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Familien stärken heißt soziale Infrastruktur sichern

Familie mit zwei Kindern und einem Hund am Strand
Familie am Strand
Foto: chillla70 In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

STUTTGART (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg die familienpolitischen Vorhaben im neuen Koalitionsvertrag grundsätzlich positiv. Besonders die geplante Umsetzung der Familienförderstrategie, der Ausbau von Familienstützpunkten mit Lotsenfunktion sowie Investitionen in die frühkindliche Bildung greifen zentrale Forderungen des Verbands auf. Entscheidend ist nun die konsequente und dauerhaft finanzierte Umsetzung: "Familien brauchen mehr als einzelne Förderprogramme. Sie brauchen verlässliche Infrastruktur, niedrigschwellige Unterstützung und soziale Sicherheit im Alltag", erklärt Feray Şahin, Bereichsleiterin Leitung Familie, Kinder, Migration, Vielfalt und Demokratie beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. "Der Koalitionsvertrag setzt wichtige Signale. Jetzt müssen Versorgungslücken geschlossen und familienpolitische Maßnahmen konsequent präventiv ausgerichtet werden."

Der Verband fordert den flächendeckenden Ausbau und die nachhaltige Finanzierung familienunterstützender Angebote. Familienbildung und Familienberatung stärken Prävention, entlasten Familien und schaffen gute Entwicklungsbedingungen für Kinder. Auch Familienerholung müsse als präventive Leistung langfristig abgesichert werden. Positiv bewertet der Verband zudem die geplanten Familienstützpunkte. Familien brauchen wohnortnahe und leicht zugängliche Anlaufstellen, die Orientierung geben und bei Leistungen unterstützen. Dafür sind ausreichend Fachkräfte sowie tragfähige Finanzierungsstrukturen notwendig.

Handlungsbedarf sieht der Verband weiterhin bei der reproduktiven Gesundheitsversorgung. Der im Koalitionsvertrag angekündigte Ausbau der Versorgungssituation für Schwangerschaftsabbrüche ist ein wichtiger Schritt. Dazu gehören aus Sicht des Paritätischen auch die verbindliche Verankerung in der fachärztlichen Aus- und Weiterbildung sowie die regelhafte Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.