Kassel (kobinet)
Eine Fernseh-Sendung hat eine wichtige Debatte neu gestartet.
Eine Debatte ist ein Gespräch über verschiedene Meinungen.
Das ZDF Magazin Royale lief am 8. Mai 2026.
Jan Böhmermann moderiert diese Sendung.
Die Sendung zeigte Ausbeutung in Werk-Stätten.
Ausbeutung bedeutet: Menschen arbeiten viel.
Sie bekommen aber sehr wenig Geld dafür.
Diese Werk-Stätten sind für behinderte Menschen.
Seitdem diskutieren viele über den Mindest-Lohn.
Mindest-Lohn bedeutet: Das wenigste Geld für Arbeit.
Weniger darf es nicht sein.
Die Frage ist: Sollen Werk-Stätten den Mindest-Lohn zahlen?
Es gibt verschiedene Arten von Arbeits-Plätzen.
Manche behinderten Menschen arbeiten direkt in der Werk-Stätte.
Andere arbeiten bei normalen Firmen draußen.
Das nennt man: ausgelagerte Außen-Arbeits-Plätze.
Ein Außen-Arbeits-Platz liegt außerhalb der Werk-Stätte.
Die Person arbeitet dort bei einer normalen Firma.
Alle bekommen aber nur das niedrige Werk-Statt-Entgelt.
Entgelt ist Geld für Arbeit.
Werk-Statt-Entgelt ist das Geld für Werk-Statt-Beschäftigte.
Dieses Geld ist sehr niedrig.
Es ist viel weniger als der normale Mindest-Lohn.
Die Agentur 53 Grad hat jetzt Zahlen veröffentlicht.
Eine Agentur ist eine Firma mit besonderen Aufgaben.
Die Zahlen zeigen: Wie viel Geld bringen ausgelagerte Plätze ein?
Die Zahlen kommen von den Elbe-Werk-Stätten in Hamburg.
Sie sind aus dem Jahr 2022.
Damals arbeiteten 33,6 Prozent der Beschäftigten außerhalb der Werk-Stätte.
Beschäftigte sind Menschen, die irgendwo arbeiten.
33,6 Prozent bedeutet: Etwa ein Drittel von allen.
Diese Personen haben mehr als 9 von 10 Euro des Betriebs-Ergebnisses erwirtschaftet.
Das Betriebs-Ergebnis zeigt: Wie viel Geld hat die Werk-Stätte insgesamt verdient?
Im Jahr 2024 gab es eine bundesweite Auswertung.
Bundesweit bedeutet: Es gilt in ganz Deutschland.
Bei einer Auswertung schaut man sich viele Zahlen an.
Dann zieht man wichtige Schlüsse daraus.
Die BAGüS hat diese Auswertung gemacht.
BAGüS steht für: Bundes-Arbeits-Gemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozial-Hilfe und der Eingliederungs-Hilfe.
Ein Träger ist eine Organisation.
Sie betreibt eine Einrichtung.
Sozial-Hilfe bedeutet: Geld vom Staat für Menschen in Not.
Eingliederungs-Hilfe bedeutet: Hilfe für Menschen mit Behinderung.
Laut der Auswertung arbeiteten 8,9 Prozent aller Werk-Statt-Beschäftigten auf ausgelagerten Plätzen.
Das ist weniger als jede 10. Person.
Bei manchen Werk-Stätten waren es unter 3 Prozent.
Bei anderen waren es fast 25 Prozent.
Bei den Elbe-Werk-Stätten gab es 2.591 Beschäftigte im Arbeits-Bereich.
Der Arbeits-Bereich ist der Teil der Werk-Stätte, in dem die Beschäftigten arbeiten.
66,4 Prozent arbeiteten in einer der 11 Werk-Statt-Betriebs-Stätten.
Eine Betriebs-Stätte ist ein Gebäude oder ein Ort.
Dort arbeitet eine Firma.
Diese Gruppe brachte nur 8,9 Prozent des Betriebs-Ergebnisses ein.
12,5 Prozent arbeiteten auf betriebs-integrierten Einzel-Plätzen.
Das bedeutet: Eine einzelne Person mit Behinderung arbeitet in einer normalen Firma.
Sie arbeitet dort zusammen mit Menschen ohne Behinderung.
Diese Gruppe brachte 42,5 Prozent des Betriebs-Ergebnisses ein.
11,1 Prozent arbeiteten in ausgelagerten Arbeits-Gruppen.
Eine Arbeits-Gruppe ist ein Team.
