
Foto: Janina Veit
WITTEN (kobinet)

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Berlin (kobinet)

München / Brüssel (kobinet) „Die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen von den Grünen findet Werkstätten für behinderte Menschen ungerecht. In der BR Sendung ‚quer‘ sagt Langensiepen, die selbst eine sichtbare Behinderung hat: ‚Wir reden über Ausbeutung, wenn jemand für einen Euro die Stunde das Holzhäuschen produziert. Ein nicht behinderter Mensch würde zu solche Konditionen nicht arbeiten‘.“ So heißt es in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks BR24. Mit der Überschrift „Werkstätten für behinderte Menschen: Ausnutzung oder Inklusion?“ beleuchtet der Bericht, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat, das Thema aus verschiedenen Perspektiven.

Köln (kobinet) Natalie Dedreux wurde am 19. November 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Dies vor allem, weil sie sich als Aktivistin für die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom einsetzt. Henriette Reker, die Kölner Oberbürgermeisterin, sagte zu Natalie Dedreux und den anderen Geehrten: „Ohne ihr Engagement würde die Gesellschaft nicht funktionieren.“ Darauf hat Ohrenkuss aufmerksam gemacht. Natalie Dedreux arbeitet dort u.a. in der Redaktion mit.

Berlin (kobinet) Anlässlich der in Berlin stattfindenden Fach-Tagung gegen Gewalt an Frauen, macht Sören Pellmann, Vorsitzender der Gruppe Die Linke im Bundestag, auf die gravierenden Missstände aufmerksam, denen Frauen-Beauftragte in Werkstätten ausgesetzt sind. Eine aktuelle Umfrage unter Frauen-Beauftragten in Werkstätten, durchgeführt von der HAWK und dem Netzwerk Starke.Frauen.Machen., zeige erschreckende Defizite auf. „Frauen-Beauftragte in Werkstätten kämpfen für die Rechte der Schwächsten – und oft fehlt ihnen selbst das Nötigste wie ein Büro, ein Diensthandy oder ein eigenes Budget“. Nur 41 Prozent der Frauen-Beauftragten haben ein eigenes Büro, während fast die Hälfte keinen Computer zur Verfügung hat und 24 Prozent keinerlei Budget erhalten“, teilte Sören Pellmann mit.

Hamburg (kobinet) 2021 startete Grauwert, Büro für Inklusion und demografiefeste Lösungen, gemeinsam mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg in Zusammenarbeit mit verschiedenen Museen und Kunstvermittler*innen das für alle Teilnehmenden kostenlose Angebot „Bei Anruf Kultur“. Monatlich kommen neue Museen hinzu. Angeboten werden akustische einstündige Führungen am Telefon. Diese finden live aus dem Museeum statt. Zwischendurch gibt es kurze Unterbrechungen für Zwischenfragen. Interessierte erhalten direkt nach Anmeldung die entsprechenden Einwahldaten für die jeweilige Führung. Die Führungen sind kostenlos. Es entstehen lediglich die Telefongebühren für Anrufe ins Festnetz des eigenen Telefonanbieters. Das Programm, das auf der Internetseite oder telefonisch abgerufen werden kann, kann auch über einen Newsletter direkt auf den PC oder postalisch in gedruckter Form bestellt werden.

Berlin / Karlsruhe (kobinet) Anlässlich der heutigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 26. November 2024, medizinische Zwangsbehandlungen in Einzelfällen auch außerhalb von Krankenhäusern zu gestatten (Verfahren 1 BvL 1/24), erklärt Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte: „Das Bundesverfassungsgericht hat mit seiner heutigen Entscheidung die Möglichkeit eröffnet, ärztliche Zwangsbehandlungen nicht mehr nur in Krankenhäusern, sondern auch in Einrichtungen durchzuführen, in denen die betroffenen Personen untergebracht sind. Zwar hat das Gericht hierfür strenge Vorgaben formuliert, dennoch birgt diese Entscheidung das Risiko, dass Zwangsbehandlungen zukünftig häufiger und umfangreicher angewendet werden können.“

