Menu Close

Nachwendegeneration im Osten sieht für sich weiterhin viele Nachteile

Foto Flagge Deutschland über dem Reichstagsgebäude im Wind
Deutsche Flagge auf dem Reichstag
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Viele haben erstaunt darauf reagiert, als Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Rede beim Festakt der Deutschen Einheit in Halle / Saale darauf verwies, dass aus Sicht der Conrad-Ademauer-Stiftung eine Ost-Biografie augenscheinlich als „Balast“ wirkt. Mit dieser Einschätzung ist sie, wie das Meinungsbarometer des Mitteldeutschen Rundfunk belegt, nicht allein. Von diesem Meinungsbarometer „MDRfragt“ am 1. Oktober veröfffentlichten Umfrageergebnisse zeigen, dass auch große Teile der Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in ihrer Ost-Herkunft für sich negative Auswirkungen durch Ost-Herkunft sehen.

Lasst uns etwas Gutes auf den Weg bringen

Michael Gerr
Michael Gerr
Foto: privat

Berlin (kobinet) Knapp eine Woche nach den Bundestagswahlen trafen sich am Samstag, den 2. Oktober, in Berlin bei den Bündnisgrünen Delegierte aus allen Bundesländern beim Kleinen Parteitag, dem so genannten Länderrat. Mit dabei war Michael Gerr als Delegierter für Bayern. Neben einer Aussprache zum Wahlergebnis wurde ein Antrag zur Erneuerung der Politik beschlossen und das Sondierungsteam bestätigt. Da Michael Gerr kein Glück bei den gelosten Redebeiträgen hatte, veröffentlicht der Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik der Grünen die geplante Rede auf seiner Homepage.

Heute vor 40 Jahren: Krüppelbewegung beim Gesundheitstag

Dr. Martin Theben
Dr. Martin Theben
Foto: privat

Hamburg/Berlin (kobinet) Der 2. Gesundheitstag vom 30. September bis 4. Oktober 1981 führte die Krüppelbewegung und Ihre Protagonist*innen im UNO-Jahr der Behinderten in die Rolle aktiv Partizipierender. Er fand vor vierzig Jahren statt und der kobinet-Chronist Dr. Martin Theben berichtet darüber im nachfolgenden Artikel.

Deutsche Einheit im Inneren noch nicht erreicht

Logo SOVD
Logo SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

Halle, Saale (kobinet) Wenn gestern in Halle/Salle der Deutschen Einheit gedacht wurde, müsse auch der Stand der einheitlichen Lebensbedingungen in Ost und West geprüft werden. Der fällt nicht in jeder Hinsicht positiv aus findet der Präsident des Sozialverband Deutschland (SoVD) Adolf Bauer der bilanziert: „Auch nach über 30 Jahren staatlicher Einheit, ist diese in vielen Sozialsystemen noch lange nicht erreicht.“ Insbesondere mit Hinblick auf die laufenden Sondierungsgespräche und bevorstehenden Koalitionsverhandlungen verweist Adolf Bauer auf viele Ungleichheiten: „Immer noch unterscheiden sich Ost und West strukturell zu stark. So etwa beim Armutsrisiko, den Löhnen und Renten, aber auch bei den Kitaplätzen oder den Unternehmenssitzen. Diese Unterschiede sorgen nach wie vor für mangelnde Chancengleichheit.“

Momentaufnahme 231

Ein Seevogel auf der Laterne über Sanremo
Ein Seevogel auf der Laterne
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Beobachte das Schwimmen der Fische im Wasser und du wirst den Flug der Vögel in der Luft begreifen. (Leonardo da Vinci)

Ein Blick auf Einheit und Viefalt

Blick auf ein Dorf
Blick auf ein Dorf
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Nun sind es schon 31 Jahre, als der Tag der Deutschen Einheit zum ersten Mal am 3. Oktober begangen wurde, und es sind schon fast 32 Jahre, seit viele Menschen in der damaligen DDR mit ihrer friedlichen Revolution massive Veränderungen erreichten. Also wieder ein Tag, an dem heute auf das Große und Ganze der deutschen Einhait geblickt wird, aber auch ein Tag, an dem sich der Blick auf das Detail lohnt, wo Einheit, wo Vielfalt gelungen ist, wo nicht und was wir zukünftig für mehr Einheit und Vielfalt tun können.

