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Zahlen zum Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen für Werkstätten für behinderte Menschen

Geldscheine
Budget, Geldscheine
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Die Diskussion über die Entlohnung in Werkstätten für behinderte Menschen ist spätestens nach der am 8. Mai 2026 ausgestrahlten Sendung des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten und zum Mindestlohn neu aufgeflammt. Wenig ist bisher über die Dynamik und den wirtschaftlichen Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen der Werkstätten für behinderte Menschen bekannt. Die behinderten Beschäftigten arbeiten hier zwar bei regulären Arbeitgebern, erhalten aber weiterhin nur das Werkstattentgelt und sind dort organisatorisch angebunden - und dies oft über viele Jahre hinweg. Die Agentur und der Verlag 53 Grad hat hierzu nun Informationen und einige Zahlen veröffentlicht. Zahlen der Elbe-Werkstätten aus dem Jahr 2022, wonach 33,6 Prozent der Werkstattbeschäftigten auf Außenarbeitsplätzen arbeiten, zeigen, dass diese Personen mehr als neun Zehntel zum Betriebsergebniss der Werkstatt beitragen.

„Der neue Kennzahlenbericht der BAGüS für das Jahr 2024 berichtet, dass durchschnittlich 8,9 Prozent aller WfbM-Beschäftigten auf ausgelagerten Außenarbeitsplätzen tätig sind, also weniger als jeder Zehnte. Dabei war die Spannweite zwischen den Trägern erheblich: Sie reichte von unter 3 Prozent bis zu knapp 25 Prozent. Das bedeutet, dass manche Werkstätten das Instrument der Auslagerung kaum nutzen, während andere es konsequent ausbauen. Doch warum lohnt sich dieser Ausbau – nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die WfbM selbst? Valide Zahlen zur Produktivität ausgelagerter Arbeitsplätze liefern die Elbe-Werkstätten in Hamburg und diese Angaben zu den Betriebsergebnissen sind äußerst bemerkenswert. Jeder dritte Werkstattbeschäftigte war bei den Elbe-Werkstätten im Jahr 2022 außerhalb der WfbM tätig. Diese exakt 33,6 Prozent Außenarbeitsplätze erwirtschaften demnach mehr als neun Zehntel des Betriebsergebnisses“, heißt es im Bericht von 53 Grad.

Im Einzelnen führt der Bericht von 53 Grad folgende Zahlen der Elbe-Werkstätten auf: „2022 arbeiteten von den 2.591 Beschäftigten des Arbeitsbereichs 66,4 Prozent in einer der elf WfbM-Betriebsstätten. Sie trugen nach dem Bericht der Geschäftsleitung mit 8,9 Prozent zum Betriebsergebnis bei. 12,5 Prozent arbeiten auf betriebsintegrierten Einzelplätzen und 11,1 Prozent in einer der 47 ausgelagerten Arbeitsgruppen. Ihr Anteil am Betriebsergebnis lag bei 42,5 bzw. 36 Prozent. 10,0 Prozent waren in externen Dienstleistungsbereichen beschäftigt, etwa in der Garten- und Landschaftspflege oder in der Gastronomie. Sie erwirtschafteten 12,4 Prozent.“

Im Bericht wird auch auf die 53° NORD-Fachtagung „Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM?“ am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Kassel (GDW Mitte eG) hingewiesen. Drei Einrichtungen, darunter die Elbe-Werkstätten mit Geschäftsführer Rolf Tretow, berichten aus ihrer Praxis. In Arbeitseinheiten entwickeln die Teilnehmenden konkrete Perspektiven für ihre eigene WfbM.

Link zum Beitrag von 53 Grad Nord

 

Links zur Kampagne für einen Mindestlohn in Werkstätten und zum Bericht des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026

Link zur Kampagnenseite und zum Beitrag des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026 mit Jan Böhmermann

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 8. Mai 2026 über die Sendung ZDF Royale mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung in Werkstätten für behinderte Menschen

Link zur Sendung des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026 mit einem anschließenden Gespräch über die geplante Klage