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Unterstützung statt Entmündigung: 30 Jahre Betreuungsrecht

ht
Zahl 30
Foto: ht

Hamburg (kobinet) Vor 30 Jahren, am 1. Januar 1992, trat das Betreuungsrecht in Kraft und löste das umstrittene Vormundschaftsrecht ab. Seitdem gibt es keine Entmündigungen mehr. „Die Betroffenen bleiben geschäftsfähig, wahlberechtigt, ehe- und testierfähig. Das war damals revolutionär“, sagt der Vorsitzende des Bundesverbands der Berufsbetreuer/innen (BdB) Thorsten Becker rückblickend.

Qualifizierungsreihe zur Peer-Beratung: Wie ich bin, bin ich gut

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Foto: Susanne Göbel

Brühl (kobinet) Eine Qualifizierungsreihe zur Peer-Beratung unter dem Motto „Wie ich bin, bin ich gut!“ bieten Ellen Romberg und Martina Bünger von März 2022 bis Juni 2023 an. Am 18. Januar um 17.00 Uhr und am 22. Januar um 10.00 Uhr finden Info-Veranstaltungen zur geplanten Qualifizierung mit Gebärden – und Schriftdolmetschung statt, wenn dafür ein entsprechender Bedarf angemeldet wird.

Gelbe Karte für falschparkende E-Roller in Hamburg

Gelbe Karte für nicht verkehrssicher abgestellt E-Roller - Gelbe Karte für Falschparker
Gelbe Karte für nicht verkehrssicher abgestellt E-Roller
Foto: BSVH

Hamburg (kobinet) Trotz Aufklärung und Maßnahmenpaket der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende liegen E-Roller in Hamburg noch immer kreuz und quer auf den Gehwegen und stellen gefährliche Hindernisse für zufußgehende – insbesondere blinde und sehbehinderte – Menschen dar. Ab heute, dem 4. Januar – dem Welt-Braille-Tag, zeigt der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) dieser Situation symbolisch die Gelbe Karte.

Birgit Schopmans: 30 Jahre aktiv im Sinne des Peer Counseling

Birgit Schopmans
Birgit Schopmans
Foto: fab

Kassel (kobinet) Birgit Schopmans hat am 1. Januar 1992 als Peer Counselorin beim Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) begonnen. Dass die blinde Beraterin 30 Jahre später immer noch beim selben Verein arbeitet und im Laufe der Zeit vielen Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen Türen auf dem Weg zu einem selbstbestimmteren Leben geöffnet und sie unterstützt hat, das ist nach Ansicht des NETZWERK ARTIKEL 3 eine gute Nachricht. Im Rahmen des von der Aktion Mensch geförderten Projektes „Gute Nachrichten zur Inklusion“ hat dessen Projektkoordinator Ottmar Miles-Paul das nunmehr 30jährige Wirken von Birgit Schopmans im Sinne des Peer Counseling nachgezeichnet.

Barrierefreie Haltestellen oft immer noch Fehlanzeige

Logo: WDR
WDR-Logo
Foto: WDR

Düsseldorf (kobinet) Dr. Michael Spörke vom Sozialverband Deutschland Nordrhein-Westfalen hat im Gespräch mit einem Filmteam des WDR erklärt, welche Aufgaben die Landesregierung noch hat, damit Menschen mit Behinderung im öffentlichen Personennahverkehr nicht mehr diskriminiert werden und auf Hindernisse stoßen. Die Politik hatte einen barrierefreien ÖPNV bis Anfang 2022 versprochen. Die Wirklichkeit spricht Bände, das Gegenteil ist der Fall, wie der Filmbeitrag des WDR mit Dr. Michael Spörke zeigt.

