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Landessozialgericht stärkt Recht auf Selbstbestimmung

Paragraphenzeichen unter einer Lupe vor rosafarbenem Hitnergrund
In Sachen Recht nachgefragt
Foto: H. Smikac

CELLE (kobinet) Kassen haben nicht das Recht, Schwerbehinderten vorzuschreiben, welche Hilfsmittel sie nutzen möchten. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle in einem kürzlich veröffentlichtem Urteil entschieden. Um weitgehend fit und mobil bleiben zu können wollte ein 49-jährige Kläger trotz seiner Querschnittslähmung keinen Elektrorollstuhl sondern einen Aktivrollstuhl mit Zuggerät.

Inklusion: mehr als eine Checkliste zum Abhaken

Symbol Ausrufezeichen

Erlangen (kobinet) Auf Einladung des Inklusionsprojekts LAUT (Leben, Arbeiten und Teilhaben in einer inklusiven Gesellschaft) kamen am 5. Oktober 2022 in der Heinrich-Lades-Halle Erlangen geladene Gäste und interessierte Arbeitgeber*innen zusammen, um Perspektiven und Chancen beruflicher Inklusion für unternehmerische Herausforderungen zu hinterfragen. Moderator und Inklusionsaktivist Raul Krauthausen machte dabei auf den Unterschied zwischen Teilhabe und Teilgabe aufmerksam. Denn tatsächlich sei es so, dass Menschen mit Behinderungen oft zuschauen, aber nur selten aktiv mitgestalten. Nur dann jedoch könnte man wirklich von Inklusion sprechen. Leider, so Krauthausen, wird dem Personenkreis zu selten die Möglichkeit gegeben, sich auszuprobieren und noch seltener die Chance eröffnet, ihr Können im beruflichen Kontext unter Beweis zu stellen, wie es in dem Bericht heißt.

Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner ist verstorben

Professor Dörner bei einem Vortrag
Foto von Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner
Foto: ForseA e.V.

Hollenbach (kobinet) Wie uns erst heute bekannt wurde, verstarb er bereits am 25. September 2022 im Alter von 88 Jahren in Gütersloh. Zu seinen ersten Verdiensten zählt die Aufarbeitung der Arbeit der Ärzte im „Dritten Reich“ durch die Veröffentlichungen der Akten des Nürnberger Ärzteprozesses. Sein ganzes Leben widmete er dem Paradigmenwechsel im Umgang der Gesellschaft mit der Psychiatrie. Ihm ist zu verdanken, dass die ausgrenzenden Strukturen, wie sie in der Nachkriegszeit immer noch bestanden, auf den Prüfstand kamen und nach und nach überwunden wurden.

Bundesamt sieht Defizite bei der Hilfsmittelversorgung

Schild mit Bundesadler und dem Namen des Amtes an zwei Pfeilern befestigt
Schild am Eingang des Bundesamtes für Soziale Sicherung
Foto: BAS

BERLIN (kobinet) Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) hat kürzlich die Qualität der Hilfsmittelversorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung untersucht und seine Erkenntnisse und Empfehlungen in seinem „Sonderbericht über die Qualität der Hilfsmittelversorgung in der Gesetzlichen Krankenversicherung“ zusammengefasst. In diesem Bericht stellt das BAS große Defizite in der Hilfsmittelversorgung fest.

Barrierefreie Mobilität ist Menschenrecht

Auto mit Heckklappe und Schräge
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Foto: Rolf Barthel

BERLIN (kobinet) Die im Personenbeförderungsgesetz verankerte Barrierefreiheit gilt seit der Novellierung 2021 auch für verbundene Verkehrssysteme wie Taxen – das stellt der Landesverband Berlin-Brandenburg des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) klar. Es ist ein herber Schlag für die darauf angewiesenen Menschen, so betont dieser Verband, wenn einzelne Taxiinnungen und Taxiunternehmen auch in Berlin und Brandenburg für die Beförderung von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer mit einem Aufpreis von bis zu 10 Euro werben

