Wahl
Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors

Kassel (kobinet) Die Landtagswahl in Baden-Württemberg und die Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 haben bei zum Teil sehr knappen Wahlergebnissen erneut gezeigt, dass jede Stimme zählt. So dürfte es auch bei den am 15. März 2026 anstehenden Kommunalwahlen in Hessen sein. Dort treten auch eine Reihe behinderter Menschen an, die wie alle anderen Kandidat*innen auch, auf jede Stimme angewiesen sind, um in die Kommunalparlamente gewählt zu werden. Daher lohnt sich besonders auch in den letzten Zügen des Wahlkampfs ein Blick auf die Listen der Parteien und Gespräche mit den Kandidat*innen, um herauszufinden, welche Positionen diese gerade auch zur Behindertenpolitik vertreten. Denn viele Entscheidungen, die die Menschen direkt betreffen, werden vor Ort getroffen.

Appell für kritische Stellungnahme des Bundesrats zur BGG-Reform

Logo Liga Selbstvertretung
Logo Liga Selbstvertretung
Foto: Liga Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Am 11. Februar 2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz beschlossen und damit auf den Weg zur Debatte und zum Beschluss des Gesetzes, das eigentlich die Barrierefreiheit verbessern soll, durch den Bundestag freigegeben. Doch auch der Bundesrat hat ein Wörtchen mitzureden, wie die Gesetzesreform aussehen sollte. Deshalb hat die LIGA Selbstvertretung an die Sozialminister*innen und -senator*innen sowie an die Behindertenbeauftragten der Bundesländer appelliert, für die Streichung der massiven Ausnahmen von Unternehmen bei der Herstellung von Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen einzutreten.

Broschüre informiert in Leichter Sprache über Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Kreuz auf Wahlzettel
Wahlzettel mit Kreuz
Foto: ISL

Mainz (kobinet) Am 22. März 2026 sind Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Rund 3,2 Millionen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer sind wahlberechtigt, davon sind 310.000 Menschen mit Behinderungen. Unter Federführung der Landeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium gibt es eine neue Broschüre in Leichter Sprache zur anstehenden Landtagswahl. „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, dass alle Menschen mit Behinderungen barrierefrei und gut informiert an der Landtagswahl teilnehmen können. Oftmals stellt eine schwere und komplizierte Sprache eine Barriere hierfür dar. Mit dem Info-Heft in Leichter Sprache wollen wir Menschen mit Behinderungen über die Wahlen informieren und sie dazu ermutigen, sich an der Landtagswahl zu beteiligen“, sagte die rheinland-pfälzische Sozialministerin Dörte Schall.

20 Millionen Stimmen fordern einen gerechten Sozialstaat

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) 14 zivilgesellschaftliche Organisationen mit gemeinsam über 20 Millionen Mitgliedern haben ein Bündnis für einen starken und zukunftssicheren Sozialstaat gegründet. Das Sozialstaatsbündnis kritisiert die zunehmende Schieflage in der politischen Debatte, in der der Sozialstaat wiederholt als unfinanzierbar oder als reiner Kostenfaktor dargestellt wird. Die Initiative setzt dem eine positive, faktenbasierte Perspektive entgegen: Der Sozialstaat ist nicht nur finanzierbar, sondern essentiell für sozialen Frieden, wirtschaftliche Teilhabe und demokratische Stabilität.

Veranstaltung: Autismus auf der Arbeit

info Zeichen
info schwarz
Foto: Susanne Göbel

Bremen (kobinet) „Autismus bedeutet für mich, dass ich verpasse, was andere bemerken. Und bemerke, was anderen entgeht.“ Dieser aufschlussreiche Satz stammt von Florian Malicke. Beim Thema Autismus ist er in doppelter Hinsicht Experte: Seinen Lebensunterhalt verdient er als Autismus-Coach. Und gleichzeitig lebt er selbst mit dieser Diagnose. Um sein Leib- und Magenthema als Coach – Autismus auf der Arbeit – geht es auf einer Veranstaltung, die der Martinsclub Bremen, die Stadtbibliothek Bremen und der Verein Autismus Bremen am 2. April 2026 – dem Welt-Autismus-Tag – organisieren: Ein Podiumsgespräch, moderiert von Mirjam Rosentreter und Marco Tiede, das live für den Martinsclub-Podcast „Spektrakulär – Eltern erkunden Autismus“ aufgenommen wird. Los geht es um 18:00 Uhr im Wall-Saal der Stadtbibliothek, Am Wall 201, in 28195 Bremen. Ende der Veranstaltung ist um 19:15 Uhr. Der Eintritt ist frei, es ist keine Anmeldung erforderlich. Jedoch sind die Plätze am Veranstaltungsort begrenzt.

