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kobinet-Aprilscherze mit gewissem Wahrheitsgehalt

Fragezeichen aus Blumen
Fragezeichen
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Auch wenn es derzeit nicht einfach ist, zu unterscheiden, was wahr und nicht wahr ist, haben die meisten kobinet-Leser*innen schnell erkannt, dass bei den Berichten der kobinet-nachrichten vom 1. April 2026 zwei Aprilscherze eingebaut waren. Auch wenn seit dem Beschluss des Gesetzentwurfs zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetz durch das Bundeskabinett am 11. Februar 2026 aufgrund der großen Kritik sprichwörtlich der Bär los ist, so hat sich kein echter Bär im Büro der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland in Berlin eingenistet. Und Prof. Dr. Sigrid Arnade und H.-Günter Heiden sind auch nicht in den Untergrund gegangen, sondern nur nach down under gereist, also nach Australien. Auch wenn die Behindertenpolitik in Deutschland den beiden derzeit kräftig auf den Geist geht. Die Aprilscherz-Beiträge vom 1. April 2026 in den kobinet-nachrichten enthalten also auch einen gewissen Wahrheitsgehalt.

IGEL-Monatsrückblick: Lasst uns Merz in den April schicken und Teilhabe leben lassen

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im März 26
Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im März 26
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Lasst uns Merz in den April schicken und Teilhabe leben lassen“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im März 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im März 2026 bestimmt haben. Ein Thema ist die Antworten von Friedrich Merz auf die Fragen von Heike Heubach im Plenum des Bundestags zur Behindertenpolitik. Aber es gibt auch einige gute Nachrichten zur Inklusion.

Broschüre „Diversität und Vielfalt in den Freiwilligendiensten“

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Der Koordinierungsstelle für Inklusion und Diversität in den Freiwilligendiensten ist es wichtig, eine intersektionale Perspektive in die Freiwilligendienste zu integrieren und Träger, Einsatzstellen sowie Fachkräfte für Diversität zu sensibilisieren. „In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteur*innen wird über Verbandsgrenzen hinweg und bundesweit sichergestellt, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen gleichermaßen von den Freiwilligendiensten profitieren“, heißt es in einer Information der Koordinierungsstelle. Durch die neu erschienene Broschüre „Diversität und Vielfalt in den Freiwilligendiensten“ möchte die Koordinierungsstelle Fachkräfte in den Freiwilligendiensten unterstützen, sich vertieft mit unterschiedlichen Formen von Diskriminierung sowie mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen auseinanderzusetzen.

Autismus gehört in die Mitte der Gesellschaft

Herz mit vielen Mosaik-Feldern und der englischsprachigen Aufschrift Sensibiliserung für Autismus
Sensibilsiierung für Autismus
Foto: Pixabay/Bikki

BREMEN (kobinet) Autismus ist scheinbar aktueller denn je. Immer mehr Menschen leben mit dieser Diagnose, immer häufiger ist Autismus Thema in der Öffentlichkeit. Hiermit zeigt sich deutlich, dass Autismus in die Mitte der Gesellschaft gehört und für viele Menschen ein selbstverständlicher Teil des Lebens ist. Allerdings ist Autismus eine Erscheinung mit sehr unterschiedlichen Auswirkungen auf Betroffene mit vielfältigen Ausprägungen. Dies bringt einige Herausforderungen mit sich: Betroffene stoßen im Alltag auf Barrieren – die für Unbeteiligte oft unsichtbar sind. Und die Gesellschaft muss Gleichberechtigung und Teilhabe ermöglichen, wofür es inklusive Lösungen und Akzeptanz braucht. Es gilt, ein generelles Verständnis für die Bedürfnisse und Interessen Betroffener zu schaffen.

Beschäftigung schwerbehinderter Menschen stagniert

REHADAT Logo
REHADAT Logo
Foto: REHADAT

BERLIN (kobinet) Die Bundesagentur für Arbeit hat die Beschäftigtenstatistik schwerbehinderter Menschen für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen zeigen nach Einschätzung von REHADAT: Trotz gesetzlicher Verpflichtung bleibt die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen hinter den Vorgaben zurück. Die Einführung eines erhöhten Staffelbetrags in 2024 zeigt bisher keine Wirkung, die Zahlen verharren auf Vorjahresniveau. Demnach gab es 2024 in Deutschland 180.705 beschäftigungspflichtige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Nur 39 Prozent von ihnen erfüllten ihre gesetzliche Beschäftigungspflicht vollständig. 36 Prozent kamen dieser Pflicht lediglich teilweise nach, während mehr als jedes vierte Unternehmen keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigte.

