Menu Close

Bayerns Sozialministerin will selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung

Gruppe von mehreren Männern und Frauen. In der Mitte eine blonde Frau mit heller Kleidung die eine Tafel mit den Angaben zur Förderung hält
Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf (Mitte) mit den Verantwortlichen der Sozialtherapeutischen Siedlung Bühel
Foto: StMAS/Nötel

MÜNCHEN (kobinet) Mitten in einem Wohngebiet in Schwarzach entstehen 18 Wohnplätze für Menschen, die in Förderstätten arbeiten. Das unterstützt der Freistaat Bayern mit einem Zuschuss von bis zu 3.057.700 Euro. Denn die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist, wie Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf erklärt, ein wichtiges Ziel der bayerischen Staatsregierung. Die Ministerin hat einen entsprechenden Förderscheck an die Sozialtherapeutische Siedlung Bühel übergeben. Die neue Wohnanlage ist günstig gelegen: Die vorhandenen kulturellen, sozialen und sportlichen Angebote und Einrichtungen des öffentlichen Lebens sind für die Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Wohnhauses in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Zahl der Frauenhäuser mit barrierefreien Plätzen deutlich gestiegen

Junge Frau mit schulterlangen Haaren im dunklem Kleid links hockt neben einer blonden Frau mit schulderlangen blonden Haaren in roter Jacke und Heller Hose, die im Rollstuhl sitzt
Ministerin Verena Schäffer (links) mit Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt -Holtmann
Foto: NetzwerkBüro

DÜSSELDORF / MÜNSTER (kobinet) Im Rahmen eines größeren Austauschs zwischen Ministerin Verena Schäffer, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, und Vertreterinnen des Gewalthilfesystems in NRW hat das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW die Situation von Frauen und Mädchen mit Behinderung im Gewaltschutz thematisiert. Im Mittelpunkt stand die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes (GewHG), zu dem derzeit auf Landesebene ein Ausführungsgesetz erarbeitet wird. Aktuell läuft dazu die Verbändeanhörung.Für das Netzwerk ist klar: Die kommenden politischen Entscheidungen werden darüber mitentscheiden, ob Frauen und Mädchen mit Behinderung künftig tatsächlich gleichberechtigten Zugang zu Schutz und Unterstützung erhalten.Seit Jahren verfolgt das Netzwerk die Entwicklung barrierefreier Frauenhausangebote in Nordrhein-Westfalen und überprüft regelmäßig die Situation vor Ort. Die aktuelle Recherche zeigt dabei auch eine ermutigende Entwicklung.

Stellungnahme: Sozialstaat nicht nach Kassenlage

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Berlin (kobinet) „Sozialstaat nicht nach Kassenlage: Menschenrechtliche und fachliche Einschätzungen zum Vorschlagsbuch ‚Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen‘ vom 25. März 2026, erstellt von einer Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen“. So lautet der Titel einer Stellungnahme der Fachgruppe „Teilhabe und Inklusion im Kontext von Behinderungen in der Sozialen Arbeit“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) vom 8. Mai 2026, die Prof. Dr. Sandra Fietkau den kobinet-nachrichten zugesandt hat.

Paritätischer startet neue Webseite gegen Sozialkürzungen

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

BERLIN (kobinet) Die vom Paritätischen Gesamtverband ans Licht der Öffentlichkeit gebrachten Kürzungspläne in der Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und beim Unterhaltsvorschuss werden weiterhin viel diskutiert. Auch den Paritätischen und seine Mitgliedsorganisationen bewegen die Pläne mit ihrer Abkehr von fundamentalen Prinzipien des Sozialstaates sehr, wie sich nicht zuletzt in den Gremiensitzungen im April gezeigt hat. Seit der Veröffentlichung des internen Arbeitspapiers von Bund, Ländern und Kommunen durch den Paritätischen Gesamtverband haben Zeitungen, Fernsehen und Radio vielfach über die Pläne und ihre Folgen berichtet. Zahlreiche Politiker*innen haben sich zu Wort gemeldet und nicht wenige haben betont, dass sie die Pläne ablehnen. Das hat nicht zuletzt auch eine Aktuelle Stunde im Bundestag gezeigt, die aus Anlass unserer Veröffentlichung stattfand. Doch die Kürzungen sind nicht vom Tisch. Bundeskanzler Merz hat sich Ende der vergangenen Woche ausdrücklich hinter die Einsparvorschläge gestellt. Bei der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit dem Bundeskanzler am 25. Juni sollen die Pläne diskutiert und womöglich auch Kürzungen beschlossen werden. Damit es nicht so weit kommt, braucht es jetzt Widerspruch. Der Paritätische Gesamtverband hat dafür diese Website mit Argumentationshilfen, Materialen und Musterschreiben eingerichtet.

Neuer Comic in Leichter Sprache erschienen

Buchdeckel mit der Donald Duck Figur, die schnell und aufgeregt läuft sowie dem Titel des Buches
Deckblatt des neuen Donald Duck Comics
Foto: Story House Egmont / Disney

BERLIN (kobinet) Ab sofort gibt es den zweiten Band von Donald Duck in Leichter Sprache. Das Buch mit vier neuen Geschichten heißt „Hier kommt Donald!“ und macht Comics für noch mehr Menschen verständlich und zugänglich. Der erste Band von Donald Duck in Leichter Sprache war im vergangenen Jahr sehr erfolgreich und hat viel Aufmerksamkeit bekommen. Deshalb stand schnell fest: Die Comic Reihe soll fortgesetzt werden. Comics wirken oft leicht verständlich. Doch viele Wörter, Redewendungen und Witze sind schwer zu verstehen. Deshalb werden im neuen Comic schwierige Begriffe erklärt. Zusätzlich gibt es ein Wörter Buch in Leichter Sprache.

