
Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) Keinen Geist kann man so umfassend lieben wie die Natur. (Edvard Grieg)

Berlin (kobinet) Keinen Geist kann man so umfassend lieben wie die Natur. (Edvard Grieg)

Kassel (kobinet) Anfang 2023 begann das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) mit seinem auf drei Jahre angelegten Projekt „Empowerment zur Selbstvertretung behinderter Menschen“. Insgesamt fanden drei Schulungskurse mit Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen statt. Am 26. und 27. September 2024 wurde bei der Abschlussveranstaltung im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen deutlich, wie wichtig solche Empowerment-Angebote sind. In der Abschlussrunde betonten die Teilnehmenden, dass sie aus der Weiterbildung, aber vor allem auch aus dem engagierten Austausch mit anderen aktiven behinderten Menschen, viel Stärkendes mitnehmen konnten und ihr Engagement für die Rechte behinderter Menschen entscheidend beflügelt wurde. Bemerkenswert war auch, dass sich in der Abschlussrunde zeigte, dass einige Teilnehmende in der Zwischenzeit Jobs in der Selbstvertretung behinderter Menschen gefunden hatten.

Kassel (kobinet) Die gut 200.000 Einwohner zählende Stadt Kassel wurde am 27. September 2025 durch eine bunte und vielfältige Disability Pride Demonstration mit Kundgebungen vor dem Rathaus und auf dem Friedrichsplatz bereichert. Gut 150 Teilnehmende zogen nach übereinstimmenden Angaben von Kilian Pauthner vom Organisationsteam und den kobinet-nachrichten durch die Kasseler Innenstadt und machten auf die Belange behinderter Menschen aufmerksam. Bereichert wurde die Kasseler Szene durch Angereiste aus verschiedenen Teilen Deutschlands von Berlin bis München. Eine Reihe der Redner waren direkt von einer Empowermentschulung im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die ebenfalls an diesem Wochenende stattfand, zur Demo gestoßen und brachten ihre Expertise ein.

STUTTGART (kobinet) Anlässlich des morgigen Internationalen Tags der Gehörlosen fordern der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Landesverband der Gehörlosen Baden-Württemberg die Einführung eines Gehörlosengeldes analog zum Blindengeld für Baden-Württemberg. Menschen mit einer Hörbehinderung sind im Alltag und zur Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben auf technische Hilfen und Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Dafür entstehen erhebliche finanzielle Mehraufwendungen, die bisher nur teilweise von Kostenträgern übernommen werden. Die Höhe des Gehörlosengeldes sollte sich am Blindengeld in Baden-Württemberg orientieren, das aktuell für Erwachsene 410 Euro im Monat beträgt, so die Verbände. Laut Landesverband der Gehörlosen (Februar 2025) leben in Baden-Württemberg 7.580 gehörlose und taubblinde Menschen.

Kassel (kobinet) Am 26. und 27. September 2025 findet in Kassel das Treffen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Empowermentschulungen zur Selbstvertretung behinderter Menschen in Gremien und in der Politik statt. Neben dem Austausch über bereits Erreichtes und weitere geplante Projekte der Teilnehmenden bietet die heute am 27. September in Kassel stattfindende Disability Pride Parade einen guten Anlass, öffentliche Präsenz zu zeigen und Flagge zu zeigen für die Rechte behinderter Menschen. Deshalb werden viele Teilnehmende der Empowermentschulung heute ab 14:00 Uhr am Kasseler Rathaus dafür eintreten, dass die Belange behinderter Menschen sichtbarer werden und vor allem die Rechte auf Teilhabe gestärkt und verteidigt werden. Ab 14:00 Uhr beginnt heute eine Auftaktkundgebung am Kasseler Rathaus. Gegen 14:30 Uhr bewegt sich der Demonstrationszug zum nahegelegenen Friedrichsplatz, wo ab 15:30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfindet.

