Kassel ist eine Stadt in Deutschland.
In Kassel leben 200.000 Menschen.
Am 27. September 2025 war dort eine Demo.
Die Demo war für Menschen mit Behinderung.
Die Demo hieß: Disability Pride Demo.
Disability Pride bedeutet: Stolz auf Behinderung.
Menschen mit Behinderung gehen auf die Straße.
Sie zeigen: Wir sind stolz auf uns.
Wir wollen die gleichen Rechte.
150 Menschen haben mit-gemacht.
Sie sind durch die Stadt gelaufen.
Sie haben vor dem Rat-Haus gesprochen.
Sie haben auf dem Friedrichs-Platz gesprochen.
Menschen aus ganz Deutschland waren da.
Zum Beispiel aus Berlin und München.
Viele Menschen kamen von einer Schulung.
Die Schulung war im Zentrum für selbst-bestimmtes Leben.
Selbst-bestimmtes Leben bedeutet: Du entscheidest selbst über dein Leben.
Du sagst selbst: Was will ich machen?
Wo will ich wohnen?
Niemand anderes bestimmt das für dich.
Das ist ein Verein in Kassel.
Der Verein hilft Menschen mit Behinderung.
In der Schulung lernen Menschen mit Behinderung.
Sie lernen: Wie kann ich für mich sprechen?
Nancy Frind hat eine Rede gehalten.
Sie kommt aus Thüringen.
Sie sagte: Menschen mit Behinderung brauchen echte Jobs.
Nicht nur Arbeit in Werk-Stätten für Behinderte.
Werk-Stätten für Behinderte sind besondere Arbeits-Plätze.
Menschen mit Behinderung arbeiten dort.
Sie bekommen Hilfe bei der Arbeit.
Es gibt das Budget für Arbeit.
Budget für Arbeit bedeutet: Geld vom Staat.
Menschen mit Behinderung bekommen dieses Geld.
Sie können damit in einer normalen Firma arbeiten.
Das hilft Menschen mit Behinderung bei der Arbeit.
Claudia Buntzel hat auch gesprochen.
Sie hat eine Rede von Mandy Müller vor-gelesen.
Die Rede war über die Partei AfD.
Die AfD ist gegen Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die AfD will Menschen mit Behinderung aus-schließen.
Lukas Hernicht hat auch eine Rede gehalten.
Er ist noch jung.
Er spricht mit einem Computer.
Der Computer heißt Talker.
Talker bedeutet: Ein Computer zum Sprechen.
Menschen ohne Sprache können ihn nutzen.
Das war das erste Mal in Kassel.
Eine Demo-Rede mit einem Talker war noch nie da.
Birger Höhn kommt aus Dresden.
Er hat über Autismus gesprochen.
Autismus bedeutet: Menschen denken anders.
Sie fühlen anders als andere Menschen.
Donald Trump hat Quatsch über Autismus gesagt.
Das hat Birger Höhn kritisiert.
Cécile Lecomte war auch da.
Sie kommt aus Lüneburg.
Sie klettert auf Bäume.
Das macht sie für den Protest.
Die Polizei wollte das nicht.
Deshalb hat sie am Boden gesprochen.

Foto: omp
Kassel (kobinet) Die gut 200.000 Einwohner zählende Stadt Kassel wurde am 27. September 2025 durch eine bunte und vielfältige Disability Pride Demonstration mit Kundgebungen vor dem Rathaus und auf dem Friedrichsplatz bereichert. Gut 150 Teilnehmende zogen nach übereinstimmenden Angaben von Kilian Pauthner vom Organisationsteam und den kobinet-nachrichten durch die Kasseler Innenstadt und machten auf die Belange behinderter Menschen aufmerksam. Bereichert wurde die Kasseler Szene durch Angereiste aus verschiedenen Teilen Deutschlands von Berlin bis München. Eine Reihe der Redner waren direkt von einer Empowermentschulung im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die ebenfalls an diesem Wochenende stattfand, zur Demo gestoßen und brachten ihre Expertise ein.
Bereits bei der Auftaktkundgebung vor dem Kasseler Rathaus machte beispielsweise Nancy Frind aus Thüringen deutlich, wie wichtig es ist, dass behinderte Menschen eine Chance bekommen, aus der Werkstatt für behinderte Menschen herauszukommen und richtige Jobs auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bekommen. Ihr selbst gelang dies mit Hilfe des Budget für Arbeit. Dieses müsse endlich bekannter gemacht werden. Sie mahnte jedoch auch Arbeitgeber, entsprechende Bedingungen für die Beschäftigung behinderter Menschen zu schaffen.
In ihrer Rede auf dem Friedrichsplatz machte Claudia Buntzel, die die von Mandy Müller entworfene Rede vortrug, darauf aufmerksam, welche Gefahr von der AfD für behinderte Menschen droht. Von der Abwertung schulischer Inklusion als Ideologieprojekt über das Festhalten am aussondernden Werkstättensystem bis zur Abschiebung der Verantwortung für die Pflege an Angehörige hätten behinderte Menschen von deren Politik nichts Gutes zu erwarten. Mandy Müller hatte sich in ihrer Bachelorarbeit mit den Positionen der AfD und vor allem deren Haltung und Aktivitäten zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit befasst.
