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Gold für Forster und Bronze für Wicker

Skifahrerin passiert ein Abfahrtstor und hebt dabei vom Schnee ab
Anna-Lena Forster bei ihrem Abfahrtsrennen
Foto: Tom Weller / DBS

FRECHEN (kobinet) Vierte Paralympics, zehnte Medaille – Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat zum Auftakt der Winterspiele in Cortina d’Ampezzo direkt abgeliefert: In der Abfahrt auf der Tofana raste sie am Samstagmorgen mit einem hauchdünnen Vorsprung zu ihrem fünften Paralympics-Sieg. Für das Team Deutschland Paralympics war es bei der ersten Chance auf Edelmetall gleich die erste Goldmedaille. Anja Wicker hat im ersten Rennen der Para Ski nordisch-Wettkämpfe bei den Paralympics 2026 in Tesero (Val di Fiemme) die erste Medaille gewonnen – nur wenige Minuten, nachdem Monoskifahrerin Anna-Lena Forster in Cortina über Gold jubelte. Die 34-Jährige vom MTV Stuttgart beendete das Rennen über 7,5 Kilometer bei den Frauen in der sitzenden Konkurrenz hinter den beiden US-Amerikanerinnen Oksana Masters und Kendall Gretsch. Für Wicker ist es die vierte paralympische Medaille nach Gold und Silber in Sotschi 2014 sowie Bronze in Peking 2022.

Kürzungen gefährden das Hilfesystem

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

STUTTGART (kobinet) Das neue Gewalthilfegesetz sieht ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder vor. Die Verfügbarkeit von Frauenhausplätzen und Frauenberatungsstellen wird damit zur Pflicht, und die Finanzierung geht künftig in die Verantwortung des Landes über. Bislang handelte es sich dabei um freiwillige Leistungen der Kommunen. Angesichts angespannter Haushaltslagen ziehen sich Kommunen bereits aus ihrer finanziellen Verantwortung im Gewaltschutz für Frauen zurück. Der Landesfrauenrat Baden-Württemberg (LFR BW) und der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg warnen daher eindringlich: Wer jetzt kürzt, gefährdet das gesamte Hilfesystem.

Tag des barrierefreien Tourismus gibt erneut Anlass zur Hoffnung

Mann in dunklem Anzug und hellem Hemd am Rednerpult. Dahinter ein großes Videobild mit seinem Portraitfoto und der IText-nformation über ihn
André Nowak, Sprecher der AG Tourismus während seines Grußwortes zum tag des barrierefreien Tourismus
Foto: DZT

BERLIN (kobinet) Am Rande der Internationalen Tourismus Börse ITB hatte in dieser Woche wieder im City Cube der Berliner Messe der Tag des barrierefreien Tourismus stattgefunden. Von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) gemeinsam mit dem Länderarbeitskreis „Tourismus für Alle“ , der Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen – barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ und der AG Tourismus beim Deutschen Behindertenrat (DBR) vorbereitet, ist es insgesamt eine gute Veranstaltung geworden. In ihr wurden viele Erfahrungen beim Gestalten barrierefreier touristischer Angebote vermittelt, Fortschritte auf diesem Weg aufgezeigt und Rückstände ebenso benannt. Insgesamt also eine rund sechs Stunden andauernde Fachkonferenz, die Anlass zur Hoffnung auf weitere barrierefreie touristische Erlebnisse macht.

Pflege wird in NRW von den Frauen getragen

Zwei übereinander liegende Hände von denen eine deutlich einer älteren Person gehört
Pflegende Hände
Foto: Pixabay/sabinevanerp

DÜSSELDORF (kobinet) Nach aktuellen Angaben von IT.NRW werden 72 Prozent der häuslichen Pflege in Nordrhein-Westfalen von Frauen geleistet – also fast drei Viertel. Mit dem Blick auf den Internationalen Frauentag rückt der Sozialverband VdK diese strukturelle Ungleichheit besonders in den Fokus, denn die Frau zahlen dafür auch einen hohen Preis. „Der hohe Preis dafür zeigt sich in unterbrochenen Erwerbsbiografien, häufiger Teilzeit, geringeren Einkommen und entsprechend niedrigeren Rentenansprüchen“, sagt VdK-Vizepräsidentin Katharina Batz, „Pflegeverantwortung bedeutet für viele Frauen nicht nur emotionale und körperliche Belastung, sondern auch langfristige finanzielle Nachteile.“ Die Arbeitsgruppe Frauen im Sozialverband VdK NRW macht diese Zusammenhänge sichtbar und fordert deshalb bessere Rahmenbedingungen wie eine stärkere sozialrechtliche Absicherung pflegender Angehöriger, verlässliche Entlastungsangebote sowie eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern.