Berlin (kobinet) „Eine auf Recht basierende internationale Ordnung ist der beste Schutz für alle Menschen und für alle Staaten, die keine Supermächte sind – also für den Großteil der Welt. Kriege, Krisen, das Erstarken autoritärer Kräfte und das zunehmende Erodieren der multilateralen Ordnung bedrohen die Menschenrechte und ihre Kontrollgremien. Deshalb ist es wichtig, dass Deutschland und andere europäische Staaten die internationalen Menschenrechtsgremien verteidigen und die Vereinten Nationen stärken. Das Fundament der Menschenrechte ist die Menschenwürde. Sie steht am Anfang der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und unseres Grundgesetzes. Die Gleichwertigkeit aller Menschen wird jedoch zunehmend offen infrage gestellt. Menschen erfahren Abwertung, weil sie behindert sind, weil sie Frauen sind oder aufgrund ihrer Herkunft.“ Dies teilte Professorin Dr. Beate Rudolf, die Leiterin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, anlässlich der Veröffentlichung des Jahresberichts 2024 des Instituts mit.

KASSEL / WIESBADEN /DARMSTADT (kobinet) Bei der Aktion „Schichtwechsel“ tauschen Menschen mit und ohne Behinderung für einen Tag ihre Arbeitsplätze. Am bundesweiten Aktionstag gestern nahm auch der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen zum wiederholten Mal teil. Zehn Beschäftigte aus Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) kamen zum Job-Tausch: sechs von ihnen in die Hauptverwaltung des LWV in Kassel, je zwei in die Regionalverwaltungen in Darmstadt und Wiesbaden. Im Gegenzug gingen elf LWV-Beschäftigte in die Werkstätten – dorthin, wo ihre Tauschpartner arbeiten: zur Hephata Diakonie im Schwalm-Eder-Kreis, zum Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg, zum Behinderten-Werk Main-Kinzig und zum Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM) in Wiesbaden.

HANNOVER (kobinet) Blinde Menschen bekommen in Niedersachsen als zusätzliche finanzielle Unterstützung unter bestimmten Voraussetzungen das sogenannte Landesblindengeld. Für Gehörlose, Taubblinde oder Menschen mit einer anderen Behinderung gibt es eine solche Hilfe nicht. Anlässlich des diesjährigen „Tags der Gehörlosen“ am 28. September 2024 fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen ein Teilhabegeld für alle Menschen mit einer Einschränkung. Es dürfe nicht vom Wohnort oder der Art der Behinderung abhängen, ob Betroffene eine Unterstützung erhalten oder nicht.

Berlin (kobinet) Der Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat beschlossen, auch in diesem Jahr einen Appell zur Fortführung des Förderprogramms „respekt*land – Antidiskriminierungsberatung für ganz Deutschland“ an die Berichterstatterinnen und Berichterstatter des Haushaltsgesetzes 2026 zu richten. „Der Beirat der Antidiskriminierungsstelle des Bundes spricht sich dafür aus, dass die Antidiskriminierungsstelle des Bundes weitere modellhafte Maßnahmen zur zivilgesellschaftlich organisierten Antidiskriminierungsberatung ergreift. ‚respekt*land‘ ist das aktuell einzige bundesweite Förderprogramm für den Ausbau von Antidiskriminierungsberatungsstrukturen. Dieses bildet eine wichtige Voraussetzung für die Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund aller im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützten Merkmale“, heißt es unter anderem im Appell des Beirats der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Ahlen (kobinet) Am 25. Oktober 2025 lädt PRO RETINA Deutschland junge Menschen mit Sehbeeinträchtigung und Blindheit nach Bonn zur Veranstaltung „Youth Vision 2025 – Gemeinsam. Sichtbar. Selbstbestimmt.“ ein. Organisiert wird das Treffen von der Jungen Retina, die von Friederike Zurhake, Alper Senlik, Florian Grebe und Nadine Rokstein geleitet wird. Ziel ist es, die Stimmen junger Menschen hörbar zu machen, die Selbstvertretung zu stärken und gemeinsam für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe einzutreten.