Hunderte Behindertenaktivist*innen forderten Rechte in Brüssel ein

Plakat: Fix the System: Not me
Plakat: Fix the System: Not me
Foto: ENIL

Brüssel (kobinet) „Vom 26. bis zum 28. September fand der vom European Network on Independent Living (ENIL) veranstaltete Freedom Drive 2022 statt. Drei Tage lang versammelten sich hunderte Menschen mit Behinderungen aus 28 Ländern Europas in Brüssel, um das Bewusstsein für die anhaltende soziale Ungleichheit von Menschen mit Behinderungen in institutionellen Einrichtungen zu schärfen. Die soziale Ungleichheit schließt uns von der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft und dem Zugang zu Rechten aus. Die anhaltenden Diskussionen um ein unabhängiges Leben führten während der Pandemie zu tausenden Todesfällen und in jüngerer Zeit waren die in Institutionen untergebrachten Personen Ziele im Ukrainekrieg“, dies schreibt Stefanie Geiser vom Verein Rhein-Main inklusiv in ihrem Bericht über den Freedom Drive, den sie den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Wie kann ein blinder Mensch beweisen, dass er kein Roboter ist?

Symbol Fragezeichen

Berlin (kobinet) Wer kennt sie nicht, die Sicherheitsabfragen im Internet, die feststellen sollen, ob man ein Mensch oder ein Roboter ist – in der Fachsprache „Captcha“ genannt. Meist findet die Prüfung in Form von Bildrätseln statt, man soll Ampeln zählen oder verzerrte Buchstaben erkennen. Was für viele User nicht ganz einfach oder lästig ist, stellt Menschen mit Seheinschränkungen vor unlösbare Aufgaben. Doch was sind die barrierefreien Alternativen? Damit beschäftigt sich ein breites Bündnis anlässlich des heutigen Tages des Weißen Stockes.

Deutsche Alzheimer Gesellschaft vergibt Forschungsförderung

Stilisiertes großes
Logo der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Foto: Deutschen Alzheimer Gesellschaft

BERLIN (kobinet) Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat im Jahr 2022 Beiträge zur Forschungsförderung vergeben. Sie betragen insgesamt rund 400.000 Euro. Mit dieser Summe werden sechs Projekte gefördert, welche die medizinische und pflegerische Versorgung der Betroffenen verbessern sollen.

LAGS will Selbstvertretung stärken und etwas verändern

Gruppe vonn Personen, auch mit Rollstuhl links im Bild. Rechts zwei Tafeln mit Notizen.
Beim Workshoptag in Dresden
Foto: Andy Vogelsang

DRESDEN (kobinet) Ende September trafen sich dreißig politisch engagierte Menschen mit Behinderung aus Sachsen im barrierefreien Stadtteilzentrum EMMERS und haben darüber beraten wie sie ihre Wirksamkeit in den verschiedenen politischen Zusammenhängen und Gremien auf Landes- und kommunaler Ebene erhöhen und aktiv Politik mitgestalten können. Als Rahmen dafür wurden die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen, die Liga Selbstvertretung oder im Sächsischen Landesbeirat für die Belange von Menschen mit Behinderung gesehen. Auch eine ganz neu zu gründende Organisation wurde in Betracht gezogen.

Ehrenpreis des DBS an die Gold-Kraemer-Stiftung

Drei Männer vor einer Tafel. Zwei Männer halten die Ehrenurkunde
Bei der Übergabe des Ehrenpreis an die Gold-Kraemer-Stiftung
Foto: picture alliance / DBS

FRECHEN-BUSCHBELL (kobinet) Beim Parlamentarischen Abend des Deutsche Behindertensportverbandes (DBS) wurde der Ehrenpreis des DBS an die Gold-Kraemer-Stiftung (GKS)) übergeben. Den von der Toyota Deutschland GmbH gestiftete Preis nahm der Vorstandsvorsitzender der GKS, vom DBS-Präsident sowie dem langjährigen Para Leichtathleten und Laudator Mathias Mester entgegen.

