BONN (kobinet)
Eine Mutter berichtet über ihr Kind.
Das Kind hat eine Inklusions-Assistenz bekommen.
Inklusions-Assistenz bedeutet: Eine Person hilft dem Kind in der Schule.
Die Hilfe wurde für 10 Stunden pro Woche genehmigt.
Genehmigt bedeutet: Die zuständige Stelle hat Ja gesagt.
Die Mutter heißt J. T..
Aber die Hilfe kommt nicht an.
Es wurde keine Assistenz-Kraft gefunden.
Eine Assistenz-Kraft ist eine Person.
Sie hilft jemandem bei bestimmten Aufgaben.
Verschiedene Träger haben das der Mutter gesagt.
Träger sind Organisationen oder Vereine, die Hilfe für Menschen anbieten.
Die Träger sagten: 10 Stunden pro Woche sind zu wenig.
Für so wenige Stunden findet sich niemand.
J. T. sagt: Die Hilfe gibt es nur auf dem Papier.
In Wirklichkeit kommt niemand zu ihrem Kind.
Auch die Einschätzung des Kindes war ein Problem.
Eine Einschätzung ist das Urteil von Fach-Leuten.
Die Fach-Leute schauen genau, was eine Person braucht.
Die Fach-Leute haben das Kind nur 2 Mal beobachtet.
Jede Beobachtung dauerte etwa 1 Stunde.
Die Eltern fanden das zu wenig.
Die 2. Beobachtung fand erst statt nach einer Bitte der Eltern.
Die Eltern haben sehr deutlich gefragt.
Sie haben klar gesagt, dass das wichtig ist.
Das Kind geht auf eine Regel-Schule.
Regel-Schule bedeutet: eine normale Schule für alle Kinder.
Das Kind lernt dort mit anderen Kindern zusammen.
Das nennt man Gemeinsames Lernen.
Gemeinsames Lernen bedeutet: Alle Kinder lernen zusammen.
Kinder mit und ohne Behinderung sind in derselben Schule.
Aber die nötige Unterstützung fehlte.
J. T. sagt: Das ist keine echte Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Kinder nehmen gleich-berechtigt teil.
Es gab keine klaren Abläufe für das Kind.
Abläufe sind feste Schritte, die nacheinander passieren.
Sie zeigen, wie etwas gemacht wird.
Das Kind war oft überfordert.
Überfordert bedeutet: Es war zu viel für das Kind.
Gleichzeitig fehlte die geplante Hilfe.
Auch außerhalb der Schule gibt es Probleme.
Die Familie sucht seit Langem eine Therapeutin oder einen Therapeuten.
Eine Therapeutin ist eine Fach-Frau.
Sie hilft Menschen bei körperlichen oder seelischen Problemen.
Bisher haben sie niemanden gefunden.
Die Familie hat schon 3 Mal Tests gemacht.
Tests helfen dabei, die richtige Unterstützung zu finden.
Auch Ergo-Therapie ist nicht verfügbar.
Ergo-Therapie ist eine Behandlung.
Sie hilft Menschen, Dinge im Alltag selbst zu tun.
Viele Praxen haben keinen freien Platz mehr.
Das ist sehr belastend für die Familie.
Belastend bedeutet: Etwas ist sehr schwer und kostet viel Kraft.
Immer muss ein Eltern-Teil erreichbar sein.
Eltern-Teil bedeutet: die Mutter oder der Vater.
Mehrmals pro Woche muss das Kind früh abgeholt werden.
Das Kind bleibt nur bis kurz nach dem Mittag in der Schule.
Eine zuverlässige Teilnahme am Schul-Alltag ist so nicht möglich.
Zuverlässig bedeutet: Man kann sich auf etwas verlassen.
Es passiert so, wie es versprochen wurde.

Foto: RebeccaVC1 (Creative Commons BY-ND 2.0)
BONN (kobinet) Zehn Stunden Unterstützung pro Woche zur Inklusionsassistenz zugesprochen. "Das klingt, als würde jemand helfen.", berichtet unsere Leserin J. T. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) und ergänzt: "Für mein Kind bedeutet es: Niemand kommt." Für ihr Kind wurde eine Inklusionsassistenz im Umfang von zehn Stunden pro Woche bewilligt, verteilt auf fünf Tage. In der Praxis ist diese Hilfe jedoch nicht umsetzbar. Eine Assistenzkraft konnte, wie unsere Leserin erzählt, bislang nicht gefunden werden. Verschiedene Träger für Inklusionsassistenz hatten ihr offen gesagt, dass dieses Stundenmodell faktisch nicht besetzbar ist. "Die Hilfe existiert also – aber nur auf dem Papier." sagt J. T..
