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Wichtiges Paket für österreichische Behindertenbewegung im Parlament einstimmig beschlossen

Fahne von Österreich
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Foto: public domain

Wien (kobinet) Während die Behindertenbewegung in Deutschland immer noch auf den großen WUMS in Sachen Umsetzung der im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP vereinbarten behindertenpoilitischen Maßnahmen wartet, ist in Österreich nun ein Durchbruch gelungen. „Wichtiges Paket für die Behindertenbewegung im Parlament einstimmig beschlossen“, so titelt der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS, den Durchbruch für wichtige behindertenpolitische Reformen in Österreich. Weiter heißt es auf BIZEPS: „50 Millionen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zur Verfügung gestellt / Regionalstellen für die Behindertenanwältin ermöglicht / gesetzliche Absicherung des Österreichischen Behindertenrats als Dachverband geschaffen / mehr Geld für den Monitoringausschuss beschlossen.“

Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle: Beratungsanfragen auf Rekordhoch

Logo: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
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Foto: ADS

Berlin (kobinet) Die Beratungsanfragen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) haben ein Rekordhoch erreicht: Rund 10.800 Menschen haben sich 2023 an das Beratungsteam der unabhängigen Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewendet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 22 Prozent. Die meisten Anfragen (rund 3.400) erreichten die Antidiskriminierungsstelle zu rassistischer Diskriminierung. Diese Fälle machen etwa 41 Prozent und damit zwei Fünftel aller Anfragen aus. An nächster Stelle folgt mit knapp über 2.000 Anfragen das Diskriminierungsmerkmal „Behinderungen und chronische Krankheiten“ (25 Prozent).

Wie geht guter Journalismus in einfacher Sprache?

Symbol Fragezeichen

Saarbrücken (kobinet) „Wie geht guter Journalismus in einfacher Sprache?“, so lautet der Titel eines Podcast in der Reihe Cross und Quer, der in SR 2 ausgestrahlt wurde. „Die Tagesschau bietet sie seit kurzem an, Deutschlandfunk, MDR oder SR schon seit längerem: Nachrichten in einfacher Sprache. Die Begründung der ARD: 17 Millionen Erwachsene in Deutschland hätten Probleme damit, komplexe Texte zu verstehen, aber auch sie sollten sich über aktuelle Themen informieren können. Wie sinnvoll ist das? Was sollten Redaktionen bei der Erstellung der Nachrichten beachten? Und warum nur hat die Tagesschau einen massiven Shitstorm für ihr neues Angebot kassiert? Das besprechen Katrin Aue und Sabine Wachs mit Prof. Friederike Herrmann, sie leitet das Forschungsprojekt „Leichte und Einfache Sprache im Journalismus“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt“, heißt es in der Ankündigung des Podcast.

Versorgung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in Berlin

Catrin Wahlen
Catrin Wahlen
Foto: Catrin Wahlen

Berlin (kobinet) Um die Versorgung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Land Berlin und den Berliner Bezirken geht es in einer Anfrage der Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses Catrin Wahlen und Catherina Pieroth-Manelli von den Grünen. Nun liegt die Antwort des Senats vor, die bei den Grünen-Politikerinnen auf scharfe Kritik gestoßen ist.

Empfehlungen des Deutschen Verein zu Assistenzleistungen

Logo: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
Logo: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
Foto: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

Berlin (kobinet) Der Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge hat Empfehlungen zu Assistenzleistungen nach dem SGB IX veröffentlicht. „Die Assistenzleistungen wurden mit Wirkung zum 1. Januar 2020 im SGB IX neu strukturiert, teilweise konkretisiert und als eigener Leistungstatbestand im gesetzlichen Leistungskatalog der Sozialen Teilhabe eingeführt. Assistenzleistungen stellen ein zentrales und entscheidendes Element für die personenzentrierte Ausgestaltung der Eingliederungshilfe und im Hinblick auf eine unabhängige und selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderungen dar. Dies spiegelt sich auch in einem neuen Verständnis des Begriffs der ‚Assistenz‘ im Kontext des BTHG wider, das sich insbesondere auf die Beziehungsgestaltung zum Leistungsberechtigten auswirkt“, heißt es u.a. in der Stellungnahme.