Mehrere Menschen arbeiten gemeinsam an einer Aufgabe.
Diese Gruppe brachte 36 Prozent des Betriebs-Ergebnisses ein.
10,0 Prozent arbeiteten in externen Dienst-Leistungs-Bereichen.
Eine Dienst-Leistung ist eine Hilfe für andere Menschen.
Das waren zum Beispiel Garten-Pflege oder Gastronomie.
Gastronomie bedeutet: Arbeiten in Restaurants oder Cafés.
Menschen kochen Essen oder bringen Getränke.
Diese Gruppe brachte 12,4 Prozent des Betriebs-Ergebnisses ein.
Am 30. Juni und 1. Juli 2026 gibt es eine Fach-Tagung in Kassel.
Eine Fach-Tagung ist ein Treffen von Fach-Leuten.
Sie sprechen dort über ein bestimmtes Thema.
Das Thema lautet: Sind ausgelagerte Werk-Statt-Plätze die Zukunft?
3 Einrichtungen berichten dort aus ihrer Praxis.
Eine Einrichtung ist eine Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Ziel.
Dazu gehören auch die Elbe-Werk-Stätten mit Geschäfts-Führer Rolf Tretow.
Ein Geschäfts-Führer leitet eine Firma.
Diese Person trifft die wichtigen Entscheidungen.
Die Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam neue Ideen für ihre Werk-Stätten.

Foto: Irina Tischer
Kassel (kobinet) Die Diskussion über die Entlohnung in Werkstätten für behinderte Menschen ist spätestens nach der am 8. Mai 2026 ausgestrahlten Sendung des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten und zum Mindestlohn neu aufgeflammt. Wenig ist bisher über die Dynamik und den wirtschaftlichen Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen der Werkstätten für behinderte Menschen bekannt. Die behinderten Beschäftigten arbeiten hier zwar bei regulären Arbeitgebern, erhalten aber weiterhin nur das Werkstattentgelt und sind dort organisatorisch angebunden - und dies oft über viele Jahre hinweg. Die Agentur und der Verlag 53 Grad hat hierzu nun Informationen und einige Zahlen veröffentlicht. Zahlen der Elbe-Werkstätten aus dem Jahr 2022, wonach 33,6 Prozent der Werkstattbeschäftigten auf Außenarbeitsplätzen arbeiten, zeigen, dass diese Personen mehr als neun Zehntel zum Betriebsergebniss der Werkstatt beitragen.
„Der neue Kennzahlenbericht der BAGüS für das Jahr 2024 berichtet, dass durchschnittlich 8,9 Prozent aller WfbM-Beschäftigten auf ausgelagerten Außenarbeitsplätzen tätig sind, also weniger als jeder Zehnte. Dabei war die Spannweite zwischen den Trägern erheblich: Sie reichte von unter 3 Prozent bis zu knapp 25 Prozent. Das bedeutet, dass manche Werkstätten das Instrument der Auslagerung kaum nutzen, während andere es konsequent ausbauen. Doch warum lohnt sich dieser Ausbau – nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die WfbM selbst? Valide Zahlen zur Produktivität ausgelagerter Arbeitsplätze liefern die Elbe-Werkstätten in Hamburg und diese Angaben zu den Betriebsergebnissen sind äußerst bemerkenswert. Jeder dritte Werkstattbeschäftigte war bei den Elbe-Werkstätten im Jahr 2022 außerhalb der WfbM tätig. Diese exakt 33,6 Prozent Außenarbeitsplätze erwirtschaften demnach mehr als neun Zehntel des Betriebsergebnisses“, heißt es im Bericht von 53 Grad.
Im Einzelnen führt der Bericht von 53 Grad folgende Zahlen der Elbe-Werkstätten auf: „2022 arbeiteten von den 2.591 Beschäftigten des Arbeitsbereichs 66,4 Prozent in einer der elf WfbM-Betriebsstätten. Sie trugen nach dem Bericht der Geschäftsleitung mit 8,9 Prozent zum Betriebsergebnis bei. 12,5 Prozent arbeiten auf betriebsintegrierten Einzelplätzen und 11,1 Prozent in einer der 47 ausgelagerten Arbeitsgruppen. Ihr Anteil am Betriebsergebnis lag bei 42,5 bzw. 36 Prozent. 10,0 Prozent waren in externen Dienstleistungsbereichen beschäftigt, etwa in der Garten- und Landschaftspflege oder in der Gastronomie. Sie erwirtschafteten 12,4 Prozent.“
Im Bericht wird auch auf die 53° NORD-Fachtagung „Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM?“ am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Kassel (GDW Mitte eG) hingewiesen. Drei Einrichtungen, darunter die Elbe-Werkstätten mit Geschäftsführer Rolf Tretow, berichten aus ihrer Praxis. In Arbeitseinheiten entwickeln die Teilnehmenden konkrete Perspektiven für ihre eigene WfbM.
