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BGG-Reform: Das ist kein Fortschritt, das ist Etikettenschwindel

Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Sharepic von Raul Krauthausen zur BGG-Reform als Etikettenschwindel
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) Die Kritik an dem vom Bundeskabinett am 11. Februar 2026 verabschiedeten Entwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) reißt nicht ab. Was die Bundesregierung als Fortschritt für die Barrierefreiheit feiert, entpuppt sich nach Ansicht von Raul Krauthausen bei genauem Hinsehen als historischer Sündenfall. Der Aktivist und AbilityWatch warnen: „Dieser Entwurf bewahrt nicht Menschen vor Diskriminierung, sondern Unternehmen vor der Barrierefreiheit.“ Auf einem über Facebook verbreiteten Sharepic von Raul Krauthausen heißt es: „Das ist kein Fortschritt, das ist Etikettenschwindel. Die Bundesregierung segnet de facto die Diskriminierung ab, solange sie hinter einer Stufe oder einer zu schmalen Tür stattfindet.“

Mehr Steuergeld für weniger Christen: 666 Millionen Euro Staatsleistungen an die Kirchen

Logo: Humanistische Union
Humanistische Union
Foto: Humanistische Union

Berlin (kobinet) „Mehr Steuergeld für weniger Christen: 666 Millionen Euro Staatsleistungen an die Kirchen“, dies berichtet die Humanistischen Union in einer Presseinformation und betont: „Jedes Jahr zahlen die Bundesländer erhebliche Summe an die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland. Diese staatlichen Zuwendungen (Staatsleistungen genannt) werden seit Jahrzehnten entrichtet und steigen kontinuierlich an. So stiegen die Staatsleistungen 2026 auf über 666 Millionen Euro.“ Die Humanistische Union (HU) veröffentlicht seit einiger Zeit die landesbezogenen und die Gesamtbeträge der jährlichen Staatsleistungen an die beiden Kirchen. Damit erinnert sie an den seit über 100 Jahren bestehenden Verfassungsauftrag, diese Zahlungen einzustellen. Die Veröffentlichung der jeweils aktuellen Zahlen soll als verlässliche Basis dienen für den von der Humanistischen Union geforderten politischen Prozess zur Ablösung.

Podcast zum Stand der Inklusion in Deutschland

Kopfhörer
Kopfhörer
Foto: snsnep In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Wie steht es um die Inklusion in Deutschland? Im Podcast „Aus Politik und Zeitgeschichte“ der Bundeszentrale für politische Bildung diskutiert Sarah Zerback diese Frage mit Erik Kömpe, Natalie Dedreux und Rebecca Maskos. Darauf hat der hessische Landesbehindertenbeauftragte Andreas Winkel in seinem Newsletter aufmerksam gemacht.

One Billion Rising in Gotha: Starkes Zeichen gegen Gewalt

Nancy Frind
Nancy Frind
Foto: privat

Gotha (kobinet) Am 14. Februar 2026, war Nancy Frind auf dem Neumarkt in Gotha beim Aktionstag von One Billion Rising, dem weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Unter anderem mit einem Tanz-Flashmob. Es war ein richtig starker Moment, schreibt Nancy Frind in einem Bericht über diese Aktion und betont: „Jede dritte Frau auf dieser Welt erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Das ist erschreckend. Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen mit Behinderungen: Sie erleben viel zu oft Gewalt und bekommen zu wenig Schutz. Das darf nicht sein. Darum müssen wir weiter darüber sprechen, aufmerksam machen und handeln.“

Landesteilhabebeirat Bremen: Mittel aus Sondervermögen zum Abbau von Barrieren einsetzen

Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Arne Frankenstein
Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Bremen (kobinet) Mit seinem Beschluss vom 5. Februar 2026 hat der Landesteilhabebeirat den Senat und die Bürgerschaft aufgefordert, aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität Mittel zur Verfügung zu stellen, mit denen der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven vollständig barrierefrei ausgebaut werden kann, insbesondere sollen sämtliche Bus- und Straßenbahnhaltestellen spätestens bis zum 31.12.2038 barrierefrei umgestaltet werden. Des Weiteren sollen zusätzliche Mittel zur Herstellung der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehrsraum (Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen) sowie in öffentlichen Gebäuden des Landes sowie der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven bereitgestellt werden.

Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt bereitet dritte Inklusive Jobmesse in Regensburg vor

Drei Männer und drei Frauen sitzen oder stehen an einem Tisch mit einem Stadtmodell und halten Plakate der JobMesse in die Kamera
Der Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt
Foto: Martina Groh-Schad

REGENSBURG (kobinet) Die inklusiven Jobmesse ist ein Erfolgsmodell aus Regensburg und stößt nun auch im Bund auf Interesse. So bei der am 21. Mai 2026 im Regensburger Jahnstation stattfindenden dritten Auflage auch die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, am Messetag in Regensburg erwartet. Bayernweit findet das Modell inzwischen Nachahmer und wird finanziell durch das Sozialministerium gefördert. Die Inklusive JobMesse wurde 2022 in Regensburg bayernweit erstmals durchgeführt und zog damals bereits mehr als 1.000 Besuchende in das Jahnstadion. Nach 2024 hat die Stadt Regensburg nun zum zweiten Mal und gemeinsam mit den Landkreisen Regensburg und Kelheim die Trägerschaft für das Projekt übernommen. „Die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist mir ein großes Anliegen. Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Schritt dazu“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Die Inklusive JobMesse verbessert ihre Beschäftigungsmöglichkeiten deutlich und hat schon etliche Arbeitsverhältnisse gebracht.“ Die Inklusive JobMesse findet in Regensburg alle zwei Jahre statt.

Neun Akteure der Zivilgesellschaft treten Bündnis „Gleichstellung – #unverhandelbar“ bei

Wappen - links schwarzer senkrecht stehender Löwe auf gelbem Grund - rechts drei goldenen und zwei blaue senkrechte Streifen
Wappen der Stadt Leipzig
Foto: Kaufdex In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

LEIPZIG (kobinet) Im Landkreis Leipzig sind neun zivilgesellschaftliche Akteure, welche in unterschiedlichen Feldern aktiv sind, dem Bündnis „Gleichstellung – #unverhandelbar“ beigetreten. Das Bündnis wurde von der „Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Sachsens“ ins Leben gerufen. Es setzt sich dafür ein, dass die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in der jetzigen Form erhalten bleiben und nicht ins Ehrenamt gedrängt werden. Somit arbeiten nun folgende Organisationen gemeinsam in diesem Bündnis: Das Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V., Bellis e.V., Bon Courage, Gleis 1, Kinder- und Jugendring Landkreis Leipzig e.V., Kontaktstelle Wohnen, Netzwerk für Demokratische Kultur e.V., RosaLinde Leipzig e.V. und Wegweiser e.V.

Jürgen Dusel fordert mehr Mut, Gestaltungswillen und Veränderungsbereitschaft für Barrierefreiheit

Sharepic von Jürgen Dusel für mehr Mut bei der BGG-Reform
Sharepic von Jürgen Dusel für mehr Mut bei der BGG-Reform
Foto: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

Berlin (kobinet) Der Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz, den das Bundeskabinett am 11. Februar 2026 vorgelegt hat, hat viele enttäuscht, so auch den Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel. „Der Anspruch, der uns leiten sollte, wäre, ein modernes Land zu sein, das allen Menschen den Zugang zu öffentlichen wie privaten Angeboten zusichert. Doch dazu gehört mehr Mut, Gestaltungswillen und Veränderungsbereitschaft, als er bei der Ausgestaltung dieses Gesetzentwurfs zum Tragen kommt“, stellte Jürgen Dusel mittels eines auf Facebook veröffentlichten Sharepics klar. 

Was bei den Karnevalsumzügen fehlt

Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Sharepic zur BGG Reform mit der CDU an der kurzen Leine der Wirtschaft
Foto: Juliane Harms mit KI

Berlin (kobinet) Viele Themen werden derzeit bei den Karnevalsumzügen aufgregriffen, denn die Weltlage und politische Situation in Deutschland gibt eine Menge her. Welche Themen würde die Behindertenbewegung aufgreifen, wenn diese mit einem Wagen in den Karnevalshochburgen unterwegs wäre. Diese Frage hat sich Juliane Harms gestellt, die schon seit langem die Diskussion um die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz verfolgt und sich wie viele andere über den miserablen Gesetzenwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) aufregt, der am 11. Februar vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Herausgekommen ist ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild, das den Frust vieler aufgreift, der sich vor allem auf die Verbeugung und den Kniefall der CDU/CSU vor den Interessen der Wirtschaft zur Verhinderung von mehr Barrierefreiheit richtet. Denn der Gesetzentwurf sieht umfassende Ausnahmeregelungen zur Herstellung von Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen für Unternehmen vor.

Sparmaßnahmen an Hochschulen treffen soziale, inklusive oder kritische Perspektiven in Lehre und Forschung

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Köln (kobinet) An vielen Hochschulen wird derzeit gespart – mit spürbaren Folgen für Studierende, Lehrende und Beschäftigte. In einem aktuellen Artikel auf nd-Aktuell wird beschrieben, dass diese Sparmaßnahmen oft hart, ungerecht verteilt und für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind. Am Beispiel der Universität zu Köln wird deutlich, wie Kürzungen Entscheidungen beeinflussen: Welche Stellen bleiben erhalten? Welche Angebote fallen weg? Und wer wird dabei gehört – oder eben nicht? Besonders problematisch ist, dass Einsparungen häufig Bereiche treffen, die ohnehin wenig Rückhalt haben, etwa soziale, inklusive oder kritische Perspektiven in Lehre und Forschung.