Nachlese: Fachveranstaltung zum Thema Gewaltschutz in Wohneinrichtungen

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Von Institut für Menschenrechte – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Berlin (kobinet) Wie kann der Schutz vor Gewalt in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe verbessert werden? Der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember war eine passende Gelegenheit, dieses Thema zu diskutieren – bei einer Online-Fachveranstaltung gemeinsam organisiert vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) und dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. Über 400 Interessierte schalteten sich ein. Im Rahmen der Veranstaltung kamen unter anderem Expert*innen im Bereich Gewaltprävention, Frauen-Beauftragte aus Einrichtungen, Interessensvertretungen und Vertreter*innen von Bundes- und Landesbehörden zu Wort. Nun wurde ein Nachbericht zur Veranstaltung vom Deutschen Institut für Menschenrechte veröffentlicht.

Triage ist Thema der Humanistischen Union in Marburg

Franz-Josef Hanke
Franz-Josef Hanke
Foto: Franz-Josef Hanke

Marburg/Lahn (kobinet) Das Thema „Triage“ ist ein Arbeitsschwerpunkt der Humanistischen Union (HU) für 2022. Dazu soll im Sommer eine bundesweite Tagung in Marburg stattfinden. Darauf weist der Regionalvorsitzende der Humanistischen Union in Marburg und Journalist Franz-Josef Hanke hin.

Momentaufnahme 243

Weihnachtskugel mit Herz auf einem Tannenbaum
Weihnachtskugel mit Herz
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Es heißt: im Anfang war das Wort – mir deucht: im Anfang war die Liebe. (Luise Baer)

kobinet-Monatsrückblick auf Dezember 2021 im IGEL-Podcast

Logo: IGEL kobinet Monatsrückblick
Logo: IGEL kobinet Monatsrückblick
Foto: IGEL

Bad Segeberg (kobinet) „80, 40, 15“ So titelt der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), Sascha Lang, die aktuelle Episode des Podcast, in der es im Monatsrückblick auf den Dezember und im Jahresrückblick auf 2021 u.a. um einige Jubiläen, um das Krüppeltribunal, zwei großartige Menschen, aber auch um das Thema Gewalt an Menschen mit Behinderungen geht. Auch die guten Nachrichten zur Inklusion kommen nicht zu kurz. Jeden 1. des Monats blickt Sascha Lang zusammen mit dem Redakteur der kobinet-nachrichten, Ottmar Miles-Paul, zurück auf die wichtigsten Nachrichten aus der Behindertenpolitik des vergangenen Monats.

Zeit für ein kindgerechtes Deutschland

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

BERLIN (kobinet) Zum Beginn des Jahres fordert das Deutsches Kinderhilfswerk Bund, Länder und Kommunen auf, anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland die Kinderrechte in diesem Jahr stärker in den Fokus zu nehmen. Dazu muss Kinderpolitik aus Sicht des Kinderhilfswerkes in Deutschland verstärkt als Querschnittsaufgabe verankert werden. Gerade in Fragen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen werden Kinderrechte nach Einschätzung des Kinderhilfswerkes in Deutschland vielfach missachtet. Das gilt angesichts der anhaltend hohen Kinderarmutsquote auch für den Bereich der sozialen Sicherheit.

Sozialverband VdK ruft zu Toleranz und Respekt auf

Logo VdK Baden-Württenberg
Logo VdK Baden-Württenberg
Foto: VdK Baden-Württenberg

STUTTGART (kobinet) Angesichts der aufgeheizten Stimmung im Land und in den sozialen Medien ruft der Sozialverband VdK Baden-Württemberg zum Beginn des neuen Jahres zu Toleranz und Respekt im Umgang miteinander auf. Dazu äußerten sich sowohl VdK-Präsidentin Verena Bentele wie auch VdK-Landesvorsitzender Hans-Josef Hotz.

Genauer Hinschauen für inklusive Stadtteile

Beleuchtete Sozialraum-Wand Kassel
Beleuchtete Sozialraum-Wand in Kassel
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Susanne Göbel vom Vorstand des Netzwerk Persönliche Zukunftsplanung hat sich ihren Sozial-Raum, in dem sie in Kassel lebt, genauer angeschaut und darüber im Editorial des Netzwerk-Newsletters berichtet. Sie wünscht uns allen für 2022 einen offenen Blick für unsere großen und kleinen Sozial-Räume und für all die Menschen, die diese Räume lebendig werden lassen.