LIGA Selbstvertretung: Wahlrecht nutzen – Menschenrechte, Demokratie, Teilhabe und Barrierefreiheit stärken

Logo Liga Selbstvertretung
Logo Liga Selbstvertretung
Foto: Liga Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Die LIGA Selbstvertretung ruft behinderte Menschen, ihre Angehörigen und Verbündeten auf, bei den in den nächsten Wochen anstehenden Wahlen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz ihr Wahlrecht zu nutzen und damit diejenigen zu stärken, die für Menschenrechte, Demokratie, Teilhabe, Barrierefreiheit und echte Inklusion eintreten. Die zum Teil unsäglichen Diskussionen um die Eingliederungshilfe und vor allem der miserable Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) machten deutlich, wie wichtig es ist, dass sich behinderte Menschen, ihre Angehörigen und Verbündeten verstärkt in die Politik einmischen. Das Wahlrecht sei dabei ein wichtiges Instrument, um deutlich zu machen, was die Bürger*innen wollen. Am 8. März 2026 fallen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der CDU und den Grünen abzeichnet, aber auch bei den Kommunalwahlen in Bayern, erste wichtige Entscheidungen im Wahljahr 2026.

Dreifache Europameisterin im Eisschwimmen: Tina Deeken erkämpft sieben Medaillen in Italien

Tina Deeken vor dem Schwimmbecken in Molveno
Tina Deeken vor dem Schwimmbecken in Molveno
Foto: privat

Molveno, Italien (kobinet) Für viele Paralympionik*innen beginnen nun die Wettkämpfe in Italien. Bei den Eisschwimm-Europameisterschaften im italienischen Molveno hat die Para-Athletin Tina Deeken bereits und erneut ihre außergewöhnliche Leistung unter Beweis gestellt. In insgesamt zehn Starts über die fünf Wettkampftage erzielte sie sieben Podiumsplatzierungen – eine beeindruckende Bilanz unter extremen Bedingungen mit Wasser-Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. „In der Para-Wertung dominierte Tina das Feld souverän und gewann drei Europameistertitel: über 50 m Brust, 100 m Brust und 50 m Freistil“, heißt es in einer Mitteilung des Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN).

PEER4U erweitert sein Online-Beratungsangebot

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Bonn (kobinet) PEER4U ist ein Online-Beratungsangebot für junge Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen. Alle BeraterInnen, dessen Arbeit durch eine Supervisorin begleitet wird, sind selbst Angehörige von Menschen mit psychischen Problemen. Sechs weitere Peer-BeraterInnen haben die professionelle Schulung durchlaufen. Durch ihr Engagement tragen sie zur Erweiterung des Beratungsangebotes bei. Die Beratung kann via E-Mail oder Chat erfolgen. Beraten wird ausschließlich von Menschen und nicht mittels Hilfe von künstlicher Intelligenz, heißt es auf der Webseite des Projekts: https://www.portal-junge-selbsthilfe.de/online-angebote/chatberatung-peer-for-you/#content.

Jede Stimme zählt für echte Teilhabe mit Gebärdensprache

Zeichung mit acht farbigen Wahlurnen, die als Figuren dargestellt wurden welche den Daumen nach oben zeigen
Gemeinsame Wahl bei aller Buntheit und Vielfalt
Foto: Pixabay/ArtRose

MÜNCHEN (kobinet) Am Sonntag, den 8. März 2026, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger über die politische Zukunft ihrer bayerischen Heimat. Bei den Gemeinde- und Landkreiswahlen werden die Weichen für die kommenden sechs Jahre gestellt. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) ruft alle wahlberechtigten gehörlosen Menschen dazu auf, ihr Stimmrecht aktiv zu nutzen und die Politik vor Ort mitzugestalten. „Mit Ihren Stimmen wirken Sie direkt an der Zukunft Ihrer Kommune mit“, erklärt Daniel Büter, politischer Referent des LVBYGL. „Ob es um den öffentlichen Nahverkehr, die Schulen oder die soziale Daseinsvorsorge geht – die Politik vor Ort entscheidet darüber, wie wir in den nächsten sechs Jahren leben. Deshalb unser dringender Aufruf: Bitte gehen Sie wählen und setzen Sie Ihre Kreuze!“

Linke fordert Aufstockung der Zahl der paralympischen Kaderplätze

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Sören Pellmann – 2021-NEU
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

BERLIN (kobinet) Wenn am Freitag in Verona die paralympischen Winterspiele, leider ohne olympischen Frieden in der Welt, eröffnet werden, freut sich auch der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, sehr auf diese Spiele. Zugleich hofft er, dass sie die öffentliche Aufmerksamkeit erhalten, welche die Sportlerinnen und Sportler mit ihren Höchstleistungen verdienen. Dazu stellt Sören Pellmann fest4: „Die Paralympischen Spiele sind ein Beispiel dafür, wie Inklusion und Teilhabe funktionieren können.“

Die Königin des Monoskis und die Para Eishockey-Koryphäe bilden das Fahnenträger-Duo

Eine junge Frau und ein Mann im gelben Sportdress
Portraits der Fahnenträger
Foto: Mika Volkmann / Florian Schwarzbach – DBS

BERLIN (kobinet) Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Para Eishockey-Ikone sind die Fahnenträger des Team Deutschland Paralympics bei den Winterspielen in Mailand und Cortina 2026. Während Anna-Lena Forster bereits zum zweiten Mal die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, darf Jörg Wedde beim Comeback nach 20 Jahren die deutsche Fahne schwenken.