Veranstaltungsbericht: Rechter Gegenwind behindert Teilhabe

Mandy Müller vom Projekt Aktiv Teilhabe gestalten
Mandy Müller vom Projekt Aktiv Teilhabe gestalten
Foto: fab

Kassel (kobinet) Bei Mainz bleibt Mainz gab es klare Bekenntnisse gegen den rechten Gegenwind und bei vielen Karnevalsveranstaltungen wird in diesen Tagen für Vielfalt und Toleranz geworben. Aber auch bei Veranstaltungen behinderter Menschen werden die Gefahren, die u.a. von der AfD und dem Rechtsruck, der derzeit um sich greift klar benannt. So auch bei der Veranstaltung „Rechter Gegenwind behindert Teilhabe“, die der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Regeionalgruppe Kassel von Krüppel gegen Rechts und dem Projekt Aktiv Teilhabe gestalten durchgeführt hat. Auf Facebook hat der Verein einen entsprechenden Bericht über die Veranstaltung vom 9. Februar 2026 veröffentlicht, den die kobinet-nachrichten im Folgenden dokumentieren:

Momentaufnahme 423

Fernsehturm auf dem Alexanderplatz, dessen Spitze im Wolkennebel verschwindet, umgeben vom kahlen Baumzweigen
Fernsehturm auf dem Alexanderplatz
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Es ist kein übler Monat, dieser Februar, man muss ihn nur zu nehmen wissen!

DBSV fordert ein Behindertengleichstellungsgesetz, das diesen Namen verdient

Blaues Paragraphenzeichen auf grauem Grund
Paragraf Paragraph Zeichen
Foto: H. Smikac

BERLIN (kobinet) Der Deutsche Blinden und Sehbehindertenverband (DBSV) übt massive Kritik an dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). „Der Privatwirtschaft wird nun zwar formell verboten, behinderte Menschen zu benachteiligen, aber davon können sich die Betroffenen nichts kaufen, denn nahezu jede Benachteiligung passt durch die gesetzlichen Schlupflöcher“, stellt DBSV-Geschäftsführer Andreas Bethke ernüchtert fest. Der DBSV ist überzeigt: „Sollte der Entwurf wie vorgelegt umgesetzt werden, wird sich im Alltag behinderter Menschen kaum etwas verbessern.“

Ohne Pflicht keine Teilhabe: Privatwirtschaft muss gesetzlich zur Barrierefreiheit verpflichtet werden

Logo: BAG SELBSTHILFE
Logo: BAG SELBSTHILFE
Foto: BAG SELBSTHILFE

Düsseldorf (kobinet) Nach Ansicht der BAG SELBSTHILFE bleibt der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) hinter den Anforderungen einer inklusiven und zukunftsfähigen Gesellschaft deutlich zurück. Insbesondere verfehlt er, Barrierefreiheit dort verbindlich abzusichern, wo sie für den Alltag der Menschen entscheidend ist: in der Privatwirtschaft. Barrierefreiheit ist keine Sonderregelung für wenige, sondern eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Teilhabe und nachhaltige Strukturen in einer alternden Gesellschaft. Dennoch sieht der Entwurf weiterhin vor, private Anbieter und Dienstleister nur in sehr begrenztem Umfang in die Pflicht zu nehmen.

Gute Nachricht für Sitzplatzreservierung für Schwerbehinderte bei der Deutschen Bahn

Logo des DBSV
Logo des DBSV
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat gute Nachrichten für blinde und sehbehinderte Reisende zu vermelden: „Mit dem Fahrplanwechsel Winter 2025/26 hat die Deutsche Bahn eine wichtige Verbesserung bei der Ticketbuchung umgesetzt. Inhaberinnen und Inhaber eines Schwerbehindertenausweises mit dem Merkzeichen B konnten bereits bis zu zwei Sitzplätze kostenfrei reservieren. Neu ist, dass diese kostenfreie Sitzplatzreservierung nun direkt bei der Online-Buchung des Tickets erfolgen kann. Bislang war dies ausschließlich über die Mobilitätsservice-Zentrale oder in den DB-Reisezentren und -Agenturen möglich.“ So heißt es im neuesten Newsletter des Verbands dbsv-direkt.

Arbeit für Vollzeit aber Geld nur für Ehrenamt

Eine Front bunter mehrgeschossiger Häuser dahinter zwei Kirchtürme
Markt der Lutherstadt Wittenberg mit Stadtkirche
Foto: H. Smikac

MAGDEBURG (kobinet) Bis vor kurzem war Barbara Kaiser Behindertenbeauftrage der Lutherstadt Wittenberg. Sie hat, wie sie in einem Bericht der mdr-Sendung „Sachsen Anhalt heute“ erklärt. diesen Job geliebt. Aber nun hat sie ihn hingeworfen. Der Grund dafür: Eigentlich hätte sie als Behindertenbeauftragte Arbeit für einen Vollzeitjob, Geld gibt es jedoch, entsprechend dem Landesgleichstellungsgesetz von Sachsen-Anhalt, nur für ein Ehrenamt.  Der ganze mdr-Bericht ist unter diesem Link anzusehen.

Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes: Halbe Schritte reichen nicht

Dennis Sonne am Rednerpult im Landtag von NRW
Dennis Sonne am Rednerpult im Landtag von NRW
Foto: Dennis Sonne

Berlin / Düsseldorf (kobinet) Der am 11. Februar 2026 vorgestellte Entwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) stößt nicht nur auf Bundesebene auf deutliche Kritik. Der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Dennis Sonne (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete die Pläne als „nicht ausreichend, um echte Gleichstellung im Alltag herzustellen“. Zwar enthalte der Entwurf Verbesserungen für Bundesbehörden, doch bleibe er bei der entscheidenden Frage verbindlicher Verpflichtungen für die Privatwirtschaft hinter den Erwartungen zurück.

Paritätischer: Vorgeschlagene Reform verschlechtert Situation behinderter Menschen

Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Foto: Paritätischer Gesamtverband

Berlin (kobinet) Aus Anlass des Kabinettsbeschlusses zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 11. Februar 2026 hat sich auch Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, wie folgt geäußert: „Dass die Bundesregierung nun endlich einen Gesetzentwurf zur Steigerung der Barrierefreiheit auch bei privaten Unternehmen vorlegt, ist ein längst überfälliger Schritt. Barrierefreier Zugang ins Kino, ins Hotel, in die Apotheke: Deutschland ist hier im internationalen Vergleich sehr schlecht aufgestellt. Gleichzeitig steigt in unserer alternden Gesellschaft die Zahl derjenigen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Bereits jetzt leben etwa 16 Prozent der Bevölkerung mit einer Behinderung. Doch der Entwurf bleibt weit hinter dem zurück, was nötig wäre.“

iXNet im Gespräch mit Christina Marx von der Aktion Mensch zur Inklusion

Logo: iXNET
Logo: iXNET
Foto: iXNET

Berlin/Bonn (kobinet) In der aktuellen Folge des iXNet-Podcasts spricht Andreas Brüning mit Christina Marx, Sprecherin und Mitglied der Geschäftsleitung der Aktion Mensch, über Inklusion als gesellschaftliche Daueraufgabe. „Marx macht deutlich: Die zentralen Sorgen von Menschen mit Behinderung ähneln denen vieler anderer – Gesundheit, Wohnen und Arbeit. Doch Barrierefreiheit entscheidet darüber, ob Teilhabe gelingt oder verwehrt bleibt. Besonders kritisch blickt sie auf den Arbeitsmarkt. Trotz Fachkräftemangels sind tausende schwerbehinderte Akademikerinnen und Akademiker arbeitslos – nicht aus Mangel an Qualifikation, sondern wegen Vorbehalten und struktureller Hürden. Marx wirbt für mehr Offenheit, flexible Arbeitsmodelle und den Mut, Begegnungen zu ermöglichen“, heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast.

FocusCP rehaKIND 2026 hat alle Erwartungen übertroffen

Menschen mit Rollstuhl und Verbänden  bei   Beratugnsgesprächen
Rehabilitation hilft
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

DORTMUND (kobinet) Vom 4. bis 6. Februar 2026 wurde Dortmund zum bundesweiten Treffpunkt für eine neue Kultur der Kindermedizin: Der Kongress FocusCP rehaKIND brachte in der Messe Dortmund bereits zum dritten Mal alle Akteurinnen und Akteure zusammen, die an der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen beteiligt sind – und vor allem jene, um  die es geht: die Familien selbst. Drei Tage lang wurde diskutiert, gelernt, ausprobiert, zugehört und gemeinsam weitergedacht.

Kniefall vor der Wirtschaft: Diskriminierer statt Diskriminierte werden geschützt

Logo der taz
Logo der taz
Foto: taz

Berlin (kobinet) „Viele behinderte Menschen können es nicht mehr hören, wenn Ver­tre­te­r*in­nen der Politik oder Verwaltung schwadronieren, wie wichtig der Abbau der Barrieren in den Köpfen ist. Spätestens seit dem Beschluss des Gesetzentwurfs zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) Anfang der Woche ist klar, wo die größten Barrieren in den Köpfen bestehen. Und vor allem, dass umfassende Barrierefreiheit derzeit von der Bundesregierung nicht gewollt ist.“ So fasst der Sprecher der LIGA Selbstvertretung Ottmar Miles-Paul seine Meinung zum Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) in einem Gastkommentar in der taz zusammen und betont: „Der Gesetzentwurf zur Änderung des BGG schützt Diskriminierer und nicht Diskriminierte. Dazu werden Unternehmen auch noch aus der Pflicht zur Barrierefreiheit entlassen.“

