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Ruth Fricke: Kämpferin für Rechte von Psychiatrie-Erfahrenen verstorben

Ruth Fricke
Bild von Ruth Fricke
Foto: Psychiatrie Verlag

Kassel (kobinet) "Nach langer schwerer Krankheit ist am 4. September 2021 Ruth Fricke gestorben, einen Tag nach der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten, die sie initiiert hat." Darauf weist der Psychiatrie-Verlag in einem Nachruf auf Ruth Fricke hin. Bei Vertreter*innen verschiedener Verbände, wie dem Bundes- und dem NRW-Landesverband Psychiatrie-Erfahrener oder der LIGA Selbstvertretung, ist die Nachricht vom Tod von Ruth Fricke mit großer Anteilnahme vernommen worden.

"Unsere Weggefährtin und Kollegin verstarb im Alter von 73 Jahren am 4. September im Altenheim. Seit einigen Jahren zehrte eine chronische Krankheit an ihren Kräften und machte ihr zuletzt das selbständige Wohnen unmöglich. Ruths Bedeutung für die unabhängige Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener und den Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener kann gar nichtüberschätzt werden. Kurz nach ihrem Eintritt im Jahr 1997 ging sie als Hospitantin in den Geschäftsführenden Vorstand, dem sie seit Herbst 1998 bis zu ihrem Tod angehörte. Grundlage ihrer Arbeit war eine von ihr gegründete Selbsthilfegruppe in Herford, Weitere Gruppen in Ostwestfalen-Lippe entstanden durch ihre rastlose Vortrags- und Vernetzungsarbeit. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren die Kontakte zu Angehörigen und Professionellen, die den Psychiatrie-Erfahrenen vor 20 Jahren feste Plätze in der Besuchskommission des Landes NRW einbrachte. Die Koordination dieser PE-Vertreterinnen, es waren und sind überwiegend Frauen, war dann eine ihrer Aufgaben. Diese Klinikbegehungen psychiatrie-erfahrener Menschen führten im Laufe vieler Jahre zu einer besseren Einhaltung der Gesetze und Verordnungen. Auch auf Bundesebene war sie unermüdlich aktiv. In zahlreichen Kommissionen und Gremien vertrat sie unsere Interessen. Bei vielen Professionellen konnte sie erreichen, dass diese eine Annahme von Pharmageldern kritisch(er) sahen. Bei gemeinsamen Aktivitäten machte sie klar, dass diese niemals von der Pharmaindustrie bezahlt werden dürfen", heißt es vonseiten des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener und des Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen.

"Die Anerkennung der NS-Opfer von Zwangssterilisation und Patientenmord war eines der zentralen Anliegen von Ruth Fricke", heißt es auf der Internetseite des Psychiatrie-Verlag. Und weiter heißt es dort: "Ruth Fricke war Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Seelische Gesundheit und lange auch im Vorstand des Dachverbands Gemeindepsychiatrie tätig".

Link zum ausführlicher Nachruf

Kassel (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sfhm590