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6.000 schwerbehinderte Arbeitslose mehr als vor einem Jahr

Logo der Bundesagentur für Arbeit
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Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Über 6.000 behinderte Menschen dürften sich dieses Jahr zu Ostern mehr Sorgen machen als vor einem Jahr. Denn die Entwicklung der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen hat im Vergleich zum März 2025, als noch 183.795 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet waren, um über 6.000 behinderte Menschen zugenommen. Die Bundesagentur für Arbeit vermeldete dieser Tage, dass im März 2026 189.899 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet waren. Nach zwei Monaten mit mehr als 190.000 ist die Zahl nun zwar wieder unter diese Marke gesunken, aber im Langzeitvergleich gestaltet sich die Situation für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt schwieriger denn je. Beim Start der Corona-Krise im März 2020 waren vergleichsweise lediglich 157.523 schwerbehinderte Arbeitslose gemeldet, also über 30.000 weniger als derzeit.

Von den angekündigten Reformen der Bundesregierung versprechen sich viele behinderte Menschen wenig für die Verbesserung ihrer Beschäftigungssituation. Wenn nicht einmal der Bund seine Arbeitsstätten konsequent barrierefrei gestalten will, in dem dieser nur die Gebäudeteile, die von der Öffentlichkeit genutzt werden, bis spätestens 2045 barrierefrei umgestalten will, was soll dann von Arbeitgeber*innen erwartet werden? Unternehmen werden im Gesetzentwurf der Bundesregierung für Änderungen des Behindertengleichstellungsgesetz sogar von jeglichen Maßnahmen zur Barrierefreiheit und sogar für angemessene Vorkehrungen ausgenommen, weil dies als „unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ für diese vom Gesetzgeber definiert werden.

Was die Reform des Werkstättensystems anbelangt, wo über 300.000 behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn für durchschnittlich ca. 230 Euro im Monat arbeiten und mit einer Vermittlungsquote von 0,35 Prozent kaum Chancen auf einen Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt haben, sind auch keine Sterne am Reformhimmel der Bundesregierung. Eine solche Reform wurde immer wieder verschoben und soll nun wohl im zweiten Teil dieses Jahres erfolgen. Bereits in der Zeit der Ampelregierung wurde diese Reform so lange geschoben, bis die Ampelregierung zerbrach.