Endspurt zum Inklusionspreis 2026

Plakat mit einer bunten Kordel sowie Enden verschiedener Farben, die zu dieser Kordel zusammengeflochten werden
Plakat zum Inklusionspreis 2026
Foto: Bezirk Oberbayern

MÜNCHEN (kobinet) Noch bis zum 31. Mai können sich Initiativen, Organisationen und Einzelpersonen für den Inklusionspreis 2026 des Bezirks Oberbayern bewerben. Unter dem Motto „Weil jedes Alter zählt“ werden in diesem Jahr Projekte gesucht, die die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in unterschiedlichen Lebensphasen stärken – von der Kindheit bis ins hohe Alter. Im Fokus zu diesem zum siebenten Mal vergebenen Inklusionspreis stehen innovative Ansätze aus den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung, Sport, Kultur, Umwelt oder Digitalisierung. Wichtig ist, dass die Projekte bereits laufen und erkennbar wird, auf welche Lebensphase sie sich beziehen und welchen Beitrag sie zur Inklusion leisten. Teilnehmen können unter anderem Vereine, Verbände, Unternehmen, Bildungseinrichtungen sowie Einzelpersonen aus Oberbayern. Auch Vorschläge für andere Projekte sind möglich. Bewerbungen sind online möglich.

Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund begrüßt geplante Haftungsreform in Sachen E-Scooter

E-Scooter versperren Gehweg
E-Scooter
Foto: DBSV/Cornelia Weiß

München (kobinet) Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) stellt sich hinter die Forderung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV), und begrüßt den Gesetzentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Haftung bei Unfällen mit Kleinstfahrzeugen im Straßenverkehr vom 2. Dezember 2025. Demnach haften Halterinnen und Halter verschuldensunabhängig im Rahmen der Gefährdungshaftung*, während Fahrerinnen und Fahrer für vermutetes Verschulden** einstehen müssen. „Wer in einer größeren Stadt wohnt, kennt dieses Problem. Achtlos auf dem Gehweg abgestellte E-Scooter sind mit dem weißen Blindenstock häufig zu spät erkennbar. Für Menschen mit starker Sehbehinderung oder Blindheit sind sie eine gefährliche Stolperfalle“, erklärte Judith Faltl, Landesvorsitzende des BBSB und selbst blind.

Neue Online-Selbsthilfegruppe speziell für Alleinerziehende.

Bild eines Gehirn das in der Mitte ein Feuer zeigt und vom Wort Burnout überlagert wird
Stress laugt aus und macht müde
Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

NEUSS (kobinet) Der Bundesverband Burnout und Depression (BBuD) erweitert sein Angebot der „Anderen Burnout Cafés“ (ABC) um eine neue Online-Selbsthilfegruppe speziell für Alleinerziehende. Ziel des Angebots ist es, Menschen in dieser besonderen Lebenssituation einen geschützten Raum für Austausch, Entlastung und gegenseitige Unterstützung zu bieten. Alleinerziehende stehen häufig unter einer hohen Mehrfachbelastung: Erwerbsarbeit, Kindererziehung und Alltagsorganisation müssen allein bewältigt werden. Zeit für die eigene psychische Gesundheit bleibt dabei oft kaum. Gleichzeitig bestehen Hürden für die Teilnahme an klassischen Unterstützungsangeboten – etwa fehlende Betreuungsmöglichkeiten oder die Sorge, familiäre Anforderungen könnten stören.

In Sachen Armutsgefährdung sind Kinder und Frauen die Verlierer

Zwei Hände eines alten Menschen mit zwei Euro-Münzen
Armut hängt immer häufiger mit dem Alter zusammen
Foto: Pixabay/anaterate

HANNOVER (kobinet) Seit Jahren gibt es keine Entwarnung in Niedersachsen, wenn es um Armutsgefährdung geht: Laut Statistischem Landesamt waren auch 2025 wieder 1,3 Millionen Menschen betroffen. Besonders dramatisch ist die Lage für Kinder, Jugendliche und Frauen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen fordert von der Landesregierung endlich eine verlässliche Strategie, um die Zahlen zu senken und gerade jungen Menschen einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Rund jedes vierte Kind in Niedersachsen ist von Armut bedroht. Bei Jugendlichen sehen die Zahlen des Statistischen Landesamts ähnlich aus. „Seit Jahren bewegen sich die Zahlen auf diesem hohen Niveau, trotzdem passiert seitens der Politik kaum etwas. Es kann doch nicht sein, dass wir es dulden, dass ein Viertel der jungen Menschen in Armut aufwächst“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, und ergänzt: „Wir brauchen eine niedersachsenweite Strategie gegen Kinder- und Jugendarmut. Außerdem müssen etwa Auszubildende von ihrem Lohn auch leben können.“

Saarland ist bereit für Special Olympics Nationalen Spielen

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
SOD Logo Saarland 2026
Foto: SOD Saarland