Weitere Fachtagung “Tourismus für Alle in Sachsen”

Aussenannsicht des Deutschen Hygienemuseums Dresden mit seiner Säulenfront von der Parkseite her
Ansicht des Deutschen Hygienemuseums Dresden
Foto: H. Smikac

DRESDEN (kobinet) Zur Stärkung des barrierefreien Tourimsus und zur Schaffung weiterer barrierefreier Angebote entlang der gesamten touristischen Servicekette führt die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen im 2-Jahres-Rhythmus eine Fachtagung zum Thema „Tourismus für Alle in Sachsen“ durch. Mit ihr sollen die Chancen und Potenziale des barrierefreien Tourismus, gerade im Zeichen des demographischen Wandels mit seinen ändernden Anforderungen, vermitteln werden. Ziel dieser Tagung ist, die Sensibilisierung der sächsischen Anbieter weiter voranzutreiben und weitere touristische Partner anzuregen, die Qualität und den Komfort ihrer Angebote durch die Schaffung barrierefreier Angebote zu steigern.

Bayern schreibt JobErfolg 2022 aus

Flagge Bundesland Bayern
Flagge Bundesland Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

MÜNCHEN (kobinet) Seit dem Jahr 2005 verleihen der Bayerische Behindertenbeauftragte und das Sozialministerium die Auszeichnung „JobErfolg“. Gewürdigt wird dabei das Bemühen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Bayern, welche die Inklusion beispielhaft in der praktischen Arbeit umsetzen. Auch für das Jahr 2022 wurden jetzt Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aus der Privatwirtschaft und dem öffentlichen Dienst aufgerufen, sich um den bayerischen Inklusionspreis JobErfolg 2022 zu bewerben.

Barrierefreiheitsanforderungen und Pflichten der Wirtschaftsakteure

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragraf
Foto: omp

Bremen (kobinet) Die Europäische Richtlinie zum European Accessibility Act wurde in Deutschland durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) vom 16. Juli 2021 umgesetzt. Im 2. Teil des Beitrags zur Umsetzung der EU-Richtlinie zeigen die Autoren Uwe Boysen und Hans-Joachim Steinbrück zunächst die Anforderungen an die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen sowie diesbezügliche Abweichungstatbestände auf und gehen schließlich auf die Pflichten der Wirtschaftsakteure ein. Darauf macht Reha-Recht.de in ihrem Newsletter aufmerksam.

kobinet-Monatsrückblick für Sempember 2021 im IGEL-Podcast

Logo: IGEL kobinet Monatsrückblick
Logo: IGEL kobinet Monatsrückblick
Foto: IGEL

Bad Segeberg/Kassel (kobinet) Jeden 1. des Monats blickt der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) Sascha Lang zusammen mit dem Redakteur der kobinet-nachrichten Ottmar Miles-Paul zurück auf die wichtigsten Nachrichten aus der Behindertenpolitik des vergangenen Monats. Nun ist der neueste Podcast mit dem Rückblick auf den Monat September erschienen. „Was wir von den Koalitionsverhandlungen erwarten dürfen, welche Kombination es geben kann und wie wichtig die behindertenpolitischen Sprecher*innen der Fraktionen sein können, das sind nur einige Themen, die in der knapp 30minütigen Podcast-Episode mit dem Titel „Freie Ampel für gute Nachrichten und Speed-Dating“ angesprochen werden.

Depressionen: Mehr als nur schlechte Laune

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Kassel (kobinet) „Die Depression ist eine psychische Erkrankung, die wirklich jeden treffen kann. Menschen mit einer Depression sind nicht einfach nur traurig oder haben schlechte Laune. Es handelt sich bei der Depression vielmehr um eine psychiatrische Erkrankung, die unbedingt einer geeigneten Behandlung bedarf, um bestmögliche Heilungschancen zu haben.“ Das scheibt Andreas Humbert in einem Beitrag in seinem Blog Mein Weg aus der Angst.