Kulturministerium fördert inklusives Theaterfestival DIALOGE 2024

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Rostock (kobinet) Am 7. Juli 2024 startet in Rostock das Festival DIALOGE 2024. Das inklusive Zirkusprojekt für Kinder und Jugendliche wird bereits zum 8. Mal durchgeführt. Schirmherrin des Projekts ist die Kulturministerin von Mecklenburg-Vorpommern Bettina Martin. Das Kulturministerium fördert die Veranstaltung mit 25.000 Euro Kulturfördermitteln.

Es geht uns alle an: Zusammenstehen für Menschlichkeit und Vielfalt

Symbol Ausrufezeichen

Berlin (kobinet) „Aus den Reihen der AfD wird erneut gegen Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen gehetzt. Wenn Maximilian Krah in den Sozialen Medien die ARD-Tagesschau in Einfacher Sprache als ‚Nachrichten für Idioten‘ angreift, verunglimpft er die Zielgruppe des Angebots in unerträglicher Weise. Von Angeboten in Leichter und Einfacher Sprache profitieren viele: zum Beispiel Personen, die (noch) nicht ausreichend die deutsche Sprache verstehen, ältere Menschen und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geistiger Beeinträchtigung. Es ist ein großer Gewinn, wenn Journalismus Inhalte für breite Zielgruppen aufbereitet. Diese Angebote sind wichtiger Bestandteil einer inklusiven, vielfältigen Gesellschaft“, heißt es in einer Erklärung einer Vielzahl von Verbänden, die auf Initiative der Bundesvereinigung Lebenshilfe und des Paritätischen Gesamtverbandes zustande gekommen ist.

Barrierefreiheit erhellt die Welt

Prof. Dr. Sigrid Arnade im Gespräch mit Figur der Freiheitsstatue im Rollstuhl
Prof. Dr. Sigrid Arnade im Gespräch mit Figur der Freiheitsstatue im Rollstuhl
Foto: H.-Günter Heiden

Berlin (kobinet) Anlässlich des US-amerikanischen Nationalfeiertages am 4. Juli hat die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Prof. Dr. Sigrid Arnade, mit der Freiheitsstatue Lady Liberty ein Gespräch über die Herstellung von Barrierefreiheit in den USA und in Deutschland geführt.

Selbsthilfe-Netzwerk und Landesbeirat stärken Genesungsbegleitung

Symbol Ausrufezeichen

Mainz (kobinet) Im Landesbeirat für seelische Gesundheit in Mainz wurde eine Resolution „Empfehlungen des Landesbeirates für psychische Gesundheit zur verstärkten Verbreitung der Genesungsbegleitung in Rheinland-Pfalz“ verabschiedet. Das Landesnetzwerk Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener RLP betrachtet dies als einen bedeutenden Meilenstein für die Genesungsbegleitung in Rheinland-Pfalz. Die Empfehlungen betonen die wichtige und ergänzende Rolle dieser Experten durch Erfahrung in der Gesundheitsversorgung. Sie unterstützen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Lebensbereichen und tragen damit wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebensqualität bei.

„(Un-)Wertes Leben on Tour“

Logo des Projektes geh denken inklusiv
Logo des Projektes geh denken inklusiv
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Unter dem Motto „(Un-)Wertes Leben on Tour“ besuchten Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen am 2. Juli 2024 die Gedenkstätte Pirna Sonnenstein und am 3. JUli 2024 die Gedenkstätte Großschweidnitz und erinnerten an die Morde und Verbrechen der Nationalsozialisten an behinderten Menschen. Die von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) mit Unterstützung des Förderkreises Gedenkort T4 und des Verein aktiv und selbstbestimmt (akse) im Rahmen des Projekt „geh-denken-inklusiv“ organisierte Veranstaltung fand damit ihre Fortsetzung. Dabei war sowohl eine Teilnahme vor Ort als auch eine Online-Mitwirkung möglich, wie Thomas Künneke von der Projektkoordination der ISL den kobinet-Nachrichten mitteilte.

