Berlin (kobinet)
Der Sozial-Verband VdK warnt vor neuen Pflege-Plänen.
Ein Sozial-Verband ist eine große Gruppe von Menschen.
Die Menschen helfen sich gegenseitig.
Sie kämpfen gemeinsam für ihre Rechte.
Bundes-Gesundheits-Ministerin Nina Warken plant eine Reform.
Eine Reform bedeutet: Bestehende Regeln werden verändert.
Sie will etwas an der Pflege-Versicherung ändern.
Die Pflege-Versicherung ist eine Kasse.
Wer Pflege braucht, bekommt Geld aus dieser Kasse.
Sie will den Zugang zu Pflege-Graden erschweren.
Pflege-Grade sind Stufen für den Hilfe-Bedarf.
Je höher die Stufe, desto mehr Hilfe bekommt man.
Es geht um die Pflege-Grade 1 bis 3.
Ministerin Warken sagt: Die Pflege-Kassen haben zu wenig Geld.
Pflege-Kassen sind besondere Kassen.
Sie zahlen die Kosten für die Pflege von Menschen.
Die Ausgaben steigen immer weiter.
Ausgaben ist das Geld, das eine Kasse für Pflege zahlt.
Deshalb will sie Geld sparen.
VdK-Chefin Verena Bentele ist dagegen.
Sie sagt: Das ist kein echtes Sparen.
Die Kosten werden nur auf später verschoben.
Menschen ohne frühe Pflege brauchen später mehr Hilfe.
Das kostet dann noch mehr Geld.
Bentele sagt: Die Politik redet von mehr Unterstützung.
Aber sie handelt anders.
Es fehlt ein klarer Plan für die Pflege.
Wir brauchen mehr Hilfe und mehr Vorbeugung.
Vorbeugung bedeutet: Man handelt früh.
Dann passiert nichts Schlimmes.
Der VdK kritisiert die geplanten Schritte.
Diese Schritte sparen nur kurz Geld.
Sie lösen aber keine großen Probleme in der Pflege.
Der VdK macht einen Vorschlag.
Pflege soll eine Pflicht-Aufgabe der Kommunen werden.
Kommunen sind Städte und Gemeinden.
Sie kümmern sich um die Menschen vor Ort.
So bekommen Pflege-Bedürftige alle Hilfen aus einer Hand.
Pflege-Bedürftige sind Menschen, die Pflege brauchen.
Sie brauchen Hilfe bei Dingen wie Essen oder Waschen.
Auch ihre Angehörigen sollen besser unterstützt werden.
Die Kommunen sollen den Pflege-Bedarf vor Ort prüfen.
Sie sollen Pflege-Angebote planen und steuern.
Wenn es zu wenig Angebote gibt, sollen sie selbst handeln.
Bisher ist nicht klar geregelt, wer das macht.
Viele Kommunen haben schon wenig Geld.
Das soll sich nicht verschlechtern.
Deshalb müssen Bund und Länder die Kosten übernehmen.
Das muss dauerhaft und vollständig passieren.
Der VdK fordert auch eine neue Finanz-Politik für die Pflege.
Finanz-Politik bedeutet: Der Staat entscheidet, wie Geld eingenommen und ausgegeben wird.
Alle Bürgerinnen und Bürger sollen in die Pflege-Versicherung einzahlen.
Alle Arten von Einkommen sollen dabei berücksichtigt werden.
Die Beitrags-Bemessungs-Grenze soll angehoben werden.
Die Beitrags-Bemessungs-Grenze ist eine Grenze für Einzahlungen.
Wer mehr verdient, zahlt trotzdem nur bis zu dieser Grenze ein.
Das bedeutet: Mehr Menschen zahlen mehr in die Versicherung.
Außerdem soll der Staat bestimmte Kosten übernehmen.
Das sind zum Beispiel Kosten aus der Corona-Zeit.
Auch Renten-Beiträge für pflegende Angehörige gehören dazu.
Renten-Beiträge sind Zahlungen in die Renten-Kasse.
Wer einzahlt, bekommt später im Alter eine Rente.
Diese Kosten soll der Staat aus Steuer-Geldern zahlen.
So wird die Pflege-Versicherung entlastet.
Die Versicherten sollen nicht noch mehr zahlen müssen.
Das Meinungs-Forschungs-Institut YouGov hat Menschen befragt.
Ein Meinungs-Forschungs-Institut ist eine Einrichtung, die viele Menschen befragt.
So findet es heraus, was viele Menschen denken.
Die Befragung wurde im Auftrag des VdK gemacht.
77 Prozent der Menschen lehnen die Pflege-Pläne ab.
Das sind mehr als 3 von 4 befragten Personen.
Bentele sagt: Die Menschen wollen Sicherheit im Pflege-Fall.

Foto: VdK Bayern
Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK Deutschland warnt eindringlich vor den Reformüberlegungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Im Zentrum stehen Pläne, den Zugang zu den Pflegegraden 1 bis 3 künftig zu erschweren, um die finanzielle Lage der Pflegeversicherung zu stabilisieren. Warken verweist dabei auf ein drohendes Milliarden-Defizit sowie weiter steigende Ausgaben, die die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährden könnten. "Wer heute den Zugang zu Pflegeleistungen erschwert, spart nicht wirklich – sondern verschiebt die Kosten nur in die Zukunft", betonte die Präsidentin des VdK Verena Bentele. Menschen ohne rechtzeitigen Zugang zu Pflege-, Rehabilitations- und Präventionsleistungen entwickelten später häufig einen deutlich höheren Unterstützungsbedarf. "Die Politik spricht von Stärkung der Pflege, handelt aber in die entgegengesetzte Richtung. In der aktuellen Reformdebatte fehlt eine klare Vision für die zukünftige pflegerische Versorgung. Was wir brauchen, ist mehr Zugang zu Unterstützungen und eine echte Stärkung der Prävention – nicht deren Abbau."
