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Unbürokratische Pflegekräftevermittlung: Selbstbestimmtes Leben stärken – Pflegenotstand abwenden

Uwe Frevert mit ISL Logo im Hintergrund
Uwe Frevert mit ISL Logo im Hintergrund
Foto: Franziska Vu ISL

Kassel (kobinet) Anlässlich des Fachgesprächs der Bundesarbeitsgemeinschaft Rehabilitation (BAR), das am 28. und 29. April 2026 in Kassel unter dem Motto "Reha trifft Pflege: Gemeinsam für eine ganzheitliche Versorgung" stattfindet, fordert Uwe Frevert, Vorstandsmitglied der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), eine schnelle und unbürokratische Lösung für die Pflegekräftevermittlung in den einzelnen Regionen. Ziel ist es, die häusliche Pflege zu stärken und den eklatanten Pflegenotstand abzumildern.

Uwe Frevert nennt dabei folgende Fakten:

  • 86 % der Pflegebedürftigen leben zu Hause – 67 % ohne ambulante Pflegedienste
  • aber 33 % der finanziellen Ressourcen fließen in die selbst organisierte Pflege
  • 5,6 Millionen Menschen erhielten 2024 Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung – doppelt so viele wie 2014
  • Bei Pflegegrad 4 und 5 werden 87,8 % bzw. 99,7 % der Betroffenen stationär versorgt

Der Vorschlag von Uwe Frevert lautet:
Pflegestützpunkte sollen Pflegekräfte direkt innerhalb der Wahlbezirke vermitteln. Das reduziert Leerzeiten der teuren Pflegedienste und hohe Kosten für Fuhrparks. Gleichzeitig sollen hiermit statt des Einsatzes von ehrenamtlichen Pflegepersonen Arbeitsverhältnisse etabliert werden – ein wichtiger Schritt, um die Sozialversicherungsbeiträge zu refinanzieren.

Als erfolgreiche Beispiele nennt Uwe Frevert:

  • Die Vereinigung Integrations Förderung (VIF e.V.) in München zeigte bereits 1982: 58.000 Einsatzstunden konnten pro Jahr durch Zivildienstleistende und FSJ-Helfer mit 9 Hauptamtlichen in der Regie organisiert werden.
  • Aber in einer Testphase wurden in nur 7 Monaten durch diese Helfervermittlung in den Wahlbezirken 80.000 Einsatzstunden erreicht werden.

Deshalb fordert Uwe Frevert:

„Wir brauchen bessere Angebote zur Selbstorganisation von Pflegehilfen. Die Mini-Job-Zentrale kann hier unterstützen, um mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse in den Privathaushalten zu fördern. Nur so gelingt eine nachhaltige und menschenwürdige Pflege – ohne Bürokratie und mit mehr Selbstbestimmung“, betont Uwe Frevert.