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Keine Menschenrechte ohne Rechte auf Gebärdensprache

Symbol Gebärdensprache
Symbol DGS Gebärdensprache
Foto: public domain

Berlin (kobinet) Am 23. September wird weltweit der Internationale Tag der Gebärdensprachen begangen, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft zu würdigen und auf die Bedeutung von Gebärdensprachen hinzuweisen. Der Tag wurde 2017 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen und wird seit 2018 jährlich gefeiert. Aus diesem Anlass bekräftigt der Landesverband Bayern der Gehörlosen ein klares Bekenntnis zu den Rechten gehörloser Menschen und zur Förderung der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Das Motto des Weltverbandes der Gehörlosen (WFD) für 2025, "No Human Rights Without Sign Language Rights", verdeutlicht, dass die Rechte auf Gebärdensprache keine isolierte Forderung darstellen, sondern untrennbar mit den allgemeinen Menschenrechten verbunden sind.

Dies spiegelt sich in der UN-Behindertenrechtskonvention wider, die Gebärdensprachen als den Lautsprachen gleichgestellt anerkennt. Der Landesverband Bayern der Gehörlosen würdigt in diesem Kontext die positive Entwicklung der Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Gemeinsam mit dem Team „Bayern barrierefrei“ wird anlässlich der Internationalen Woche der Gehörlosen (22. bis 28. September 2025) eine umfangreiche Social-Media-Kampagne umgesetzt. Als besonderes Highlight wird die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf in einer Rede einige Wörter in DGS zeigen, um die Wichtigkeit von Gebärdensprache zu betonen.

„Barrierefreie Kommunikation ist ein Grundrecht und für unsere Gesellschaft unerlässlich. Niemand darf ausgeschlossen werden, und es ist unsere gemeinsame Verantwortung, die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe zu schaffen. Die Deutsche Gebärdensprache ist eine vollwertige Sprache, deren Förderung uns ein wichtiges Anliegen ist. Mit unserer gemeinsamen Kampagne senden wir ein starkes Signal der Wertschätzung und Anerkennung an die Gehörlosen- und Gebärdensprachgemeinschaft in Bayern“, heißt es in der Presseinformation des Landesverbands Bayern der Gehörlosen.

Trotz dieser sichtbaren Fortschritte bestehen nach Informationen des Verbands in Bayern weiterhin große Defizite bei der tatsächlichen Teilhabe. Der Landesverband erinnert daran, dass die gesetzliche Anerkennung der DGS im Jahr 2002 zwar ein historischer Sieg war, der das Ende einer jahrhundertelangen Unterdrückung von Gebärdensprachen markierte, doch viele Barrieren weiterhin bestehen. „Der Internationale Tag der Gebärdensprachen ist für uns in Bayern auch eine Mahnung. Während wir die wertvolle Kooperation mit dem Ministerium feiern, müssen wir konsequent auf die noch ungelösten Ungleichheiten hinweisen. Eine gleichberechtigte Teilhabe ist ohne die Beseitigung weiterer Barrieren nicht möglich. Wir fordern die Landesregierung auf, die Rechte auf Gebärdensprache als festen Bestandteil der Menschenrechte ernst zu nehmen und die Voraussetzungen für eine tatsächliche Teilhabe in allen Lebensbereichen zu schaffen“, heißt es vonseiten des Verbands.