Senioren-Union fordert verbindliche und umfassende Barrierefreiheit

Mann mit weißem Haar im dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzem Schlips
Pressefoto von Hubert Hüppe
Foto: René Golz

Berlin (kobinet) Die Senioren-Union der CDU Deutschlands fordert zu dem Beschluss des Bundeskabinetts zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes mehr verbindliche Barrierefreiheit auch im privaten und vor allem im Gesundheitsbereich. Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Hubert Hüppe, erklärte hierzu: „Die Novellierung des Behindertengleichstellungsgestzes (BGG) ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt – aber sie darf nicht bei guten Absichtserklärungen stehen bleiben. In einer älter werdenden Gesellschaft ist Barrierefreiheit eine Frage des Menschenrechtes auf Teilhabe. Der Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen sowie zu Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen jeder Art muss ausnahmslos und flächendeckend barrierefrei sein. Aber auch der private Bereich darf faktisch nicht völlig außen vor bleiben. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen weiterhin an Stufen, fehlenden Aufzügen oder unverständlicher Kommunikation scheitern.“

Zulassungsstopp bei Integrationskursen

Zeichnung eines Lehrers an einer Tafel. Davor sitzen die Schüler einer Grudnschulklasse
Von Beginn an richtig lernen
Foto: Alexandra_Koch In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat angekündigt, Zulassungen zu Integrationskursen für Asylsuchende, EU-Bürgern, Geflüchtete aus der Ukraine sowie Geduldete zu stoppen. Das wird durch den Paritätischen vehement kritisiert, denn dies bedeutet konkret, dass rund 130.000 potentielle Teilnehmende, die das BAMF für dieses Jahr erwartet, keinen Zugang zu den Angeboten haben werden. „Das ist eine katastrophale integrationspolitische Fehlentscheidung, die sofort zurückgenommen werden muss. Integrationskurse sind weit mehr als Deutschunterricht. Sie sind die Grundlage dafür, dass zugewanderte Menschen Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe und Arbeit erhalten. Wer ihnen diese Kurse verweigert, verbaut ihnen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben und drängt sie in den Niedriglohnsektor, unabhängig von ihren mitgebrachten Qualifikationen., erklärt Dr. Joachim Rock, der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes zu dieser Ankündigung.

Drittgrößtes Team fährt zu den Paralympischen Winterspielen

Monoskifahrerin mit einem Ski bei der Abfahrt
Monoski-Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster auf der Piste
Foto: Tom Weller / DBS

FRECHEN (kobinet) Mit der drittgrößten deutschen Mannschaft in der Geschichte der Paralympischen Winterspiele wird sich das Team Deutschland Paralympics auf den Weg nach Mailand und Cortina 2026 machen – und bei den am 6. März beginnenden Spielen in so vielen Sportarten vertreten sein. Das Team besteht aus zehn Athletinnen sowie 28 Athleten. Exakt die Hälfte der Mannschaft feiert paralympische Premiere, darunter allein 13 Para Eishockeyspieler. Jörg Wedde ist mit 60 Jahren der älteste Athlet des Team D Paralympics. Der Jüngste kommt ebenfalls aus der Sportart Para Eishockey: Jano Bussmann feiert im Laufe der Paralympics seinen 19. Geburtstag – bei der letzten Teilnahme 2006 war er somit noch gar nicht geboren. Hinzu kommen sieben Guides. Erfahrenste Athletin ist Andrea Eskau, die seit 2008 an acht Paralympischen Spielen im Sommer und Winter teilgenommen hat – nur die Paralympics in Peking 2022 verpasste Eskau, die neben der Sportart Para Ski nordisch auch im Para Radsport aktiv ist. In Italien erlebt die 54-Jährige ihre neunten Paralympics. Mit Blick auf den Winter hat hingegen Andrea Rothfuss die Nase vorne: Die 14-fache paralympische Medaillengewinnerin geht bei den sechsten Winter-Paralympics in Serie an den Start, angefangen 2006 in Turin.

BGG-Entwurf: Einfach weiße leere Blätter als Stellungnahmen abgeben!?

Verschiedenen Menschen mit leeren Blättern in ihren Händen
Verschiedenen Menschen mit leeren Blättern in ihren Händen
Foto: Sigrid Arnade KI generiert

Berlin (kobinet) „Das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) sollte in Behindertenbenachteiligungsgesetz (BBG) umbenannt werden.“ Mit diesem kreativen Vorschlag reagiert das NETZWERK ARTIKEL 3 auf die weitere Verschlechterung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Schon im Entwurf vom November 2025 wurde privaten Unternehmen zugesichert, keinerlei Maßnahmen ergreifen zu müssen, um behinderten Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Mit dem jetzt vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf sind zudem Beweiserleichterungen entfallen und selbst staatliche Stellen müssen unabhängig vom tatsächlichen Schaden maximal 1.000 Euro Schadensersatz zahlen. „Trotz all der kritischen Stellungnahmen der Behindertenverbände zum Novemberentwurf sind die Grausamkeiten nicht etwa reduziert, sondern im Gegenteil noch potenziert worden,“ konstatiert Prof. Dr. Sigrid Arnade vom Vorstand des Netzwerks. „Die Verbände hätten statt durchgearbeiteter Stellungnahmen einfach leere weiße Blätter abgeben sollen – das Resultat wäre vermutlich dasselbe. Aber wir hätten Ressourcen sparen können“.