HOMBURG (kobinet) In einem Monat beginnen die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026. Vom 15. bis 20. Juni wird das Saarland Gastgeber des größten inklusiven Multisport-Events Deutschlands sein. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Special Olympics Deutschland und das Team Saarland heute in Homburg über den aktuellen Stand der Vorbereitungen, sportliche Höhepunkte und das Rahmenprogramm. 4.300 Athletinnen und Athleten sowie Unified Partner aus ganz Deutschland werden dazu im Saarland erwartet. Die Wettbewerbe finden in 27 Sportarten an 23 Sportstätten statt. Hinzu kommen zahlreiche inklusive Angebote, das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes®, das Host Town Program, der Fackellauf sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm. Organisatorisch befinde man sich auf der Zielgeraden, erklärte Ralf Kirch, Geschäftsleiter der Nationalen Spiele Saarland 2026: „Die Anspannung steigt spürbar – gleichzeitig wächst die Vorfreude jeden Tag. Uns erwarten emotionale Wettbewerbe, viele Begegnungen und unvergessliche Momente. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wir liegen mit allen Sportstätten im Plan.“

Gebäudemodernisierungsgesetz drängt Menschen in neue Kostenfallen

Das Foto zeigt einen Blick auf das Bundeskanzleramt
Blick auf das Bundeskanzleramt
Foto: H. Smikac

Berlin (kobinet) Zum für heute, den 13. Mai 2026, geplanten Kabinettsbeschluss über das Gebäudemodernisierungsgesetz warnt der Sozialverband VdK vor neuen Kostenfallen für Mieterinnen und Mieter sowie für Haushalte mit schmalen Budgets. Aus Sicht des Verbands droht das Gesetz, die soziale Schieflage bei der Wärmewende weiter zu verschärfen, statt Verbraucherinnen und Verbraucher vor steigenden Energie- und Heizkosten zu schützen. „Wer heute noch Menschen zu fossilen Heizungen rät, schickt sie in die nächste Kostenfalle“, sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Viele Haushalte kämpfen schon jetzt mit hohen Lebenshaltungs- und Energiekosten. Statt den Umstieg auf bezahlbare und klimafreundliche Wärme konsequent voranzutreiben, hält die Bundesregierung an Technologien fest, die langfristig immer teurer werden.“

Die Politik muss ins Handeln kommen

Junge Frau mit dunklem., schulterlangem Haar, hellem Blazet und weißer Bliuse
Hülya Özkan, Vorsitzende des Bundesverbands der Berufsbetreuerinnen und Berufsbetruer (BdB)
Foto: Charles Yunck

POTSDAM (kobinet) Der Bundesverband der Berufsbetreuerinnen und Betreuer (BdB) hat seine Jahrestagung in Potsdam beendet. „Bitte nervt eure Politiker und Politikerinnen, auf kommunaler, auf Landes- und auf Bundesebene!“ Mit diesem Appel schloss Hülya Özkan, BdB-Bundesvorsitzende, die Politische Podiumsdiskussion am Samstagmittag und damit den letzten Programmpunkt der dreitägigen Jahrestagung des BdB in Potsdam. Während der Tagung wurde an verschiedenen Stellen thematisiert, welche Auswirkungen der höhere Bürokratieaufwand konkret auf die Qualität der Betreuung hat: Viele Berufsbetreuer*innen sehen ihre Klient*innen seltener, weil sie mehr Zeit am Schreibtisch verbringen müssen. Die eigentliche Arbeit für den Menschen droht damit zu kurz zu kommen.  Schon jetzt ist zudem spürbar, dass sich der Druck auf die Betreuungsbehörden verstärkt, wenn Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer in andere, fairer vergütete Berufe wechseln und Betreuungsvereine schließen.

Kölner Rollstuhlbasketballer haben Saison erfolgreich abgeschlossen

Zehn Spotler auf Sportrollstühlen vor einem Gestell mit Basketballkorb
Die Mannschaft des RBC Köln 99ers
Foto: Ana Sasse

KÖLN (kobinet) Mit dem Abschluss der Saison in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga und der Teilnahme am EuroCup2-Finale blickt Köln 99ers auf eine intensive, emotionale und erfolgreiche Spielzeit zurück. Diese Saison hat einmal mehr gezeigt, was mit Teamgeist, Leidenschaft und harter Arbeit möglich ist. Diese Saison ist rückblickend unter den Gegebenheiten gut verlaufen. Natürlich hätten sich alle den ein oder anderen zusätzlichen Sieg in der Liga und auch im EuroCup erhofft. Dennoch blicken alle Sportlerinnen und Sportler auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück. Zum Abschluss dieser besonderen Saison richten die Kölner Rollstuhlbasketballer auch den Blick nach vorne: Um die ambitionierten Ziele weiterverfolgen zu können, ist der Club aktuell auf der Suche nach einem starken Hauptsponsor, der gemeinsam mit mit dem Club die nächsten Schritte geht und die Zukunft der Köln 99ers aktiv mitgestaltet.

Fachtagung: Starke Frauen – starke Stimmen

Portraifoto der bvkm Vorsitzenden - einer Frau mit halblangem Haar und Brille
Die Vorsitzende des bvkm Beate Bettenhausen
Foto: bvkm

DÜSSELDORF (kobinet) Mehr als 100 pflegende Mütter haben sich  in Erkner bei Berlin die Fachtagung zum Muttertag des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) ausgetauscht. Diese stand unter dem Thema „Arbeit, Familie, Pflege, Ich – Vereinbarkeit im Alltag“ und war darauf ausgerichtet, sich über ihre Lebenssituation als pflegende Mütter von Kindern mit Behinderung auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam ein starkes Netzwerk zu bilden. Der gesellschaftliche Diskurs bleibt am Muttertag oft bei symbolischen Gesten stehen. Der bvkm lenkte mit diesem Fachtag den Blick auf eine Realität, die viel zu selten wahrgenommen wird: Mütter von Kindern mit Behinderung leisten rund um die Uhr Pflegearbeit, die weit über das hinausgeht, was unter elterlicher Fürsorge gemeinhin verstanden wird. Eine Erwerbstätigkeit müssen viele von ihnen aufgeben, soziale Isolation ist verbreitet – und professionelle Entlastung bleibt die Ausnahme.