Ob Kinder oder keine entscheide auch ich alleine! Weibernetz fordert sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung für Frauen mit Beeinträchtigungen

Logo: Weibernetz
Weibernetz
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) Im Vorfeld des Internationalen Frauentags, der am 8. März begangen wird, fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz eine Stärkung der sexuellen und reproduktiven Rechte für Frauen mit Beeinträchtigungen. Denn der alte Wahlspruch der Frauenbewegung „Ob Kinder oder keine, entscheide ich alleine!“ gilt für sie sehr häufig nicht, weil gesellschaftliche Strukturen dies oft verhindern. Zum Internationalen Frauentag fordern Frauen und ihre Verbündeten Gleichberechtigung auf allen Ebenen. „Zwar sichern uns internationale Menschenrechtsabkommen und die deutsche Verfassung eine Gleichberechtigung der Geschlechter zu. De facto beobachten wir jedoch weltweit einen Backlash, indem Frauen- und Diversitymaßnahmen verstärkt zurückgenommen oder in Frage gestellt werden“, erklärte Beatrice Gómez, Referentin beim Verein Weibernetz.

Fit für die Gremienarbeit: Online-Seminarreihe für Mitglieder von Behindertenbeiräten und Beauftragte in Rheinhessen

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Foto: Susanne Göbel

Nieder-Olm (kobinet) „Mitglieder von Beiräten für Menschen mit Behinderung, aber auch Beauftragte sind häufig ehrenamtlich tätig. Besonders zu Beginn eines solchen Ehrenamtes fehlt es oftmals an Wissen, wie politische Gremien funktionieren, wie man seine eigenen Projekte realisieren kann und Fürsprecher:innen gewinnt. Mit einer Seminarreihe wollen wir genau diese Zielgruppe stärken und für das Ehrenamt und die Gremienarbeit fit machen. Partizipation ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Inklusion. Angesprochen sind Menschen mit und ohne Behinderung aus Rheinhessen, die in diesen Ehrenämtern tätig sind.“ So heißt es in der Ausschreibung der Seminarreihe „Fit für die Gremienarbeit“, die Gracia Schade vom Koordinationsbüro Inklusive Verbandsgemeinde der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm verbreitet hat. Die Online-Seminare starten am 29. April 2026. Anmeldungen sind noch möglich.

Rentenerhöhung kann nur der Anfang sein: Verena Bentele fordert Zukunftssicherheit

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Die angekündigte Rentenerhöhung um 4,24 Prozent kann sich nach Ansicht des VdK sehen lassen. „Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und nach einer langen Phase realer Kaufkraftverluste ist es für viele Rentnerinnen und Rentner entscheidend, dass die Renten wieder der Lohnentwicklung folgen. Das aktuell nur bis 2031 festgeschriebene Mindestrentenniveau von 48 Prozent zeigt seine Wirkung. Nur mit diesem klaren und gesetzlich fixierten Leistungsziel schaffen wir es, dass die Renten nicht von steigenden Mieten, Lebensmittelpreisen und Krankenkassenbeiträgen aufgefressen werden. Umso wichtiger ist es, dass die Rentenkommission der Bundesregierung tragfähige Vorschläge vorlegt, wie das Rentenniveau über das Jahr 2031 hinaus dauerhaft stabilisiert werden kann.“ Dies teilte die Präsidentin des Sozialverband VdK Verena Bentele mit.

Verhinderungspflege muss erhalten bleiben

Eine jinge Frau kümmert sich um eine ältere Frau
Pflegen
Foto: Pixabay/Bucarama-TLM

BERLIN (kobinet) Auf ihrer Frühjahrs-Konferenz haben die Fachverbände für Menschen mit Behinderung das Positionspapier „Gute Pflege für Menschen mit Behinderung und bessere Unterstützung für pflegende Angehörige!“ verabschiedet. In dem Papier machen die Fachverbände deutlich, was sie von der Pflegereform der Bundesregierung erwarten. So forderte Beate Bettenhausen, die Vorsitzende des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) im Namen der Fachverbände für Menschen mit Behinderung: „Die Verhinderungspflege muss in der bisherigen Höhe und Flexibilität erhalten bleiben. Sie ist die wichtigste Entlastungsleistung für pflegende Angehörige. Einschnitte bei der Verhinderungspflege, für die derzeit jährlich 3.539 Euro zur Verfügung stehen, darf es deshalb nicht geben.“

Sigrid Arnade erklärt Abgeordneten angemessene Vorkehrungen

Prof. Dr. Sigrid Arnade
Prof. Dr. Sigrid Arnade
Foto: H.-Günter Heiden

Berlin (kobinet) Prof. Dr. Sigrid Arnade vom Vorstand des NETZWERK ARTIKEL 3 hat eine Reihe von Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD angeschrieben und deutlich gemacht, dass es keine Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) geben darf, durch die behinderte Menschen benachteiligt werden. Und dabei hat sie den Abgeordneten vor allem erklärt, was es mit den „angemessenen Vorkehrungen“ auf sich hat und warum der von der Bundesregierung in den Bundestag eingebrachte Gesetzentwurf für die BGG Reform in dieser Form keinen Sinn macht. Denn Ausnahmeregelungen und Überforderungsregelungen seien bereits inhärenter Bestandteil des Konzepts der „angemessenen Vorkehrungen“, so dass die im Gesetzentwurf zusätzlich und pauschal formulierten umfassenden Ausnahmen für Unternehmen kontraproduktiv seien und gestrichen werden müssten.