Düsseldorf / Hannover (kobinet) Nicht nur wer eine Reise tut, kann einiges erleben – bei behinderten Menschen trifft zuweilen auch der Spruch „Wer eine Messe besucht, kann einiges erleben“ zu. So erging es zumindest Anja Schneider aus Hannover und einer ihrer Kolleginnen, als sie die diesjährige REHACARE in Düsseldorf besuchten. Eine Messe, von der man meinen dürfte, dass es kein Problem ist, barrierefreie Toiletten zu finden. „Wie kann Inklusion in aller Munde sein und wir Inklusion einfordern, wenn nicht einmal auf einer solchen Veranstaltung die absolut grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen gesichert sind?“ Diese Frage stellt Anja Schneider zum Abschluss des Berichts über ihre Erfahrungen in Sachen Toilettennutzung während der REHACARE, den sie den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

BERLIN (kobinet) Zum Tag der Zahngesundheit feiern Special Olympics Deutschland (SOD) und die Stiftung Innovative Zahnmedizin (SIZ) das zehnjährige Bestehen ihrer Zusammenarbeit für die Special Olympics Gesundheitsdisziplin Special Smiles®. Seit 2015 unterstützt die Stiftung Angebote, die Menschen mit geistiger Behinderung eine umfassende zahnmedizinische Beratung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen ermöglichen.

Saint-Martin-du-Var (kobinet) Dies ist meine erste Kolumne, die ich zu schreiben wage, nachdem kobinet ein KI-basiertes Tool zur Verfügung stellt, das dem Verfasser Hilfe bei Stil und Form seines Werkes bietet.
Ich bin gespannt, was das Tool zur Überschrift dieser Kolumne vorschlägt. Berichte ich diesmal doch tatsächlich, also rein geografisch, aus dieser französischen Region und nicht von meinem heimischen Schreibtisch aus.

Berlin (kobinet) In der Generaldebatte zum Bundeshaushalt kommt es nur selten vor, dass die Belange behinderter Menschen, die Themen Barrierefreiheit oder Inklusion von den Spitzenpolitikern der verschiedenen Bundestagsfraktionen angesprochen werden. Am 24. September 2025 war dies ganz anders. Für die SPD-Bundestagsfraktion trat nämlich deren Beauftragte für die Belange behinderter Menschen ans Mikrofon und gab ein klares Bekenntnis zur Inklusion und zur Gebärdensprache ab, die über Jahrhunderte unterdrückt wurde. Die selbst gehörlose Abgeordnete sparte in ihrer mittels Deutscher Gebärdensprache gehaltenen Rede auch nicht mit Kritik an den Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Eingliederungshilfe.

Brüssel (kobinet) Der „Aktionstag Schichtwechsel“ findet bundesweit heute, am 25. September 2025, statt und wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) organisiert. An diesem Tag tauschen Menschen mit und ohne Behinderung für einen Tag ihre Arbeitsplätze, um neue Perspektiven zu gewinnen und Vorurteile abzubauen. In diesem Jahr beteiligen sich rund 200 Werkstätten für behinderte Menschen zusammen mit zahlreichen Unternehmen an dieser Initiative. Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen sieht diese Aktion kritisch, wie sie per Pressemitteilung verkündete: „Diese Aktion wird oft als Fortschritt in Richtung Inklusion gefeiert. Doch bei genauerem Hinsehen bleibt sie ein symbolischer Akt, der von den eigentlichen Problemen ablenkt. Ein einmaliger Arbeitsplatztausch mag Begegnungen schaffen und Berührungsängste abbauen, aber er ändert nichts an den Strukturen, die Menschen mit Behinderungen tagtäglich ausgrenzen.“

Berlin (kobinet) Das Landgericht Berlin sprach mit Urteil vom 30.09.2024 (Az. 66 S 24/24) einem Mieter eine Entschädigung in Höhe von 11.000 € gemäß § 21 AGG wegen unterlassener Zustimmung des Vermieters zum Bau einer Rampe zu. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit – der ebenfalls vom Landgericht Berlin endgültig entschieden wurde (Urteil vom 21.10.2022, Az. 66 S 75/22) – über die Verpflichtung des Vermieters zur Zustimmung zum Bau der Rampe gemäß § 554 BGB. Darauf macht der Landesbehindertenbeauftragte von Thüringen in seinem aktuellen Newsletter aufmerksam, in dem ein weiterer Fall geschildert wird.

Berlin (kobinet) „Die neue Bundesregierung ist nun schon seit mehr als 130 Tagen im Amt und hat in dieser Zeit ein wichtiges Versprechen nicht eingelöst: Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Die sollte in den ersten 100 Tagen kommen, doch weiter wird der Referentenentwurf zur Reform blockiert. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass der Weg zu mehr Inklusion und Teilhabe kein Selbstläufer ist. Damit sich etwas verändert, müssen die Vertretenden der Interessen von Menschen mit Behinderungen dranbleiben und immer wieder das Gespräch zu Politik und anderen Entscheidungsträgern suchen“, heißt es in der Einführung des neuen Newsletters des Deutschen Behindertenrats (DBR) vom DBR-Team.