35 Jahre Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben: Selbstbestimmung, Inklusion und Empowerment

Logo: 35 Jahre JZsL
Logo: 35 Jahre JZsL
Foto: JZsL

Jena (kobinet) Heute, am 13. Februar 2026, feiert das Jenaer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen sein 35jähriges Bestehen. Dies ist nicht nur ein Grund zu feiern, sondern für Karl-Heinz Miederer, der seit vielen Jahren eng mit den Aktiven aus Jena zusammenarbeitet, ein Grund zum Gratulieren sowie zurück und voraus zu blicken. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten die Glückwünsche von Karl-Heinz Miederer vom Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, das eine enge Partnerschaft mit dem Jenaer Zentrum pflegt.

Verbindliche Rechte, statt unverbindlicher Ankündigungen.

Wappen Bundesland Niedersachsen
Wappen Niedersachsen
Foto: Gemeinfrei, public domain

HANNOVER (kobinet) „Zwar setzt die Bundesregierung mit der Einrichtung eines Bundeskompetenzzentrums für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache, den Übergangsregelungen zur Zertifizierung von Assistenzhunden und der Beratung von Unternehmen durch die Bundesfachstelle Barrierefreiheit mit dem Gesetzentwurf der BGG-Reform wichtige Ziele um, bleibt aber ansonsten weit hinter dem Anspruch der UN-Behindertenrechtskonvention zurück.“ stellt die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung Annetraut Grote fest. Die BGG-Reform bleibt nach Einschätzung der Niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen und der Leiterin des Landeskompetenzzentrums für Barrierefreiheit fordern substanzielle Nachbesserungen bei der Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) weit hinter dem Anspruch an echte Barrierefreiheit zurück.

BGG-Reform verfehlt den Anspruch auf echte Barrierefreiheit

Logo des ABiD
ABiD Logo
Foto: ABiD

BERLIN (kobinet) Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) bewertet die vom Bundeskabinett beschlossene Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) als unzureichend und politisch enttäuschend. Die Novelle bleibt deutlich hinter dem zurück, was für eine wirksame und verbindliche Barrierefreiheit notwendig wäre. Für Millionen Menschen mit Behinderungen, so wird seitens des ABiD betont, entscheidet sich Teilhabe nicht in Gesetzesbegründungen, sondern im Alltag: an der Stufe vor dem Restaurant, in der Arztpraxis ohne Aufzug, auf einer digitalen Plattform ohne barrierefreie Navigation oder in öffentlichen Gebäuden ohne Leitsysteme. Genau hier hätte das Gesetz klare, umfassende und verbindliche Standards festschreiben müssen.

BeB fordert verbindliche Standards für Barrierefreiheit

Logo des BeB
Logo des BeB
Foto: Bundesverband evangelische Behindertenhilfe

BERLIN (kobinet) Der evangelische Bundesfachverband für Teilhabe (BeB) begrüßt den Kabinettsbeschluss vom 11. Februar 2026 zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) grundsätzlich als überfällige Nachbesserung in vielen Bereichen: Der Bund verpflichtet sich, seine Bestandsbauten bis 2035 weitgehend und bis 2045 vollständig barrierefrei zu gestalten. Auch die geplante Einrichtung eines Bundeskompetenzzentrums für Leichte Sprache und Deutsche Gebärdensprache sowie ein kostenfreies, niedrigschwelliges Schlichtungsverfahren stellen wichtige Fortschritte dar. Zudem ist der Einstieg in eine Verpflichtung privater Anbieter vorgesehen, im Einzelfall sogenannte „angemessene Vorkehrungen“ – etwa mobile Rampen oder individuelle Unterstützungsleistungen – zu treffen.

Vertane Chance – BGG-Reform verkommt zum Reförmchen

Logo der ISL
ISL
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) sieht in dem am 11. Februar 2026 im Kabinett beschlossenen Entwurf des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) eine vertane Chance. Der Wille zur echten Veränderung sei nicht erkennbar. Viele Verbände, unter anderem auch die ISL, kritisierten schon im Dezember 2025 in ihren Stellungnahmen den Entwurf zum BGG. Gerade im Bereich der Barrierefreiheit für die Privatwirtschaft blieb dieser deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Gesetzesentwurf wird zwar festgeschrieben, dass auch die Privatwirtschaft Barrierefreiheit herstellen müsse. Jedoch wird es im weiteren Verlauf gleich wieder negiert, in dem jegliche bauliche Veränderungen oder Anpassungen an Dienstleistungen als unzumutbare Belastung deklariert werden. Ebenso ist zwar die Möglichkeit der Feststellung einer Diskriminierung gegeben, diese bleibt für Privatunternehmen ohne wirkliche Konsequenz. Schadensersatz sieht das Gesetz nämlich nicht vor, kritisiert die ISL.