Link zum Beitrag von 53 Grad Nord
Links zur Kampagne für einen Mindestlohn in Werkstätten und zum Bericht des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026
Link zur Kampagnenseite und zum Beitrag des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026 mit Jan Böhmermann

Foto: Irina Tischer
Kassel (kobinet) Die Diskussion über die Entlohnung in Werkstätten für behinderte Menschen ist spätestens nach der am 8. Mai 2026 ausgestrahlten Sendung des ZDF Magazin Royale mit Jan Böhmermann zur Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten und zum Mindestlohn neu aufgeflammt. Wenig ist bisher über die Dynamik und den wirtschaftlichen Ertrag von ausgelagerten Arbeitsplätzen der Werkstätten für behinderte Menschen bekannt. Die behinderten Beschäftigten arbeiten hier zwar bei regulären Arbeitgebern, erhalten aber weiterhin nur das Werkstattentgelt und sind dort organisatorisch angebunden - und dies oft über viele Jahre hinweg. Die Agentur und der Verlag 53 Grad hat hierzu nun Informationen und einige Zahlen veröffentlicht. Zahlen der Elbe-Werkstätten aus dem Jahr 2022, wonach 33,6 Prozent der Werkstattbeschäftigten auf Außenarbeitsplätzen arbeiten, zeigen, dass diese Personen mehr als neun Zehntel zum Betriebsergebniss der Werkstatt beitragen.
„Der neue Kennzahlenbericht der BAGüS für das Jahr 2024 berichtet, dass durchschnittlich 8,9 Prozent aller WfbM-Beschäftigten auf ausgelagerten Außenarbeitsplätzen tätig sind, also weniger als jeder Zehnte. Dabei war die Spannweite zwischen den Trägern erheblich: Sie reichte von unter 3 Prozent bis zu knapp 25 Prozent. Das bedeutet, dass manche Werkstätten das Instrument der Auslagerung kaum nutzen, während andere es konsequent ausbauen. Doch warum lohnt sich dieser Ausbau – nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die WfbM selbst? Valide Zahlen zur Produktivität ausgelagerter Arbeitsplätze liefern die Elbe-Werkstätten in Hamburg und diese Angaben zu den Betriebsergebnissen sind äußerst bemerkenswert. Jeder dritte Werkstattbeschäftigte war bei den Elbe-Werkstätten im Jahr 2022 außerhalb der WfbM tätig. Diese exakt 33,6 Prozent Außenarbeitsplätze erwirtschaften demnach mehr als neun Zehntel des Betriebsergebnisses“, heißt es im Bericht von 53 Grad.
Im Einzelnen führt der Bericht von 53 Grad folgende Zahlen der Elbe-Werkstätten auf: „2022 arbeiteten von den 2.591 Beschäftigten des Arbeitsbereichs 66,4 Prozent in einer der elf WfbM-Betriebsstätten. Sie trugen nach dem Bericht der Geschäftsleitung mit 8,9 Prozent zum Betriebsergebnis bei. 12,5 Prozent arbeiten auf betriebsintegrierten Einzelplätzen und 11,1 Prozent in einer der 47 ausgelagerten Arbeitsgruppen. Ihr Anteil am Betriebsergebnis lag bei 42,5 bzw. 36 Prozent. 10,0 Prozent waren in externen Dienstleistungsbereichen beschäftigt, etwa in der Garten- und Landschaftspflege oder in der Gastronomie. Sie erwirtschafteten 12,4 Prozent.“
Im Bericht wird auch auf die 53° NORD-Fachtagung „Sind ausgelagerte Werkstattplätze die Zukunft der WfbM?“ am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Kassel (GDW Mitte eG) hingewiesen. Drei Einrichtungen, darunter die Elbe-Werkstätten mit Geschäftsführer Rolf Tretow, berichten aus ihrer Praxis. In Arbeitseinheiten entwickeln die Teilnehmenden konkrete Perspektiven für ihre eigene WfbM.
Link zum Beitrag von 53 Grad Nord
Links zur Kampagne für einen Mindestlohn in Werkstätten und zum Bericht des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026
Link zur Kampagnenseite und zum Beitrag des ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026 mit Jan Böhmermann