Auf ein gutes 2022

kleines gelbes rundes Stoffkissen mit lächelnden Smily mit Sonnenbrille
Smily
Foto: Hubertus Thomasius

Kniebis (kobinet) In vielen Teilen Deutschlands wird das neue Jahr mit Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen begrüßt. Die kobinet-Redaktion wertet dies als ein gutes Zeichen und wünscht seinen Leser*innen und Unterstützer*innen ein richtig gutes 2022, in dem wir einiges im Sinne der Menschenrechte bewegen und hoffentlich auch viele schöne Stunden und Momente genießen können.

Die kobinet-Redaktion wünscht einen guten Rutsch

Daumen hoch
Daumen hoch
Foto: Irina Tischer

Kniebis (kobinet) Ein in vielerlei Hinsicht anstrengendes und herausforderndes, aber auch spannendes, Jahr geht zu Ende. Während dieses Jahr wegen des pandemiebedingten Verkaufsverbotes keine großen Feuerwerke zu erwarten sind, haben die unermüdlichen Aktiven von AbilityWatch mit ihrem Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht zur Triage zum Jahresende schon für ein regelrechtes Feuerwerk in der Berichterstattung in den Medien gesorgt. Auf diesen Erfolg und auf vielen ganz unterschiedlichen vermeintlichen kleinen und großen Aktivitäten für die Menschenrechte behinderter Menschen in diesem Jahr reckt die kobinet-Redaktion ihren Daumen ganz hoch und wünscht ihren Leser*innen und Unterstützer*innen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Großes Presseecho auf Triage-Entscheidung

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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Die von Aktiven behinderten Menschen von AbilityWatch positiv beschiedene Verfassungsbeschwerde gegen Diskriminierungen im Falle einer pandemiebedingten Triage hat eine breite Berichterstattung in den Medien zu diesem Thema ausgelöst, bei der oft die Beschwerdeführer*innen zu Wort kamen. Die Berichterstattung reicht von der Washington Post bis zu Lokalzeitungen hierzulande. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat mit Unterstützung von AbilityWatch Links zu einigen Berichten im Nachgang der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in den Medien zusammengestellt.

Was wäre, wenn… Dinner For One mal anders

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: ht

Bonn (kobinet) „Silvester ohne ‚Dinner for One‘ ist wie Rollstuhl ohne Räder. Wir haben den Fernsehklassiker neu interpretiert: Was wäre, wenn James eine Behinderung gehabt hätte? Die Schauspieler*innen zeigen eindrucksvoll und mit viel Humor, dass Inklusion auch im Film funktioniert“, so weist die Aktion Mensch auf eine alternative Fassung des Klassikers Dinner for One unter dem Motto „Was wäre, wenn… Dinner For One mal anders“ hin, der traditionell an Silvester auf verschiedenen Kanälen ausgestrahlt wird.

BAR veröffentlicht dritten Teilhabeverfahrens­bericht

Logo der BAR - roter Kreis mit nach oben zeigenden Pfeil und dem Namen
Logo der BAR
Foto: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR)

FRANKFURT am MAIN (kobinet) Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) hat ihren dritten Teilhabeverfahrensbericht veröffentlicht. Demnach wurden im Jahr 2020 insgesamt 2,8 Millionen Anträge auf Leistungen zu Rehabilitation und Teilhabe bei den Reha-Trägern in Deutschland gestellt. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist die Antragszahl somit um 14,7 Prozent zurückgegangen. Bei 14,1 Prozent der Anträge wurde die gesetzlich vorgeschriebene Frist zur Zuständigkeitsklärung nicht eingehalten. Die durchschnittliche Dauer zwischen Antragsstellung und der Bewilligung einer beantragten Leistung liegt bei 19,1 Tagen und hat sich im Jahresvergleich um anderthalb Tag leicht verkürzt.

Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes völlig unzureichend

Geldscheine
Budget, Geldscheine
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Zum 1. Januar wird der Hartz-IV-Regelsatz für Kinder und Jugendliche um zwei, bezeihungsweise drei Euro erhöht. Das Deutsche Kinderhilfswerk bemängelt die geringe Erhöhung des Regelsatzes für Kinder und Jugendliche im Hartz-IV-Bezug als völlig unzureichend. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation wird damit kein Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut geleistet. Angesichts der derzeit hohen Inflationsrate wird das Problem der Kinderarmut in Deutschland sogar eher verschärft. Zudem sind die Sätze für die Ausstattung mit persönlichem Schulbedarf nach Einschätzung des Kinderhilfswerkes weiterhin viel zu gering.

Rechtlicher Gleichstellung muss reale Gleichbehandlung folgen

Dr. Ilja Seifert
Ilja Seifert
Foto: privat

Berlin (kobinet) „Das habt Ihr gut gemacht!“ Mit diesen Worten hat Dr. Ilja Seifert vom Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) auf einen kobinet-Beitrag zur Pressekonferenz von AbilityWatch nach dem positiven Verfassungsgerichtsbeschluss zur Triage in einem Facebook-Kommentar reagiert. In einem Statement für die kobinet-nachrichten macht der ehemalige langjährige Bundestagsabgeordnete der Linken klar: „Rechtlicher Gleichstellung muss reale Gleichbehandlung folgen – Behinderung darf kein Nachteils-Faktor bleiben“.

IGEL-Podcast zur Triage-Entscheidung

Logo des Podcast IGEL: Inklusion Ganz EInfach Leben
Logo des Podcast IGEL
Foto: Sascha Lang

Bad Segeberg (kobinet) In seiner nunmehr 38. Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) greift Sascha lang die aktuelle Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Nichtdiskriminierung behinderter Menschen im Falle einer Triage auf. Zusammen mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul versuchen die beiden, das Thema verständlich darzustellen und erläutern die Hintergründe dieser Entscheidung.

Wer sind die erfolgreichen Beschwerdeführer*innen zur Triage-Entscheidung?

Fragezeichen aus Blumen
Fragezeichen aus Blumen
Foto: Susanne Göbel

Karlsruhe (kobinet) Wer sind die neun erfolgreichen Beschwerdeführer*innen zur Triage-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts? Dieser Frage geht kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul im Nachgang zur umfangreichen Berichterstattung über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Dezember 2021 zum Schutz behinderter Menschen vor Diskriminierungen im Falle einer pandemiebedingten Triage nach. Einige von den Aktiven, die die Mühe der sehr umfangreichen Verfassungsbeschwerde auf sich genommen haben, wie Constantin Grosch, Nancy Poser, Anne Gersdorff oder Raul Krauthausen, waren in Berichten und Statements in den Medien bereits sehr präsent.

Weitere Stimmen zum Triage-Beschluss

Blaues Paragraphenzeichen auf grauem Grund
Paragraphenzeichen
Foto: H. Smikac

BERLIN (kobinet) Der Triage-Beschluss des Bundesverfasungsgerichtes stösst auf breites Interesse und große Zustimmung – das zeigen nicht nur die vielen Stellungnahmen in anderen Medien, das widerspiegeln auch jene Nachrichten, welche die kobinet-Redaktion dazu erhält.

Niedersächsisches Behindertengleichstellungsgesetz weiterentwickelt

Daniela Behrens
Daniela Behrens
Foto: Niedersächsisches Sozialministerium

Hannover (kobinet) Der Niedersächsische Landtag hat vor Weihnachten noch mit großer Mehrheit ein Gesetz zur Änderung des Niedersächsischen Behindertengleichstellungsgesetzes (NBGG) beschlossen. Damit soll nach Ansicht von Sozialministerin Daniela Behrens eine verbindlichere Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen gestärkt werden.