Erste Bilanz des ABiD-Sozialberaters

Portraifoto von Dennis Riehle
ABiD-Sozialberater Dennis Riehle
Foto: privat

BERLIN (kobinet) Seit Anfang 2022 bietet der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland eine kostenlose Sozialberatung per Mail an und blickt nun auf die ersten Monate dieser ehrenamtlichen Dienstleistung zurück. Nach Angaben des verantwortlichen Beraters Dennis Riehle haben sich bislang 172 Personen bei ihm gemeldet und um Hilfestellung gebeten.

Neue Infoseite für geflüchtete behinderte und chronisch kranke Menschen

Logo der ISL
Logo der ISL
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat eine neue Infoseite für geflüchtete Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen freigeschalten. „Auf dieser Internetseite möchten wir versuchen, häufig auftretende Fragen von geflüchteten Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zu beantworten“, heißt zum Zweck des neuen Angebotes auf der Startseite.

Hüppe: Triage-Gesetzentwurf ist ungenügend

Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Foto: Hubert Hüppe

Berlin (kobinet) Anlässlich der am 13. Oktober erfolgten Ersten Lesung des Triage-Gesetzentwurfes im Deutschen Bundestag hat sich der Berichterstatter für Menschen mit Behinderungen der AG Gesundheit der CDU/CSU Bundestagsfraktion Hubert Hüppe mittels einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Seiner Ansicht nach ist der Triage-Gesetzentwurf von Minister Lauterbach ungenügend.

Zweite Staatenprüfung Deutschlands voraussichtlich im August/September 2023

Flagge UN
Flagge UN
Foto: public domain

Genf (kobinet) Nicht zuletzt die Corona-Pandemie, aber auch die begrenzten Ressourcen des Fachausschusses über die Rechte behinderter Menschen der Vereinten Nationen, haben die zweite Staatenprüfung Deutschlands immer wieder hinausgezögert. Jetzt scheint klar zu sein, dass sich der Fachausschuss der Vereinten Nationen nach der 1. Staatenprüfung von 2015 nun im August/September 2023 zum zweiten Mal den Umsetzungsprozess der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland genauer anschauen wird. Die Anhörung Deutschland ist in der Agenda für die 29. Session des Ausschusses zwischen dem 14. August und 8. September in Genf vorgesehen, wie aus Dokumenten des Ausschusses hervorgeht.

VdK-Präsidentin: 49-Euro-Ticket ist immer noch zu teuer

Verena Bentele
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Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister von Bund und Ländern haben sich auf ihrer Tagung auf ein bundesweites 49-Euro-Ticket für den Nahverkehr geeinigt. Dazu erklärt VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Das 49-Euro-Klimaticket leistet einen Beitrag zur Mobilitätswende, aber nicht zur sozialen Teilhabe. Aus Sicht des VdK wäre eine 29-Euro-Lösung eine gute Nachfolge für das 9-Euro-Ticket gewesen. So hätten auch Menschen mit wenig Einkommen weiterhin die Möglichkeit, kostengünstig den ÖPNV zu nutzen – sei es, um Familie und Freunde zu besuchen oder wichtige Arzttermine wahrzunehmen.“

Bremer Broschüre zur Vorstellung von Projekten aus dem Bereich Arbeit

Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Arne Frankenstein mit E-Rolli unterwegs
Foto: Tristan Vankann / fotoetage

Bremen (kobinet) Der Landesbehindertenbeauftragte von Bremen, Arne Frankenstein, freut sich, dass sich im Land Bremen in den vergangenen Monaten viele Projekte auf den Weg begeben haben, um die Teilhabe behinderter Menschen an Arbeit in den Fokus zu nehmen. Um die einzelnen Bausteine in dem Handlungsfeld sinnvoll zusammenzuführen und Transparenz herzustellen, hat das Team des Landesbehindertenbeauftragten im Sommer ein Netzwerkgespräch initiiert. Auf Anregung der Teilnehmenden wurde im Nachgang die Broschüre TEILHABE BEHINDERTER MENSCHEN Miteinander netzwerken Vorstellung von Projekten aus dem Bereich Arbeit erstellt. Darin werden die einzelnen Projekte und Initiativen vorgestellt.