Karlsruhe (kobinet) Das Bundesverfassungsgericht hat heute am 26. November 2024 seine Entscheidung zu Zwangsmaßnahmen in der medizinischen Behandlung verkündet. In der Überschrift der Presseinformation zur Entscheidung des Bundesverfassungsgericht heißt es: „Krankenhausvorbehalt bei ärztlichen Zwangsmaßnahmen teilweise verfassungswidrig“. Die ausnahmslose Vorgabe, ärztliche Zwangsmaßnahmen im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einem Krankenhaus durchzuführen, sei verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt. Der Gesetzgeber sei zur Neuregelung spätestens bis zum Ablauf des 31. Dezember 2026 verpflichtet. Bis zu einer Neuregelung gelte das bisherige Recht fort, heißt es weiter in der Presseinformation des Bundesverfassungsgerichts.

MÜNCHEN (kobinet) Die Lebenshilfe würdigt Bobby Brederlow, den Namensgeber ihres Medienpreises BOBBY, der am 22. November gestorben war. Rolf Brederlow, ein Mann mit Down-Syndrom, ging voll in seiner Rolle des „Bobby“ im ARD-Vierteiler „Liebe und weitere Katastrophen“ auf und wollte fortan nur noch Bobby genannt werden. Vor 25 Jahren spielte er sich an der Seite von Fernsehstars wie Senta Berger, Friedrich von Thun und Suzanne von Borsody in die Herzen eines Millionen-Publikums. Sein beeindruckender TV-Auftritt inspirierte die Bundesvereinigung Lebenshilfe dazu, einen eigenen Medienpreis auszuloben.

Berlin (kobinet) Wie ZEIT ONLINE vor kurzem berichtete, will der Kanzlerkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck, zu Bürgerinnen und Bürgern nach Hause kommen und Wahlkampf an Küchentischen betreiben. Dies hat Prof. Dr. Sigrid Arnade zum Anlass genommen, den Vizekanzler und Kanzlerkandidat der Grünen zu sich nach Hause an ihren Küchentisch einzuladen. „Lieber Herr Habeck, gerne lade ich Sie zu mir nach Hause ein, um über Behindertenpolitik zu sprechen. Der Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien war aus der Sicht behinderter Menschen der beste Koalitionsvertrag, den es jemals gab. Nur ist leider so gut wie nichts davon umgesetzt worden. Deshalb müssen wir reden, denn rund 10 Prozent der Menschen in diesem Land gelten als schwerbehindert, und täglich werden es mehr“, schrieb Sigrid Arnade u.a. in der Einladung an Robert Habeck.

Magdeburg (kobinet) Mit einem offenen Brief hat sich der Stammtisch „Selbstbestimmt leben Magdeburg“ an die Öffentlichkeit gewandt. Aufgrund der Misere, dass das Persönliche Budget in Sachsen-Anhalt schlecht bis gar nicht umgesetzt wird, hatte der Landesbehindertenbeauftragte Dr. Walbrach am 18. November 2024 zu einem Fachgespräch zum Thema Persönliches Budget im Arbeitgebermodell eingeladen. Das Fachgespräch wird vom Stammtisch im Hinblick auf das Agieren der Vertreter*innen des Sozialministeriums und der Sozialagentur Sachsen-Anhalt als Farce betrachtet, wie aus dem offenen Brief hervorgeht. Die Mitglieder des Stammtisch betonen, dass man in Sachsen-Anhalt noch weit von einer Diskussion auf Augenhöhe entfernt sei. Im folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten den offenen Brief des Stammtisch Selbstbestimmt leben Magdeburg.

Kassel (kobinet) Uwe Heineker ist nicht nur ein „alter Hase“ in der Bewegung für die Rechte beeinträchtigter Menschen. Er hat auch in seinem Beitrag zum 2024 erschienenen Buch „Von Behinderung befreit: Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen“ seinen eigenen Weg mit den behindertenpolitischen Strukturen der 50er Jahre bis heute beleuchtet. Wie kam es zu dem Buchbeitrag und was hat das Leben von Uwe Heineker geprägt. Diesen Fragen ist kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul im Interview mit Uwe Heineker nachgegangen. Uwe Heineker nimmt übrigens demnächst an einer Veranstaltung der Volkshochschule Frankfurt teil. „Sind Werkstätten für viele Menschen mit Behinderung die einzig mögliche Arbeitsstelle? Gibt es andere Möglichkeiten zu arbeiten? Wie müssen sich Strukturen und der Arbeitsmarkt verändern?“ Um diese Fragen geht es bei der Veranstaltung am 28. November 2024 von 18.00 – 20.00 Uhr im Stadthaus Frankfurt, Markt 1, 60311 Frankfurt, zu der die Frankfurter Volkshochschule einlädt.