Familie T. enttäuscht, dass Gleichzeitig wurde der Unterstützungsbedarf des Kindes auf Grundlage von lediglich zwei kurzen Beobachtungen von jeweils etwa einer Stunde eingeschätzt wurde. Erst auf Druck fand die zweite Beobachtung statt. Eine fundierte Grundlage für den tatsächlichen Schulalltag ist das aus Sicht der Eltern nicht.
Doch das Problem geht weit über die fehlende Assistenz hinaus. „Mein Kind wurde im Gemeinsamen Lernen an einer Regelschule beschult.“, erzählt Frau T. unserer Redaktion und berichtet weiter; „Die notwendige Unterstützung im Alltag war jedoch nicht verlässlich sichergestellt. Es fehlte an klaren Strukturen, an personellen Ressourcen und an einem tragfähigen Umgang mit den individuellen Bedürfnissen meines Kindes. Statt echter Inklusion entstand für mein Kind eine Situation, in der es zunehmend überfordert war und gleichzeitig nicht die Unterstützung bekam, die eigentlich vorgesehen ist.“
Auch außerhalb der Schule setzt sich diese Überforderung fort. Trotz intensiver Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, eine geeignete therapeutische Unterstützung zu finden. Die Familie befindet sich mittlerweile in der dritten Testung, während gleichzeitig Angebote wie Ergotherapie faktisch nicht verfügbar sind, da viele Praxen überlaufen sind.
Für die Familie bedeutet das eine enorme Belastung, da einer von ihnen dauerhaft auf Abruf sein muss. Mehrfach pro Woche muss das Kind vorzeitig aus der Schule abgeholt werden – obwohl es ohnehin nur bis kurz nach dem Mittagessen bleibt. Eine verlässliche Teilhabe am Schulalltag ist so nicht möglich.

Foto: RebeccaVC1 (Creative Commons BY-ND 2.0)
BONN (kobinet) Zehn Stunden Unterstützung pro Woche zur Inklusionsassistenz zugesprochen. "Das klingt, als würde jemand helfen.", berichtet unsere Leserin J. T. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) und ergänzt: "Für mein Kind bedeutet es: Niemand kommt." Für ihr Kind wurde eine Inklusionsassistenz im Umfang von zehn Stunden pro Woche bewilligt, verteilt auf fünf Tage. In der Praxis ist diese Hilfe jedoch nicht umsetzbar. Eine Assistenzkraft konnte, wie unsere Leserin erzählt, bislang nicht gefunden werden. Verschiedene Träger für Inklusionsassistenz hatten ihr offen gesagt, dass dieses Stundenmodell faktisch nicht besetzbar ist. "Die Hilfe existiert also – aber nur auf dem Papier." sagt J. T..
Familie T. enttäuscht, dass Gleichzeitig wurde der Unterstützungsbedarf des Kindes auf Grundlage von lediglich zwei kurzen Beobachtungen von jeweils etwa einer Stunde eingeschätzt wurde. Erst auf Druck fand die zweite Beobachtung statt. Eine fundierte Grundlage für den tatsächlichen Schulalltag ist das aus Sicht der Eltern nicht.
Doch das Problem geht weit über die fehlende Assistenz hinaus. „Mein Kind wurde im Gemeinsamen Lernen an einer Regelschule beschult.“, erzählt Frau T. unserer Redaktion und berichtet weiter; „Die notwendige Unterstützung im Alltag war jedoch nicht verlässlich sichergestellt. Es fehlte an klaren Strukturen, an personellen Ressourcen und an einem tragfähigen Umgang mit den individuellen Bedürfnissen meines Kindes. Statt echter Inklusion entstand für mein Kind eine Situation, in der es zunehmend überfordert war und gleichzeitig nicht die Unterstützung bekam, die eigentlich vorgesehen ist.“
Auch außerhalb der Schule setzt sich diese Überforderung fort. Trotz intensiver Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, eine geeignete therapeutische Unterstützung zu finden. Die Familie befindet sich mittlerweile in der dritten Testung, während gleichzeitig Angebote wie Ergotherapie faktisch nicht verfügbar sind, da viele Praxen überlaufen sind.
Für die Familie bedeutet das eine enorme Belastung, da einer von ihnen dauerhaft auf Abruf sein muss. Mehrfach pro Woche muss das Kind vorzeitig aus der Schule abgeholt werden – obwohl es ohnehin nur bis kurz nach dem Mittagessen bleibt. Eine verlässliche Teilhabe am Schulalltag ist so nicht möglich.