Jahresbericht 2023 des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Logo Deutsches Institut für Menschenrechte
Foto: Logo Institut für Menschenrechte, CC BY-SA 4.0 (https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61713390)

Berlin (kobinet) „Jeder Mensch möchte in Würde leben. So unterschiedlich wir auch sind: Wir alle wollen in Sicherheit leben, unsere Fähigkeiten entfalten und unsere Meinung frei äußern können. Wir wollen gehört werden – als Kind ebenso wie als älterer Mensch. Um diese Grundbedürfnisse geht es, wenn wir von Menschenrechten sprechen. Für viele Menschen bleiben diese Wünsche unerfüllt – auch in Deutschland. Weil sie vermeintlich zu alt oder zu jung sind, weil sie arm sind, weil sie wegen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religion diskriminiert werden, körperlich oder seelisch beeinträchtigt sind oder ihre Meinung politisch unerwünscht ist. Doch Menschenrechte gelten für alle Menschen, weil sie Menschen sind, jederzeit und überall.“ Darauf weist das Deutsche Institut für Menschenrechte anlässlich der Vorstellung seines Jahresberichtes 2023 hin.

Dörte Schall soll Sozialministerin in Rheinland-Pfalz werden

Dörte Schall
Dörte Schall
Foto: NRWSPD/Jens van Zoest

Mainz (kobinet) Dörte Schall soll neue Ministerin für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung von Rheinland-Pfalz werden. Das gab der designierte Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der die Nachfolge von Malu Dreyer antreten wird, am 3. Juli 2024 in Mainz bekannt. Neuer Staatssekretär soll Dr. Denis Alt werden, der derzeit Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit ist.

Lesung von Franz-Josef Wagner in Landau zum Recovery durch Selbsthilfe

Cover des Buchs Hinfallen, Aufstehen Weitergehen
Cover des Buchs Hinfallen, Aufstehen Weitergehen
Foto: PARANUS

Landau (kobinet) Franz-Josef Wagner, Begründer des rheinland-pfälzischen Landesverbandes der Psychiatrie-Erfahrenen (1994) und des Bundes- und Landesnetzwerk Selbsthilfe Seelische Gesundheit (2017), liest am Dienstag, den 9. Juli 2024 in der Buchhandlung Bücherknecht, Theaterstr. 11, in Landau aus seiner Autobiografie „Hinfallen – Aufstehen – Weitergehen: Recovery durch Selbsthilfe“. Eingeladen sind alle Interessierte.

„Ich weiß nicht, warum Sie da so behindert lachen?“

Daumen unten
Daumen unten
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) „Ich weiß nicht, warum Sie da so behindert lachen?“ Ein solcher Ausspruch, der eher im Sprachreportoire mancher Jugendlicher zu vermuten wäre, die sich zuweilen mit „Spasti“ oder „du bist wohl behindert“ bezeichnen und damit behinderte Menschen abwerten, hat nun auch Einzug in den Deutschen Bundestag gehalten, wo dieser heute von Beatrix von Storch geäußert wurde. Dass im Bundestag solche Sprüche geklopft werden, das ist nicht alltäglich. Und wenn Beatrix von Storch von der AfD dies ausgerechnet in ihren Redebeitrag einer Sitzung des Bundestagsausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend einbaut, dann ist dies zusätzlich inakzeptabel und knüpft an ähnliche Verfehlungen einiger ihrer Parteikolleg*innen an. Und dabei hat gerade erst am 2. Juli 2024 der Sozialverband Deutschland (SoVD) wiederholte behinderten- und menschenfeindliche Äußerungen der AfD verurteilt.

Pflege macht Menschen große Sorgen

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

HANNOVER (kobinet(

HANNOVER (kobinet( Vielen Befragten macht das Thema Pflege Angst, das zeigt eine Umfrage des Sozialverbands Deutschland (SoVD) in Niedersachsen . Egal, ob es um die Kosten, die finanzielle Vorsorge oder das Engagement der Politik geht – insgesamt sorgen sich die Menschen. Der SoVD sieht mit den Ergebnissen seine Einschätzungen bestätigt und fordert ein schnelles Handeln der Landes- und Bundesregierung.