Landessozialgericht stärkt Wunsch- und Wahlrecht bei Hilfsmittelversorgung

Goldene Statue Justitia mit Schwert und Waage
Justitia
Foto: Sang Hyun Cho auf Pixabay

Greifswald (kobinet) Das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (LSG) hat die Selbstbestimmungsrechte von rollstuhlfahrenden Personen in einem Urteil von September 2022 gestärkt. Dabei hat das Gericht festgestellt, dass Menschen mit Behinderung ein weitgehendes Wunsch- und Wahlrecht bei der Hilfsmittelversorgung zusteht. Über diese Entscheidung berichtet Henry Spradau aus Greifswald für die kobinet-nachrichten.

IGEL-Podcast: Warum die Agenda 2030 wichtig ist für den DBSV

Logo des Podcast IGEL: Inklusion Ganz EInfach Leben
Logo des Podcast IGEL
Foto: Sascha Lang

Bad Segeberg (kobinet) Noch bis zum 15. Oktober findet die Woche des Sehens statt. Das ist ein guter Anlass für den Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, ein Interview mit dem Vorsitzenden des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV), Hans-Werner Lange, im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) zu führen. Hans-Werner Lange hat im Sommer den Vorsitz von Klaus Hahn übernommen und führt für die nächsten vier Jahre den Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. Auf Ohrfunk läuft übrigens seit neuestem immer freitags, um 18:00 Uhr die IGEL-Show mit vielen aktuellen Infos von Sascha Lang, die samstags um 12:05 Uhr wiederholt wird.

Gesetzentwurf für Regelungen in Sachen Triage in Bundestag eingebracht

Bundesadler im Plenarsall
Bundesadler im Plenarsall
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) In Erster Lesung hat sich heute der Deutsche Bundestag mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zu Regelungen im Falle einer Triage im Rahmen von Änderungen des Infektionsschutzgesetzes befasst. Im nächsten Schritt des Gesetzgebungsverfahrens wird sich nun der Gesundheitsausschuss bei einer Anhörung am 19. Oktober mit dem Gesetzentwurf befassen, der die Nichtdiskriminierung behinderter Menschen im Falle einer Triage sicherstellen soll, wie es das Bundesverfassungsgericht fordert.

Betreuungslandschaft in akuter Not

Logo des BdB
Logo des BdB
Foto: BdB e.V.

HAMBURG (kobinet) Der Bundesverband der Berufsbetreuer (BdB) schlägt Alarm: Nach der Einschätzung dieses Vereins ist die Betreuungslandschaft als Ganzes in Not. Die Gründe dafür
werden in der Preisexplosion bei Energie, Mobilität, Sach- und Mietkosten sowie in der Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro gesehen. Infolge dessen sehen sich die Betreuungsvereine und selbstständige Berufsbetreuer existenziell bedroht. Auf der Sitzung des Länderrates in Schwerin verabschiedete der Verband eine Resolution, die das sofortige Handeln der Politik in Bund und Ländern fordert.

Neue Wege wagen

Stilisiertes großes
Logo der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Foto: Deutschen Alzheimer Gesellschaft

MÜHLHEIM AN DER RUHR (kobinet) Nach zweieinhalb intensiven Tagen des Austauschs und gemeinsamen Lernens mit rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist der 11. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zu Ende gegangen. Der Kongress stand unter dem Motto „Demenz – neue Wege wagen“. Zum Abschluss wurde nochmals die Forderung unterstrichen bei der Pflege in Zeiten des langen Lebens neue Wege zu wagen.