IGEL-Podcast: Zero Conference 2026 – der Weg zur Inklusion geht nur in weltweiter Zusammenarbeit

Cover des IGEL-Podcast zur Zero-Conference in Wien
Cover des IGEL-Podcast zur Zero-Conference in Wien
Foto: IGEL-Media

Wien (kobinet) „Zero Conference 2026 – der Weg zur Inklusion geht nur in weltweiter Zusammenarbeit“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „In dieser Episode des IGEL Podcasts nimmt euch Inklusator Sascha Lang mit nach Wien zur Zero Project Conference 2026, einer der weltweit wichtigsten Konferenzen rund um Innovationen für Inklusion und den Abbau von Barrieren“, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Sozialverband sieht Gefahren für Krankentransporte

Krankenwagen
SOS
Foto: Irina Tsicher

DÜSSELDORF (kobinet) Aufgrund der zuletzt stark gestiegenen Kosten für Benzin und Gas befürchtet der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen, dass dies auch Auswirkungen auf die Kosten für Krankentransporte und Krankenfahrten haben könnte. Immer mehr Fahrdienste klagen über Kostenexplosionen und drohen damit, ihre Fahrten wie beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern komplett einzustellen. Wie schwierig sich die Verhandlungen gestalten könnten, zeigt auch der aktuelle Streit zwischen Kommunen und Krankenkassen um die Kosten für Rettungseinsätze und den sogenannten Leerfahrten. Auch hier wurden schnell Eigenanteile von bis zu 267 Euro für Patientinnen und Patienten ins Spiel gebracht. Diese konnten zwar vorübergehend verhindert werden, dennoch warnt der Sozialverband VdK NRW weiterhin davor, die Kostenfrage einseitig auf die Patientinnen und Patienten abzuwälzen und fordert eine schnelle Einigung in den aktuellen Verhandlungen.

Internationalen Wochen gegen Rassismus stehen in Leipzig bevor

Zeichnung mit Portraits von Menschen verschiedener Hautfarbe und Kleidung
Plakat der Wochen gegen Rassismus
Foto: ADB Sachsen

LEIPZIG (kobinet) In der Zeit vom 16. bis zum 29. März 2026 wird die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ in Leipzig stattfinden. Wie auch in den letzten Jahren ist das Antidiskriminierungsbüro Sachsen für die Koordinierung des Programms verantwortlich. Das Antidiskriminierungsbüro freut sich über die vielen unterschiedlichen Veranstaltungen, die dieses Jahr stattfinden werden und wünscht allen viele spannende und lehrreiche Veranstaltungen, die unseren Werkzeugkasten im Engagement gegen Rassismus bereichern.

Special Olympics Deutschland und Encevo starten Partnerschaft für Nationale Spiele Saarland 2026

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
SOD Logo Saarland 2026
Foto: SOD Saarland

BERLIN / SAARBRÜCKEN (kobinet) Special Olympics Deutschland (SOD) und das Energieunternehmen Encevo haben ihre Partnerschaft für die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 gestartet. Im Rahmen der Partnerschaft engagieren sich Unternehmen der Encevo-Gruppe bei einzelnen Wettbewerben: Enovos wird Presenting Partner des 3×3-Basketballturniers in Saarbrücken, Creos unterstützt die Wettbewerbe im Rudern und Kanu auf der Saar. Auch Mitarbeitende der Unternehmen wollen sich während der Spiele als Volunteers engagieren und bei der Durchführung des größten inklusiven Multisport-Events Deutschlands in 2026 unterstützen.

Neun Millionen Menschen erleben Diskriminierung

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragraf
Foto: omp

BERLIN (kobinet) Bei der größte Repräsentativbefragung zu Benachteiligung zeigen die Daten des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP) umfassend, wie verbreitet Diskriminierung in Deutschland ist. Besonders von Diskriminierung betroffen sind demnach Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Muslime, Frauen und Menschen mit Behinderungen. Mit dem blick auf die Zahlen schlägt die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman Alarm und stellt fest: „Dieses Ausmaß an Diskriminierung gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland berichten bei dieser Umfrage davon, in den letzten zwölf Monaten Diskriminierung erfahren zu haben. Auf die erwachsene Bevölkerung umgerechnet entspricht das rund neun Millionen Menschen.