Projekt „Gute Nachrichten zur Inklusion“ gestartet

Logo: Gute Nachrichten zur Inklusion
Logo: Gute Nachrichten zur Inklusion
Foto: Marleen Soetandi

Berlin (kobinet) Dank der Förderung durch die Aktion Mensch kann heute zum 1. Oktober 2021 das neue Projekt des NETZWERK ARTIKEL 3 mit dem Titel „Gute Nachrichten zur Inklusion“ an den Start gehen. „Dabei ist der Name Programm, denn Schwerpunkt des Projektes ist die Veröffentlichung guter Nachrichten zur Inklusion und zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, wie Dr. Sigrid Arnade vom Vorstand des NETZWERK ARTIKEL 3 mitteilte. Mit dem Projekt will das NETZWERK ARTIKEL 3 neben seinen anderen Aktivitäten zur Gleichstellung behinderter Menschen einerseits gute Entwicklungen aufzeigen. Anderseits sollen die guten Nachrichten zur Inklusion und die damit verbundenen Schulungen und Veranstaltungen zur Nachahmung anregen, wie der Koordinator des Projektes, Ottmar Miles-Paul, betont.

Fundament zukünftiger Behindertenpolitik muss Partizipation sein

Karl Finke
Karl Finke
Foto: Irina Tischer

Hannover (kobinet) Das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl war nach Ansciht von Karl Finke, dem Sprecher von Selbst Aktiv, der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen in der SPD, ein großer Erfolg für den fortschrittsorientierten Teil der Gesellschaft und somit auch für die SPD. Im Interview mit kobinet-Redakteur macht er deutlich, dass das Fundament der zukünftigen Behindertenpolitik Partizipation sein muss und schlägt vor, eine Staatssekretär*innen-Stelle für Inklusion einzurichten.

Gesundheitsversorgung älterer Menschen verbessern

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen, der heute am 1. Oktober begangen wird, fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte, dass die Gesundheitsverorgung für ältere Menschen verbessert wird. „Die Bedürfnisse älterer Menschen müssen im Gesundheitssystem stärker berücksichtigt und Zugangsbarrieren abgebaut werden. Immer noch herrschen in unserer Gesellschaft abwertende Altersstereotype vor, die zur Benachteiligung und Diskriminierung älterer Menschen bei der Gesundheitsversorgung führen“, heißt es vonseiten des Instituts.

Download der Notruf-App wegen hoher Abrufzahlen vorübergehend eingestellt

info Zeichen
info schwarz
Foto: Susanne Göbel

Düsseldorf (kobinet) Am 28. September wurde die Notruf-App nora endlich veröffentlicht. Mit nora gewinnen vor allem Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen ein großes Stück mehr Sicherheit. Durch den zeitweiligen bundesweiten Ausfall der Notrufnummern 110 und 112 wurde nora viel öfter als erwartet heruntergeladen. Innerhalb weniger Minuten haben sich fast elf Mal so viele Menschen registriert. Trotz sorgfältiger Last-Tests konnte mit dieser hohen Last nicht gerechnet werden. Das hat zu einer Überlastung der Server geführt. Die Überlastung kann nur behoben werden, indem der Download vorübergehend gestoppt wird. Per Mail können Betroffene sich aber zum Herunterladen der App melden, wie die Koordinierungsstelle des Notruf App Systems mitteilt.

IGEL-Podcast zum Persönlichen Budget zur Entfristung von Leistungen

Logo des Podcast IGEL: Inklusion Ganz EInfach Leben
Logo des Podcast IGEL
Foto: Sascha Lang

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) Im 2. Teil des Interviews mit Uwe Frevert zum Persönlichen Budget im Rahmen des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) geht es u.a. um die Entfristung von Leistungen. „Jedesmal gab es für Budgetnehmer eine Zitterpartie. Denn immer wieder wurden die Budgets nur befristet vergeben. Ein Urteil hebt dieses nun auf“, heißt es in der Ankündigung der mittlerweile 22. Episode des IGEL-Podcasts von Sascha Lang.

Veröffentlicht: Empfehlung zu gendergerechter, digital barrierefreier Sprache – eine repräsentative Studie

Porträt Stefanie Koehler
Frau Prof. Dr. S. Koehler
Foto: Stefanie Koehler

Berlin (kobinet) Bei der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund) wurde diese Studie veröffentlicht. Die Autoren haben mit viel Fleiß Fakten zusammengetragen und kommen zu aufschlussreichen Ergebnissen, die klarstellen „Nichts ohne uns“ – auch beim Gendern.