Auf ein Wort: Gedanken zur heutigen Bundestagsdebatte zur Triage

Margit Glasow
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Foto: privat

Rostock (kobinet) In einem Beitrag unter dem Motto „Auf ein Wort“ hat sich die Journalistin Margit Glasow vor der heutigen Debatte zu gesetzlichen Regelungen im Falle einer Triage Gedanken über dieses Thema gemacht. Sie fragt: „Ist jedes Leben gleich viel wert?“

Bundesregierung zerstört Beratungsstrukturen

Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Foto: Hubert Hüppe

BERLIN (kobinet) In Verbindung zu den Finanzierungsbescheiden des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) weist der Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Gesundheitsausschuss, Hubert Hüppe darauf hin, dass die Bundesregierung auf diesem Wege die Beratungsstrukturen für Gehörlose und Taubblinde zerstört.

Triage-Regelungen werden heute im Bundestagsplenum debattiert

Bundestag im Herbst
Bundestag
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Was unter dem Tagesordungspunkt 14 der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages mit der Bezeichnung „Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes“, recht unscheinbar daherkommt, hat es in sich. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich behinderte Menschen gegen diskriminierende Auswahlkriterien im Falle von Ressourcenknappheiten im Gesundheitswesen gewehrt, was bis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Dezember 2021 in ihrem Sinne geführt hat. Heute müssen die Bundestagsabgeordneten in der Debatte zu dem von vielen als unzureichend kritisierten Gesetzentwurf der Bundesregierung zu nichtdiskriminierenden Regelungen in Triage-Situationen in einer gut 45minütigen Bundestagsdebatte Stellung beziehen. Diese beginnt um 17:20 Uhr und wird über www.bundestag.de live im Internet übertragen

SoVD fordert Barrierefreiheit bei Zugang zum Breitscheidplatz

Bei der Begehung/Berollung am Zugang zum Breitscheidplatz
DEU, Berlin, 22.10.2020, Aktion des SoVD mit Prof. Dr. Ursula Engelen-Kefer zu den Schwierigkeiten für RollstuhlfahrerInnen verursacht durch die Sicherheits-Poller am Breitscheidplatz / Gedächniskirche,
[ (c) Wolfgang Borrs, www.borrs.de, [email protected]; ]
Foto: Wolfgang Borrs

Berlin (kobinet) Die Berliner Senatsverkehrsverwaltung und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf arbeiten an einem gemeinsamen Verkehrskonzept für die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen für den Breitscheidplatz. In diesem Zusammenhang fordert die Landes­vorsitzende des Sozialverband Berlin-Brandenburg (SoVD), Ursula Engelen-Kefer, in einem Schreiben an die zuständige Senatorin Jarasch und den Bezirksstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf Schruoffeneger Barrierefreiheit beim Zugang zum Breitscheidplatz. „Wenn jetzt endlich ein neues Verkehrs- und Sicherheitskonzept auf den Weg gebracht wird, muss der Zugang auch für Elektrorollstühle befahrbar sein“, so Engelen-Kefer.

„Der Lech sitzt im Rollstuhl“

Scrennshot vom SZ-Artikel von Christian Mürner
Scrennshot vom SZ-Artikel von Christian Mürner
Foto: SZ – Screenshot Christian Mürner

Hamburg (kobinet) „Der Lech sitzt im Rollstuhl“ Unter diesem Titel erschien am 9. Oktober 2022 in der Süddeutschen Zeitung (online Ausgabe) ein Bericht in der Rubrik „Naturschutz in Bayern“. Im Vorspann hieß es, dass der Fluss der „am dichtesten verbaute Strom“ sei und als „Ruine“ gelte. Dieser Bericht – und vor allem auch der Titel – hat den Journalisten Christian Mürner zu einem Kommentar veranlasst, den er den kobinet-nachrichten zur Verfügung stellt.