Grundsicherung: Reform von gestern

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Die geplante Neuausrichtung der Grundsicherung stößt beim Sozialverband VdK Deutschland auf deutliche Kritik. Für VdK-Präsidentin Verena Bentele ist klar: „Die neue Grundsicherung ist alles andere als neu. Sie ist eine Rolle rückwärts. Totalsanktionen und Vermittlungsvorrang haben schon in der Vergangenheit nicht dazu geführt, Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen.“ Statt auf Druck und Sanktionen zu setzen, brauche es nachhaltige Unterstützung und Qualifizierung. „Diese Reform verkennt die Lebensrealität vieler Menschen, die sich in einer Notsituation befinden. Sozialpolitik darf nicht durch Abschreckung Wirkung entfalten, sie muss Stabilität und echte Perspektiven schaffen“, betonte Verena Bentele zur heute im Deutschen Bundestag anstehenden Beratung und Abstimmung der Reform.

Aktivtreff Teilhabe – ein neues Vernetzungsangebot in Kassel

Plakat zum Aktivtreff des fab am 31.3.2026 in Kassel
Plakat zum Aktivtreff des fab am 31.3.2026 in Kassel
Foto: fab

Kassel (kobinet) Im Rahmen des vom Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) durchgeführten und von der Aktion Mensch geförderten Projekts „Aktiv Teilhabe gestalten“ findet künftig regelmäßig ein Aktivtreff Teilhabe statt. Das Format richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen aus der Region Kassel, die sich einbringen, engagieren und miteinander ins Gespräch kommen möchten. Der Aktivtreff bietet Raum für Selbstvertretung, gegenseitige Unterstützung und den Austausch von Erfahrungen. Beim ersten Aktivtreff steht ein konkretes Thema im Mittelpunkt:
„Was muss sich ändern?“ So heißt es in der Ankündigung des ersten Austauschs im Rahmen des Aktivtreffs, das am 31. März 2026 um 17:00 Uhr im freiRAUM des Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in der Samuel-Beckett-Anlage 6 in 34119 Kassel stattfindet.

Forderung nach digitaler ÖPNV-Wertmarke für Schwerbehinderte

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages unterstützt die Forderung, den Schwerbehindertenausweis und die dazugehörige Wertmarke, die zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) berechtigt, in einer digitalen Form bereitzustellen. In der Sitzung am 4. März 2026 verabschiedete der Petitionsausschuss einstimmig die Beschlussempfehlung an den Bundestag, eine dahingehende Petition der Bundesregierung mit dem höchstmöglichen Votum „zur Berücksichtigung“ zu überweisen. Darauf hat der Informationsdienst Heute im Bundestag hingewiesen.

Neue Zumutungen bei der Grundsicherung können fast jeden treffen

Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Foto: Paritätischer Gesamtverband

Berlin (kobinet) Voraussichtlich heute am 5. März 2026 geht es ab 11:20 Uhr um die Reform der Grundsicherung. Dann findet im Plenum des Deutschen Bundestages die zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dreizehnten Gesetzes zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze statt. Im Vorfeld der anstehenden Verabschiedung des Gesetzentwurfs mit dem das Bürgergeld durch die neue Grundsicherung ersetzt werden soll, hat sich Katja Kipping, Geschäftsführerin beim Paritätischen Gesamtverband, wie folgt zu Wort gemeldet: „CDU/CSU und SPD haben sich entschieden, die sozialen Daumenschrauben anzuziehen. Mit der Abschaffung des Bürgergeldes werden die Regeln für Arbeitsuchende massiv verschärft: Die Karenzzeit für Vermögen fällt weg, die Freibeträge fürs Schonvermögen werden reduziert. Die Wohnkosten werden bereits ab dem ersten Tag der Bedürftigkeit gedeckelt. Sanktionen können künftig bis zum Komplettentzug gehen, einschließlich der kompletten Streichung von Wohnkosten. Und eine sture Auslegung des Vermittlungsvorrangs geht zu Lasten von Qualifikation und Weiterbildung. Die neuen Regeln bringen niemanden in Arbeit. Sie verschärfen nur Existenzängste und soziale Not. Sie schaden, ohne zu helfen.“

Neuer Internetauftritt „Reisen für Alle“ startet zum heutigen Tag des barrierefreien Tourismus

Links Informationstext, recht vier Bilder von Berlin, Sankt Peter Ording, Hamburg und dem Schwangau
Screenshot des neuen Internetauftrittes „Reisen für Alle“
Foto: BTG GmbH

MÜNCHEN (kobinet) Das bundesweite Kennzeichnungs- und Informationssystem „Reisen für Alle“, das verlässliche Informationen über barrierefreie Urlaubs- und Freizeitangebote liefert, präsentiert sich mit einer
vollständig überarbeiteten Website. Mit dem Relaunch wird die Plattform „Reisen für Alle“ moderner, nutzerfreundlicher und konsequent barrierefrei. Im Mittelpunkt des Relaunches steht eine klare Strukturierung nach Zielgruppen.