Fit für die Gremienarbeit: Im Gespräch mit Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm Ralph Spiegler

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Nieder-Olm (kobinet) Mitglieder von Beiräten für Menschen mit Behinderung, aber auch Beauftragte sind häufig ehrenamtlich tätig. Besonders zu Beginn eines solchen Ehrenamtes fehlt es oftmals an Wissen, wie politische Gremien funktionieren, wie man seine eigenen Projekte realisieren kann und Fürsprechende gewinnt. Am 27. Mai 2026 um 16:00 Uhr ist im Online Seminar „Fit für die Gremienarbeit“ Ralph Spiegler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, zu Gast. Dieses Einzelmodul des Schulungskurses ist offen und richtet sich an Behindertenbeauftragte und -beiräte aus dem gesamten Bundesgebiet. Eine Anmeldung für die kostenfreie Teilnahme dieses Seminarblocks ist noch bis zum 20. Mai 2026 möglich. Dies teilte Gracia Schade mit, die die Veranstaltung organisiert.

Zum Tag der Pflegenden: Gute Pflege braucht verlässliche Finanzierung

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Berlin (kobinet) Zum Tag der Pflegenden, der am 12.Mai begangen wird, hat sich Simone Fischer, die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, zu Wort gemeldet und betont: „Gute Pflege braucht eine verlässliche Finanzierung. Dieser Tag soll uns eigentlich die Bedeutung der Pflegenden für unsere Gesellschaft bewusst machen. In Deutschland wird er dieses Jahr jedoch überschattet von den Ankündigungen der Gesundheitsministerin: spätere Zuschüsse zu den Pflegekosten im Heim und höhere Hürden für die Anerkennung eines Pflegegrades sollen die Finanzlöcher in der Pflegeversicherung stopfen.“

VdK kritisiert Sparpolitik auf Kosten der Pflege

Verena Bentele
Verena Bentele
Foto: VdK Bayern

Berlin (kobinet) Der Sozialverband VdK Deutschland warnt eindringlich vor den Reformüberlegungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Im Zentrum stehen Pläne, den Zugang zu den Pflegegraden 1 bis 3 künftig zu erschweren, um die finanzielle Lage der Pflegeversicherung zu stabilisieren. Warken verweist dabei auf ein drohendes Milliarden-Defizit sowie weiter steigende Ausgaben, die die Zahlungsfähigkeit der Pflegekassen gefährden könnten. „Wer heute den Zugang zu Pflegeleistungen erschwert, spart nicht wirklich – sondern verschiebt die Kosten nur in die Zukunft“, betonte die Präsidentin des VdK Verena Bentele. Menschen ohne rechtzeitigen Zugang zu Pflege-, Rehabilitations- und Präventionsleistungen entwickelten später häufig einen deutlich höheren Unterstützungsbedarf. „Die Politik spricht von Stärkung der Pflege, handelt aber in die entgegengesetzte Richtung. In der aktuellen Reformdebatte fehlt eine klare Vision für die zukünftige pflegerische Versorgung. Was wir brauchen, ist mehr Zugang zu Unterstützungen und eine echte Stärkung der Prävention – nicht deren Abbau.“

Betroffene endlich sichtbar machen

Logo SoVD mit helfender Hand unter dem o
Logo SoVD ab 2020
Foto: SoVD

HANNOVER (kobinet) Mehr als 600.000 Betroffene und eine trotzdem katastrophale Versorgung: So sieht die Situation derjenigen aus, die an der Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) leiden. Oft können sie das Haus nicht mehr verlassen und die entsprechende medizinische Unterstützung fehlt. Anlässlich des morgigen „Internationalen ME/CFS-Tags“ fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen von der Landesregierung dringend Maßnahmen, damit Patientinnen und Patienten endlich ernstgenommen werden. ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die dafür sorgt, dass bei Betroffenen bereits leichte körperliche oder geistige Anstrengungen zu einer massiven und langanhaltenden Verschlechterung der Gesundheit führen. Die Folge: Erkrankte können ihre Wohnung oft nicht mehr verlassen und müssen in völlig abgedunkelten Räumen liegen. „Obwohl mehr als eine halbe Million Menschen an ME/CFS leiden und die Einschränkungen wirklich dramatisch sind, wird ihnen an vielen Stellen die notwendige Unterstützung verwehrt. Gerade die Politik ignoriert die Patient*innen“, beschreibt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, die derzeitige Situation. Zugleich Swinke macht darauf aufmerksam, dass spezialisierte Ambulanzen in Niedersachsen – etwa an der Medizinischen Hochschule in Hannover oder an der Uniklinik in Göttingen – hoffnungslos überlaufen sind und mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben.

Eingliederungshilfe und Pflege müssen sich ergänzen

Ein junger Mann mit Brille in einem Rollstuhl lacht nach oben, offensichtlich zu jener Person, die den Rollstuhl schiebt
Eingliederungshilfe und Pflege müssen sich wo immer nötig sinnvoll ergänzen
Foto: Lebenshilfe – David Maurer

ERLANGEN (kobinet) Menschen mit schweren Behinderungen und chronischen Erkrankungen brauchen oft Eingliederungshilfe und Pflege. „Teilhabe ermöglichen heißt hier auch: gute Pflege leisten. Für manche Menschen und ihre Familien ist das von Beginn an notwendig, für andere im Alter. Entscheidend ist, dass sich die Hilfesysteme sinnvoll ergänzen.“ Das betont die Landesvorsitzende Carolina Trautner zum Gründungstag des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern am 12. Mai. Dieser ist auch Internationaler Tag der Pflege. Aus Sicht der Lebenshilfe müssen notwendige Leistungen aus Eingliederungshilfe und Pflege gut abgestimmt und von den jeweiligen Kostenträgern unbürokratisch gewährt werden. Ein vertrauensvolles Miteinander hilft allen Beteiligten.