Forderungen des VdK an die Politik

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

NEUSS (kobinet) „Die Politik verursacht schon seit längerer Zeit extreme Unsicherheit in der Bevölkerung und zerstört somit das Vertrauen, vor allem bei den Menschen, die nicht auf der Sonnenseite stehen. Wir müssen jetzt zukunftsfest nach innen und außen handeln, um unsere Demokratie zu erhalten bzw. zu schützen“, hatte der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge auf dem Großen Landesverbandstags in der Neusser Stadthalle betont. Rund 150 Delegierte des Sozialverbands VdK NRW aus ganz Nordrhein-Westfalen darüber debattiert und ihre Forderungen in einem 5-Punkte-Plan festgelegt.

Paritätischer Wohlfahrtsverband verleiht erstmalig „Studentischen Forschungspreis“

Gruppenbild mit elf Personen neben einer Tafel mit der Aufschrift Paritätischer Wohlfahrtsverband
Bei der Verleihung des „Studentischen Forschungspreis“
Foto: Der Paritätische Baden-Württemberg

STUTTGART (kobinet) Der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg hat erstmalig einen studentischen Forschungspreis #PariEngage vergeben. Im Rahmen einer festlichen Preisverleihung mit Staatssekretär Arne Braun wurden gestern Abend in Stuttgart zwei Studierende mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Preis in der Kategorie „Herausragende wissenschaftliche Forschungsleistungen“ ging an Ricarda Packmohr von der SRH Fernhochschule für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit zum Thema „Schutzkonzeptentwicklung für die Jugendhilfe“. Der Preis in der Kategorie „Ausgeprägte Wirksamkeit bei der Aktivierung von Menschen in besonderen Lebenslagen“ ging an Tugce Karaaslan von der Hochschule Esslingen für ihre Bachelorarbeit im Studiengang Informatik zum Thema „Einsatz von Virtual Reality (VR)-Brillen zur Förderung des psychischen Wohlbefindens älterer Menschen“.

Besorgnis über geplante EU-Verordnung

Logo: BODYS
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Foto: BODYS

Bochum (kobinet) Ein Vorschlag der Europäischen Kommission zum sogenannten grenzüberschreitenden Schutz schutzbedürftiger Erwachsener bereitet derzeit einer Reihe von Behindertenrechtler*innen in verschiedenen Ländern der Europäischen Union große Sorgen. Das Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS) hat nun den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Verordnung über die Zuständigkeit, das anwendbare Recht, die Anerkennung und Vollstreckung von Maßnahmen und die Zusammenarbeit in Fragen betreffend den Schutz Erwachsener COM (2023) 280 näher angeschaut und eine Stellungnahme dazu veröffentlicht. „Wir sind besorgt, dass mit der Inkraftsetzung dieses Verordnungsentwurfs die UN-Behindertenrechtskonvention (UN BRK) verletzt würde“, heißt es u.a. in einer Stellungnahme von BODYS.

Vier von fünf Online-Shops in Deutschland sind nicht barrierefrei

Ausschnitt einer Computertastatur
Tastatur
Foto: H.T.

Bonn (kobinet) Während behinderte Menschen und ihre Verbände immer noch auf den Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit warten, zeigt ein Testbericht, wie schwierig sich die Situation im Bereich der digitalen Barrierefreiheit darstellt. Nur ein Fünftel der meistbesuchten Webshops in Deutschland ist in Teilen barrierefrei. Das ist das Ergebnis des zweiten Testberichts, den die Aktion Mensch und Google mit Unterstützung von BITV-Consult, Pia UDG und der Stiftung Pfennigparade am 2. Juli 2024 in Berlin vorgestellt haben.