Wenn Menschenrechte im Heim auf der Strecke bleiben

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Wien (kobinet) „Wer in einem Heim lebt, wird zwangsläufig in seiner persönlichen Selbstbestimmung beschnitten und ist einem hohem Gewaltrisiko ausgesetzt.“ So beginnt der Beitrag von Hannah Wahl mit dem Titel „Wenn Menschenrechte auf der Strecke bleiben“, der im Online-Nachrichtendienst BIZEPS des Wiener Zentrum für Selbstbestimmtes Leben veröffentlicht wurde. Hannah Wahl ist Historikerin und freie Journalistin. Seit August 2018 übernimmt sie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Unabhängigen Monitoringausschuss zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Vom European Accessibility Act zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz – Teil 1

Symbol Paragrafenzeichen
Symbol Paragraf
Foto: omp

Heidelberg (kobinet) Mit dem Europäischen Rechtsakt zur Barrierefreiheit („European Accessibility Act“) vom 17. April 2019 haben das Europäische Parlament und der Rat eine Richtlinie über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen erlassen, um diesbezügliche Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten anzugleichen und somit das reibungslose Funktionieren des europäischen Binnenmarkts zu fördern. Die Europäische Richtlinie wurde in Deutschland durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz vom 16. Juli 2021 umgesetzt. Die Autoren Uwe Boysen und Hans-Joachim Steinbrück haben dies zum Anlass genommen, um in einem vierteiligen Beitrag den European Accessibility Act (EAA) sowie das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) vorzustellen und zu besprechen. Darauf macht Reha-Recht.de in ihrem Newsletter aufmerksam.

Endlich wieder ins Kino mit Kinofüralle.de

info Zeichen
info schwarz
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Die Kinos sind wieder offen und haben viele barrierefreie Kinofilme im Programm. Dazu gehören Blockbuster wie der neue James Bond oder Marvel-Action, Arthouse-Filme und deutsche Komödien. Auf Kinofüralle.de sind alle Kinofilme mit Audiodeskription und Untertiteln und die Kinos, die sie im Programm haben, ganz leicht zu finden. Darauf weist der der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hin, der die erste Online-Plattform entwickelt hat, die das bundesweite Kinoprogramm mit den barrierefreien Vorführungen und Informationen zur Barrierefreiheit im Kino anbietet. Über eine neue Funktion sind nun auch Angaben zum rollstuhlgerechten Zugang im Kino abrufbar.

Für klares Bekenntnis zur Behindertenrechtskonvention im Berliner Koalitionsvertrag

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus am 26. September fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte ein klares Bekenntnis zur UN-Behindertenrechtskonvention im neuen Berliner Koalitionsvertrag. Bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen sollten die verhandelnden Parteien dringende Probleme im Kontext der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufgreifen und dazu Vorhaben im Regierungsprogramm für die 19. Wahlperiode (2021-2026) aufnehmen. Die SPD ging als stärkste Kraft aus den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus mit 21,4 Prozent vor den Grünen mit 18,9 Prozent und der CDU mit 18.1, Prozent hervor. Die LINKEN erreichten 14,0 Prozent und die FDP 7,2 Prozent.

Vorschläge für Koalitionsvertrag zur Behindertenpolitik

Logo Liga Selbstvertretung
Logo Liga Selbstvertretung
Foto: Liga Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Im Vorfeld der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene hat die LIGA Selbstvertretung Vorschläge für eine zukunftsfähige und an den Menschenrechten orientierte Behindertenpolitik für den Koalitionsvertrag formuliert und den Vertreter*innen der Parteien zugeleitet. „Wir verstehen Behindertenpolitik als Menschenrechtspolitik. Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention seit über zwölf Jahren geltendes Recht in Deutschland ist und das Benachteiligungsverbot für behinderte Menschen bereits 1994 ins deutsche Grundgesetz eingefügt worden ist, sehen wir nach wie vor viele Menschenrechtsverletzungen und Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen. Deshalb haben wir nun konkrete Vorschläge zur Behindertenpolitik für den Koalitionsvertrag gemacht“, teilt die LIGA-Sprecherin Dr. Sigrid Arnade mit.