Reformen mit Augenmaß und Verunsicherung ernst nehmen

rotes Ausrufezeichen
Ausrufezeichen rot
Foto: ht

HANNOVER (kobinet) Die Diskussion um ein mögliches Sparpaket der gesetzlichen Krankenkassen sorgt derzeit bei vielen Menschen für Verunsicherung. Im Gespräch sind verschiedene Maßnahmen, um die finanzielle Lage der Krankenkassen zu stabilisieren. Für Patientinnen und Patienten stellen sich damit viele Fragen. Aus Sicht der Landespatientenbeauftragten ist es deshalb jetzt besonders wichtig, die Menschen frühzeitig, verständlich und transparent zu informieren. „Viele Patientinnen und Patienten verfolgen die aktuelle Debatte mit großer Sorge. Sie fragen sich, ob sie künftig mit höheren Belastungen rechnen müssen oder ob sich ihre Versorgung verändert. Diese Unsicherheit müssen wir ernst nehmen und im Prozess mitdenken“, erklärt die Landespatientenbeauftragte Dr. Nicole Sambruno Spannhoff.

Zuerst der Wal, dann der Wolf und jetzt ist auch noch der Bär los

Bild eines Bären
Bild eines Bären
Foto: Simonecappe91 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Die Verirrungen und Verwirrungen in der Tierwelt beherrschten die Nachrichten in den letzten Tagen. Zuerst verirrte sich ein Wal in die Ostsee und lief wiederholt auf Grund. Dann verirrte sich ein Wolf in die Hamburger Innenstadt und griff in einem Shopping-Center sogar eine Frau an, bevor er später von der Polizei aus dem Wasser gezogen und gerettet wurde. Und nun erreichte die kobinet-nachrichten ein Hinweis aus Berlin. Dort scheint nun der Bär los zu sein. Seit dem Morgen des 1. April 2026 hat sich dort anscheinend ein Bär im Büro der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) häuslich eingerichtet und das Büro besetzt. „Bei uns ist der Bär los“, hieß es aus gut informierten Kreisen aus dem Umfeld der ISL. Und dies habe nichts damit zu tun, dass in der Geschäftsstelle der Selbstvertretungsorganisation seit dem Kabinettsbeschluss zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und den unsäglichen Diskussionen so mancher Politiker*innen zu den Kosten der Eingliederungshilfe ohnehin der Bär los sei. Es handele sich um einen richtigen Bär, der sich zudem furchtbar über die Behindertenpolitik der Bundesregierung und der Regierungskoaltion aus CDU/CSU und SPD aufrege. Da wieder mal der Aufzug länger kaputt sei, sieht die ISL nur sehr geringe Chancen, dass der Bär so schnell wieder abzieht. Daher habe die ISL kurzerhand beschlossen, Anfang Mai in neue Räumlichkeiten umzuziehen.

BGG-Reform: VdK drängt auf Korrekturen im Bundestag

Logo VdK Deutschland
VdK Deutschland
Foto: VdK Deutschland

Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK fordert, den aktuellen Entwurf des Behindertengleichstellungsgesetzes im weiteren Gesetzgebungsverfahren deutlich zu verbessern. Anlass ist die Beratung im Kabinett am 1. April 2026. Wie auch der Bundesrat bezweifelt der VdK die Wirksamkeit der vorgesehenen Regelungen zu angemessenen Vorkehrungen. Anders als der Bundesrat lehnt der VdK jedoch eine erneute Evaluation ab. VdK-Präsidentin Verena Bentele betonte: „Das Gesetz ist bereits 2022 umfassend geprüft und bewertet worden. Die Ergebnisse und die Empfehlungen liegen auf dem Tisch. Weitere Verzögerungen sind für die Millionen Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, nicht hinnehmbar. Die Schwächen des aktuellen Gesetzentwurfs müssen jetzt im parlamentarischen Verfahren konkret korrigiert werden.“

Sind Sigrid Arnade und H.-Günter Heiden in den Untergrund abgetaucht?

H.-Günter Heiden und Sigrid Arnade vor dem Mehr Barrierefreiheit Wagen
H.-Günter Heiden und Sigrid Arnade vor dem Mehr Barrierefreiheit Wagen
Foto: privat

Kassel (kobinet) Bei der Redaktion der kobinet-nachrichten verdichten sich derzeit Informationen, dass Prof. Dr. Sigrid Arnade und H.-Günter Heiden den Weg in den Untergrund beschritten bzw. berollt haben könnten. Seit der Veröffentlichung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) gab es verschiedentlich Anzeichen und Vermutungen, dass dieser Tiefpunkt des Regierungshandelns den langjährigen Behindertenrechtler*innen den Rest gegeben hat. Eine verstärkte Staatsferne war zunehmend bei so manchen Veranstaltungen und Besprechungen zu vernehmen und manche haben sogar eine Radikalisierung anhand des Kniefalls der Bundesregierung vor der Wirtschaft in Sachen Barrierefreiheit bei den Beiden ausgemacht. Nachdem die kobinet-nachrichten heute am 1. April 2026 eine Nachricht von Sigrid Arnade erhalten haben, die von down under kam, scheint es nun keine Zweifel mehr zu geben, dass sich die beiden in den Untergrund begeben haben – also auf die andere Seite des bisherigen staatstragenden Daseins in Deutschland. Ob davon Gefährdungen ausgehen, das vermag die Redaktion noch nicht zu beurteilen. Negative Auswirkungen durch die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwesenheit von Arnade und Heiden auf die Behindertenpolitik sind schon zu spüren. Und wer erklärt zukünftig Wilfried Oellers, dem Behindertenbeauftragten der CDU/CSU Bundestagsfraktion, was angemessene Vorkehrungen sind? Fragen über Fragen, auf die die kobinet-nachrichten an diesem wichtigen Tag nach weiteren Hinweisen suchen.