Stuttgart (kobinet) Mit dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt „Wege in den Beruf“ sollen deutschlandweit berufliche Bildungsangebote für Menschen mit Taubblindheit/Hörsehbehinderung aufgebaut und damit Perspektiven geschaffen werden. Denn im beruflichen Bereich gab und gibt es für den Personenkreis taubblinder und hörsehbeeinträchtigter Menschen keine adäquaten Angebote. Daraus folgt oft ein Arbeitsplatz in einer WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) und eine damit verbundene Unterforderung oder gar eine Frühverberentung.

Halle an der Saale (kobinet) Menschen mit Behinderungen sind noch viel zu selten in Führungspositionen tätig. Das betrifft auch den Kultur-Sektor. Das von der Kulturstiftung des Bundes aufgelegte spartenübergreifende Mentoring-Programm für Disabled Leadership möchte hier entgegenwirken. Das Mentoring-Programm unterstützt Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen als Mentees auf ihrem Weg, sich für Leitungspositionen in Kulturprojekten und -einrichtungen aller Sparten zu qualifizieren. Das Programm ist offen für Bewerbungen von Menschen mit Behinderung, die als Künstlerinnen und Künstler tätig sind oder in kunstnahen Arbeitsfeldern wie Kuration, Dramaturgie oder Kunstpädagogik arbeiten. Neben der Beratung durch erfahrene Mentor*innen erhalten die Mentees acht Monate Projektmittel von 500 € im Monat. Die Bewerbungsfrist endet am 13. Dezember 2024.

Bad Segeberg / Mainz (kobinet) „Wie kann Gewalt gegen Frauen und Mädchen abgebaut werden – Internationaler Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen und Mädchen“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt an Frauen und Mädchen, der heute am 25. November begangen wird. Zu Gast bei Sascha Lang und beim IGEL-Podcast sind Nina Becker vom Projekt COBRA, einer Koordinations- und Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit Behinderung in Rheinland-Pfalz, und Ellen Kubica, Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz, die sich leidenschaftlich für die Stärkung und den Schutz von Frauen mit Behinderung einsetzt, heißt es in der Ankündigung des Podcast.

BERLIN (kobinet) Zu den jetzt bekannt gewordenen Einsparungen im Berliner Landeshaushalt 2025 von insgesamt drei Milliarden Euro stellt die SoVD-Landesvorsitzende Ursula Engelen-Kefer fest: „Die vom Berliner Senat vorgesehene Abschaffung des 29-Euro-Tickets sowie die Erhöhung des 9-Euro-Sozialtickets – das ist Sparen am falschen Ende. Dies trifft die Berlinerinnen und Berliner mit einem im Bundesvergleich hohen Anteil von Niedriglöhnen sowie Armut bei Arbeit und im Alter besonders hart.“

ERFURT (kobinet) Die LIGA Selbstvertretung Thüringen sieht nach der Veröffentlichung des Koalitionsvertrags viele positive Ansätze, aber auch noch Luft nach oben. „Wir freuen uns sehr, dass viele unterschiedliche Lebensbereiche von Menschen mit Behinderungen aufgenommen wurden, wie Wohnen, Arbeit und Bildung und an Lösungsansätzen gearbeitet werden soll“, so Vorstandssprecher Torsten Theuerkauf, und führt fort, „dass die Personenzentrierte Komplexleistung als Möglichkeit der Leistungserbringung in allen Landkreisen explizit genannt wird ist ein Meilenstein für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Thüringen“. Gerade bei alternativen Leistungserbringungen haben sich manche Landkreise und kreisfreien Städte vehement gewährt. Dies dürfte damit vom Tisch sein.

