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Gesundheitsversorgung älterer Menschen verbessern

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
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Foto: Von Institut für Menschenrechte - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen, der heute am 1. Oktober begangen wird, fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte, dass die Gesundheitsverorgung für ältere Menschen verbessert wird. "Die Bedürfnisse älterer Menschen müssen im Gesundheitssystem stärker berücksichtigt und Zugangsbarrieren abgebaut werden. Immer noch herrschen in unserer Gesellschaft abwertende Altersstereotype vor, die zur Benachteiligung und Diskriminierung älterer Menschen bei der Gesundheitsversorgung führen", heißt es vonseiten des Instituts.

"Dies ist der Fall, wenn ältere Menschen bestimmte medizinische Behandlungen, etwa präventive Untersuchungen oder Rehabilitationsmaßnahmen aufgrund ihres Alters nicht erhalten, sie bei Arzneimittelprüfungen keine Berücksichtigung finden oder geriatrische Angebote nicht ausgebaut werden. Viele Ältere haben zudem nur unzureichend Zugang zu gesundheitlichen Dienstleistungen oder wichtigen Informationen, weil sie digitale Technologien gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Ältere Frauen und ältere Menschen mit Behinderungen sind davon besonders betroffen", betont das Deutsche Institut für Menschenrechte.

Menschen jeden Alters hätten jedoch ein Recht auf Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben. Auch Menschen im hohen Alter seien keine Fürsorgeobjekte, über deren Köpfe hinweg andere entscheiden dürfen. Selbstbestimmung setze voraus, dass die Betroffenen ausreichend über medizinische Notwendigkeiten und unterschiedliche Behandlungsformen informiert werden und eine Mitbestimmungsmöglichkeit bei der Art der Behandlung haben. Die Entscheidungsträger im Gesundheitssystem, konkret: die Politik, Krankenkassen, kassenärztlichen Vereinigungen oder die Rentenversicherung, seien deshalb aufgefordert, die Anliegen älterer Menschen konsequenter einzubeziehen. Sie sollten spezielle alterssensible Angebote schaffen und älteren Menschen den gleichberechtigten Zugang zu medizinischen Diensten und Rehabilitationseinrichtungen gewähren.

Um Älteren ein selbstbestimmtes Leben jenseits von Alters- und Pflegeheimen zu ermöglichen, müssten nach Ansicht des Deutschen Instituts für Menschenrechte ambulante Betreuungsangebote ausgebaut und aufsuchende Hilfsangebote verstärkt werden. Darüber hinaus müsse die Politik Vorschläge erarbeiten, wie die digitale Kompetenz älterer Menschen gestärkt und ihr Zugang zu digitalen Geräten sowie zum Internet, auch in Alters- und Pflegeeinrichtungen, gesichert werden kann.

Weitere Infos gibt's unter:

www.institut-fuer-menschenrechte.de/im-fokus/alt-und-ausgegrenzt-altersdiskriminierung-entgegenwirken

www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/rechte-aelterer

Link zum Bericht der unabhängigen Expertin der Vereinten Nationen für die Rechte älterer Menschen (2021): Ageism and age discrimination https://undocs.org/A/HRC/48/53

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sclpwxy