100.000 Menschen haben Bundestags-Petition gezeichnet

Logo der Lebenshilfe
Logo der Lebenshilfe
Foto: Lebenshilfe

BERLIN (kobinet) Seitdem eine interne Streichliste aus dem Kanzleramt bekannt geworden ist, verunsichert die Diskussion um mögliche Kürzungen der Eingliederungshilfe die Menschen mit Behinderung in ganz Deutschland. Vom Alltag in der eigenen Wohnung bis zur Schulbegleitung der Kinder – für viele Menschen mit Behinderung geht es um nicht weniger als die Frage, ob sie in Zukunft ihr selbstbestimmtes Leben weiterführen können. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe fordert die Bundesregierung mit Bundeskanzler Friedrich Merz an der Spitze dazu auf, sich klar zur uneingeschränkten Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu bekennen, die inklusive Gesellschaft nicht zu spalten und keine Kürzungen und Einschränkungen der Eingliederungshilfe vorzunehmen. Bereits rund 100.000 Menschen haben sich einer entsprechenden Bundestags-Petition angeschlossen und können das weiterhin tun. Vor Abschluss der Zeichnungsfrist nach dem 25. Mai 2026 lädt die Bundesvereinigung Lebenshilfe zu einem digitalen Mediengespräch ein, um ihre Forderungen an die Bundesregierung vorzustellen. Interessenten können sich dazu per E-Mail anmelden.

Auf nach Mallorca – aber nicht mit Lufthansa

Mann im blauen Dress und mit Elektrorollstuhl vor den Gebäuden auf Mallorca
Bastian Krösche kann nicht mehr nach Mallorca fliegen
Foto: Mallorca für Alle

PALMA (kobinet) Mallorca ist eine Insel – und für viele Menschen daher nur per Flugzeug erreichbar. Genau das wird für zahlreiche Nutzer moderner Elektrorollstühle jedoch zunehmend zum Problem. Der Nürnberger Medienunternehmer und Rollstuhlfahrer Bastian Krösche, der ebenso Initiator des Projekts „Mallorca für Alle“ ist, das sich für barrierefreies Reisen auf und nach Mallorca einsetzt, wird deshalb am Dienstag an der Hauptversammlung der Lufthansa Group in Frankfurt teilnehmen – nicht nur als Betroffener, sondern auch als Aktionär des Unternehmens. Hintergrund sind interne Sicherheitsrichtlinien der Lufthansa Group, durch die seit Herbst 2025 viele moderne Elektrorollstühle mit fest verbauten Lithium-Akkus faktisch von der Beförderung ausgeschlossen werden. Betroffen sind insbesondere leistungsstarke Elektrorollstühle, wie sie von vielen Menschen mit schweren körperlichen Einschränkungen genutzt werden.

Sparkassen stärken Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
SOD Logo Saarland 2026
Foto: SOD Saarland

SAARBRÜCKEN (kobinet) Mit der Sparkassen-Finanzgruppe gewinnt Special Olympics Deutschland (SOD) eine starke und engagierte Partnerin für die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026. Als Premium Partner unterstützt sie das größte inklusive Multisport-Event Deutschlands. Mit diesem Engagement leistet die Sparkassen-Finanzgruppe einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Durchführung der Spiele und macht Inklusion konkret erlebbar. Neben dem finanziellen Engagement helfen auch viele Mitarbeitende als Volunteers bei Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen oder Tennis. „Diese Partnerschaft hat Strahlkraft weit über den Sport hinaus. Die Sparkassen-Finanzgruppe zeigt, wie Inklusion konkret gelebt werden kann – sichtbar, verbindend und mitten in der Gesellschaft. Gemeinsam schaffen wir Aufmerksamkeit für die Stärken von Menschen mit geistiger Behinderung“, sagt Christiane Krajewski, Präsidentin von Special Olympics Deutschland.

Zahlen zum Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen für Werkstätten für behinderte Menschen

Geldscheine
Budget, Geldscheine
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Die Diskussion über die Entlohnung in Werkstätten für behinderte Menschen ist spätestens nach der am 8. Mai 2026 ausgestrahlten Sendung des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten und zum Mindestlohn neu aufgeflammt. Wenig ist bisher über die Dynamik und den wirtschaftlichen Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen der Werkstätten für behinderte Menschen bekannt. Die behinderten Beschäftigten arbeiten hier zwar bei regulären Arbeitgebern, erhalten aber weiterhin nur das Werkstattentgelt und sind dort organisatorisch angebunden – und dies oft über viele Jahre hinweg. Die Agentur und der Verlag 53 Grad hat hierzu nun Informationen und einige Zahlen veröffentlicht. Zahlen der Elbe-Werkstätten aus dem Jahr 2022, wonach 33,6 Prozent der Werkstattbeschäftigten auf Außenarbeitsplätzen arbeiten, zeigen, dass diese Personen mehr als neun Zehntel zum Betriebsergebniss der Werkstatt beitragen.