Berlin (kobinet) Verena Bentele, Tina Deeken und eine Reihe weiterer Sportlerinnen und Sportler mit verschiedenen Behinderungen haben es sich nicht nehmen lassen, am diesjährigen Berlin-Marathon am 21. September 2025 teilzunehmen. Neben der Tatsache, dass Tina Deeken im Handbike den Marathon in 1:44:04 absolvierte und Verena Bentele bei den sehr warmen Temperaturen den Marathon in 4:17:25 h lief, haben sich die beiden Sportlerinnen vorab auch bei einer Veranstaltung zu Wort gemeldet, bei der es unter anderem um die Barrierefreiheit von Sportveranstaltungen ging, wie Tina Deeken den kobinet-nachrichten mitteilte.

Hannover (kobinet) Auf Einladung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung haben die stellvertretende Staatssekretärin Dr. Gesa Schirrmacher und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Annetraud Grote, am Abend des 24. September 2025 im Alten Rathaus in Hannover mit den Autorinnen Mareice Kaiser und Ninia LaGrande über das Thema „Ableismus“ gesprochen. Vor etwa 200 Gästen ging es dabei um die Frage, welche Erscheinungsformen es gibt und welche Maßnahmen dagegen umgesetzt werden können.

ERFURT (kobinet) Die LIGA Selbstvertretung Thüringen hat sich tief besorgt über die unzureichende finanzielle Ausstattung des Förderprogramms für Barrierefreiheit im Freistaat geäußert. Als Mitglied im Landesbehindertenbeirat und in diesem Jahr auch in der Jury des Thüringer Inklusionspreises vertreten, betont die LIGA mit Nachdruck: Der Bedarf an barrierefreier Infrastruktur ist landesweit erheblich – und die zur Verfügung stehenden Mittel reichen bei Weitem nicht aus.

BERLIN (kobinet) Mit einem offenen Brief hat sich das Elternzentrum Berlin e.V. Autismus-Spektrum an den Regierenden Bürgermeister und an die Senatorin gewandt. Darin beklagen die Elternvertreter, dass für viele Kinder im Autismus-Spektrum sowie ihre Familien die Suche nach einem geeigneten Schulplatz in den letzten Monaten ein Leidensweg war, der häufig ohne glückliches Ende abschloss. In diesem Brief erklären sie, dass die schulische Versorgung autistischer Kinder in Berlin aus ihrer Sicht unhaltbar ist. Weiter beschreiben die Elternvertreter: „Für betroffene Familien ist die Realität geprägt von Ablehnung, Ohnmacht und Entwürdigung – in einem Ausmaß, das in einem sozialen Rechtsstaat wie Deutschland nicht hinnehmbar ist.“

BERLIN (kobinet) Die neue Bundesregierung wird immer wieder mit vielen neuen Hoffnungen verbunden. Mit der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ hat nun Wirtschaftsminister Patrick Schnieder „in einem 360-Grad-Blick“ seinen Vorschlag zur Reform der Deutschen Bahn vorgelegt. Nun also endlich Schluss mit den vielen Problemen für alle Bahnreisenden, auch jene mit verminderter Mobilität? Oder zumindest gibt es „Licht am Ende des Tunnels“, beziehungsweise ein erkennbares Ende dieser Probleme in der Ferne? Wer sich diese Agenda einmal in Ruhe anschaut, wird von dieser Hoffnung nur schwer zu überzeugen sein.