Ina Fischer in Stadtrat von Erlangen gewählt

Ina Fischer
Ina Fischer
Foto: ZsL Erlangen Kommune Inklusiv

Erlangen (kobinet) Ina Fischer setzt sich seit vielen Jahren im Rahmen ihres Wirkens für das Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) für eine inklusive Kommune ein. Bei den Kommunalwahlen am 8. März 2026 hat sie es gewagt und für den Stadtrat von Erlangen kandidiert. Nun steht fest, dass die engagierte blinde Frau, die für die Grünen angetreten ist, den Einzug in den Erlanger Stadtrat geschafft hat. Sie war als Newcomerin auf Listenplatz 5 der Liste der Erlanger Grünen ins Rennen gegangen und am 8. März auf den sechsten Platz der Grünen bei der Wahl in den Stadtrat gewählt. Damit dürfte die Stimme behinderter Menschen zukünftig auch im Erlanger Stadtrat laut zu hören sein.

Lage für Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt ist dramatisch

Bild zeigt eine Wohnnungsbaustelle mit Gerüsten und einem Bagger
Mehr Wohnungsbau ist dringend notwendig
Foto: Pixabay/SatyaPrem

HANNOVER (kobinet) Eine Analyse des Online-Portals „ImmoScout24“ zeigt deutlich, dass der Bedarf an barrierefreien Wohnungen in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist. Gleichzeitig ist das Angebot zu gering. Hinzu kommt, dass entsprechender Wohnraum sehr teuer ist. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht auch in Niedersachsen eine Zuspitzung der Lage und fordert von der Landesregierung schnelles Handeln, um die Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Wohnungsmarkt zu verbessern. Wenn es um barrierefreie Wohnungen geht, ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage enorm: Laut „ImmoScout24“ suchen 75 Prozent mehr Menschen barrierefreien Wohnraum als noch vor zehn Jahren. Derzeit leben bundesweit in etwa drei Millionen Haushalten Menschen mit einer Mobilitätseinschränkung. Obwohl Prognosen davon ausgehen, dass diese Zahl künftig weiter steigt, sind momentan nur rund 560.000 barrierefreie Wohnungen auf dem Markt.

Wo bleibt die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes?

AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
AGG-Katze: Schluss mit Miezekätzchen: Es braucht ein AGG mit Zähnen
Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt!

Berlin (kobinet) Wie schwer sich die derzeitige Bundesregierung damit tut, benachteiligte Menschen vor Diskriminierungen zu schützen und Barrierefreiheit bzw. angemessene Vorkehrungen hierfür zu verlangen, das hat diese mit dem Beschluss des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) zum Ärger vieler behinderter Menschen, ihrer Angehörigen und Verbände bereits anschaulich gezeigt. Aber auch bei der längst überfälligen Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) scheint die Bundesregierung nicht handlungsfähig zu sein. Denn seit Wochen warten die von Diskriminierungen Betroffenen und ihre Verbände auf die Veröffentlichung eines entsprechenden Referentenentwurfs. Denn eigentlich ist dessen Verabschiedung durch das Bundeskabinett schon für den 25. März 2026 vorgesehen. Aber auch diese Pläne wurden ähnlich wie beim Behindertengleichstellungsgesetz schon mehrfach verschoben. Für die Anhörung der Verbände scheint angesichts dieser Uneinigkeit in der Bundesregierung wahrscheinlich wenig Zeit zu verbleiben, wenn der Entwurf dann irgendwann einmal veröffentlicht wird.

Neuer Newsletter des Deutschen Behindertenrat veröffentlicht

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet) „Unter der Leitung des Sozialverbands Deutschland (SoVD) begleitet der Deutsche Behindertenrat auch im Jahr 2026 aktiv politische Themen und Entwicklungen. Mit dem Gedenken am 27. Januar setzte der DBR ein klares Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und eine Politik, die Teilhabe sowie Selbstbestimmung als unveräußerliche Menschenrechte verteidigt. Erinnerung bedeutet Haltung zeigen – und politisch handeln“, heißt es u.a. im Vorwort der aktuellen Ausgabe des Newsletter des Deutschen Behindertenrat. „Ein gesellschaftlicher Rechtsruck, der Ausgrenzung normalisiert, gefährdet uns alle – besonders diejenigen, die besonderen Schutz benötigen“, betonte Michaela Engelmeier, Vorsitzende des DBR-Sprecherinnenrats.

Diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet) Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat neben vielen anderen Vorhaben ein Projekt gefördert, mit dem unter Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg ein diagnostisches Instrument zur frühzeitigen Erkennung von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) entwickelt und erprobt worden ist, der sogenannte Autismus Lotse. Darauf macht Henry Spradau in seinem Bericht für die kobinet-nachrichten aufmerksam.

Tarifbindung: Verbände fordern klare Anerkennung und verlässliche Refinanzierung in der Eingliederungshilfe

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Freiburg / Berlin (kobinet) Die aktuellen Vorschläge der Sozialstaatskommission sowie die Beratungen vom 26. Februar 2026 im Kanzleramt zwischen Bund, Ländern und Kommunen zu Einsparungen in der Eingliederungshilfe werden von mehreren Verbänden als ungeeignet bewertet, eine zukunftssichere und verlässliche Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu gewährleisten. Stattdessen brauche es die klare Anerkennung bestehender Tarifbindungen und eine auskömmliche, verlässliche Refinanzierung der Leistungen, fordern der Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD), die Caritas-Dienstgeber, der evangelische Bundesfachverband für Teilhabe (BeB), der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) und die Diakonie Deutschland. Voraussetzung dafür sei eine verlässliche Refinanzierung der Tarifentgelte. Überlegungen, die diese Grundsätze infrage stellen, erteilen sie eine klare Absage.

Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland mit großer Resonanz beendet

Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Sharepic zur Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen
Foto: IMAP

Berlin (kobinet) „Am 28. Februar 2026 ist die Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland, die im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführt wurde, zu Ende gegangen. Insgesamt haben mehr als 35.000 Personen an der Umfrage teilgenommen – digital, chatbotgestützt oder analog, in einer von 11 Sprachen. Das sind im Vergleich zur Befragung 2015 mehr als doppelt so viele Menschen, die wir gemeinsam erreicht und zu einer Teilnahme motiviert haben“, heißt es vonseiten des IMAP, das die Umfrage durchgeführt hat.

Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 2)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Federführender feministischer kobinet-Kolumnist, der ich nun einmal bin, schicke ich ein Wort meiner sozialphilosophischen Kollegin und Mitfeministin Eva von Redecker vorweg. Ein Wort, das antikapitalistischen Klartext spricht und überdies ins Stammbuch der „Krüppel gegen rechts“ geschrieben gehört. „Der Kapitalismus hält jede und jeden ständig dazu an, das Beste aus sich zu machen. Eine hyperindividualistische Konkurrenzgesellschaft, das erzeugt den irrwitzigen Eigentumsrausch, den ich Faschismus nenne. Die Rechten sind die toxische Schaumkrone auf der neoliberalen Welle im Klima des Anthropozän. Je mehr sich die realen Krisen verschärfen, desto aussichtsloser der Dammbau, deshalb streite ich so vehement für einen grundlegenden Umbau der Wirtschaft …“ (so von Redecker im SPIEGEL-Gespräch der letzten Februarwoche). – Eva Redeckers feministische Position einer „antikapitalistischen Revolution für das Leben“ habe ich in früheren Kolumnen bereits vorgestellt. Warum wird ihre Stimme im behindertenpolitischen Aktivismus nicht aufgegriffen? Dieses Silencing finde ich megaschändlich! Darum jetzt erst recht weiter mit der Frauentagskolumne.

Deutsche Paralympioniken weiter auf Medaillen-Jagd erfolgreich

Gold- Silber- und Bronzemedaille an blau-rot-weißen Bändern
Medaillen für die Gewinner
Foto: qimono In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

FRECHEN (kobinet) Die deutsche Para Ski-nordisch-Nationalmannschaft surft bei den Paralympics weiter auf der Erfolgswelle. Drei Medaillen hatte es zum Auftakt am Samstag gegeben, drei kamen am Sonntag hinzu. Für Anja Wicker (MTV Stuttgart, Silber am Vormittag bei den Frauen sitzend) und Marco Maier waren es die zweiten bei diesen Spielen, für Johanna Recktenwald und ihre Begleitläuferin Emily Weiss eine Premiere. Der Mannschaft steht nun eine Pause bevor. „Wir verschnaufen einen Tag und bereiten uns auf die Langlauf-Wettbewerbe vor“, sagte der Bundestrainer Ralf Rombach. Am Dienstag folgt in Tesero der Klassik-Sprint, am Mittwoch das Rennen über zehn Kilometer ebenfalls in der klassischen Technik.