Entscheidung zur Anerkennung des Chronischen Fatigue-Syndroms (CSF) als Berufserkrankung

Henry Spradau
Henry Spradau
Foto: privat

Berlin (kobinet) Das Landessozialgericht (LSG) Berlin-Brandenburg hat in einem Urteil festgestellt, dass in einem Einzelfall Ansprüche gegenüber der Gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) bestehen, weil sich durch eine beruflich bedingte Virusinfektion ein Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS) entwickelt hatte, so dass eine Berufserkrankung vorliegt. Darauf macht Henry Spradau in einem Beitrag für die kobinet-nachrichten aufmerksam.

Petition für mehr barrierefreie Toiletten in ICE-Zügen

ICE mit großem Rollizeichen
ICE mit großem Rollizeichen
Foto: ISL

Saarbrücken (kobinet) Eine Petition auf dem Portal des Deutschen Bundestages fordert mehr Verlässlichkeit bei barrierefreien Toiletten in ICE-Zügen. Konkret geht es darum, dass in vielen Fernzügen bislang lediglich eine einzige barrierefreie Toilette vorhanden ist. Fällt diese aus, haben Rollstuhlnutzer*innen und andere Menschen mit Behinderungen während der gesamten Fahrt oft keine Möglichkeit mehr, eine Toilette zu nutzen. (Link zur Petitionen an den Deutschen Bundestag). Die Petition, die noch bis zum 16. Juni 2026 mitgezeichnet werden kann, fordert deshalb verbindliche Regelungen für eine ausreichende Redundanz barrierefreier Toiletten in ICE-Zügen. Nach Ansicht der Initiator*innen reicht eine einzelne barrierefreie Toilette pro Zug nicht aus, da technische Defekte oder Sperrungen immer wieder vorkommen. Gefordert wird daher mindestens der Zugang zu zwei barrierefreien Toiletten pro Zug, damit Menschen mit Behinderungen auch bei Ausfällen reisen können.

Momentaufnahme 434

Am Strand fotografiert ein Mann die Wellen
Strand
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Das Geheimnis des Lebens liegt im Suchen  nach Schönheit.

Wenn Inklusion nur auf dem Papier steht

The R Family - 2 von RebeccaVC1
Hilfe und schöne Zeit in Familie
Foto: RebeccaVC1 (Creative Commons BY-ND 2.0)

BONN (kobinet) Zehn Stunden Unterstützung pro Woche zur Inklusionsassistenz zugesprochen. „Das klingt, als würde jemand helfen.“, berichtet unsere Leserin J. T. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) und ergänzt: „Für mein Kind bedeutet es: Niemand kommt.“  Für ihr Kind wurde eine Inklusionsassistenz im Umfang von zehn Stunden pro Woche bewilligt, verteilt auf fünf Tage. In der Praxis ist diese Hilfe jedoch nicht umsetzbar. Eine Assistenzkraft konnte, wie unsere Leserin erzählt, bislang nicht gefunden werden. Verschiedene Träger für Inklusionsassistenz hatten ihr offen gesagt, dass dieses Stundenmodell faktisch nicht besetzbar ist. „Die Hilfe existiert also – aber nur auf dem Papier.“ sagt J. T..

Neue Standards stärken Pflegefamilien

Eine Mutter hält die Hand von ihrer Tochter beim Ausmalen von einem Kinderbuch
Familie und Inklusion
Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de

KÖLN (kobinet) flegefamilien leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Kinder und Jugendliche mit Behinderung: Sie bieten ihnen ein stabiles Zuhause und ermöglichen Teilhabe im Alltag. Gleichzeitig stehen viele Familien vor großen Herausforderungen. Um sie besser zu unterstützen, haben der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW NRW) neue landeseinheitliche Standards für die Beratung, Begleitung und Unterstützung von Pflegeverhältnissen in der Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Diese haben der LVR, LWL und die LAG FW NRW Ende April im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Köln Fachkräften und Trägern vorgestellt.

Kampagne #MindestlohnFürAlle gestartet

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Berlin (kobinet) „Faire Arbeit ist ein Menschenrecht! Wir fordern Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen. Und einen Arbeitsmarkt, der alle wirklich einbezieht.“ So heißt es auf der nach der Ausstrahlung des ZDF Magazin Royale am 8. Mai 2026 mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in sogenannten Werkstätten für behinderte Menschen gestarteten Kampagnenseite der Sozialhelden mit dem Hashtag #MindestlohnFürAlle. Gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte unterstützen die Sozialhelden strategische Klagen von Werkstattbeschäftigten für die Zahlung eines Mindestlohn. „Unsere aktivistische und politische Arbeit setzt sich ein für einen inklusiven Arbeitsmarkt und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, heißt es auf der Kampagnenseite. Das monatliche Durchschnittsentgelt für Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen beträgt derzeit lediglich ca. 230 Euro.

taz hat’s auf den Punkt gebracht: Bloß nicht die Unternehmen behindern

Bild von der Gruppe im Bundestag, die die Debatte verfolgt hat
Bild von der Gruppe im Bundestag, die die Debatte verfolgt hat
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Die Bundestagsdebatte zum Gesetzentwurf der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz und zur Barrierefreiheit vom 7. Mai 2026 hat bei vielen Aktiven der Behindertenbewegung für Diskussionen gesorgt. Hat diese die ganze Bandbreite des behindertenpolitischen Bewusstseins und Handlungswillen im Deutschen Bundestag doch deutlich gemacht. Eine Reihe von behinderten Menschen hat die gut einstündige und engagiert geführte Debatte von der Besuchertribüne des Bundestages verfolgt. Hierzu haben die kobinet-nachrichten eine Reihe von Rückmeldungen erreicht. Auf den Punkt gebracht hat die Debatte jedoch die Tageszeitung taz. Sie titelt ihren Beitrag über die Debatte, die die Haltung der Abgeordneten der CDU/CSU widergibt, wie folgt: „Bloß nicht die Unternehmen behindern“.