Ein Highlight bei der Abschlusskundgebung war definitiv die Rede von Lukas Hernicht. Er sprach nicht nur für viele junge Menschen mit Behinderungen und entwarf in seiner Rede eine Welt, in der Inklusion auf gleicher Augenhöhe auch für Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf möglich ist. Er hielt seine Rede mit einem Talker, den er für die Kommunikation nutzt. Dies dürfte eine Premiere in der Kasseler Demonstrationsgeschichte behinderter Menschen gewesen sein, dass eine Rede mit einem Talker gehalten wurde.
Birger Höhn aus Dresden berichtete in seinem Beitrag über die Situation autistischer Menschen und kritisierte neben dem weiteren Rechtsruck in unserer Gesellschaft die Politik von Donald Trump, der vor Kurzem die Einnahme des Medikaments Paracetamol für Autismus verantwortlich zu machen versuchte. Dies sei absoluter Quatsch und ein weiteres Beispiel dafür, wie über autistische Menschen gesprochen wird. Birger Höhn engagiert sich auch in der Initiative Krüppel gegen Rechts und in der Gedenkarbeit zu den Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten Menschen.
Mit dabei war auch die Kletteraktivistin Cécile Lecomte aus Lüneburg. Sie hatte ursprünglich geplant, ihre Rede von einem Baum aus zu halten. Dies verweigerte ihr die Polizei, was sie natürlich ärgerte. So berichtete sie über ihre Kletteraktionen und die Notwendigkeit des Widerstands gegen Barrieren und Ausgrenzung.

Foto: omp
Kassel (kobinet) Die gut 200.000 Einwohner zählende Stadt Kassel wurde am 27. September 2025 durch eine bunte und vielfältige Disability Pride Demonstration mit Kundgebungen vor dem Rathaus und auf dem Friedrichsplatz bereichert. Gut 150 Teilnehmende zogen nach übereinstimmenden Angaben von Kilian Pauthner vom Organisationsteam und den kobinet-nachrichten durch die Kasseler Innenstadt und machten auf die Belange behinderter Menschen aufmerksam. Bereichert wurde die Kasseler Szene durch Angereiste aus verschiedenen Teilen Deutschlands von Berlin bis München. Eine Reihe der Redner waren direkt von einer Empowermentschulung im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, die ebenfalls an diesem Wochenende stattfand, zur Demo gestoßen und brachten ihre Expertise ein.
Bereits bei der Auftaktkundgebung vor dem Kasseler Rathaus machte beispielsweise Nancy Frind aus Thüringen deutlich, wie wichtig es ist, dass behinderte Menschen eine Chance bekommen, aus der Werkstatt für behinderte Menschen herauszukommen und richtige Jobs auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bekommen. Ihr selbst gelang dies mit Hilfe des Budget für Arbeit. Dieses müsse endlich bekannter gemacht werden. Sie mahnte jedoch auch Arbeitgeber, entsprechende Bedingungen für die Beschäftigung behinderter Menschen zu schaffen.
In ihrer Rede auf dem Friedrichsplatz machte Claudia Buntzel, die die von Mandy Müller entworfene Rede vortrug, darauf aufmerksam, welche Gefahr von der AfD für behinderte Menschen droht. Von der Abwertung schulischer Inklusion als Ideologieprojekt über das Festhalten am aussondernden Werkstättensystem bis zur Abschiebung der Verantwortung für die Pflege an Angehörige hätten behinderte Menschen von deren Politik nichts Gutes zu erwarten. Mandy Müller hatte sich in ihrer Bachelorarbeit mit den Positionen der AfD und vor allem deren Haltung und Aktivitäten zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit befasst.
Ein Highlight bei der Abschlusskundgebung war definitiv die Rede von Lukas Hernicht. Er sprach nicht nur für viele junge Menschen mit Behinderungen und entwarf in seiner Rede eine Welt, in der Inklusion auf gleicher Augenhöhe auch für Menschen mit sehr hohem Unterstützungsbedarf möglich ist. Er hielt seine Rede mit einem Talker, den er für die Kommunikation nutzt. Dies dürfte eine Premiere in der Kasseler Demonstrationsgeschichte behinderter Menschen gewesen sein, dass eine Rede mit einem Talker gehalten wurde.
Birger Höhn aus Dresden berichtete in seinem Beitrag über die Situation autistischer Menschen und kritisierte neben dem weiteren Rechtsruck in unserer Gesellschaft die Politik von Donald Trump, der vor Kurzem die Einnahme des Medikaments Paracetamol für Autismus verantwortlich zu machen versuchte. Dies sei absoluter Quatsch und ein weiteres Beispiel dafür, wie über autistische Menschen gesprochen wird. Birger Höhn engagiert sich auch in der Initiative Krüppel gegen Rechts und in der Gedenkarbeit zu den Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten Menschen.
Mit dabei war auch die Kletteraktivistin Cécile Lecomte aus Lüneburg. Sie hatte ursprünglich geplant, ihre Rede von einem Baum aus zu halten. Dies verweigerte ihr die Polizei, was sie natürlich ärgerte. So berichtete sie über ihre Kletteraktionen und die Notwendigkeit des Widerstands gegen Barrieren und Ausgrenzung.