Radtour für Barrierefreiheit zeigte Probleme auf

Bild von Mitgliedern der Selbsthilfegruppe Miteinander Selbstbestimmt Leben Arnstadt
Bild von Mitgliedern der Selbsthilfegruppe Miteinander Selbstbestimmt Leben Arnstadt
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Dass behinderte Menschen selbst bei der Nutzung von Radwegen mit Barrieren konfrontiert sind, das wurde bei einer Aktion der Selbsthilfegruppe Miteinander Selbstbestimmt Leben Arnstadt mehr als deutlich. Die Gruppe hatte sich den Gera-Radweg vorgenommen und eine Tour von Arnstadt nach Erfurt durchgeführt, um vor allem auch auf fehlende barrierefreie Toiletten auf der Strecke hinzuweisen. Denn oft bleibe nichts anderes übrig, als sich in die Büsche zu schlagen. Mit der Aktion verband die Gruppe auch der Forderung nach der Umsetzung im Koalitionsvertrag auf Bundesebene verankerten Reformen für mehr Barrierefreiheit.

Ausstellungstexte des Nationalpark-Haus Juist in Brailleschrift

Nationalpark-Haus-Leiter Jens Heyken mit Sabine Lohner mit Brailletexten
Nationalpark-Haus-Leiter Jens Heyken mit Sabine Lohner mit Brailletexten
Foto: Nationalpark-Haus

Juist (kobinet) Das Nationalpark-Haus auf Juist ist um ein inklusives Element reicher. Ab sofort sind die Inhalte der Ausstellung auch in Brailleschrift (im Volksmund: Blindenschrift) verfügbar und dadurch für noch mehr Menschen zugänglich. „Ein besonderer Dank gilt Sabine Lohner, die vergangenes Jahr die Ausstellung besucht hatte. Von ihr stammt nicht nur die Idee, sie hat auch die Texte in Brailleschrift übersetzt“, heißt es vonseiten des Nationalpark-Haus. Barrierefreiheit ist im Nationalpark-Haus von großer Bedeutung. Daher sind die Mitarbeiter froh, dass man das Angebot nun auf diese Art und Weise erweitern und dadurch eine weitere inklusive Besuchererfahrung schaffen und ermöglichen kann. In der Ausstellung steht auch ein tastbares Modell der Inseln Juist und Memmert mit den umliegenden Wattbereichen.

Koalition geht in die Sommerpause und vergisst die Kinder

Symbol Ausrufezeichen

Berlin (kobinet) Ein Bündnis aus 20 Verbänden und 13 Wissenschaftler*innen ist erschüttert, dass die Bundesregierung sich zu keiner echten Kindergrundsicherung für arme Kinder durchringen kann. Seit Monaten hängt der Gesetzentwurf zur Kindergrundsicherung im Bundestag fest. Dabei wurde die ursprüngliche Reformidee in der Koalition sowieso schon gemeinsam auf eine Schmalspurversion heruntergeköchelt. An ausreichenden Leistungshöhen für Kinder fehlt es im aktuellen Gesetzentwurf weiterhin gänzlich. Die Neuberechnung des sogenannten „kindlichen Existenzminimums“ gehe man weiterhin nicht an.

Von Barrieren und Barrikaden

Cover des Buches Körperkult und Behinderung von Udo Sierck
Cover des Buches Körperkult und Behinderung von Udo Sierck
Foto: AG Spak

Hamburg (kobinet) „Von Barrieren und Barrikaden“, so lautet der Titel eines Gesprächs mit Udo Sierck über sein neues Buch „Körperkult und Behinderung“ mit einem Mitschnitt seines Vortrags zu den „Kontinuitäten von Menschenbildern“ im Rahmen der Woche des Gedenkens, das in der Radiosendung „map the gap – Soziale Arbeit im Dialog (S12)“ dokumentiert wird. „Udo Sierck ist ein Saboteur von Selbstverständlichkeiten“, heißt es in der Sendung.

10 Jahre Rehabilitative Außerklinische Intensivpflege der Fürst Donnersmarck-Stiftung

Symbol Information

BERLIN (kobinet) Am 1. Juli des Jahres 2014, also vor zehn Jahren, zog der erste Klient in sein Appartement im Fachbereich für Rehabilitative Außerklinische Intensivpflege (AI) der Donnersmarck-Stiftung in Berlin-Frohnau ein. Heute kann von der Stiftung wissenschaftlich belegt werden, dass bei 40 Prozent der Klientinnen und Klienten die Dekanülierung gelingt. Die Stiftung blickt so auf die erfolgreiche Geschichte dieses spezialisierten Pflegeangebots zurück.