Geld für Inklusion im Ruhrgebiet

Karte mit den Kontaktdaten und Terminen des Förderprogramms
Karte zum Förderprogramm „Gemeinsam vor Ort“
Foto: Gold-Kraemer-Stiftung

FFRRECHEN-BUSCHBELL (kobinet) Mit der neuen Initiative „Gemeinsam vor Ort. Inklusion möglich machen“ schreibt die Gold-Kraemer-Stiftung Fördermittel in Höhe von insgesamt 50.000 Euro für inklusive Projekte in Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Oberhausen aus. Mit diesem Geld werden gezielt gemeinnützige Organisationen unterstützt, die das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag stärken und nachhaltige Impulse für eine gelebte Inklusion setzen. Gesucht werden innovative Vorhaben, die über Einzelaktionen hinausgehen und einen spürbaren, langfristigen Unterschied im Leben der Menschen vor Ort machen. Bewerben können sich Vereine, soziale Einrichtungen und Initiativen, die Projekte mit einem klaren lokalen Bezug planen oder bereits umsetzen. Nicht gefördert werden kurzfristige Einzelmaßnahmen, bereits laufende Projekte oder individuelle Unterstützungsleistungen. Die Bewerbungsphase startet ab sofort und endet am 30 Juni 2026. Alle Details zum Förderprogramm und zu den Bewerbungsmodalitäten sind auf der Webseite der Initiative zu finden.

Erinnern für die Zukunft – Gedenken an die Opfer der „Euthanasie“ in Alsterdorf

Kranz am Lern- und Gedenkort Alsterdorf am 8.5.2026
Kranz am Lern- und Gedenkort Alsterdorf am 8.5.2026
Foto: ESA

Hamburg (kobinet) „Erinnerung ist kein Rückwärtsgewand. Sie spricht auch immer die Zukunft an.“ Mit diesen Worten gedachte die Hamburger Landespastorin Annika Woydack zum 8. Mai in der Stiftungskirche der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Der 8. Mai, der Tag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, steht bei der Evangelischen Stiftung Alsterdorf (ESA) seit vielen Jahren im Zeichen des Gedenkens an die 630 Menschen mit Behinderung, die während der Zeit des Nationalsozialismus aus den damaligen Alsterdorfer Anstalten in Tötungsanstalten gebracht wurden. 513 von ihnen wurden nachweislich ermordet. Mit einem Gottesdienst in der Stiftungskirche St. Nicolaus gedachten Vorstände, Mitarbeiter*innen, Angehörige und zahlreiche Gäste auch dieses Jahr der aus Alsterdorf deportierten Menschen und erinnerten an das Leid der Familien, die eine Angehörige durch die NS-‚Euthanasie‘ verloren haben. Schüler*innen der fachschule soziale arbeit in Alsterdorf stellten außerdem ausgewählte Schicksale von betroffenen Personen vor, die zur Zeit der NS-‚Euthanasie‘ in Alsterdorf gelebt haben.

Jan Böhmermann nimmt in ZDF Royale Ausbeutung in Werkstätten für behinderte Menschen ins Visier

Screenshot des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Inklusion
Screenshot des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Inklusion
Foto: ZDF

Mainz (kobinet) In der Sendung des ZDF Magazin Royale, die am 8. Mai 2026 ab 23:00 Uhr ausgestrahlt und in der Mediathek verfügbar ist, nimmt Jan Böhmermann die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten ins Visier. Er deckt auf, dass die im eigenen Shop angebotene Grund-Actionfigur teilweise in Werkstätten für behinderte Menschen produziert wurde, wo behinderte Menschen weit unter dem Mindestlohn dafür arbeiten. Grund genug für Jan Böhmermann der Sache auf den Grund zu gehen, das Ausbeutungssystem in Werkstätten für behinderte Menschen darzustellen und auf eine Klage hinzuweisen, die nun bis vor das Bundesverfassungsgericht für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen geführt werden soll. Reinschauen lohnt sich und ab Minute 7 geht es dann richtig los mit dem Thema.

Lob und Kritik vom Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz

Zeichnung mit Kidnern, die tanzen und Rad schlagen
Spielende Kinder – unübersehbare Lebensfreude
Foto: Pixabay/Prawny

MAINZ (kobinet) Die Bilanz des Kinderschutzbundes Landesverband Rheinland-Pfalz zum Koalitionsvertrag von CDU und SPD fällt differenziert aus: Das Kapitel Kinderschutz setzt konkrete Akzente, die vom Kinderschutzbund begrüßt werden. So soll eine Kinderschutzstrategie erarbeitet werden, ein Kinderschutz-Kompetenzzentrum als landesweite Anlaufstelle entsteht, Kinder-Interventionsstellen werden flächendeckend ausgebaut, Childhood-Häuser und Kinderschutzdienste gestärkt. Beim Thema Kinderarmut planen CDU und SPD nichts Neues, was über die bereits bestehenden unzureichenden Instrumente hinausgeht und in der Bildungspolitik wird es auf die Umsetzung ankommen. Hier passen aus Sicht des Kinderschutzbundes ein Bekenntnis zur schulischen Inklusion und eine Bestandsgarantie für Förderschulen nicht zusammen.