Arbeitgeber mit persönlicher Assistenz verhandeln Tarifvertrag

Foto von Unterzeichnung der Niederschrifterklärung
Niederschrifterklärung mit ver.di unterzeichnet
Foto: AAPA

Berlin (kobinet) Ende Mai hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber:innen mit Persönlicher Assistenz (AAPA) in Berlin gegründet, um als Verband mit ihren bei verdi organisierten Assistentinnen und Assistenten Tarifverhandlungen durchführen zu können. Die liefen schon etwas länger und waren aus dem ASL e.V. gestartet worden. Die Tarifverhandlungen sind mittlerweile soweit abgeschlossen und es fand ein Treffen in der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales statt.

Gemeinsamkeit Barrierefreiheit?

Porträt von Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Die Bundestagsfraktionen haben sich nach der Wahl formiert und nun stehen die ersten Gespräche der potentiellen Koalitionspartner an. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sieht dabei vor allem bei einem Bündnis von SPD, Grünen und FDP Gemeinsamkeiten für gesetzliche Regelungen für mehr Barrierefreiheit, wenn den Worten aus dem Wahlkampf zu trauen ist.

Behinderte Beschäftigte gesucht

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Die kobinet-nachrichten erreichen immer wieder Stellenausschreibungen von Akteur*innen, die gezielt behinderte Beschäftigte suchen. Während deren Veröffentlichung für die ehrenamtliche Redaktion in der Regel nicht leistbar ist, macht kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul heute einmal eine Ausnahme. Der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) sucht derzeit mehrere Mitarbeiter*innen und auch das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz sucht ein*e Projektkoordinator*in für ein Projekt in Nieder-Olm.

Überall gibt es Barrieren

Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Bremen (kobinet) „Überall gibt es Barrieren, und überall müssen wir sie abbauen. Es geht beim Verlassen des Hauses los. Viele kleinere Straßen sind für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen kaum zu nutzen. Die Gehwege sind zu schmal, es wird aufgesetzt geparkt, Mülltonnen versperren den Weg“, so beschreibt der Landesbehindertenbeauftragte von Bremen, Arne Frankenstein, die Situation im Interview mit dem Weser Kurier. Arne Frankenstein plädiert dafür, dass das Zusammenleben inklusiv gestaltet wird.

Über 6.100 behinderte Menschen im Arbeitsleben finanziell unterstützt

Textlogo LWL Für die Menschen, für Westfalen-Lippe
Logo Landesverband Westfalen-Lippe
Foto: LWL Landesverband Westfalen Lippe

Münster (kobinet) Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2020 insgesamt 6.100 Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finanziell unterstützt, zum Beispiel mit persönlichen Hilfen wie Arbeitsassistenzen oder mit Lohnkostenzuschüssen für Arbeitgeber. So konnten im vergangenen Jahr unter anderem 134 behinderungsgerechte Arbeits- und Ausbildungsplätze neu geschaffen werden, wie der Verband mitteilte.

Notruf-App für alle gestartet

Daumen hoch
Daumen hoch
Foto: Irina Tischer

Düsseldorf (kobinet) Ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste: Von nun an sind alle auch per App in Notsituationen erreichbar – „nora“ macht es möglich. Die bundesweite Notruf-App ist unter Federführung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums entstanden und steht ab sofort in den App-Stores zum kostenlosen Download bereit. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat nora gestern am 28. September 2021 vorgestellt.

Inklusionspreis für die Wirtschaft wird online verliehen

Infozeichen
Symbol Information
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Dass Inklusion in Unternehmen gelingen kann und dass die Ausbildung, Beschäftigung und Weiterbeschäftigung von Menschen mit Behinderungen ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist, zeigen die Preisträger*innen des Inklusionspreis der Wirtschaft 2021. Ausgezeichnet werden vier Unternehmen als gute Beispiele, die zeigen, wie Vielfalt in der Praxis gelebt werden kann. Die Preisverleihung findet dieses Jahr online am 12. November von 17:00 bis 17:45 Uhr statt.