Wachsende Zahl von Kindern mit Autismus vom Schulbesuch ausgeschlossen

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) „Immer mehr Kinder und Jugendliche haben Autismus. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Eine wachsende Zahl ist vom Schulbesuch ausgeschlossen, weil es keine geeigneten Plätze für Inklusion gibt.“ So heißt es in einem im Vorfeld des Weltautismustages am 2. April veröffentlichten Beitrag von CORRECTIV.

Bei Anruf keine Kultur mehr

Zwei Masekn mit je einem lachendem und einem  traurigen Gesicht
Kultur zeigt immer alle Gesichter des Lebens
Foto: Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

HAMBURG (kobinet) Tausende Menschen in Deutschland nutzen ein Angebot für kulturelle Teilhabe, das vor dem Aus steht: „Bei Anruf Kultur“. Es bietet insbesondere älteren Personen und Menschen mit Einschränkungen kostenlose Telefonführungen in Museen und mehr. Ab Herbst 2026 kann mit dem in Hamburg gegründeten, bundesweit etablierten Projekt Schluss sein – die Förderung läuft aus, die Anschlussfinanzierung ist nicht gesichert.

Nicht nur Versicherte belasten

Logo SoVD ab 2020
Logo SoVD ab 2020
Foto: SoVD

HANNOVER (kobinet) Aus Sicht des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sind die Vorschläge der Kommission für eine Reform der Krankenversicherung sozial ungerecht, da sie in erster Linie Menschen mit niedrigem Einkommen betreffen. Besonders die Kürzung von Leistungen und die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung sieht der SoVD kritisch – vor allem in Niedersachsen, wo die Armutsquote über dem Bundesdurchschnitt liegt.

UN-Behindertenrechtskonvention in den Kommunen umsetzen

UN-Behindertenrechtskonvention
UNO Behindertenrechtskonvention
Foto: BIZEPS Wien

BERLIN (kobinet) Im Anschluss an das Projekt „UN-BRK in den Kommunen“ veröffentlicht die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention gemeinsam mit dem ZPE der Universität Siegen (ZPE) Handlungsempfehlungen für die Unterstützung von Kommunen bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Im Mittelpunkt stehen die Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten von Bund, Ländern und Kommunen sowie weiteren Akteuren zur Förderung der Inklusion und gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Menschen mit Behinderungen. Diese Empfehlungen sind auf dieser Internetseite nachzulesen.

Erste Debatte zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz am 16. April 2026 im Bundestag geplant

Sharepic: BGG Reform: Ein vergiftetes Geschenk
Sharepic: BGG Reform: Ein vergiftetes Geschenk
Foto: AbilityWatch

Berlin (kobinet) Nach Jahren der Diskussionen über nötige Reformen für mehr Barrierefreiheit wird es nun ernst. Für den 16. April 2026 ab 9:00 Uhr ist die erste Lesung zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes im Plenum des Bundestages vorgesehen. Die Debatte ist auf eine Stunde angesetzt. Die LIGA Selbstvertretung appelliert angesicht der großen Kritik und des Ärgers vieler behinderter Menschen über die geplanten massiven Ausnahmen für Unternehmen bei der Herstellung von Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrkungen an die Vertreter*innen der Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD bereits in der ersten Debatte klare Zeichen für vorgesehene Reformen zu setzen. „Jeder Tag, der verstreicht, in dem ein Gesetzentwurf der deutschen Bundesregierung vorliegt, der Maßnahmen zur Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen durch Unternehmen pauschal als eine ‚unverhältnismäßige und unbillige Belastung‘ regeln will, ohne dass die verantwortlichen Abgeordneten konkrete Änderungsabsichten versprechen, ist nicht nur eine Schande für dieses Land. Durch diesen absoluten Kniefall vor der Wirtschaft werden die UN-Behindertenrechtskonvention und vor allem behinderte Menschen, die ständig auf Barrieren stoßen, mit Füßen getreten“, bringt der Sprecher der LIGA Selbstvertretung, Ottmar Miles-Paul, die Kritik am Gesetzentwurf auf den Punkt.