LVR-Dialog: Neues Betreuungsrecht als Chance für mehr Selbstbestimmung

Logo LVR Qualität für Menschen
Logo LVR Qualität für Menschen
Foto: LVR

Köln (kobinet) Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) lädt am 14. November zum mittlerweile 5. LVR-Dialog Inklusion und Menschenrechte von 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr als Online-Fachveranstaltung über Zoom ein. Schwerpunktthema ist dieses mal „Das neue Betreuungsrecht als Chance für mehr Selbstbestimmung“.

Schlüssel zu mehr Barrierefreiheit ist der Neubau

Verena Bentele
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Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Am Rande des ersten Treffens des Bündnis zum bezahlbaren Wohnraum am 12. Oktober im Kanzleramt in Berlin, an dem auch der Sozialverband VdK als Bündnispartner teilnahm, machte VdK-Präsidentin Verena Bentele deutlich: „In Deutschland fehlen Millionen barrierefreie Wohnungen, die von Menschen mit Behinderungen, Pflegebedürftigen und Seniorinnen und Senioren bewohnt werden können. Das muss sich ändern. Die Zeit ist reif, dass die Politik endlich den Bedarf an barrierefreiem Wohnraum richtig einschätzt und danach handelt.“ Ein Schlüssel zur Barrierefreiheit ist nach Ansicht der VdK-Präsidentin der Neubau.

Lunchkonzerte in der Berliner Philharmonie

Wu Wei und Martin Stegner nach dem Konzert
Wu Wei und Martin Stegner nach dem Konzert
Foto: sch

Berlin (kobinet) Einfach mal zu einem Konzert in die Berliner Philharmonie gehen, spontan während der Mittagspause und das auch noch bei freiem Eintritt: Das ist jeden Mittwoch um 13 Uhr möglich. Heute musizierte im Foyer des Großen Saals das Wu Wei Trio. Mit dem chinesischen Sheng-Virtuosen spielten Martin Stegner (Viola) und Janne Saksala (Kontrabass) eigens für das Trio bearbeitete Werke von Bach, Telemann und Vivaldi. Besonders bei Vivaldis Triosonate „La Folia“ und der Zugabe für das begeisterte Publikum zeigten sich alle drei Musikanten als Jazzer. Wu Wei begann mit 15 Jahren das Studium an der chinesischen Mundorgel und ist als Solist heute weltweit gefragt.

Bündnis ist gutes Fundament für mehr barrierefreien Wohnraum

Jürgen Dusel
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Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Im Bundeskanzleramt ist heute das „Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum“ zusammengekommen. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, begrüßt die in diesem Bündnis bisher erzielten Ergebnisse.

Volunteers für Weltspiele von Special Olympics gesucht

Logo der Special Olympic World Games Berlin 2023 - Weltkugel mit Fernsehturm
Logo der Special Olympic World Games Berlin 2023
Foto: Special Olympics World Games Berlin 2023

BERLIN (kobinet) Für das weltweit größte inklusive Sportevent im kommenden Jahr, das vom 17. bis zum 25. Juni 2023 stattfindet, werden bis zu 20.000 freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht. Dafür startet nun die offizielle Kampagne des Lokalen Organisationskomitees der Weltspiele (LOC) mit dem Aufruf: Mach mit! Sei Teil der Bewegung – Werde Mitglied im #TeamVolunter 2023.

Spendenlauf mit starkem Ergebnis

Beine eines Läufers auf einer Straße auf dem Weg einem hellen Horizont entgegen
Läufer für einen guten Zweck
Foto: Pixabay/kinkate

HAMBURG (kobinet) Zehn Tage lang haben Freizeitsportlerinnen und Sportler sowie Mitarbeitende aus verschiedensten Hamburger Unternehmen Spenden zugunsten sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher sowie junger Menschen mit Behinderung gesammelt. Ob gehend, laufend, fahrend oder schwimmend: gespendet wurde pro zurückgelegtem Kilometer mindestens ein Euro von den Einzelläufer und zwei Euro von den Unternehmensteilnehmer. So kamen Stand heute rund 25.000 Euro zusammen, mit denen die Projekte der Initiative „Stark für Hamburg“ unterstützt werden können.