75 Jahre Landesverband Bayern der Gehörlosen

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

MÜNCHEN (kobinet) Am 4. März 1951, also heute vor 75 Jahren, wurde der Landesverband Bayern der Gehörlosen e. V. (LVBYGL) offiziell in das Vereinsregister eingetragen. Dieses bedeutende Jubiläum markiert einen Meilenstein für die rund 10.000 gehörlosen Menschen im Freistaat. Was nach dem Zweiten Weltkrieg als mutiger Schritt zur Selbsthilfe begann, hat sich zu einer der einflussreichsten Interessenvertretungen im Freistaat Bayern entwickelt. Das Jubiläum wird im Rahmen des 10. Bayerischen Landestreffens vom 10. bis 11. April 2026 im Congress Centrum Würzburg (CCW) gefeiert. Besonders freut sich der Verband über die Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, die als deutliches Signal der politischen Anerkennung gewertet wird. Neben einem feierlichen Rathausempfang und Fachvorträgen wird die „Deaf Messe“ die wirtschaftliche und künstlerische Kraft der Gehörlosengemeinschaft präsentieren.

Team Deutschland nimmt nicht am Einmarsch der Nationen im Rahmen der Eröffnungsfeier teil

rotes Ausrufezeichen
Ausrufezeichen rot
Foto: ht

FRECHEN (kobinet) Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat deutliche Kritik an der Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) geäußert, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus über Wildcards zur Teilnahme an den Paralympics in Mailand und Cortina zuzulassen. Der Beschluss der IPC-Generalversammlung im September 2025 und das Urteil des CAS beinhalteten aus Sicht des DBS ausdrücklich keine Verpflichtung, Startplätze an diese Nationen zu vergeben.  Vor diesem Hintergrund haben die Sportlerinnen und Sportler gemeinsam beschlossen, dass Team Deutschland Paralympics nicht am Einmarsch der Nationen im Rahmen der Eröffnungsfeier in Verona teilnehmen wird. Diese Entscheidung dient sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen. An den sogenannten Pre-Recordings – den im Vorfeld aufgezeichneten Aufnahmen, die während der Eröffnungsfeier eingeblendet werden – wird das Team Deutschland Paralympics wie vorgesehen teilnehmen.

BGG-Reform schützt Diskriminierer: Und was Du jetzt in 10 Minuten tun kannst

Bild: BGG-Reform Jetzt!
Bild: BGG-Reform Jetzt!
Foto: René Schaar

Hamburg (kobinet) „Das Behindertengleichstellungsgesetz, kurz BGG, soll eigentlich dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderungen weniger diskriminiert und Barrieren abgebaut werden. Nach jahrelangem Hin und Her und verschobenen Terminen ist der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des BGG seit dem 11. Februar 2026 auf dem Weg in den Bundestag und Bundesrat. Die Enttäuschung ist groß. Der Gesetzentwurf ist ein „Kniefall vor der Wirtschaft“ und „schützt in erster Linie die Diskriminierer, nicht die Diskriminierten“. Die parlamentarische Beratung ist in vollem Gang. Genau jetzt ist der Moment, in dem zivilgesellschaftlicher Druck wirklich Wirkung entfalten kann. Wir brauchen Dich!“ Darauf macht René Schaar auf seiner Internetseite aufmerksam und ermuntert zur Unterzeichnung einer von ihm entwickelten Petition bzw. Unterschriftensammlung, zum Schreiben von Mails an die verantwortlichen Bundestagsabgeordneten und zum Posten des Protests über Social Media.

ZSL Nord lädt zu Online‑Podiumsdiskussionen zur Rechtsdurchsetzung und Teilhabe ein

Poster zu Podiumsdiskussionen zur Rechtsdurchsetzung
Poster zu Podiumsdiskussionen zur Rechtsdurchsetzung
Foto: ZSL Nord

Kiel (kobinet) Das Zentrum für selbstbestimmtes Leben Norddeutschland (ZSL Nord) startet ab März 2026 im Rahmen des Projekts „Meine Rechte durchsetzen!“ eine neue Reihe von Online‑Podiumsdiskussionen rund um das Thema Rechtsdurchsetzung und Teilhabe. Die Reihe richtet sich an alle Interessierte an dem Thema und vor allem an Menschen mit Behinderungen, die erleben, dass ihre Rechte aus dem SGB IX zwar auf dem Papier bestehen, im Kontakt mit Behörden aber oft nur unzureichend umgesetzt werden. Zum Auftakt lädt das ZSL Nord zur Online-Podiumsdiskussion am 18. März 2026 von 17:00 bis ca. 18:30 Uhr (via Zoom) zum Thema „Wenn Rechte schlafen – vom Recht haben zum Recht bekommen“ ein.

Aktion Mensch ruft „März gegen Mobbing“ aus

Logo Aktion Mensch
Logo Aktion Mensch 300×141
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) Wie gehe ich mit Mobbing und Diskriminierung um? Wie spreche ich Missstände an? Und was kann ich dagegen tun? Diese Fragen stehen im Zentrum des Aktionsmonats „März gegen Mobbing“, den die Aktion Mensch mit Unterstützung der DFL Stiftung und des Vereins Lernort Stadion initiiert. 25 Lernzentren des bundesweiten Netzwerks Lernort Stadion an Standorten der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie der 3. Liga setzen in den kommenden vier Wochen einen verstärkten Fokus auf diskriminierungsfreien Umgang unter Jugendlichen und positionieren sich so klar gegen Ausgrenzung – mit interaktiven Aktionen, themenspezifischen Workshops, Bildungsmaterialien und Events vor Ort in den Fußballstadien, heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch.