Gute Nachricht aus Kassel: Ab 1. April dürfen E-Roller nur noch an festen Plätzen abgestellt werden

Zwei am Wegrand abgestelle E-Roller brauchen fast ein Drittel der Wegfläche
Am Wegesrand abgestellte E-Roller blockieren einen Teil des Weges
Foto: H. Smikac

Kassel (kobinet) Für all diejenigen, die Probleme mit frei herumstehenden oder liegenden E-Rollern haben, gibt es in Kassel eine gute Nachricht: Die Stadt Kassel führt zum 1. April 2026 neue Regeln für die Anbieter von Miet‐E‐Scootern ein. Ab dann dürfen solche Fahrzeuge nur noch an Radbügeln oder auf speziell markierten Abstellflächen im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden, wie die Stadt Kassel mitteilte. Die Stadt schließt dafür mit den Betreibern kostenpflichtige Sondernutzungsverträge ab, in denen u.a. diese Auflage festgeschrieben ist. Mit der zeitgleich wirksam werdenden Neufassung der Sondernutzungssatzung wird dann pro Miet‐E‐Scooter und Monat 1 Euro Sondernutzungsgebühr fällig.

Bundesweite Aktionswoche #OhneFachkräfteKeineTeilhabe vom 20. bis 24. April 2026

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Berlin (kobinet) Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung rufen gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Ausbildungsstätten für Heilerziehungspflege in Deutschland (BAG HEP) zu einer bundesweiten Aktionswoche vom 20. bis 24. April 2026 auf. Unter dem Motto #OhneFachkräfteKeineTeilhabe wird die unverzichtbare Rolle von Fachkräften in der Eingliederungshilfe und Sozialpsychiatrie in den Mittelpunkt gestellt. „Fachkräfte wie Heilerziehungspfleger*innen, Heilpädagog*innen, Erzieher*innen, Sozialarbeiter*innen, Ergotherapeut*innen und Pflegefachpersonen leisten täglich einen unschätzbaren Beitrag, um Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Damit setzen sie die Grundsätze der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und des Bundesteilhabegesetzes in die tägliche Praxis um und tragen dazu bei, dass Inklusion in Deutschland gelebt wird“, heißt es in der Presseinformation der Fachverbände.

Differenzierte Betrachtung vonnöten: Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit gehen teilweise zulasten der Patienten

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Die Finanzkommission Gesundheit hat ihre Empfehlungen für Reformen im Gesundheitswesen am 30. März 2026 vorgestellt. Das Gremium empfiehlt insgesamt 66 Maßnahmen, um die Milliardenlöcher bei den Krankenkassen zu schließen. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt zu den Vorschlägen: „Aus Sicht des VdK sind die vorgelegten Reformvorschläge differenziert zu betrachten. Der Sozialverband VdK begrüßt, dass erhebliches Einsparungspotenzial bei den Leistungserbringern identifiziert wurde. Vorgeschlagene Leistungskürzungen für die Patientinnen und Patienten sieht der VdK aber kritisch. Zentrale Elemente der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen nicht aus kurzfristigen Sparzwängen heraus geschwächt werden.“

Stadt Marburg übersetzt Bescheide in verständliche Sprache

Foto: public domain

Marburg (kobinet) Auch Behördensprache muss nicht schwer verständlich sein. Deshalb hat die Universitätsstadt Marburg Bescheide im Bereich des Fachdienstes Soziale Leistungen überarbeitet. Bereits mehr als 50 Dokumente wurden für die Tätigkeiten im Marburger Sozialamt in verständliche Sprache übersetzt. „Bürgerinnen und Bürger, die Sozialhilfeansprüche haben, sollen klar und verständlich, vor allem wertschätzend und partnerschaftlich mit der Behörde zusammenarbeiten können“, erklärte Stadträtin und Sozialdezernentin Kirsten Dinnebier das Konzept. „So möchten wir den Dienstleistungsgedanken weiterentwickeln.“ Dabei ist klar, dass das Sozialamt an rechtliche Vorgaben für seine Tätigkeiten gebunden bleibt, heißt es in einer Presseinformation der Stadt Marburg. Für das Projekt „Gute Nachrichten zur Inklusion“ des NETZWERK ARTIKEL 3 ist dies eine gute Entwicklung für mehr Inklusion.

Erste Reaktion auf Vorschläge zur Reform der Krankenversicherung

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Berlin (kobinet) Zu den heute, am 30. März 2026, präsentierten Vorschlägen der Finanzkommission zu Reformen der gesetzlichen Krankenkassen haben sich kurz nach der Veröffentlichung eine Reihe von Akteur*innen zu Wort gemeldet, so auch Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands: „Die Vorschläge der Kommission sind ein Potpourri an Ideen, die an vielen Stellen Kosten auf die Versicherten verlagern. Eine Erhöhung der Zuzahlungen und eine Streichung der beitragsfreuen Mitversicherung von Ehepartnern beispielsweise belasten Menschen gleich mehrfach zusätzlich. Besonders betroffen sind chronisch kranke Menschen sowie Haushalte mit geringem Einkommen.“

FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat

rotes Ausrufezeichen
Ausrufezeichen rot
Foto: ht

Berlin (kobinet) Die Bundesregierung hat einige Kommissionen eingerichtet, die Vorschläge für Reformen des Sozial- und Gesundheitssystems entwickeln sollen. Heute, am 30. März 2026 hat die Expertenkommission für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) ihren Bericht vorgestellt. Nach einem Bericht von ntv schlägt die Kommission Eingriffe in Milliardenhöhe vor, um steigende Ausgaben zu bremsen und neue Beitragserhöhungen zu vermeiden. „Die Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit sind der Beginn der bisher umfassendsten Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Ohne entschlossenes Handeln steuern wir auf ein historisches Finanzdefizit der Krankenkassen von über 40 Milliarden Euro im Jahr 2030 zu. Die Folge wären immer weiter deutlich steigende Krankenkassenbeiträge und damit erneute Belastungen für Beitragszahler sowie Unternehmen. Wir werden als Bundesregierung der seit Jahren wachsenden Schieflage zwischen Einnahmen und Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung endlich entschieden entgegentreten. Solide Finanzen sind die Grundlage für die nachhaltige Stabilität unseres Gesundheitssystems, dafür werden alle einen Beitrag leisten müssen“, erklärte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Im Ohrsicht-Universum wird wieder gesendet

Zeichnung eines angedeuteten Sendeturmes der Wellen ausstrahlt
Informationen und Unterhaltung von Ohrsicht Radio
Foto: Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

BERLIN (kobinet) Wer mit viel Musik gut informiert und unterhalten sein möchte, ist bei Ohrsicht-Radio richtig. Dort  gibt es täglich rund um die Uhr Musikspezials und Weltnachrichten sowie aktuelle Magazinsendungen mit einem breiten Themenangebot von Lifestyle und Gesundheit über Technik bis hin zu Politik und Behindertenpolitik. Für Menschen mit und ohne Behinderung. Und hier geht es direkt zu ohrsicht radio, dem Klang der Inklusion.

Oberbayern lobt Inklusionspreis 2026 aus

Plakat zum Inklusionspreis 2026
Aufruf zur Bewerbung für diesen Inklusionspreis
Foto: Bezirk Oberbayern / Kommunikation

MÜNCHEN (kobinet) Unter dem Motto „Weil jedes Alter zählt“ lobt der Bezirk Oberbayern den Inklusionspreis 2026 aus. Die Bewerbungsfrist für diesen Preis  läuft vom 6. April bis 31. Mai 2026. Teilnahmeberechtigt sind in Oberbayern ansässige Organisationen und Träger (frei, öffentlich, kirchlich), Unternehmen, Vereine, Verbände, Initiativen, Netzwerke, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Einzelpersonen, die die Ziele des Inklusionspreises verfolgen. Eingereicht werden können eigene oder andere Projekte. Wichtig ist: Das Projekt muss bereits laufen und aus der Bewerbung muss hervorgehen, welche Lebensphase oder Altersspanne im Mittelpunkt steht sowie welcher innovative Ansatz verfolgt wird. Weitere Einzelheiten dazu sind im Internet nachzulesen.

Kürzungen auf den Schultern der Ärmsten

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet) Die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zeigen aus Sicht des Sozialverbands VdK in Nordrhein-Westfalen zum wiederholten Male, dass Kürzungen auf den Schultern der Ärmsten unserer Gesellschaft vollzogen werden sollen. VdK-Präsident Horst Vöge mahnt: „Allein die mögliche vollkommene Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung wäre ein gravierender sozialpolitischer Fehler. Sie würde insbesondere Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen in finanzielle Notlagen bringen und die soziale Spaltung weiter verschärfen“.

BGG-Reform wichtigstes Projekt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Sharepic von Jürgen Dusel zur Wichtigkeit der BGG-Reform
Sharepic von Jürgen Dusel zur Wichtigkeit der BGG-Reform
Foto: Behindertenbeauftragter der Bundesregierung

Berlin (kobinet) „Das derzeit wichtigste Projekt zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland ist die Überarbeitung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) – doch der vorliegende Regierungsentwurf bleibt weit hinter der UN-BRK, die Bund und Länder vor 17 Jahren ratifiziert haben, zurück. Der Bundestag ist jetzt am Zug!“ So bringt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen auf den Punkt, was viele behinderte Menschen denken, die tagtäglich auf Barrieren stoßen und in ihrer Teilhabe behindert werden. Deshalb gilt die Abstimmung im Bundestag zum Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die wahrscheinlich noch vor Pfingsten erfolgen dürfte, als Nagelprobe für die Ernsthaftigkeit der Regierungskoalition für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland. Dabei stoßen die derzeit im Gesetzentwurf vorgesehenen massiven Ausnahmen für Unternehmen bei der Herstellung von Barrierefreiheit und der Erfüllung angemessener Vorkehrungen auf harsche Kritik vieler behinderter Menschen und ihrer Verbände.