BGG-Reform: Kein wirksamer Diskriminierungsschutz, dafür mehr Rechtsunsicherheit

Logo des advd
Logo des advd
Foto: advd

Berlin (kobinet) „Der im Bundeskabinett beschlossene Entwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück: Statt die UN-Behindertenrechtskonvention konsequent umzusetzen und private Unternehmen verbindlich zur Barrierefreiheit zu verpflichten, setzt der Entwurf auf unverbindliche Einzelfalllösungen. Selbst geringfügige Anpassungen können als unzumutbar abgelehnt werden, wirksame Sanktionen und Entschädigungsansprüche fehlen. Dadurch bleibt das Diskriminierungsverbot gegenüber privaten Anbietern in der Praxis schwach. Für viele Menschen, die seit Jahren für Barrierefreiheit und eine inklusive Gesellschaft kämpfen, wird sich im Alltag kaum etwas verbessern.“ So fasst der Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) seine Einschätzung zum Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes zusammen.

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Inklusion mit Lücken

Heike Heubach
Heike Heubach
Foto: Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet) Zum Gesetzentwurf der Bundesregierung für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz hat sich die Behindertenbeauftragte der SPD Bundestagsfraktion Heike Heubach mit einem Statement zu Wort gemeldet. Sie schreibt: „Das Bundeskabinett hat am 11. Februar 2026 die Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) verabschiedet. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, in der gleichberechtigte Teilhabe für alle selbstverständlich ist. Mit der Reform soll die Barrierefreiheit im öffentlichen Bereich weiter gestärkt werden. Zugleich ist es ein zentrales Anliegen, auch im privaten Sektor deutliche Fortschritte zu erzielen. Denn echte Teilhabe betrifft alle Bereiche – vom Jugendamt bis zur Finanzberatung bei der Bank oder dem Frisörbesuch. In seiner jetzigen Fassung weist der Gesetzentwurf noch Lücken auf. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir im parlamentarischen Verfahren gemeinsam mit unserem Koalitionspartner tragfähige Lösungen finden werden. Unser Ziel ist klar: Barrierefreiheit darf nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern muss spürbar im Alltag der Menschen ankommen.“

BGG-Reform: Ein vergiftetes Geschenk – Bundeskabinett zementiert Diskriminierung in der Privatwirtschaft

Sharepic: BGG Reform: Ein vergiftetes Geschenk
Sharepic: BGG Reform: Ein vergiftetes Geschenk
Foto: AbilityWatch

Berlin (kobinet) „BGG-Reform: Ein vergiftetes Geschenk – Bundeskabinett zementiert Diskriminierung in der Privatwirtschaft“, so bringt das Aktionsbündnis AbilityWatch die Kritik am Kabinettsbeschluss für die Gesetzesreform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), durch das eigentlich ein Sprung nach vorne in Sachen Barrierefreiheit erreicht werden sollte, auf den Punkt. „Was die Bundesregierung als Fortschritt für die Barrierefreiheit feiert, entpuppt sich bei genauem Hinsehen als historischer Sündenfall. AbilityWatch warnt: Dieser Entwurf bewahrt nicht Menschen vor Diskriminierung, sondern Unternehmen vor der Barrierefreiheit“, heißt es weiter auf der Internetseite von AbilityWatch.

Auch die Privatwirtschaft muss barrierefrei werden!

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe

Berlin (kobinet) Lange haben Menschen mit Unterstützungsbedarf auf die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) warten müssen. Insofern begrüßt die Bundesvereinigung Lebenshilfe, dass es jetzt einen Kabinettsbeschluss gibt, der erstmals einen ausdrücklichen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Vorkehrungen enthält, also Hilfestellungen im Einzelfall zur Überwindung von Barrieren. Das ist ein großer Fortschritt. Der Gesetzesentwurf hat allerdings noch erhebliche Schwachstellen, die im parlamentarischen Verfahren behoben werden müssen. So sieht die Reform keine umfängliche Verpflichtung privater Unternehmen zur Barrierefreiheit vor. Auch umfasst der Anspruch auf angemessene Vorkehrungen leider keine baulichen Veränderungen und muss innerhalb kurzer Fristen geltend gemacht werden.