Welttag des Hörens: visuelle Kraft der Gebärdensprache als Fundament für gleichberechtigte Teilhabe

Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Logo des Landesverband Bayern der Gehörlosen
Foto: Landesverband Bayern der Gehörlosen

München (kobinet) Am Welttag des Hörens, der am 3. März begangen wurde, wurde die Bedeutung des Hörens weltweit in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Unter dem nationalen Motto „Klingt nach Leben!“ und dem globalen Schwerpunkt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) „From communities to classrooms: hearing care for all children“ (auf Deutsch: „Von der Gemeinschaft bis in die Klassenzimmer: Hörvorsorge für alle Kinder“) wurde primär über technische Innovationen und Prävention informiert. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) verdeutlichte an diesem Tag: Für gehörlose Menschen ist nicht die medizinische Reparatur eines Defizits entscheidend, sondern die Anerkennung als sprachliche Minderheit, die die Welt mit den Augen hört.

Sexualassistenz und -begleitung als Teilhabe und Menschenrecht

Bild zeigt um Hals und Kopf geschlungene Hände einer Frau
Liebe ohne Hindernisse
Foto: Pixabay/Scigola

Berlin (kobinet) Die „Agentur für Berührung“ steht kurz vor ihrem Start als bundesweite Vermittlungsplattform für Sexualassistenz und -begleitung (SA/SB). Ziel ist es, Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung, im Alter oder in palliativer Situation einen selbstbestimmten Zugang zu Nähe, Sexualität und Lebensqualität zu ermöglichen – durch professionelle, qualifizierte und freiberuflich tätige Sexarbeitende. Damit greift die Initiative eine zentrale gesellschaftliche Versorgungslücke auf: Die Nachfrage nach Sexualassistenz und -begleitung übersteigt nach Informationen der Agentur für Berührung das vorhandene Angebot deutlich, bestehende Strukturen sind regional begrenzt und schwer auffindbar. Die Agentur legt besonderen Wert auf Barrierefreiheit (u.a. Leichte Sprache, Gebärdensprachvideos), Inklusion und hohe Qualitätsstandards. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten ein Interview mit der Agentur für Berührung.

Kritik an fehlender Barrierefreiheit bei Special Olympics im Saarland

Landkarte Lage Saarland in Deutschland
Deutschland Lage Saarland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Saarbrücken (kobinet) Am 15. Juni 2026 beginnen die nationalen Special Olympics im Saarland, wobei tausende Athletinnen und Athleten mit Beeinträchtigung an den Start gehen. Wenige Monate vor dem Start kommt Kritik vom Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter, wie es in einem Bericht des Saarländischen Rundfunks heißt. „Barrierefreiheit sei bei dieser Veranstaltung längst nicht überall gegeben, so der Vorsitzende des Landesverbands, Uwe Wagner. Ein Beispiel: die Sporthalle ‚In den Fliesen‘ in Saarlouis. Die wird zwar gerade umgebaut. Die alte Behindertentoilette werde aber nur nach veralteten Vorgaben ertüchtigt, nicht nach der aktuellsten DIN-Norm für Barrierefreiheit, kritisiert Wagner. Damit sei sie für Menschen mit schwerer körperlicher Behinderung schwer zugänglich“, heißt es im Bericht des SR.

Trauer um Annette Standop aus Bonn

Trauerplakat zum Abschied von Dr. Annette Standop
Trauerplakat zum Abschied von Dr. Annette Standop
Foto: Bonner Ratsfraktion der Grünen

Bonn (kobinet) „Mit großer Bestürzung haben wir am Wochenende vom plötzlichen und viel zu frühen Tod unserer ehemaligen Fraktionsvorsitzenden erfahren. Annette hat die Bonner Kommunalpolitik viele Jahre mit Herz, Klarheit und unermüdlichem Engagement geprägt. Sie stand für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und eine Politik, die niemanden zurücklässt. Sie war nicht nur eine starke Stimme im Rat, sondern vor allem ein warmherziger, zugewandter und kluger Mensch. Uns verlässt eine geschätzte Kollegin und gute Freundin – wir sind dankbar für alles, was sie für unsere Stadt und unsere Fraktion bewegt hat.“ Dies teilte die Bonner Ratsfraktion der Grünen zum Tod von Annette Standop auf Instagram mit. Am 28. Februar 2026 ist die am 6. Februar 1968 in Salzburg geborene Nutzerin eines Rollstuhls und von Persönlicher Assistenz gestorben. Für das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (bifos) hatte Dr. Annette Standop in den letzten Jahren immer wieder Schulungen zum politischen Engagement durchgeführt und gerade behinderten Menschen mit gemacht, sich in die Politik einzumischen und für die Selbstbestimmung behinderter Menschen gezielt aktiv zu sein. 

Fast 7.000 schwerbehinderte Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Die letzte Bundestagswahl hat vor gut einem Jahr im Februar 2025 stattgefunden. Viel wurde für die neue Legislaturperiode von der Bundesregierung versprochen, so dass sich auch behinderte Menschen Hoffnungen auf eine bessere Situation am Arbeitsmarkt gemacht hatten. Ein Jahr später zeigen die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nicht nur, dass die Arbeitslosigkeit generell über die Marke von drei Millionen angestiegen ist, sondern dass auch die Marke von 190.000 schwerbehinderten Arbeitslosen den zweiten Monat in Folge überschritten wurde. Im Vergleich zum Februar 2025 ist die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen um fast 7.000 angestiegen. Im Februar 2026 meldete die Bundesagentur für Arbeit 190.893 schwerbehinderte Arbeitslose. Im Februar 2025 waren es noch 183.930.