Simone Fischer neue Landesbehindertenbeauftragte in Baden-Württemberg

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Stuttgart (kobinet) Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat heute am 28. September die Stuttgarterin Simone Fischer für die Dauer der Wahlperiode des Landtags zur neuen hauptamtlichen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Baden-Württemberg bestellt. Sie wird das Amt am 1. Oktober antreten. Zuvor hatte der Ministerrat dem Personalvorschlag von Sozial-, Gesundheits- und Integrationsminister Manne Lucha zugestimmt. Die bisherige Landesbehindertenbeauftragte Stephanie Aeffner wurde in den neuen Bundestag gewählt und hat heute bereits an der ersten Fraktionssitzung der Grünen in Berlin teilgenommen.

Ruth Fricke: Kämpferin für Rechte von Psychiatrie-Erfahrenen verstorben

Ruth Fricke
Bild von Ruth Fricke
Foto: Psychiatrie Verlag

Kassel (kobinet) „Nach langer schwerer Krankheit ist am 4. September 2021 Ruth Fricke gestorben, einen Tag nach der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten, die sie initiiert hat.“ Darauf weist der Psychiatrie-Verlag in einem Nachruf auf Ruth Fricke hin. Bei Vertreter*innen verschiedener Verbände, wie dem Bundes- und dem NRW-Landesverband Psychiatrie-Erfahrener oder der LIGA Selbstvertretung, ist die Nachricht vom Tod von Ruth Fricke mit großer Anteilnahme vernommen worden.

Wenn Menschen auf ihre Behinderung reduziert werden

Logo Aktion Mensch
Logo Aktion Mensch
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) „‚Warte, ich helfe dir. Das kannst du doch nicht allein.‘ Oder: ‚Toll, dass du das trotzdem schaffst‘. Diese Sätze hören Menschen mit Behinderung oft. In diesen Situationen werden sie vollständig auf ihre Behinderung reduziert und nicht als Person auf Augenhöhe wahrgenommen. Dann sprechen wir von Ableismus. Wo der Begriff herkommt, wann Menschen davon betroffen sind und wie sie sich wehren können, liest du jetzt in unserem Artikel“, heißt es im neuesten Newsletter der Aktion Mensch mit dem Verweis auf den Beitrag zum Thema Ableismus.

Maik Behrendt setzt auf Vielfalt und Dialog im Umgang mit psychischen Beeinträchtigungen

Dr. Maik Behrendt
Dr. Maik Behrendt
Foto: privat

Berlin/Schaumburg (kobinet) Dr. Maik Behrendt ist seit 2019 Referent Projektes „Vom Case zum Coach“ (CASCO) der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), das 2020 endete.. Als Peer-Berater ist er hauptberuflich in der EUTB Schaumburg tätig und engagiert sich für zahlreiche Selbsthilfe-Projekte mit dem Schwerpunkt Depressionen. Sensibilisierungsarbeit steht dabei ebenso im Fokus als auch die bewusste Anwendung von Diversity-Mainstreaming in Co-Moderationen mit Kolleg*innen – sie verstärken den empowernden Effekt von Maik Behrendts Einsätzen. Maria Trümper, Referentin der ISL führte mit ihm ein Interview über sein Wirken.

Knapp 500 Kündigungen von behinderten Menschen verhindert

Textlogo LWL Für die Menschen, für Westfalen-Lippe
Logo Landesverband Westfalen-Lippe
Foto: LWL Landesverband Westfalen Lippe

Münster (kobinet) Schwerbehinderte Menschen haben einen besonderen Kündigungsschutz. Es ist darum die Aufgabe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) über Anträge der Arbeitgeber zur Kündigung eines schwerbehinderten Beschäftigten zu entscheiden. Beim LWL-Inklusionsamt gingen 2020 knapp 3.000 solcher Zustimmungsanträge ein. Darunter waren über 1.400 Fälle, bei denen sich Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen nicht einig waren. Bei diesen streitigen Fällen gelang es dem LWL in 38 Prozent der Kündigungsschutzverfahren, den Arbeitsplatz zu erhalten.