Berlin (kobinet) Alle Jahre wieder wird der Schichtwechsel zwischen behinderten Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen und Mitarbeitern bei Arbeitgebern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt öffentlichkeitswirksam gepriesen und beklatscht. „Toll, dass Unternehmen ihre Türen für behinderte Menschen aus Werkstätten für behinderte Menschen an diesem Tag öffnen. Toll, dass Beschäftigte aus Unternehmen einen Tag lang in Werkstätten arbeiten, um diese kennenzulernen und Vorurteile abzubauen“, mag die eine oder der andere da denken. Kritischere Geister fragen sich, was bei diesem sogenannten „Schichtwechsel“, der zuweilen auch als „Sichtwechsel“ verstanden werden will, für die behinderten Menschen konkret herauskommt, die mit einem Durchschnittslohn von ca. 230 Euro pro Monat weit unter dem Mindestlohn und ohne ernsthafte Vermittlungschancen von ca. 0,35 Prozent im Jahr in einem Aussonderungssystem verharren müssen. Anlass für einen Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der sich fragt, ob der sogenannte Schichtwechsel eher der Propaganda für ein Aussonderungssystem unterhalb des Mindestlohns statt der Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt dient.

Düsseldorf (kobinet) „Statt Geld zu investieren, damit behinderte Kinder in Regelschulen besser betreut werden, würden hohe Summen in mehr ‚ausgrenzende‘ Fördereinrichtungen gesteckt, sagen Kritiker. Das widerspreche dem Gesetz. Viele Eltern haben dazu eine ganz andere Meinung.“ So heißt es in der Einführung eines Berichts der Rheinischen Post vom 24. September 2024 über die aktuelle Diskussion zum Bau von etwa 30 neuen Förderschulen in Nordrhein-Westfalen. Dies wird vom Kölner Verein mittendrin sowie von weiteren Organisationen wie dem Landesbehindertenrat, der Lebenshilfe oder dem Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen kritisiert. Im Bericht kommen aber auch andere Akteure zu Wort, was die Breite der verschiedenen Interessen und der Diskussion aufzeigt.

Stuttgart / Freiburg (kobinet) Deutschlandweit verwenden ca. 250.000 Menschen die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Dazu gehören neben Gehörlosen auch Menschen mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit. Für rund 80.000 Menschen ist sie die Muttersprache, 4.000 von ihnen leben in Baden-Württemberg. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg und der Verein Barrierefreie Kommunikation fordern anlässlich des Internationalen Tags der Gebärdensprache, der am 23. September begangen wird, die Deutsche Gebärdensprache als Amts- und Minderheitensprache anzuerkennen.

Wien (kobinet) „Mit dem Start der automatisierten Live-Untertitelung zeigt der ORF, wie technologische Innovation zur inklusiven Medienlandschaft beitragen kann. Unterstützt durch künstliche Intelligenz (KI) werden nun täglich mehrere Sendungen in Echtzeit untertitelt.“ Dies berichtet der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS. Am 29. September 2025 startete der ORF das neue barrierefreie Angebot: Die täglichen Ausgaben von „Bundesland heute“, „Südtirol heute“ sowie alle Sendungen auf ORF SPORT +, die gesprochenes Wort enthalten, werden künftig automatisch und live untertitelt.

Washington, D.C. USA (kobinet) „Wir sind fassungslos über die gefühllose und wissenschaftsfeindliche Art und Weise, wie Trump und RFK Jr. über autistische Menschen sprechen“, so die eindeutige und harsche Kritik von Tim Nicholls, dem stellvertretenden Direktor für Politik, Forschung und Strategie bei der britischen National Autistic Society, zu den Äußerungen von Donald Trump in Sachen Autismus. „Wäre es nicht besser, wenn sie ihre enormen finanziellen Ressourcen dafür einsetzten, das Leben autistischer Menschen und ihrer Familien zu verbessern und das Verständnis für Autismus in der Gesellschaft zu erhöhen?“, wird Tim Nicholls in einem Bericht der Deutschen Welle zitiert. Hintergrund dieser Äußerung ist die Behauptung von US-Präsident Trump, eine „Antwort auf Autismus“ gefunden zu haben. Trump macht das Schmerzmittel Tylenol, das in Deutschland den Namen Paracetamol trägt, in der Schwangerschaft für ein erhöhtes Risiko verantwortlich. Forschende und Betroffene sehen die Theorie sehr kritisch, wie die Deutsche Welle berichtet.

Staufen (kobinet) Brandaktuell sind zwei so spannende wie erschreckende Podcastfolgen seines gelegentlich noch gern gehörten Deutschlandfunks.