Brailleschrift ist immens wichtig

Zeichnung eines Stapels von vier Büchern, die von einem Kopfhörer zusammengehalten werden
Hörbücher sind Wege zu Wissen und Literatur
Foto: Mohamed_hassan In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

MARBURG (kobinet) Aus dem Alltag vieler blinder und sehbehinderter Menschen ist die Brailleschrift nicht wegzudenken und erfreut sich trotz alternativer Angebote wie Sprachausgaben verschiedenster Art immer noch großer Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurde ihr 200-jähriges Jubiläum gefeiert. In einer neuen DVBS-Podcast-Folge ist das DVBS-Mitglied Andrea Katemann zu Gast. Im Podcast spricht sie über die verschiedenen Arten der Brailleschrift und darüber, welche Bedeutung diese für sie ganz persönlich hat. Außerdem blickt sie gemeinsam mit ihren Gästen zurück auf das Jubiläumsjahr „Braille 200“ und berichtet über die vielfältigen Möglichkeiten, Brailleschrift zu lernen und Literatur zu lesen. Auch diese DVBS-Podcast ist direkt auf der Website des DVBS zu hören.

Neuer Schub durch Projekt „Nicht ohne uns!“

Elf Personen mit Medaillen um dem Hals und einem blauen Sportdress, das auf der Rückseite die Aufschrift Co-Trainer trägt
Ausbildung von Co-Trainerinnen und Co-Trainern erfolgreich abgeschlossen
Foto: picture alliance / DBS

FRECHEN (kobinet) Aufgabe des Projekts „Nicht ohne uns!“, das der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gemeinsam mit dem Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) und dem Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS-MV) durchgeführt hat, ist es, nicht einfach nur dabei sein, sondern auf Augenhöhe agieren und selbst Verantwortung übernehmen. Im Rahmen dieses Projektes wurden bisher insgesamt 130 Menschen mit geistiger Behinderung zu Co-Trainerinnen und Co-Trainern ausgebildet Nach drei erfolgreichen Jahren wird das Projekt in den Landesverbänden weitergeführt. „Nicht ohne uns!“ wurde ursprünglich vom Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (BBS) ins Leben gerufen.

Mobile Barrieren erschweren den digitalen Alltag

Grafische Übersicht mit im Text angeführten Zahlen.
Moderne Kommunikation mit vielen Barrieren für alle
Foto: AccessiWay

HAMBURG (kobinet) Der jüngsten Mobile Accessibility-Umfrage zufolge sind mobile Barrieren Alltag: 64,3 Prozent kämpfen mit Apps, Shops und Portalen auf dem Smartphone. Auch Digital Natives sind betroffen: Fast 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben Schwierigkeiten bei der mobilen Nutzung. Werbung, Layout und kleine Bedienelemente sind die größten mobilen Hürden.

Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch lädt zum Austausch ein

info Zeichen
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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Die Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch lädt Fachkräfte und Engagierte aus dem Feld der Behindertenhilfe zu einem Fachaustausch ein. Die Kommission wird ihre Arbeit zum Thema Menschen mit Behinderungen vorstellen, zum Thema sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend informieren und diskutieren, wie eine Kooperation aussehen kann, die Betroffenen zur Anerkennung von Unrecht und Leid durch vertrauliche Anhörungen bei der Kommission verhilft. Das Austauschtreffen findet am 5. März 2026 von 11:00 bis maximal 12:30 online statt. Darauf haben Britta Schade, Barbara Kavemann, Julia Gebrande und Sonja Gerth die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Rolle rückwärts in Sachen schulische Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern

Flagge Bundesland  Mecklenburg-Vorpommern
Flagge Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Foto: Gemeinfrei, public domain

Schwerin (kobinet) In Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit nicht nur heftig über die schulische Inklusion gestritten, sondern ist geplant den Zeitpunkt für die vollständige Inklusion von Schüler*innen mit Lernbehinderungen weiter zu verschieben. „Die speziellen Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Lernbeeinträchtigungen sollen in reguläre Bildungseinrichtungen aufgehen, das sehen Pläne für die Inklusion vor. Der Termin der Schließung ist bisher für 2030 vorgesehen, er wurde in der Vergangenheit bereits verschoben. Eltern allerdings fürchten um die Chancen ihrer Kinder, wenn sie an regulären Schulen unterrichtet werden sollen. Auch AfD und CDU haben sich gegen die geplante flächendeckende Schließung bis 2030 ausgesprochen“, heißt es in einem Bericht des NDR. In dem Bericht wird auch deutlich, dass die geplante weitere Verschiebung der Inklusion eine Reaktion auf den Druck der AfD ist, denn im Herbst finden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern statt.

Digitale Vortragsreihe zu sozialrechtlichen Themen des SOVD

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Logo SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

Hannover (kobinet) Von Februar bis Juni 2026 bietet der Sozialverband Deutschland (SoVD), Landesverband Niedersachsen, monatlich einen Vortrag zu sozialrechtlichen Themen über die Plattform Zoom an. Neben den Vorträgen gibt es auch Zeit für Fragen. Alle Vorträge sind kostenlos und finden von 16:00 – 17:00 Uhr statt.