SoVD fordert soziales 100-Tage-Programm

Logo SOVD
Logo SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

Berlin (kobinet) Nach Ansicht des Präsidenten des Sozialverband Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, liegen riesige Aufgaben vor der neuen, noch zu bildenden Bundesregierung. Deshalb dürfe das jetzt nicht zur Hängepartie werden. Die Verantwortlichen müssten möglichst schnell die Weichen stellen. „Denn die Inhalte des Bundestagswahlkampfes und auch das Wahlergebnis haben gezeigt, dass die Spaltung unserer Gesellschaft weiter voranschreitet.“ Deshalb fordert der Verband ein soziales 100 Tage Programm.

Bringt Behindertenpolitik doch Wähler*innenstimmen?

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet) Behindertenpolitik hat im Wahlkampf und der Berichterstattung darüber kaum eine Rolle gespielt, was immer wieder kritisiert wurde. Aber anscheinend kann man mit dem Thema doch Wähler*innenstimmen gewinnen. Dies könnte man zumindest daraus schließen, dass alle derzeitigen behindertenpolitischen Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP, LINKEN und den Grünen den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft haben. Sören Pellmann hat für die LINKEN sogar eines der drei entscheidenden Direktmandate in Leipzig gewonnen, das aufgrund des Ergebnisses von 4,9 Prozent nötig ist, damit die LINKEN auch weiterhin entsprechend des Stimmenanteils im Bundestag vertreten sein können.

Weitere Klarstellung zum Persönlichen Budget

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Justitia
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Hollenbach (kobinet) In großer Regelmäßigkeit gibt es Auseinandersetzungen um die Erstattungsform „Persönliches Budget“ in Bezug auf die Erstattung der Assistenzkosten. Offensichtlich verwirrend gestaltete gesetzliche Regelungen werden vielmals auf der Kostenträgerseite genutzt, um Verfahren in die Länge zu ziehen. Gelegenheit hierzu bietet oft die Zielvereinbarung und die Unsicherheit, wie man an die dringend benötigte Leistung kommt, solange man auf die Zielvereinbarung warten muss.

Stephanie Aeffner in den Bundestag gewählt

Stephanie Aeffner am Mikrofon
Stephanie Aeffner
Foto: privat

Pforzheim (kobinet) Wolfgang Schäuble, der wieder als Direktkandidat in den Bundestag gewählt wurde, wird zukünftig nicht mehr der einzige Rollstuhlnutzer im Deutschen Bundestag sein. Die bisherige Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg, Stephanie Aeffner, wird zukünftig dem Deutschen Bundestag für die Grünen angehören und sich dort sicher im Gegensatz zu Wolfgang Schäuble auch in Sachen Behindertenpolitik aktiv einbringen. Das freut besonders auch Michael Gerr als Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik der Grünen, der sich in den letzten Jahren für mehr Vielfalt in den Parlamenten eingesetzt hat.

Camping für Alle Thema in der ZDF-Sendung Einfach Mensch

Logo des ZDF
Logo des ZDF
Foto: ZDF

Mainz (kobinet) Camping wird bei Menschen mit einer Behinderung immer beliebter. Barrierefreie Campingplätze sind keine Seltenheit mehr. Wie funktioniert ein Urlaub im Zelt oder Wohnmobil mit dem Rollstuhl? Darum geht es in der nächsten Sendung Einfach Mensch, die am 2. Oktober um 12:00 Uhr im ZDF ausgestrahlt wird.

Antidiskriminierungsstelle erweitert Beratungsangebot

Logo: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Logo: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Foto: Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Berlin (kobinet) Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes reagiert auf die deutlich gestiegene Zahl der Anfragen mit einem Ausbau ihres Beratungsangebots. Ab dem 28. September wird unter der neuen, kostenlosen Rufnummer 0800 – 546 546 5 ein Servicebüro von Montag-Donnerstag jeweils von 9:00 -15:00 Uhr die telefonische Beratung sicherstellen. Bereits freigeschaltet ist die komplett neue Homepage der Antidiskriminierungsstelle, die unter anderem um einen digitalen Beratungswegweiser, um intelligente Suchfunktionen und eine aktualisierte Beratungslandkarte ergänzt wurde, wie es in einer Presseinformation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes heißt.