Behindertenbeauftragte fordern: Europa muss Bewusstseinsbildung konsequenter stärken

rotes Ausrufezeichen
Ausrufezeichen rot
Foto: ht

BERLIN (kobinet) Anlässlich des Europatages am 9. Mai 2026 veröffentlicht die Konferenz der Beauftragten von Bund und Ländern für Menschen mit Behinderungen (KBB) ihr Positionspapier „Europa in die Pflicht nehmen: Inklusion ist ein Menschenrecht – Bewusstseinsbildung strategisch verankern und umsetzen“. Damit fordert die KBB die Institutionen der Europäischen Union dazu auf, die Umsetzung von Inklusion auf EU-Ebene deutlich zu stärken. Am 22. und 23. April 2026 fand das 71. Treffen der KBB in Celle statt. Dort wurde die Celler Erklärung verabschiedet.

Menschen setzen in Elmshorn ein starkes Zeichen

Gruppe von Menschen mit Plakaten auf einer Straße
Protestzug in Elmshorn
Foto: oedp

ELMSHORN (kobinet) Mit einer bunten und engagierten Veranstaltung wurde in Elmshorn der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Gut 50 Menschen beteiligten sich an der Demonstration und zogen gemeinsam durch die Elmshorner Innenstadt, um für ihre Rechte, mehr Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe zu demonstrieren. Unter dem Motto „Teilhabe ist Menschenrecht“ machten die Teilnehmenden deutlich, dass Menschen mit Behinderung noch immer vor vielen Hindernissen im Alltag stehen. Bei Redebeiträgen, Informationsständen und Mitmachaktionen wurde auf bestehende Barrieren aufmerksam gemacht und gleichzeitig gezeigt, wie ein inklusives Miteinander gelingen kann. Besonders wichtig war den Organisatorinnen und Organisatoren, Menschen mit Behinderung selbst zu Wort kommen zu lassen.

110 Jahre Fürst Donnersmarck-Stiftung

Portrait eines älteren Mannes mit weißem Haar und weiße Bart
Stiftungsgründer Graf Henckel Fürst von Donnersmarck
Foto: fdst

BERLIN (kobinet) Die Fürst Donnersmarck-Stiftung zu Berlin feiert heute ihren 110. Gründungstag. Was 1916 mitten im Ersten Weltkrieg als Angebot für die Rehabilitation von Kriegsversehrten begann, hat sich bis heute zu einem Träger der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung in Berlin etabliert – mit Angeboten, die von der neurologischen Langzeitrehabilitation bis zur inklusiven Freizeitgestaltung reichen. Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck gründete am 8. Mai 1916 die Stiftung. Doch erst ab den 1950er Jahren konnte die Stiftung ihren ursprünglichen Auftrag verwirklichen – und entwickelte sich seither zu einem zentralen Leistungserbringer der Eingliederungshilfe in Berlin. Den Auftakt bildet heute, am 8. Mai, ein historischer Filmnachmittag in der Villa Donnersmarck.

BGG-Reform: Gut gemeint, schlechter gemacht – DBR fordert deutliche Nachbesserungen für echte Gleichstellung 

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet) Am 7. Mai 2026 fand die erste Lesung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) im Deutschen Bundestag statt. Der Deutsche Behindertenrat (DBR) sieht am vorliegenden Regierungsentwurf erhebliche Defizite. Zwar erkennt das Aktionsbündnis grundsätzlich an, dass mit der Reform wichtige Fragen der Barrierefreiheit und der angemessenen Vorkehrungen stärker in den Fokus gerückt werden sollen. In seiner jetzigen Form bleibt der Entwurf jedoch weit hinter den Erwartungen von Millionen Menschen mit Behinderungen zurück. „Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes ist eine zentrale Chance für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit in Deutschland. Diese Chance darf nicht durch unzureichende Regelungen verspielt werden“, erklärte Michaela Engelmeier, Sprecherinnenratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrates.

Hans-Willis Topnachricht: Lanz&Precht alarmiert!

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Staufen (kobinet) Wegen außer Kontrolle geratender Hochrüstung der NATO und Russlands. KI revolutioniert die Waffentechnik, vollautomatisierte Drohnenkriegsführung, Menschen verschwinden aus der Entscheidungs- und Befehlskette. Autonome Kampfroboter treten auf (zuvor) entvölkerten Territorien und Schlachtfeldern gegeneinander an. Waffentechnische Eskalationsspiralen, „Fähigkeitslücken“ der Gegner müssen sofort geschlossen werden. Ruinöser kriegswirtschaftlicher Wettbewerb. Was in Russland längst geschehen, so Markus Lanz, das muss jetzt auch hierzulande die Politik Teilen der Bevölkerung zumuten: Ein „Verarmungsprogramm“.

Gemeinsam für Barrierefreiheit – Aktionstag am 8. Mai in Kassel

Infozeichen
Info blau Symbol
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Das Bündnis Barrierefrei lädt heute, am 8. Mai 2026 von 11:00 bis 16:00 Uhr zum Aktionstag in die Kasseler Markthalle ein – Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Unter dem Motto „Zukunft ohne Hindernisse – Barrierefreiheit voranbringen“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm mit Mitmachaktionen, Informationsangeboten und praxisnahen Lösungen rund um das Thema Barrierefreiheit, wie es in der Ankündigung heißt. Ort der Veranstaltung ist der Parkplatz und das 1. Obergeschoss der Markthalle Kassel, Graben 10, in 34117 Kassel, wie der Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie im Auftrag des Bündnis mitteilte.