Neue Studie belegt erheblichen Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung

Ferda Ataman
Ferda Ataman
Foto: Sarah Eick

Berlin (kobinet) Bundesweit mangelt es an Beratungsstellen für Menschen, die Diskriminierung erleben. Das zeigt die Studie „Gut beraten! Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Antidiskriminierungsberatung in Deutschland“ im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die am morgigen Donnerstag, den 13. Oktober, in Berlin im Rahmen einer Fachtagung vorgestellt wird. Demnach gibt es in der Summe bundesweit weniger als 100 Vollzeitstellen für Antidiskriminierungsberatung – im Durchschnitt kommt damit nur ein*e Berater*in auf mehr als 920.000 Einwohner*innen. „Wir brauchen eine flächendeckende Antidiskriminierungsberatung, um Betroffene nicht länger allein zu lassen“, lautet daher die Forderung der Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung Ferda Ataman.

Grundrechte zur Disposition gestellt

Portrait Maria-Cristina Hallwachs
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Foto: Maria-Cristina Hallwachs

Hollenbach (kobinet) Das Intensivpflege- und Rehabilitationsgesetz, das derzeit bei sehr vielen behinderten Menschen mit Intensivpflegebedarf für schlaflose Nächte sorgt, verletzt neben vielen Grundrechten auch die verbindliche Zusage Deutschlands an die Vereinten Nationen, nach Artikel 4 der Behindertenrechtskonvention nur noch konventionskonforme Gesetze zu erlassen.

Bezahlbare Mobilität für alle Menschen gefordert

Dekoration - DB-Logo - weißer Untergrund, rote Buchstaben DB und roter Randin einem Wartebereich
Dekoration – DB-Logo in einem Wartebereich
Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Bremen (kobinet) Im vergangenen Sommer haben sehr viele Menschen das so genannte 9-Euro-Ticket genutzt und sind auf diese Weise preiswert unterwegs gewesen. Menschen mit Behinderungen wissen, wie wichtig Mobilität im Leben ist. Sie begrüßen daher auch die aktuellen Diskussionen um die Fortschreibung eines ähnlichen Angebots. Zugleich haben Menschen mit Behinderungen im Sommer häufig erfahren, dass sie den öffentlichen Personennahverkehr oft nicht nutzen konnten, weil die Busse und Züge in vielen Fällen überfüllt waren. Aus diesem Grunde hat sich der Arbeitskreis Bremer Protest an die Nahverkehrsunternehmen und an die verkehrspolitischen Sprecher*innen der Bürgerschaftsfraktionen, die Landesverkehrsminister sowie den Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, gewandt.

Die Woche des Sehens kommt heute nach Marburg

Symbol Information

Marburg/Lahn (kobinet) Noch bis zum 15. Oktober 2022 geht die 21. Woche des Sehens in sechs Städten „auf die Straße“: Neben Berlin, Magdeburg, Köln, Mainz und München kommt sie auf Einladung des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) auch nach Marburg. Am heutigen 12. Oktober von 11 bis 14 Uhr werden auf dem Marktplatz in der Marburger Oberstadt Installationen mit Simulationsfolien aufgestellt. Besucherinnen und Besucher, die einen Blick hindurch auf das historische Rathaus werfen, erhalten einen Eindruck, wie Menschen mit Sehbehinderung ihre Umwelt wahrnehmen. Der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies wird zwischen 12.30 Uhr und 13.00 Uhr erwartet.