Bundestagsabgeordnete zum Triage-Beschluss

Bundesadler im Plenarsall
Bundesadler im Plenarsall
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Falle einer pandemiebedingten Triage hat sich auch der teilhabepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Jens Beeck und Sören Pellmann von der Linksfraktion zu Wort gemeldet. Zudem haben auch einige Unionsabgeordnete Statements veröffentlicht, nachdem das lange von ihnen geführte Bundesgesundheitsministerium in dieser Frage sowie die CDU/CSU Bundestagsfraktion weitgehend untätig war. Nun fordern die Unionsabgeordneten plötzlich von der Bundesregierung entsprechende Aktivitäten.

Stimmen zum Triage-Beschluss

Jürgen Dusel
Jürgen Dusel
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Nach dem gestrigen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts haben sich eine Reihe von behindertenpolitischen Akteur*innen zu Wort gemeldet. Im folgenden kommen neben dem Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel und der Landesbehindertenbeauftragten von Baden-Württemberg Simone Fischer auch der Chronist der kobinet-nachrichten, Dr. Martin Theben, zu Wort.

Triage-Beschluss: Stoppschild gegenüber staatlicher Untätigkeit

Dr. Sigrid Arnade
Dr. Sigrid Arnade
Foto: H.-Günter Heiden

Berlin (kobinet) Mit Erleichterung reagiert das NETZWERK ARTIKEL 3 e.V. auf den heutigen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Triage: „Indem das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber zu unverzüglichem Handeln auffordert, hat es ein klares Stoppschild gegen dessen bisherige Untätigkeit aufgestellt“, kommentiert Dr. Sigrid Arnade vom Netzwerkvorstand und erläutert: „Vielmehr argumentieren die Karlsruher Richter*innen, dass der Staat Schutzpflichten gegenüber behinderten Menschen habe, die sich aus dem Benachteiligungsverbot im Grundgesetz ergeben.“ Diesen Schutzpflichten ist er bislang in 20 Monaten Pandemie nicht nachgekommen.

Regelungen zur Triage jetzt auf Augenhöhe entwickeln

Nancy Poser bei der Pressekonferenz zur Triage-Entscheidung
Nancy Poser
Foto: omp

Hameln/Berlin/Trier/Hamburg (kobinet) Für Nancy Poser von AbilityWatch ist an der heute bekanntgegebenen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Triage wichtig, „dass wir jetzt auf Augenhöhe reden.“ Bei vielen der bisherigen Diskussionen habe sie das Gefühl gehabt, dass behinderte Menschen nicht ernst genommen oder gar ausgelacht, bzw. belächelt wurden. Dieser Eindruck sei mit dem Verfassungsgerichtsbeschluss nun erst einmal aus der Welt geschafft, wie die Juristin heute bei der von Constantin Grosch moderierten Pressekonferenz der Beschwerdeführer*innen von AbilityWatch berichtete.

Selbstvertretung Thüringen begrüßt Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Blaues Paragraphenzeichen auf grauem Grund
Paragraphenzeichen
Foto: H. Smikac

ERFURT (kobinet) Die LIGA Selbstvertretung Thüringen begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Triage. Schon lange hat die LIGA Selbstvertretung darauf hingewiesen, dass Triage eine Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen darstellen könnte und sie vielfach bei ihnen Ängste auslöst. So wurden bereits beim Aktionstag im Mai 2020 auf diese Problematik hingewiesen.

Triage durch wirksame Schutzmaßnahmen verhindern

Karl Lauterbach
Karl Lauterbach
Foto: Karl Lauterbach

Berlin (kobinet) „Ich begrüsse das Urteil des BVG ausdrücklich. Menschen mit Behinderung bedürfen mehr als alle anderen des Schutzes durch den Staat. Erst Recht im Falle einer Triage. Jetzt aber heisst es, Triage durch wirksame Schutzmassnahmen und Impfungen zu verhindern“, so äusserte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf Twitter zum heute bekanntgegebenen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Triage.