Wohlfahrtsverband fordert Stärkung des Sozialstaats

Wappen Bundesland Baden-Württenberg
Wappen Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist entschieden. Jetzt kommt es aus Sicht des Landeswohlfahrtsverbandes seitens der politischen Entscheidungsträger darauf an, Verantwortung für Baden-Württemberg zu übernehmen – für eine starke soziale Daseinsvorsorge, verlässliche Pflege- und Gesundheitsstrukturen, bezahlbaren Wohnraum und echte Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. „Ein starker Sozialstaat ist entscheidend für das Vertrauen in unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ stellt Ulf Hartmann, der Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg in diesem Zusammenhang fest und schlussfolgert: „Soziale Sicherheit ist kein Wahlversprechen, sie ist ein Auftrag. Als Sozialverband werden wir die neue Landesregierung als starker Partner konstruktiv begleiten. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Er braucht Investitionen in soziale Arbeit, Teilhabe und Bildung. Unsere Botschaft bleibt klar: Vielfalt und soziale Gerechtigkeit sind die Grundlage für eine lebendige Demokratie – dafür setzen wir uns ein.“

Bereits über 3.000 Unterstützer*innen für Petition zu Verbesserungen bei BGG-Reform für mehr Barrierefreiheit

Bild: BGG-Reform Jetzt!
Bild: BGG-Reform Jetzt!
Foto: René Schaar

Hamburg (kobinet) Die Unzufriedenheit bei behinderten Menschen, ihren Verbündeten und ihren Verbänden über den Gesetzesentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit ist groß. Dies zeigt auch die Tatsache, dass kurz nach dem Start bereits über 3.000 Menschen die von René Schaar gestartete Petition mit dem Titel „Kein Freifahrtschein für Barrieren! BGG-Reform schützt Diskriminierer“ unterstützen. „Schluss mit Schlupflöchern bei Barrierefreiheit! Das Behindertengleichstellungsgesetz muss so angepasst werden, dass Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft Pflicht wird! Baulich, digital, kommunikativ. Wir Menschen mit Behinderung gehören zur Gesellschaft. Wir gehören in jeden Betrieb, an jeden Ort und auf jede Veranstaltung. Und wo wir heute noch nicht sind – werden wir morgen sein!“ So heißt es zu den Zielen der Petition, die von einer Reihe bekannter Persönlichkeiten aus der Behindertenbewegung unterstützt wird.

Markus Ertl wieder in den Gemeinderat von Lenggries gewählt

Markus Ertl mit Blindenstock
Markus Ertl mit Blindenstock
Foto: privat

Lenggries (kobinet) Nicht nur bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg herrschte bis weit in die Nacht hinein Spannung pur. Auch in Bayern zitterten und zittern viele dem endgültigen Ergebnis der dort stattgefundenen Kommunalwahlen entgegen, die am 8. März 2026 in Bayern anstand. Während wegen des Wahlsystems mit der Möglichkeit Stimmen auf mehrere Kandidat*innen zu verteilen viele Ergebnisse wohl erst am Montag oder gar am Dienstag vorliegen, konnte Markus Ertl aus Lenggries nach Mitternacht auf seine Wiederwahl in den Gemeinderat von Lenggries anstoßen. Der blinde Sprecher für Barrierefreiheit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) schaffte trotz schlechter Ausgangsbedingungen mit Listenplatz 14 auf der Liste der Freien Wähler den Wiedereinzug in den Gemeinderat. Dank vieler persönlicher Stimmen für ihn schaffte er es fünf Plätze in der Liste nach oben zu kommen und zieht auf dem 9. Platz bei einem guten Wahlergebnis der Freien Wähler mit 45,0 Prozent wieder in den Gemeinderat von Lenggries ein. Weitere behinderte Kandidat*innen in Bayern warten noch mit Spannung auf die Ergebnisse, so auch Ina Fischer in Erlangen und Irmgard Badura in Nürnberg.