Inklusion? Och NÖ!

Christian Judith
Christian Judith
Foto: Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein

Brarupholz (kobinet) Der Kreistagsabgeordnete Christian Judith (Grüne) im Landkreis Schleswig-Flensburg scheiterte am 24. März 2026 im Kreistag mit einem Antrag, zu prüfen, ob im Kreis nicht eine Schule für alle gebaut werden könnte, statt nur aussondernde Lösungen zu prüfen. Es geht um die Frage, was für eine Schule soll gebaut werden? „Die bestehende Sonderschule (Förderzentrum gegenannt) ist zu klein. Hier muss dringend etwas passieren. Doch anstatt neue Ideen und inklusive Lösungen zu entwickeln, setzt die Politik auf ein weiter so der Ausgrenzung“, kritisiert Christian Judith. „Es gab keine inhaltliche Begründung, warum dieser Antrag abgelehnt wurde“, so Judith. „Wie auch immer, es gibt keinen Grund, außer mensch will keine Inklusion“, so das Resümee des Behindertenrechtlers aus dem hohen Norden.

Friedrich Müller – eines der Urgesteine des Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart – ist gegangen

Friedrich Müller
Friedrich Müller
Foto: privat

Stuttgart (kobinet) Und wieder hat die Behindertenbewegung einen langjährigen Streiter verloren. Am 26. März 2026 ist Friedrich Müller vom Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart (ZsL) nach langer schwerer Krankheit aus dem Leben gegangen. Für Britta Schade, die seit vielen Jahren im ZsL Stuttgart aktiv ist, gehörte Friedrich Müller zum ZsL: als Mensch, als Vorstand und einige Jahre als Mitarbeiter und als Urgestein der Behindertenbewegung und als jemand, der für seine Selbstbestimmung gekämpft und andere dabei unterstützt hat.

MUKOmove 2026: Bewegungsstunden sammeln und Mukoviszidose sichtbar machen

Screenshot Tina Deeken wirbt für den MukoMove 2026
Screenshot Tina Deeken wirbt für den MukoMove 2026
Foto: Tina Deeken

Hannover (kobinet) Vom 13. bis 17. Mai 2026 findet der fünfte MUKOmove – gemeinsam für Menschen mit Mukoviszidose – statt. An fünf Tagen sind Menschen überall dazu aufgerufen, Bewegungsstunden zu sammeln und so die seltene Krankheit Mukoviszidose sichtbar zu machen. Dabei müssen keine Höchstleistungen gezeigt werden, es geht nur um den Spaß an der Bewegung und die Zeit, die man sich bewegt. Das Ziel: Gemeinsam wollen wir 52.000 Bewegungsstunden erreichen. Die Anmeldung ist kostenlos unter www.mukomove.de möglich. Darauf hat die Sportlerin Tina Deeken die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Keine Sanierung der Gesetzlichen Krankenversicherung auf dem Rücken der Versicherten

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Kurz vor der Vorstellung der Empfehlungen der GKV-Finanzkommission am heutigen 30. März 2026 warnt der Sozialverband VdK eindringlich davor, die gesetzlich Versicherten weiter zu belasten. Angesichts des Milliardendefizits in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) fordert der Verband nachhaltige strukturelle Reformen statt Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen. „Wir erwarten von der GKV-Finanzkommission Lösungen, die das System stabilisieren, ohne die Versicherten weiter zu schröpfen. Die Beitragsspirale muss endlich gestoppt werden“, betonte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Momentaufnahme 429

Ein Baum mit weißen Blüten vor blauem Himmel
Frühling
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) In jedem Menschenleben, und sei es noch so bescheiden, kommt die Stunde, wo er einem anderen zum Licht werden kann.

BSK fordert umfassende Überarbeitung des BGG-Entwurfs – Ausnahmeregel streichen

Verena Gotzes
Verena Gotzes
Foto: BSK

Berlin (kobinet) Der von der Bundesregierung am 11.2.2026 vorgelegte Entwurf für ein Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) weist massive Lücken und leider noch eine benachteiligende und nicht hinnehmbare Ausnahmeregelung für private Unternehmen auf. Seine Forderungen hat der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) auch in Gesprächen am 26.3.2026 mit Heike Heubach, der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen der SPD-Fraktion im Bundestag, und am 17.3.2026 mit Wilfried Oellers, dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, vorgetragen. Der BSK fordert grundsätzlich eine Verpflichtung der Privatwirtschaft zu Barrierefreiheit. Deshalb ist die Verankerung der angemessenen Vorkehrung nur ein minimaler Fortschritt, der dann aber menschenrechtskonform ausgestaltet werden muss, wie es in einer Presseinformation des BSK heißt.