Bahnkunden-Verband befürchtet langsamen Tod des Deutschlandtickets

DR Fahrkartenautomat. Deutsche Reichsbahn ticket issuing machine, July 1993 Leipzig. von sludgegulper

BERLIN (kobinet) Am vorletzten Wochenende hat der Landesparteitag der CDU Hessen einen Antrag der Jungen Union zur Abschaffung des Deutschlandtickets angenommen. Das Geld solle lieber und besser, so die Begründung, in die Sanierung der Infrastruktur fließen. Das Angebot sei „nicht mehr als ein Marketing-Gag der Ampelregierung“, die Verkehrspolitik müsse ehrlich und nachhaltig werden, es handele sich um ein „staatlich angeordnetes Einheitsticket“. Ende vergangener Woche hat Bundesfinanzminister Christian Linder (FDP) nachgelegt.

Kunst zum Anfassen: Tastwagen eröffnet neue Möglichkeiten zum „Begreifen“

Bild mit einer Gruppe von Akteur*innen am Tastwagen des Kunstmuseum Marburg
Bild mit einer Gruppe von Akteur*innen am Tastwagen des Kunstmuseum Marburg
Foto: Markus Farnung

Marburg/Lahn (kobinet) Das Kunstmuseum Marburg kann mit einer museumspädagogischen Neuheit aufwarten: Der Tastwagen ist eine Innovation auf dem Gebiet barrierefreier Kunstvermittlung. An dieser Hands-on-Station kann die Kunst im Museum in vielfacher Weise wahrgenommen werden. Musikboxen, Tastmodelle, Schnupperdosen, Trachtenstücke und verschiedenes Künstlermaterial machen eine Wahrnehmung mit nahezu allen Sinnen möglich. Da der Wagen mit seiner gezackten Front ein echter Hingucker ist, wurde er auf den Namen „Zacki – Der Tastwagen“ getauft. Dieser Name hatte sich beim Ideenwettbewerb am Museumsfest durchgesetzt.

Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juni 2024

Logo: IGEL-Monatsrückblick
Logo: IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Wenn der Monatsrückblick durch eine Sommergrippe gestört wird“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) mit dem Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juni 2024. Normalerweise befragt der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul zu den behindertenpolitischen Ereignissen im vergangenen Monat. Aufgrund einer Sommergrippe mit beschränkter Sprachfähigkeit drehte Ottmar Miles-Paul dieses Mal den Spieß um und befragte Sascha Lang zu dessen Eindrücken über die behindertenpolitischen Ereignisse im Juni 2024. Herausgekommen ist ein interessanter Perspektivwechsel.

Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter mit über 173.000 anhaltend hoch

Logo der Bundesagentur für Arbeit
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Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Im Juni 2024 waren in Deutschland 173.139 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat hat sich diese Zahl nur geringfügig verringert. Im Mai 2024 waren noch 173.224 schwerbehinderte Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der arbeitslosen behinderter Menschen jedoch um fast 9.000 höher. Denn damals waren es noch 164.346 arbeitslos gemeldete behinderte Menschen.

Fachgespräch zur Inklusion in Kultur und Medien im Bundestagsausschuss

Symbol Bundestag Adler
Bundestag Symbol
Foto: Bundestag, gemeinfrei

Berlin (kobinet) Der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien kommt am Mittwoch, den 3. Juli 2024, um 14:30 Uhr zu einem zweistündigen öffentlichen Fachgespräch über Inklusion in Kultur und Medien im Paul-Löbe-Haus im Sitzungssaal 2.200 zusammen. Die Sitzung wird live im Parlamentsfernsehen und im Internet auf www.bundestag.de übertragen sowie in Deutsche Gebärdensprache übersetzt.