Berlin (kobinet) Der Aufsichtsrat der Bahn hat die bisherige Regionalverkehrsvorständin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, heute am 23. September 2025 zur neuen Konzernchefin berufen. Ob die gebürtige Südtirolerin, die u. a. einen Lokführerschein gemacht hat, auch ein gutes Händchen in Sachen Barrierefreiheit hat, das fragen sich nicht nur Alexander Ahrens, sondern auch viele behinderte Menschen, die von den vielfältigen Barrieren bei der Nutzung der Bahn geplagt sind. „Ich bin mal gespannt, wie die neue Bahnchefin mit dem Thema Barrierefreiheit umgeht. Im Regionalverkehr hat man als Fahrgast überall Probleme mit den unterschiedlichen Bahnsteighöhen“, teilte Alexander Ahrens den kobinet-nachrichten mit.

Berlin (kobinet) Mit einem heute am 23. September 2025 verkündeten Urteil hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts die gesetzliche Altersgrenze für Anwaltsnotarinnen und Anwaltsnotare für mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärt. Zu dieser Entscheidung in Sachen Altersdiskriminierung hat sich die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, zu Wort gemeldet. „Das Bundesverfassungsgericht sendet mit dieser Entscheidung ein ganz wichtiges Signal gegen Altersdiskriminierung. Pauschale Altersgrenzen im Arbeitsleben müssen nun generell auf den Prüfstand. Es kommt darauf an, was Menschen draufhaben – und nicht, wie alt sie sind.“

Berlin (kobinet) Am 23. September wird weltweit der Internationale Tag der Gebärdensprachen begangen, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft zu würdigen und auf die Bedeutung von Gebärdensprachen hinzuweisen. Der Tag wurde 2017 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen und wird seit 2018 jährlich gefeiert. Aus diesem Anlass bekräftigt der Landesverband Bayern der Gehörlosen ein klares Bekenntnis zu den Rechten gehörloser Menschen und zur Förderung der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Das Motto des Weltverbandes der Gehörlosen (WFD) für 2025, „No Human Rights Without Sign Language Rights“, verdeutlicht, dass die Rechte auf Gebärdensprache keine isolierte Forderung darstellen, sondern untrennbar mit den allgemeinen Menschenrechten verbunden sind.

Berlin (kobinet) „Seit mehr als einem Jahr können Assistenzhunde nicht geprüft werden – dadurch stehen Hunderte Menschen mit Behinderung, die dringend einen Assistenzhund benötigen, ohne Unterstützung da.“ Darauf hat der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, aufmerksam gemacht und eine schnelle Lösung gefordert. Zum Hintergrund schreibt Jürgen Dusel auf Facebook: „Derzeit kann keine Zertifizierung der Ausbildungsstätten für Assistenzhunde erfolgen. Nach geltendem Recht ist eine Prüfung jedoch nur möglich, wenn der Hund in einer zertifizierten Ausbildungsstätte ausgebildet wurde! Das heißt: Ohne Ausbildung in der zertifizierten Ausbildungsstätte gibt es keine Prüfung und damit auch keine Zulassung als Assistenzhund. Die ganze Zulassung liegt brach!“

Berlin (kobinet) „Die ersten 100 Tage von Schwarz-Rot sind längst vorbei und noch immer gibt es keinen Startschuss für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Barrierefreiheit darf nicht länger ein Schneckenrennen sein! Die Bundesregierung hat das BGG in ihr Sofortprogramm geschrieben — jetzt muss sie endlich liefern: Entwurf veröffentlichen, Verbände ausreichend beteiligen, private Anbieter verbindlich verpflichten! Wer Barrierefreiheit bremst, bremst Teilhabe.“ So beschreibt die behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Corinna Rüffer, den gegenwärtigen Stillstand in Sachen Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) auf Facebook zusammen mit einem Sharepic mit einer Schnecke.

Berlin (kobinet) „Im Weg stehende E-Scooter sind besonders für blinde und sehbehinderte Menschen gefährlich. Der Blindenverein ABSV will vor Gericht erreichen, dass der Berliner Senat das Parken stadtweit nur in festen Stationen erlaubt. Doch für deren Ausbau fehlt Geld.“ So heißt es in einem Beitrag von rbb24 mit dem Titel „Blindenverein gegen Senat: Klage soll E-Scooter von Berliner Gehwegen verbannen“, auf den Thomas Künneke die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.