Thüringen hat neuen Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen

Junger Mann sitzt auf einem Rollstuhl vor einer blauen Wand mit Signets des Landtages und zeigt seine Ernennungsurkunde
Dennis Petschner
Foto: TLMB

ERFURT (kobinet) Mit 75 Ja-Stimmen von den Abgeordneten der Fraktionen des Thüringer Landtags wurde Dennis Petschner zum neuen Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen gewählt. Er folgt auf Joachim Leibiger, der diese Funktion sechs Jahre lang innehatte. Petschner ist Vorsitzender des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte Thüringen e.V., ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt Eisenach und Geschäftsführer des „Aktiv im Leben mit Behinderung Wartburgkreis e.V.“  Dennis Petschner kündigte baldige Gespräche mit Vertretern der Landesund Kommunalpolitik sowie der Verbände an.

Bundesprogramm Demokratie leben!: Paritätischer fordert konsequenten Einsatz für Vielfalt und Demokratie

Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Foto: Paritätischer Gesamtverband

Berlin (kobinet) Anlässlich der Bundestagsdebatte vom 27. März 2026 zum Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fordert der Paritätische Gesamtverband, die bestehenden zivilgesellschaftlichen Strukturen zu erhalten und zu stärken. Vereine und Initiativen vor Ort seien unerlässlich, um die Demokratie zu stärken und menschenverachtenden Tendenzen entgegenzutreten. Demokratie lebt von Engagement und Vielfalt. „Dass sich die Bundesfamilienministerin zur Weiterführung des Programms bekannt hat, ist gut. Den digitalen Raum stärker in den Blick zu nehmen und auch hier mehr Menschen zu erreichen, ist wichtig. Aber das gelingt am besten, wenn man an die erfolgreiche Arbeit der Organisationen anknüpft“, betonte der Paritätische.

Weichgespülte Stellungnahme des Bundesrats zum Behindertengleichstellungsgesetz verabschiedet

Bundesratsgebäude
Bundesrat
Foto: Bundesrat / Christian v. Steffelin

Berlin (kobinet) „Der Bundesrat begrüßt die geplante Aufnahme von privaten und öffentlichen Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen für Endkundinnen und Endkunden anbieten, in den Kreis der Normadressaten des Benachteiligungsverbotes nach dem Behindertengleichstellungsgesetzes. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in seiner geltenden Fassung enthält nur einen begrenzten Schutz von Menschen mit Behinderungen vor Benachteiligungen beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen. Darüber hinaus findet das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz nur auf die in diesem Gesetz abschließend aufgezählten Produkte und Dienstleistungen Anwendung. Aufgrund der zentralen Bedeutung der Zugänglichkeit von Gütern und Dienstleistungen privater Anbieter für eine wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderungen sind daher Verbesserungen der geltenden Bestimmungen über die Barrierefreiheit im privaten Bereich zwingend erforderlich.“ So heißt es u.a. in der Stellungnahme des Bundesrats zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die heute am 27. März 2026 im Bundesrat beschlossen wurde. Der Bundesrat hat dabei allerdings verpasst zu empfehlen, die massiven Ausnahmen für Unternehmen zu streichen.

IT‑Panne und das lange Warten auf die Wertmarken

Buchstaben mdr auf blauem Grund, rechts daneben das ARD-Symbol, eine blaue Eins im blauen reis auf weißem Grund
Grafik zeigt Logo des mdr
Foto: mdr

MAGDEBURG (kobinet) Für viele schwerbehinderte Menschen in Mitteldeutschland hatte das Jahr mit Unsicherheit begonnen: Ihre Wertmarken für Bus und Bahn kamen nicht bei ihnen an, Fahrten wurden riskant oder teuer und niemand erklärte den Menschen mit Behinderungen den Grund dafür. Erst später wurde klar, dass eine IT‑Panne bei den Landeskassen von Sachsen und Sachsen‑Anhalt die Verbuchung ihrer Zahlungen blockierte. Auch die Behindertenverbände waren ohne Information geblieben. Die ganze Geschichte hat „mdr aktuell“ recherchiert und in diesem Beitrag zusammengefasst.

Will Bremen Massenunterkünfte für Menschen mit Behinderung wieder salonfähig machen ?

Portraitfoto von Nico Oppel ein Mann mit Brille und leichtem Bartwuchs vor grünem Hintergrund
Nico Oppel – Geschäftsleitung Martinsclub Bremen
Foto: Frank Schaffka

BREMEN (kobinet) Das Land Bremen plant aktuell, die Bauverordnung des Bremischen Wohn- und Betreuungsgesetzes anzupassen. Dies betrifft auch Menschen mit Behinderungen, die in sogenannten besonderen Wohnformen, allgemein als Wohnheim bekannt, gemeinsam unter einem Dach leben und dort betreut werden. Bisher gilt hierfür eine Obergrenze von 24 Personen. Laut aktuellem Entwurf der Bauverordnung soll diese auf bis zu 80 Personen angehoben werden.