Matthias-Vernaldi-Preis für Johannes Messerschmid und Ursula Lehmann

Johannes Messerschmid, Birgit Monteiro und Bärbel Reichelt
Johannes Messerschmid, Birgit Monteiro und Bärbel Reichelt
Foto: Julia Meumann

Berlin (kobinet) In einer feierlichen Zeremonie auf dem Sommerfest der Kaspar Hauser Stiftung wurde der „Matthias-Vernaldi-Preis für selbstbestimmtes Leben“ an Johannes Messerschmid verliehen. Gleichzeitig erhielt Ursula Lehmann posthum eine Ehrung für ihr selbstbestimmtes und kämpferisches Leben mit einem Sonderpreis. Ihre langjährige Freundin und Wegbegleiterin Bärbel Reichelt nahm den Preis für sie in Empfang, heißt es in einer Presseinformation der Kaspar Hauser Stiftung.

Projekt: Digitale Unterstützung der beruflichen Eingliederung gehörloser Menschen

Symbol Gebärdensprache
DGS Symbol Gebärdensprache
Foto: public domain

Bremen (kobinet) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert aus Mitteln der Ausgleichsabgabe (Ausgleichsfonds) überregionale Maßnahmen zur beruflichen Teilhabe schwerbehinderter Menschen. Dazu gehört auch das Vorhaben „Sign4all“ für die Gruppe der gehörlosen Menschen. Darauf macht Henry Spradau in seinem Beitrag aufmerksam, den er den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Sozialverband warnt vor sozialer Schieflage

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet) Der Sozialverband VdK Rhein-Kreis-Neuss bereitet seinen Großen Landesverbandstag vor und stemmt sich dabei gegen drohende soziale Schieflagen. So stellt sich die Stadt Neuss auf den demografischen Wandel ein, denn bis 2030 steigt der Anteil der Menschen, die 67 Jahre und älter sind, um knapp zehn Prozent. Auch die Zahl der Pflegebedürftigen wird laut Statistischem Landesamt bis 2050 um 36 Prozent zunehmen.

Vom Heimvorteil und anderen Nachteilen

Person in dunklem Hemd undgraueer Weste mit einem aufgeschlagenenBuch n den Händen an einem Regal
Portrait des Autors Roalnd Frickenhaus
Foto: privat

Plau am See (kobinet) Da rennen sie also wieder und haben sich in ihre Oberschenkel und unsere Köpfe gesetzt, das legendäre Nullsechser Sommermärchen wiederholen zu wollen. Und für ein paar Wochen wächst dann in Schland die Zahl der Fußballexpertinnen und -experten auf gut achtzig Mio an, sodass diejenigen, die zufällig zum Spielerkader gehören oder als Trainer arbeiten, in zu vernachlässigender Unterzahl sind. Die gemütliche Couch, einige Tüten Chips und jede Menge kühles Blondes und schon ist er fertig, der Nährboden, auf dem aus Frauen und Männern plötzlich Nagelsmänner und -frauen werden. Lidl lohnt sich für Lidl.

Diskriminierung spaltet – Handeln ist überfällig

Gruppenbild behinderter Menschen mit Schild: Diskriminierung spaltet - Demokratie verbindet
Gruppenbild behinderter Menschen mit Schild: Diskriminierung spaltet – Demokratie verbindet
Foto: bifos

Mainz (kobinet) Auch aus Mainz haben die kobinet-nachrichten ein Bild von einer Foto-Aktion für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform des Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erhalten. „Diskriminierung spaltet – Demokratie verbindet“, um ein Plakat mit dieser Aufschrift haben sich Teilnehmende des Weiterbildungskurses zur Selbstvertretung behinderter Menschen in der Politik und in Gremien des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) vereint. Damit fordern sie die Bundesreigerung, wie zuvor Aktive in anderen Städten, auf, endlich die im Koalitionsvertrag verankerten Versprechen für klare Regelungen für mehr Barrierefreiheit und mehr Diskriminierungsschutz zu verabschieden. Immer noch warten die Verbände auf entsprechende Gesetzentwürfe.