Hannover (kobinet) Am 18. September 2025 fand der Fachtag „Inklusion leben! – Mit dem Budget für Arbeit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt“ statt. Über 120 Engagierte folgten der Einladung der niedersächsischen Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Annetraud Grote, zu dieser ganztägigen Veranstaltung in Hannover. Diese wurde in Kooperation mit dem Niedersächsischen Bündnis Persönliches Budget und Budgets für Arbeit/Ausbildung, den Unternehmerverbänden Niedersachsens, dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit, Bildung und Teilhabe umgesetzt, wie es in einer Presseinformation der niedersächsischen Landesbehindertenbeauftragten heißt.

Emden (kobinet) „Schlägt das Pendel der Inklusion zurück? Die USA unter Donald Trump und die Situation der Menschen mit Behinderungen“, so lautet der Titel einer Online-Veranstaltung, die vom Verein Agilio – Arbeitsgemeinschaft für integrative Leistung in Ostfriesland und der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) Bremen und Niedersachsen durchgeführt wird. Ottmar Miles-Paul, der in den USA gelebt hat, gibt einen Input zur Veranstaltung und für die anschließende Diskussion.

Berlin (kobinet) Den sommerlichen Temperaturen folgt herbstliches Wetter. Mit dem heutigen Eintritt in den Herbst fragen sich viele Menschen mit Behinderung, was der von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigte „Herbst der Reformen“ für sie bringen wird. Während der bereits für Mitte Juli 2025 zur Verbändeanhörung angekündigte Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit – vor allem auch im privaten Bereich – in der Sommerhitze im Wirtschafts- und Innenministerium stecken geblieben ist, wird die derzeitige Diskussion hauptsächlich von Kürzungsvorschlägen im sozialen Bereich dominiert, wie die LIGA Selbstvertretung kritisiert.

Bonn (kobinet) „Wir starten bald unsere neue Kampagne zum Thema Mobbing unter Jugendlichen – einem echten Problem unserer Zeit, das wir mit vielfältigen Maßnahmen intensiv angehen wollen. (…) Weil Inklusion weiter geht, als viele denken: Sie beginnt damit, dass wir alle hinsehen.“ So heißt es im neuesten Newsletter der Aktion Mensch. Eine aktuelle Befragung der Aktion Mensch unter circa 2200 Jugendlichen hat ergeben, dass Mobbing ein echtes Problem unserer Zeit ist – aktuell sogar eines der größten für junge Menschen in unserer Gesellschaft, heißt es zu der in Kürze startenden Kampagne der Aktion Mensch.

Köln (kobinet) Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat im Auftrag des Landschaftsausschusses ein Modellprojekt zur Entwicklung inklusiver Sozialräume umgesetzt. Ziel war es, Verfahren zur Verknüpfung von individueller Bedarfsfeststellung und fallübergreifender Quartiersarbeit zu erproben. Der Schwerpunkt der Umsetzung lag in der Städteregion Aachen. Die Auswertung von über 600 Bedarfsermittlungen sowie Fokusgruppen und Interviews zeigte zentrale Barrieren, etwa bei Mobilität, Tagesstruktur, Beschäftigungsmöglichkeiten und sozialer Teilhabe.

Berlin (kobinet) Zu den ersten veröffentlichten Einzelheiten aus dem Referentenentwurf zur Aktivrente hat sich die VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisch geäußert. „Die Mehrheit der älteren Menschen, die im Ruhestand weiterarbeiten, wird von der Aktivrente nicht profitieren. Sie sind entweder selbstständig tätig oder machen dies als Minijob. Minijobber arbeiten jetzt schon weitgehend steuerfrei, denn der geplante Freibetrag in Höhe von 24.000 Euro wird nur auf Einkommen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gewährt. Die geplante Aktivrente ist für gesunde Menschen in wenig belastenden Berufen, die über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeiten wollen, eine attraktive Fördermaßnahme. Als Einzelmaßnahme wird sie statt zusätzlicher Arbeitsplätze vor allem Mitnahmeeffekte und massive Steuerausfälle produzieren und dem Fachkräftemangel nur in geringem Maße entgegenwirken“, so Verena Bentele.