Unmissverständlicher und dringender Handlungsauftrag

Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Foto: Hubert Hüppe

Berlin (kobinet) Anlässlich der heute vorgestellten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Schutz von Menschen mit Behinderung im Falle einer Triage hat der derzeitige kommissarische Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestag und frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe deutlich gemacht, dass das Bundesverfassungsgericht dem Gesetzgeber einen unmissverständlichen und dringenden Handlungsauftrag erteilt. Diese klare Entscheidung begrüße er ausdrücklich.

Pflege darf nicht bestraft werden

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet) Beim Berechnen von Lohnersatzleistungen für pflegende Angehörige müssen, das fordert der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen nachdrücklich, alle Betroffenen berücksichtigt werden. Pflege darf nicht arm machen – das fordert dieser Sozialverband seit vielen Jahren.

Freude und Erleichterung über Triage-Entscheidung

Schild: Verfassungsbeschwerde Triage
Schild: Verfassungsbeschwerde Triage
Foto: AbilityWatch

Berlin/Hameln/Trier (kobinet) Nach der heute veröffentlichten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts macht sich Freude und Erleichterung bei Betroffenen und Aktist*innen in ersten Reaktionen auf den Verfassungsgerichtsbeschluss breit. Die erfolgreichen Beschwerdeführer*innen von AbilityWatch haben für heute Nachmittag um 14:00 Uhr eine Pressekonferenz zur Triage-Entscheidung mit dem sie vertretenden Anwalt Prof. Dr. Oliver Tolmein von der Kanzlei Menschen und Rechte angekündigt, die auch über Facebook-Live übertragen wird.

Gesetzgeber muss Vorkehrungen zum Schutz behinderter Menschen im Fall einer pandemiebedingten Triage treffen

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Justitia
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Karlsruhe (kobinet) „Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass der Gesetzgeber Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG verletzt hat, weil er es unterlassen hat, Vorkehrungen zu treffen, damit niemand wegen einer Behinderung bei der Zuteilung überlebenswichtiger, nicht für alle zur Verfügung stehenden intensivmedizinischer Behandlungsressourcen benachteiligt wird.“ Das teilte das Bundesverfassungsgericht in seiner heute am 28. Dezember 2021 veröffentlichten Entscheidung vom 16. Dezember 2021 mit dem Aktenzeichen 1 BvR 1541/20 mit.

Verfassungsbeschwerde behinderter Menschen zur Triage erfolgreich

Bundesverfassungsgericht
Bundesverfassungsgericht Sitzungssaalgebäude, Richterring
Foto: Bundesverfassungsgericht

Karlsruhe (kobinet) Das Bundesverfassungsgericht hat heute am 28. Dezember einer Beschwerde von neun behinderten Menschen im Hinblick auf drohende Diskriminierungen aufgrund einer Behinderung im Falle einer Triage recht gegeben. Damit hat das Bundesverfassungsgericht ein weiteres Mal mit Bezug auf das Benachteiligungsverbot behinderter Menschen im Grundgesetz und auf die UN-Behindertenrechtskonvention für die gleichberechtigte Teilhabe und gegen Diskriminierungen behinderter Menschen entschieden. Nun wird sich der Deutsche Bundestag mit dem Thema schnell befassen müssen, wie es die Betroffenen schon früh in der Corona-Pandemie gefordert haben.

Worum es bei der Triage-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts geht

Foto vom Bundesverfassungsgericht
Foto zeigt Bundesverfassungsgericht
Foto: Bundesverfassungsgericht

Karlsruhe (kobinet) Bereits im Vorfeld der heutigen Verkündigung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Nichtdiskriminierung bei einer Triage, berichten die Medien ausführlich über dieses Thema. Neun behinderte Menschen, zu denen u.a. Nancy Poser und Constantin Grosch von AbiltyWatch gehören, haben Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht gegen die derzeitigen Empfehlungen eingereicht. Die tagesschau hat dazu herausgearbeitet, worum es bei der heutigen Entscheidung des obersten Gerichts geht.

