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Wenn Inklusion nur auf dem Papier steht

The R Family - 2 von RebeccaVC1
Hilfe und schöne Zeit in Familie
Foto: RebeccaVC1 (Creative Commons BY-ND 2.0)

BONN (kobinet) Zehn Stunden Unterstützung pro Woche zur Inklusionsassistenz zugesprochen. "Das klingt, als würde jemand helfen.", berichtet unsere Leserin J. T. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) und ergänzt: "Für mein Kind bedeutet es: Niemand kommt."  Für ihr Kind wurde eine Inklusionsassistenz im Umfang von zehn Stunden pro Woche bewilligt, verteilt auf fünf Tage. In der Praxis ist diese Hilfe jedoch nicht umsetzbar. Eine Assistenzkraft konnte, wie unsere Leserin erzählt, bislang nicht gefunden werden. Verschiedene Träger für Inklusionsassistenz hatten ihr offen gesagt, dass dieses Stundenmodell faktisch nicht besetzbar ist. "Die Hilfe existiert also – aber nur auf dem Papier." sagt J. T..

Familie T. enttäuscht, dass Gleichzeitig wurde der Unterstützungsbedarf des Kindes auf Grundlage von lediglich zwei kurzen Beobachtungen von jeweils etwa einer Stunde eingeschätzt wurde. Erst auf Druck fand die zweite Beobachtung statt. Eine fundierte Grundlage für den tatsächlichen Schulalltag ist das aus Sicht der Eltern nicht.

Doch das Problem geht weit über die fehlende Assistenz hinaus. „Mein Kind wurde im Gemeinsamen Lernen an einer Regelschule beschult.“, erzählt Frau T. unserer Redaktion und berichtet weiter; „Die notwendige Unterstützung im Alltag war jedoch nicht verlässlich sichergestellt. Es fehlte an klaren Strukturen, an personellen Ressourcen und an einem tragfähigen Umgang mit den individuellen Bedürfnissen meines Kindes. Statt echter Inklusion entstand für mein Kind eine Situation, in der es zunehmend überfordert war und gleichzeitig nicht die Unterstützung bekam, die eigentlich vorgesehen ist.“

Auch außerhalb der Schule setzt sich diese Überforderung fort. Trotz intensiver Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, eine geeignete therapeutische Unterstützung zu finden. Die Familie befindet sich mittlerweile in der dritten Testung, während gleichzeitig Angebote wie Ergotherapie faktisch nicht verfügbar sind, da viele Praxen überlaufen sind.

Für die Familie bedeutet das eine enorme Belastung, da einer von ihnen dauerhaft auf Abruf sein muss. Mehrfach pro Woche muss das Kind vorzeitig aus der Schule abgeholt werden – obwohl es ohnehin nur bis kurz nach dem Mittagessen bleibt. Eine verlässliche Teilhabe am Schulalltag ist so nicht möglich.