LWV Hessen: Leistungen sollen verlässlich und unangetastet bleiben

Buchstaben LWH Hessen mit  liegendem Semikolon als angedeutetes Lächeln auf weißem Grund
LWV Hessen
Foto: gemeinfrei

Kassel (kobinet) Einem Bericht der „Hessenschau“ zufolge will der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) zu Lasten von Menschen mit Behinderungen Geld einsparen. Ein geplantes Sparprogramm sorgt gegenwärtig für Streit mit Leistungserbringern wie der Diakonie. Mit der Überschrift „Kein Sparprogramm: LWV Hessen schützt Vertrauen und sichert Teilhabe für 64.000 Menschen. Transparenz und gesetzliche Verantwortung stärken das System. Leistungen bleiben verlässlich und unangetastet“ hat der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) nun Informationen und Zahlen zum Haushaltsentwurf 2026 reagiert. „Der Haushaltsentwurf des Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen für das Jahr 2026 sieht Ausgaben in Höhe von 2,71 Milliarden Euro vor, davon 2,26 Milliarden Euro allein für die Eingliederungshilfe und Sozialhilfe. In der aktuellen öffentlichen Diskussion ist der Eindruck entstanden, der LWV Hessen betreibe ein Sparprogramm auf Kosten von Menschen mit Behinderungen. Diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen und verunsichert unnötig diejenigen, die auf stabile Unterstützung angewiesen sind“, heißt es darin u.a. vonseiten des LWV Hessen.

Doppelt unsichtbar: Alt und sehbehindert – Muss das sein? Raul Krauthausen zu Gast im Podcast

Porträt von Raul Krauthausen
Zeitzeuge Raul Krauthausen
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) In Übers Ohr – dem Podcast zum Sehen im Alter – war der Inklusionsaktivist, Medienmacher und engagierte Streiter für echte Beteiligung Raul Krauthausen zu Gast. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, was Teilhabe älterer Menschen mit Sehbehinderung heute – und in Zukunft – tatsächlich bedeutet. Diskutiert wurde die „doppelte Unsichtbarkeit“ von Alter und Behinderung sowie die These: „Lieber behindert alt werden, als alt behindert.“ Deutlich wurde: Inklusion ist kein Wohlfühlbegriff. Sie verlangt Auseinandersetzung, strukturelle Veränderungen und politische Verantwortung. Barrierefreiheit darf nicht von Freiwilligkeit abhängen – sie braucht verbindliche gesetzliche Grundlagen. Und: Menschenrechte dürfen kein Preisschild tragen.

Segregation jetzt beenden: Für EU-Haushalt zur Unterstützung des Selbstbestimmten Lebens behinderter Menschen

EU Fahne
EU Fahne
Foto: OpenClipart-Vectors In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Brüssel (kobinet) Bis Ende 2027 werden die nationalen Regierungen und das Europäische Parlament über den nächsten 7-jährigen EU-Haushalt entscheiden, der möglicherweise über ein Budget von 1,98 Milliarden Euro für Maßnahmen für behinderte Menschen verfügen wird. Das Ergebnis dieses Prozesses wird bestimmen, wie fast 2 Milliarden Euro investiert werden — und ob dieses Geld Segregation oder selbstbestimmtes Leben unterstützt. Dies teilt das Europäische Netzwerk für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ENIL) mit, das Forderungen zum Haushalt formuliert hat. ENIL fordert dabei: „Segregation jetzt beenden! Für einen EU-Haushalt zur Unterstützung des Selbstbestimmten Lebens behinderter Menschen.

Wahl-Hilfe-Heft und Videos zu bayerischen Kommunalwahlen in Leichter Sprache

Kreuz auf Wahlzettel
Wahlzettel mit Kreuz
Foto: ISL

München (kobinet) Holger Kiesel, der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, und die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit geben mit Unterstützung des Bayerischen Innenministeriums auch zu den Kommunalwahlen am 8. März 2026 wieder ein Wahl-Hilfe-Heft und zusätzlich Erklärvideos in Leichter Sprache heraus. Holger Kiesel appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern: „Informieren Sie sich frühzeitig und gründlich über die Kommunalwahl. Unser Wahl-Hilfe-Heft und die Videos in Leichter Sprache dazu bieten jede Menge hilfreiche und verständliche Informationen und praktische Unterstützung rund um den gesamten Wahlvorgang.“

Beratung zur Antidiskriminierung ohne Ableismus

Mehrere Paragraphenzeichen auf einem Blatt
Paragraphen zeigen, dass etwas geregelt wird
Foto: Pixabay/geralt

BERLIN (kobinet) Zum 31. Januar 2026 endete das Förderprogramm Respekt*land und damit auch die „Fachstelle für Antidiskriminierungsberatung behinderter Menschen“ – ein gemeinsames Projekt des ISL e.V. mit akse e.V.. Um dennoch eine ableismussensible Antidiskriminierungsberatung nachhaltig zu fördern, wurde im Rahmen des Projekts das neue Praxisbuch „(Antidiskriminierungs-)Beratung ohne Ableismus“ veröffentlicht. Mit der Veröffentlichung werden die im Projekt entwickelten fachlichen Erkenntnisse langfristig gesichert und für die Beratungspraxis auch über das Projektende hinaus zugänglich gemacht. Das Praxisbuch steht ab sofort als barrierefreies PDF auf der Webseite der Fachstelle zum Download bereit.