Spannender Wahlabend in Baden-Württemberg

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

Stuttgart (kobinet) Wie so oft bei Wahlen in den letzten Jahren hat auch die Landtagswahl am 8. März 2026 in Baden-Württemberg gezeigt, dass jede Stimme zählt. Am Ende hatten die Grünen mit ihrem Spitzenkandidaten und voraussichtlichen zukünftigen Ministerpräsidenten Cem Özdemir die Nase mit 0,5 Prozent vorn. Laut dem vorläufigen Ergebnis erreichten die Grünen 30,2 Prozent und liegen damit vor der CDU mit 29,7 Prozent, der AfD mit 18,8 Prozent und der SPD mit 5,5 Prozent. Die FDP und die LINKE scheiterten mit jeweils 4,4 Prozent an der 5-Prozent-Hürde und werden im nächsten Landtag von Baden-Württemberg nicht mehr vertreten sein. Die SPD musste mit Verlusten von 5,5 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis hinnehmen und die CDU erreichte trotz eines Zugewinns von 5,6 Prozent nicht ihr lange als sicher geglaubtes Ziel, die Grünen als stärkste Kraft abzulösen und den Ministerpräsidenten zu stellen. Nach 15 Jahren Winfried Kretschmann dürfte nun Cem Özdemir Baden-Württemberg zukünftig als Ministerpräsident anführen.

Podcast zur Zukunftsplanung: Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird?

Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Foto: IGEL-Media

Schorndorf (kobinet) „Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird? – Wertgeschätzte Erfahrungen ermöglichen“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile 13. Ausgabe des Podcast zur Persönlichen Zukunftsplanung spricht Ellen Keune mit Nicolette Blok.

Austausch von Frauenbeauftragten, Werkstatträten und Bewohnerbeiräten in Thüringen

Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Foto: Liga Selbstvertretung Thüringen

Erfurt (kobinet) Nancy Frind weiß, was es heißt, auf Unterstützung angewiesen zu sein und sich auf den Weg zu einem selbstbestimmteren Leben und Arbeiten zu machen. Nach einigen Jahren in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet sie mittlerweile seit vier Jahren bei der Liga Selbstvertretung Thüringen. Und dabei ist ihr die Förderung des Austausch von Frauenbeauftragten in Einrichtungen, von Bewohner*innenbeiräten und Werkstatträten besonders wichtig. Für den 6. März 2026 hatte Nancy Frind diese daher zu einer Veranstaltung nach Erfurt und online mit einer Lesung und zum Austausch eingeladen. Den kobinet-nachrichten hat sie folgenden Bericht über die Veranstaltung zugesandt.

Erfolg bei Krankenhausreform: Finanzierung aus Steuergeldern entlastet Beitragszahler

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Am 6. März 2026 hat der Deutsche Bundestag das Krankenhausreform-Anpassungsgesetz (KHAG) verabschiedet. Mit ihm werden zentrale Punkte der bereits beschlossenen Krankenhausreform nachjustiert, insbesondere die Finanzierung des Transformationsfonds. VdK-Präsidentin Verena Bentele begrüßt die Änderung: „Endlich ein Durchbruch! Die neue Finanzierung aus Steuergeldern schützt die Beitragszahler und macht den Umbau zukunftssicher. Ein Sieg für ein solides Gesundheitssystem und ein großer Erfolg für den VdK.“ Ursprünglich war vorgesehen, dass die Kosten von 50 Milliarden Euro für den Umbau der Krankenhauslandschaft jeweils zur Hälfte von den Bundesländern und aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden. Der VdK hatte diese Finanzierung von Beginn an kritisiert und ist dagegen mit VdK-Mitgliedern bundesweit vor die Sozialgerichte gezogen. Der Verband argumentierte, dass Sozialversicherungsbeiträge zweckgebunden seien und daher nicht für gesamtgesellschaftliche Strukturreformen eingesetzt werden dürften.

Momentaufnahme 426

Biene in einem Krokusse
Biene
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Honig wohnt ih jeder Blume, Freude an jedem Orte, man muss nur, wie die Biene, sie zu finden wissen.

Vorwurf der Lifestyle-Teilzeit ist respektlos

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Heute, am 8. März, dem Internationalen Frauentag, erinnern weltweit Millionen Menschen an den langen Kampf für Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen von Frauen. Gerade vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Debatte über Einschränkungen des Rechts auf Teilzeit nach Ansicht der VdK-Präsidentin Verena Bentele wie ein Rückschritt. Sie kritisiert den Vorwurf der „Lifestyle-Teilzeit“ als realitätsfern und respektlos. Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz fordert zum Internationalen Frauentag eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung „Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!“ gelte für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern.