Leitfaden zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit

Angedeutete Weltkugel hinter einem Netz digitaler Zeichen
Digitale Welt
Foto: undefined

BERLIN (kobinet) Digitale Angebote müssen so gestaltet werden, dass sie von allen Menschen,  unabhängig von ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten uneingeschränkt genutzt werden können. Wie jedoch vom Europäischen Sozialfonds ESF Plus-geförderte Projekte in digitaler Barrierefreiheit ganz konkret und praktisch umsetzen können, das erklärt eine neue Publikation des ESF Plus-Programms „WIR – Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt“. Der kompakte, ausschließlich digital vorliegende Leitfaden kann aus dem Internet heruntergeladen werden.

Sozialministerium verleiht erstmals Ehrenamtspreis für Engagement in der Seniorenarbeit

Große Gruppe von Personen in einem Saal
Bei der Verleihung des Ehrenamtspreises
Foto: MAGS NRW / Ralph Sondermann

DÜSSELDORF (kobinet) Gestern wurden  in Düsseldorf zehn Projekte mit dem Ehrenamtspreis „Ehrenamt schafft Begegnung – Bürgerschaftliches Engagement in der Seniorenarbeit“ des Sozialministeriums ausgezeichnet. Zwei weitere Projekte, die sich jeweils spezifisch auf ein besonderes Thema fokussieren, erhielten einen Sonderpreis. Mit dem erstmals verliehenen Preis würdigt das Sozialministerium herausragendes ehrenamtliches Engagement in Projekten und Initiativen, die in der aufsuchenden Seniorenarbeit aktiv sind. Jedes prämierte Projekt beziehungsweise jede prämierte Initiative sowie die Sonderpreisträger erhalten ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Insgesamt waren über 180 Bewerbungen eingegangen. Mit ihrem Einsatz leisten die ehrenamtlich Engagierten einen Beitrag dazu, die körperliche und geistige Fitness älterer Menschen zu fördern, Einsamkeit zu vermeiden oder zu vermindern sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Seniorinnen und Senioren zu fördern. Für den Ehrenamtspreis hatten sich beispielsweise Besuchs- und Begleitdienste, Alltagshilfen, Nachbarschaftsgruppen oder generationenübergreifende Gemeinschaftsprojekte beworben.

Gewaltschutz muss auch digital konsequent umgesetzt werden

Frauen sitzen um einen großen Tisch herum bei einer Beratung. Eine Frau hält ein Mikrofon in der Hand
Beim einem Treffen des Netzwerkes
Foto: Anna Spindelndreier

DÜSSELDORF / MÜNSTER (kobinet) Anlässlich des Jahrestags der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in Deutschland weist das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in Nordrhein-Westfalen darauf hin, dass der Gewaltschutz auch digital konsequent umgesetzt werden muss. Mit Blick auf die aktuellen Demonstrationen am Wochenende gegen sexualisierte digitale Gewalt und in Solidarität mit Collien Fernandes erklärt das Netzwerk seine Unterstützung – und fordert, die Perspektiven von Frauen und Mädchen mit Behinderung konsequent mitzudenken.

Monitoring des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf Trisomien wird im Bundestag weiter beraten

Blick auf Reichstag über die Spree hinweg
Blick auf Reichstag über die Spree hinweg
Foto: ISL

Bremen / Berlin (kobinet) „Nachdem das dringend angezeigte Monitoring des nicht-invasiven Pränataltests (NIPT) auf Trisomien im Jahr 2024 nicht mehr durch den Bundestag beschlossen werden konnte, nachdem die Ampel-Koalition kurz zuvor zerbrach, hat ein weitgehend inhaltsgleicher fraktionsübergreifender Antrag am 20. März 2026 im Bundestag in erster Lesung viel Zustimmung erfahren. Nach der Debatte überwiesen die Abgeordneten die Vorlage zur weiteren Beratung an die Ausschüsse. Die Federführung liegt beim Gesundheitsausschuss.“ Darauf hat der Landesbehindertenbeauftragte von Bremen, Arne Frankenstein, in seinem aktuellen Newsletter aufmerksam gemacht.

Verpflichtung zur Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen wird durch Ausnahmen ad absurdum geführt

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Foto: ISL

Berlin (kobinet) 17 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland am 26. März 2009 rühmt sich die Bundesregierung, dass mit der Novelle des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) jetzt auch die Privatwirtschaft zu angemessenen Vorkehrungen verpflichtet werden soll. Ein Blick in den Gesetzentwurf zeigt jedoch nach Ansicht der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), wie es den vermeintlich Verpflichteten im Gesetz leicht gemacht wird, sich durch eine „unverhältnismäßige Belastung“ hinauszureden. Denn sobald bauliche Veränderungen oder Änderungen an Produkten und Dienstleistungen erforderlich sind, sei die Unverhältnismäßigkeit auch für angemessene Vorkehrungen „pauschal“ anzunehmen. „So wird das Konzept der angemessenen Vorkehrungen, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention verankert ist, ad absurdum geführt“, heißt es in einer Presseinformation der ISL.