Broschüre zum Sozialen Entschädigungsrecht in Leichter Sprache

Symbol Paragraph

Berlin (kobinet) Das Soziale Entschädigungsrecht (SER) wurde ab dem 1. Januar 2024 neu geregelt und insgesamt in einem Gesetz, dem Sozialgesetzbuch, 14. Buch (SGB XIV) zusammengefasst. Vorher war es vor allem im Bundesversorgungsgesetz aus den 1950er-Jahren geregelt, aber in entsprechender Anwendung auch für weitere Personengruppen in einer Reihe von sogenannten Nebengesetzen festgelegt, wie zum Beispiel Opfer von Gewalttaten, Wehrdienst- und Zivildienstbeschädigte, Opfer staatlichen Unrechts in der DDR und Impfgeschädigte sowie jeweils deren Hinterbliebene. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat hierzu nun auch eine Broschüre in Leichter Sprache veröffentlicht, wie Henry Spradau berichtet.

Wenn Digitalisierung zum Stress wird

Cover des IGEL-Podcast mit Heidrun Loth
Cover des IGEL-Podcast mit Heidrun Loth
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Wenn Digitalisierung zum Stress wird – Tipps zum Abbau von Stress durch die neuen Technologien“, so lautet der Titel des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) der psychologischen Beraterin Heidrun Loth. Der Inklusator Sasch Lang sprach mit Heidrun Loth u.a. darüber, ob und wie es möglich ist, trotz der digitalen Anforderungen zu entschleunigen.

Neues Cafe von Inklusionsunternehmen in Köln

Symbol Information

Köln (kobinet) „In Köln hat ein weiteres Inklusionsunternehmen eröffnet: Das Café ‚Tom am Platz‘ bietet Menschen mit Behinderung Jobs auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt mit 100.000 Euro. Unser Video wird dir sicher Appetit auf die angebotenen Köstlichkeiten machen – und vielleicht Lust auf einen baldigen Besuch in Köln?“, heißt es im aktuellen Newsletter der Aktion Mensch.

Igel und Elefanten – 4. Folge von „Inklusion ohne Revolution eine Illusion“

Ein Igel auf grüner Wiese
Die beiden Hauptfiguren dieser Kolumne. Die zweite, der Elefant, fehlt, weil maßstabsgerecht zum Igel nicht abbildbar.
Foto: Pixabay/timoostrich

Staufen (kobinet) Diese Kolumne über Igel und Elefanten spielt nicht im Zoo oder Tierpark. Igel ist die Abkürzung für „Inklusion gelebt“ oder gelebte Inklusion und Elefanten steht für „elementare Formen aggressiver neoliberaler Transformation“ (ein Worteungetüm, wie es zu einem Elefanten nicht besser passen könnte). Was ich in dieser durch Ottmar Miles Paul angeregten Folge verdeutlichen möchte: Die Überschrift gewordene Zuspitzung „Inklusion ohne Revolution eine Illusion“ bestreitet nicht die Existenz der Igel, also Praktiken gelebter Inklusion bzw. von Beispielen gelingender Inklusion. Die Zuspitzung macht vielmehr auf die Elefanten im gesellschaftlichen Raum aufmerksam, die Inklusion gesamtgesellschaftlich und in dem Sinne verhindern, wie die Betroffenen an der Basis sie sich wünschen oder vorstellen.

Grundgesetzergänzung vor 30 Jahren war sehr bewegender Tag

H-Günter Heiden mit Buch vor dem Reichstag
H-Günter Heiden mit Buch vor dem Reichstag
Foto: Sigrid Arnade

Berlin (kobinet) Vor genau 30 Jahren, am 30. Juni 1994, hat der Bundestag im Berliner Reichstagsgebäude das Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes beschlossen. Das beinhaltete auch die Änderung von Artikel 3 Absatz 3 mit dem neuen Satz „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Welche Bedeutung dieser Tag für H.-Günter Heiden hat, dazu und zu vielen anderen Themen rund um den damaligen Erfolg der Behindertenbewegung führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Autor des vor kurzem erschienen Buchs „Behindertenrechte in die Verfassung! Der Kampf um die Grundgesetzergänzung 1990-1994“ ein Interview.