Projekt „Mobilität beginnt im Kopf“ für Deutschen Engagement Preis nominiert

Projekt: Mobilität beginnt im Kopf mit Kevin Kleiber
Projekt Mobilität beginnt im Kopf
Foto: Kevin Kleiber

Löhnberg (kobinet) Rund 460 Projekte und Personen haben die Chance, den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis des Deutschen Engagement Preis zu erhalten. Die TOP 50 der noch bis zum 19. Oktober möglichen öffentlichen Abstimmung gewinnen zudem die Teilnahme an einer kostenfreien Weiterbildung. Ein Projekt, das für den Publikumspreis vorgeschlagen wurde, ist das Projekt von Kevin Kleiber und seinem Team mit dem Titel „Mobilität beginnt im Kopf“. Kevin Kleiber nutzt selbst einen Rollstuhl und hat einen Auslands-Freiwilligendienst mit Unterstützung des in Essen ansässigen Vereins Behinderung und Entwicklungszusammenhang (bezev) absolviert. Beim Treffen des von bezev unterstützten Zusammenschlusses People for Inclusion am vergangenen Wochenende herrschte die einhellige Meinung, dass dieses Projekt jede Stimme verdient und bei der Abstimmung unterstützt werden sollte.

Selbstvertretung stärken und etwas verändern!

Symbol Ausrufezeichen

Dresden (kobinet) „Selbstvertretung stärken und etwas verändern!“ Unter diesem Motto trafen sich Ende September 2022 ca. dreißig politisch engagierte Menschen mit Behinderung aus Sachsen im barrierefreien Stadtteilzentrum EMMERS in der Bürgerstraße in Dresden. Sie berieten darüber, wie sie ihre Wirksamkeit in den verschiedenen politischen Zusammenhängen und Gremien auf Landes- und kommunaler Ebene erhöhen und aktiv Politik mitgestalten können: Zum Beispiel in der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen(LAG SH Sachsen), der Liga Selbstvertretung, im Sächsischen Landesbeirat für die Belange von Menschen mit Behinderung oder vielleicht auch in ganz neu zu gründenden Organisationen.

Infektionsschutzgesetz: Ex-Post-Triage muss verboten bleiben – Überlebenswahrscheinlichkeit darf kein Zuteilungskriterium sein

Karikatur zur Triage - Bildbeschreibung im Artikel unten
Karikatur zur Triage – Bildbeschreibung im Artikel unten
Foto: ISL – Phil Hubbe

Berlin (kobinet) Bei der geplanten „Triage-Regelung“ im Infektionsschutzgesetz, das am Donnerstag, den 13. Oktober, in erster Lesung im Bundestag beraten wird, darf das Verbot der Ex-Post-Triage keinesfalls aufgeweicht werden. Vielmehr ist es durch konkrete Strafandrohungen zu erhärten. Bei der Ex-Post-Triage wird eine begonnene Behandlung zugunsten einer anderen Person mit vermeintlich besseren Erfolgsaussichten abgebrochen, obwohl der nun zum Sterben verurteilte Mensch ohne Therapieabbruch möglicherweise noch eine Überlebenschance gehabt hätte. Vorschläge zur Strafbarkeit der Ex-Post-Triage im derzeit diskutierten Infektionsschutzgesetz enthalten die neuen erweiterten Gesetzesformulierungen des Runden Tisch Triage: „Wir positionieren uns damit gegen das Votum des Bundesrats, der eine Überprüfung des Verbots der Ex-Post-Triage angemahnt hat“, erläutert Dr. Sigrid Arnade, Mitinitiatorin des Runden Tisch Triage.

Woche des Sehens mit breitem Programm

Zeichnung blinder Personen, die mit einem Taststock den Weg zur Haltestelle suchen
Online-Spiel „Blind zum Bus“
Foto: DBSV

MARBURG (kobinet) Noch bis 15. Oktober 2022 ist die 21. Woche des Sehens in den sechs Städte in Deutschland unterwegs. In der Kampagnenwoche finden bundesweit zahlreiche Infoveranstaltungen und Mitmach-Aktionen statt, um für die Themen Blindheit und Sehbehinderung zu sensibilisieren. Dazu gehören zum Beispiel Fachvorträge, Hilfsmittelausstellungen, inklusive Museumsbesuche, Dunkelcafés und Augen- Trainings.