Protest gegen Blockadehaltung der kommunalen Spitzenverbände

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Düsseldorf (kobinet) Aus Protest gegen eine Blockadehaltung der kommunalen Spitzenverbände haben die Behindertenverbände- und organisationen des Inklusionsbeirates von Nordrhein-Westfalen entschieden, bei der Teilnahme im Inklusionsbeirat und seinen Fachgremien zu pausieren. Eine sinnvolle Arbeitsgrundlage, um im Sinne des IGG (Inklusionsgrundsätzegesetz) dort mitzuwirken, sei nicht mehr gegeben. Die Verbände wenden sich daher mit einer gemeinsamen Protesterklärung an die Landesregierung und fordern diese auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die reibungslose Arbeit des Inklusionsbeirates und seiner Fachbeiräte wieder herzustellen.

Neele Buchholz spielt im Sechsteiler Eldorad KaDeWe mit

Neele Buchholz
Neele Buchholz
Foto: Neele Buchholz

Bremen (kobinet) Dass die Tänzerin und Schauspielerin Neele Buchholz aus Bremen im von der ARD heute Abend ausgestrahlten Sechsteiler Eldorado KaDeWe mitspielt, ist nach Ansicht von Ottmar Miles-Paul eine gute Nachricht zur Inklusion, auf die der Koordinator des Projektes Gute Nachrichten zur Inklusion des NETZWERK ARTIKEL 3 hinweist. Im Januar 2015 war die Bremerin mit Down Syndrom bei einer Empowerment Schulung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) zu Gast und hat die Teilnehmer*innen mit ihrer Art und ihrem Wirken nachhaltig beeindruckt. Damals machte sie deutlich, dass Tanzen ganz viel mit Empowerment zu tun hat.

Interessante Stellenangebote

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Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Für diejenigen, die sich im neuen Jahr beruflich neuorientieren oder verändern wollen, gibt es zum Jahresende eine Reihe von interessanten Stellenangebote im Behindertenbereich. Dabei werden vor allem behinderte Menschen mit entsprechender Expertise gesucht. Die kobinet-Redaktion, bei der immer wieder Stellenangebote eingehen, hat ein paar interessante aktuelle Stellenausschreibungen zusammengestellt.

Warten auf BVG-Entscheidung zur Triage

Foto vom Bundesverfassungsgericht
Foto zeigt Bundesverfassungsgericht
Foto: Bundesverfassungsgericht

Karlsruhe (kobinet) Während in der Zeit zwischen den Jahren, wie die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gerne genannt wird, normalerweise keine bahnbrechenden behindertenpolitische Entwicklungen zu erwarten sind, ist dies dieses Jahr anders. Denn am Dienstag, den 28. Dezember, will das Bundesverfassungsgericht seine Entscheidung in Sachen Verfassungsbeschwerde von einigen behinderten Menschen verkünden, die diese bereits letztes Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Karlsruhe eingereicht haben.

Förderung für Investitionen in Barrierefreiheit in Bayern

Holger Kiesel im Rollstuhl sitzend
Holger Kiesel
Foto: Der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung

München (kobinet) Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt Kleinvermieter darin, ihre Ferienunterkünfte barrierefrei zu gestalten. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte dazu in einer Presseinformation seines Ministeriums: „Barrierefreiheit macht Urlaub für alle möglich und erhöht den Komfort auch für jene Gäste, die darauf nicht angewiesen sind. Kleine Betriebe und Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof können jetzt die Chance ergreifen, die Qualität ihres Angebots zu erhöhen und mit unserer Förderung neue Zielgruppen zu erschließen.“