Mailand und Cortina 2026 im Blick

Junge Frau mit roter Skimütze zeigt Gold- und Silbermedaillen
Anna-Lena Forster gewinnt die Gold Medaille im Sitting Competition..
Foto: picture alliance“ (Maya Fügenschuh)

FRECHEN (kobinet) Vom 6. bis 15. März werden in Mailand, Cortina, Tesero und Verona die 14. Winter-Paralympics zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder in den europäischen Alpen stattfinden. Insgesamt 40 Sportlerinnen und Sportler sowie acht Guides reisen dann als Team Deutschland Paralympics nach Italien. Damit wird es die zweitgrößte deutsche Mannschaft in der Geschichte der Paralympics sein. Nur in Lillehammer waren es im Jahr 1994 noch drei Athleten mehr. Hinzu kommen 49 Personen aus dem Funktionsteam.

IGEL-Monatsrückblick: Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026
Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Februar 2026 bestimmt haben. Nicht fehlen darf dabei natürlich nicht der am 11. Februar 2026 vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes und die massive Kritik behinderter Menschen und ihrer Verbände.

Landeswohlfahrtsverband Hessen will auf Kosten von Menschen mit Behinderung einsparen

Logo der hessenschau
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FRANKFURT (kobinet) Nach einer Meldung der „Hessenschau“ will der Landeswohlfahrtsverband Hessen als der zentrale Geldgeber für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu Lasten von Menschen mit Behinderungen Geld einsparen. Ein geplantes Sparprogramm sorgt gegenwärtig für Streit mit Leistungserbringern wie der Diakonie. Kritiker befürchten mehr Arbeitsbelastung und niedrigere Standards. Rund 40 Prozent der hessischen Leistungserbringer sind mit dem Sparprogramm nicht einverstanden. Der vollständige Bericht der „Hessenschau“ ist im Internet nachzulesen.

Wahlen im März dürften sehr spannend werden

Zeichn ung: Hand teckt Wahlzettel in einen Schlitz
Wahl
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Stuttgart/Mainz (kobinet) Vor einigen Wochen sahen die Wahlumfragen die CDU sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz weit vorne. Die neuesten Umfragen deuten jedoch sowohl in Baden-Württemberg durch die Grünen als auch in Rheinland-Pfalz durch die SPD eine Aufholjagd und knappe Ergebnisse, wer stärkste Kraft wird, an. Sowohl bei diesen Landtagswahlen, als auch bei den Kommunalwahlen in Bayern und Hessen, zeichnen sich knappe Wahlausgänge ab und wieder einmal gilt das Sprichtwort „Jede Stimme zählt“ besonders. Gerade für behinderte Menschen, ihre Angehörigen und Verbündeten geht es bei den Kommunal- und Landtagswahlen um einiges, denn die Diskussionen um Kürzungen bei der Eingliederungshilfe haben in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen und mit der Behindertenpolitik auf Bundesebene sind viele behinderte Menschen wegen des schlechten Entwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz äußerst unzufrieden mit dem massiven Entgegenkommen an die Wirtschaft. Für Baden-Württemberg, wo die Landtagswahl am 8. März 2026 stattinfet, hat der Partitätische Wohlfahrtsverband einen Wahlaufruf unter dem Motto „Geh wählen – für einen starken Sozialstaat“ veröffentlicht.

LIGA Selbstvertretung fordert Streichung umfassender Ausnahmen für Unternehmen zur Barrierefreiheit

Logo Liga Selbstvertretung
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Foto: Liga Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Der Sprecher der LIGA Selbstvertretung, einem bundesweiten Zusammenschluss von Organisationen behinderter Menschen, die von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen selbst geführt, verwaltet und vertreten werden, hat sich an eine Reihe von Bundestagsabgeordnete von CDU/CSU und SPD gewandt. In einer Mail an die Mitglieder der Fraktionsvorstände und der Ausschüsse für Wirtschaft sowie für Arbeit und Soziales kritisiert Ottmar Miles-Paul den am 11. Februar 2026 vom Bundeskabinett verabschiedeten „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes“, der erhebliche Nachteile bringt und eine völlig unzeitgemäße und unakzeptable Botschaft verbreitet. Er fordert vor allem die Streichung des in § 7 Absatz 3, Nummer 3 des Gesetzesentwurfs gewählte Formulierung der Bundesregierung. Demnach wird „Unternehmern, die der Öffentlichkeit Güter und Dienstleistungen“ anbieten, ein Freibrief zur Diskriminierung ausgestellt. Dort gelten nach der derzeitigen Formulierung nämlich „alle baulichen Veränderungen, sowie Änderungen an Gütern und Dienstleistungen als unverhältnismäßige und unbillige Belastung“.