Der VdK kritisiert, dass die geplanten Maßnahmen vor allem kurzfristige Einsparziele verfolgen, aber keine strukturellen Antworten darauf liefern, wie Pflege in Zukunft sichergestellt werden soll. Der Verband schlägt deshalb vor, Pflege zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Unterstützung aus einer Hand erhalten. Um bestehenden und künftigen Versorgungslücken zu begegnen, sollten Kommunen den Bedarf vor Ort erfassen, Pflegeangebote steuern und im Fall von Unterversorgung selbst Angebote aufbauen können. Bislang sind diese Aufgaben nicht verbindlich geregelt und ohne klare Zuständigkeit. Damit die ohnehin angespannte Haushaltslage der Kommunen nicht weiter verschärft wird, müssen Bund und Länder die aus der pflegerischen Versorgung entstehenden Aufgaben vollständig und dauerhaft finanzieren.
Zugleich fordert der VdK eine grundlegende finanzpolitische Neuaufstellung der Pflegeversicherung: durch eine Versicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, in der alle Einkunftsarten berücksichtigt werden und bei der die Beitragsbemessungsgrenze auf das Niveau der Rentenversicherung angehoben wird. Darüber hinaus müssen kurzfristig die pandemiebedingten Kosten der Pflegeversicherung sowie versicherungsfremde Leistungen – etwa die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige – durch Steuermittel ausgeglichen werden. Nur so lässt sich die Pflegeversicherung nachhaltig entlasten, ohne die Versicherten zusätzlich zu belasten.
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des VdK zeichnet ein eindeutiges Stimmungsbild: Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) lehnen einen erschwerten Zugang zu einem Pflegegrad, wie er derzeit diskutiert wird, ab. „Die Menschen in Deutschland wollen Sicherheit im Pflegefall – keine Sparpolitik auf dem Rücken der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen“, fasst Verena Bentele die Ergebnisse zusammen.

Foto: VdK Bayern
Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK Deutschland warnt eindringlich vor den Reformüberlegungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Im Zentrum stehen Pläne, den Zugang zu den Pflegegraden 1 bis 3 künftig zu erschweren, um die finanzielle Lage der Pflegeversicherung zu stabilisieren. Warken verweist dabei auf ein drohendes Milliarden-Defizit sowie weiter steigende Ausgaben, die die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährden könnten. "Wer heute den Zugang zu Pflegeleistungen erschwert, spart nicht wirklich – sondern verschiebt die Kosten nur in die Zukunft", betonte die Präsidentin des VdK Verena Bentele. Menschen ohne rechtzeitigen Zugang zu Pflege-, Rehabilitations- und Präventionsleistungen entwickelten später häufig einen deutlich höheren Unterstützungsbedarf. "Die Politik spricht von Stärkung der Pflege, handelt aber in die entgegengesetzte Richtung. In der aktuellen Reformdebatte fehlt eine klare Vision für die zukünftige pflegerische Versorgung. Was wir brauchen, ist mehr Zugang zu Unterstützungen und eine echte Stärkung der Prävention – nicht deren Abbau."
Der VdK kritisiert, dass die geplanten Maßnahmen vor allem kurzfristige Einsparziele verfolgen, aber keine strukturellen Antworten darauf liefern, wie Pflege in Zukunft sichergestellt werden soll. Der Verband schlägt deshalb vor, Pflege zur kommunalen Pflichtaufgabe zu machen, damit Pflegebedürftige und ihre Angehörigen Unterstützung aus einer Hand erhalten. Um bestehenden und künftigen Versorgungslücken zu begegnen, sollten Kommunen den Bedarf vor Ort erfassen, Pflegeangebote steuern und im Fall von Unterversorgung selbst Angebote aufbauen können. Bislang sind diese Aufgaben nicht verbindlich geregelt und ohne klare Zuständigkeit. Damit die ohnehin angespannte Haushaltslage der Kommunen nicht weiter verschärft wird, müssen Bund und Länder die aus der pflegerischen Versorgung entstehenden Aufgaben vollständig und dauerhaft finanzieren.
Zugleich fordert der VdK eine grundlegende finanzpolitische Neuaufstellung der Pflegeversicherung: durch eine Versicherung, in die alle Bürgerinnen und Bürger einzahlen, in der alle Einkunftsarten berücksichtigt werden und bei der die Beitragsbemessungsgrenze auf das Niveau der Rentenversicherung angehoben wird. Darüber hinaus müssen kurzfristig die pandemiebedingten Kosten der Pflegeversicherung sowie versicherungsfremde Leistungen – etwa die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige – durch Steuermittel ausgeglichen werden. Nur so lässt sich die Pflegeversicherung nachhaltig entlasten, ohne die Versicherten zusätzlich zu belasten.
Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des VdK zeichnet ein eindeutiges Stimmungsbild: Mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) lehnen einen erschwerten Zugang zu einem Pflegegrad, wie er derzeit diskutiert wird, ab. „Die Menschen in Deutschland wollen Sicherheit im Pflegefall – keine Sparpolitik auf dem Rücken der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen“, fasst Verena Bentele die Ergebnisse zusammen.