Inklusion ist mehr als paralympischer Spitzensport

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Saarbrücken (kobinet) Paralympics gelten für viele als Symbol für Inklusion, Sichtbarkeit und sportliche Höchstleistungen von Menschen mit Behinderungen. Regelmäßig wird das internationale Sportereignis als Beleg dafür genannt, dass sich gesellschaftliche Bilder von Behinderung verändern. kobinet-Redakteur Nico Wunderle wirft in seinem Kommentar jedoch einen kritischeren Blick darauf, welche Rolle die Paralympics tatsächlich für Inklusion spielen – und welche Bilder von Behinderung dabei sichtbar werden.

Behinderte Frauen besonders von ökonomischer Gewalt gefährdet

Fahne von Österreich
Fahne Österreich
Foto: public domain

Wien (kobinet) „Frauen* mit Behinderungen sind aufgrund mehrfacher Diskriminierungen und struktureller Benachteiligungen besonders gefährdet, ökonomische Gewalt zu erleben. Ökonomische Gewalt zeigt sich in einer fremdbestimmten Kontrolle über die finanziellen Mittel, indem verhindert wird, dass Frauen* mit Behinderungen wirtschaftlich selbstständig sind, dass sie oft kein existenzsicherndes Einkommen haben, sie finanziell abhängig gehalten oder in unbezahlte Care-Arbeit gedrängt werden.“ So heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS, der anlässlich des Internationalen Frauentages, der am 8. März begangen wird, einige Berichte zur Situation behinderter Frauen veröffentlicht hat.

8. März, Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 1)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Auch Männer können Feministen sein wie Mithu Sanyal eben erst in einer Diskussionsrunde zum 70. Geburtstag von Judith Butler klargestellt hat. Offenbar ist das noch nicht überall angekommen. Auch nicht im behindertenpolitischen Feminismus. Oder woran liegt es, dass meine im vergangenen Jahr erschienene und nun nochmals abgedruckte Frauentagskolumne dort (z.B. ISL-Weiberrrat und anderen direkt adressierten Aktivistinnen) gesilenced, totgeschwiegen, wurde? Möchten sie in ihrer vom Patriarchat lizenzierten frauenfeministischen Blase von einem männlichen Feministen nicht gestört werden? Machen wir mit der diesjährigen Wiederholung meiner letztjährigen Frauentagskolumne die Probe auf Exempel.

Stoppt Ableismus: Online-Lesung mit Karina Sturm und Anne Gersdorff am 11. und 12. März 2026

Plakat zu den Lesungen aus dem Buch
Plakat zu den Lesungen aus dem Buch „Stoppt Ableismus“ am 11. und 12. März 2026
Foto: JOBinklusive

Berlin (kobinet) „Stoppt Ableismus“, so lautet der Titel einer Online-Lesung mit Karina Sturm und Anne Gersdorff, die vom Projekt JOBinklusive der Sozialhelden am 11. März 2026 von 10:00 bis 11:30 Uhr durchgeführt und am 12. März 2026 von 17:00 bis 18:30 Uhr wiederholt wird.

Online-Diskussionsforum: Von der Ausbildung bis zur Beschäftigungssicherung

Logo der Deutschen Vereinigung für Rehabilitationshilfe
Logo der DVfR
Foto: DVfR

Heidelberg (kobinet) Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und ihre wissenschaftlichen Kooperationspartner am Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH) laden zur Online-Diskussion: „Von der Ausbildung bis zur Beschäftigungssicherung:
Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung (SBV) für (junge) schwerbehinderte Menschen“ ein. Noch bis 20. März 2026 können Diskussionsbeiträge eingestellt werden. Die Diskussion richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, Eltern, Schwerbehindertenvertretungen, Jugend- und Ausbildungsvertretung, Betriebs- und Personalräte sowie Betriebe und Dienststellen, Arbeitsagenturen, Inklusionsämter, Integrationsfachdienste, Schulen, Beratende oder Jobcoaches. Ziel ist ein offener Austausch über Möglichkeiten, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfe bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche und beim Übergang von der Schule in die Ausbildung. Schwerpunkt ist die Rolle der Schwerbehindertenvertretung (SBV) bei der Gestaltung der Ausbildung für junge Menschen sowie bei der Sicherung ihrer Beschäftigung.