BERLIN (kobinet) Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexualisierte Gewalt. Alle 3 Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren ehemaligen oder aktuellen Partner. Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Femizid, ein Mord an einem Menschen aus dem Grunde, dass es eine Frau ist, begangen. Im Jahr 2023 wurden 360 Mädchen und Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet.

Berlin (kobinet) Seit dem Bruch der Ampelkoalition haben die Bundestagsabgeordneten nicht zuletzt aufgrund der Blockade der CDU/CSU Fraktion ihre Arbeit im Plenum und Ausschüssen massiv eingeschränkt. Eine Reihe von Sitzungen wurden verkürzt oder gar abgesagt. Dabei hätten die Bundestagsabgeordneten aus der Sicht behinderter Menschen noch eine ganze Menge zu tun, denn die behindertenpolitischen Maßnahmen sind aufgrund der Aufschieberitis und Uneinigkeit der Ampelkoalition fast vollständig auf der Strecke geblieben. Die Bundestagsabgeordneten haben sich dabei zumeist auf die Ministerien verlassen, die entsprechende Vorlagen für Gesetzesreformen erstellen und über das Kabinett in den Bundestag einbringen sollten. Auch wenn nur noch fast drei Monate verbleiben, sieht die LIGA Selbstvertretung die Bundestagsabgeordneten nun in der Pflicht. Diese können über ihre Fraktion eigenständig Gesetzesentwürfe einbringen und wie bei anderen Gelegenheiten auch, diese schnell verabschieden. Wenn die Fraktionen von SPD, Grünen, CDU/CSU und/oder FDP ihren Auftrag im Bundestag wahrnehmen und nicht nur auf den Wahlkampf setzen – und vor allem fraktionsübergreifend nach Kompromissen suchen. Schöne Reden hat es nach Ansicht der LIGA Selbstvertetung schon genügend für Barrierefreiheit und Inklusion im Bundestag gegeben. Handeln sei jetzt angesagt.

Wien (kobinet) Am 23. November 2024 wurde in Wien zum zehnten Mal der Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig Preis für selbstbestimmtes Leben verliehen. Erstmals fand in diesem feierlichen Rahmen auch die Verleihung des Jugendpreises in Erinnerung an Elisabeth Pozzi-Thanner statt. Ausgezeichnet wurden das Kompetenznetzwerk Informationstechnologie zur Förderung der Integration (ki•i), Roswitha Schachinger und Franz-Joseph Huainigg. Den Pozzi-Thanner-Jugendpreis erhielten Doris Schmid und Carolin Gass, wie es in einem Bericht des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS heißt.

Berlin (kobinet) „30 Jahre Grundgesetz-Änderung – das Benachteiligungsverbot aufgrund von Behinderung“. So lautet der Titel einer Fachveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Diakonie in Rheinland-Pfalz (RLP) anlässlich des Internationalen Aktions- und Gedenktages der Vereinten Nationen für Menschen mit Behinderung am 2. Dezember 2024 von 12:00 bis 15:30 Uhr im Landesmuseum in der Große Bleiche 49 in 55116 Mainz.

Berlin (kobinet) Die Umsetzung digitaler Barrierefreiheit für Webseiten, Dokumente und mobile Anwendungen ist eine Verpflichtung für öffentliche Stellen gemäß Behindertengleichstellungsgesetzen von Bund und Ländern oder den einschlägigen Fachgesetzen. Dementsprechend dürfen Ausschreibungs- und Vergabeverfahren nicht dahinter zurückbleiben. Die von der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik herausgegebene Handreichung zeigt für eine neu zu entwickelnde IT-Lösung (Desktop- und Web-Anwendung) auf, wie sich die Vorgaben zur Barrierefreiheit in einem Ausschreibungs- und Vergabeverfahren umsetzen lassen.

Stuttgart (kobinet) „Behinderte in die Parlamente“, dieser Spruch der Behindertenbewegung aus den 90er Jahren ist nach wie vor aktuell – vielleicht sogar aktueller denn je angesichts der zunehmenden ausgrenzenden Tendenzen und der verpassten Chancen für eine menschenrechtsorientierte Behindertenpolitik in Deutschland. Simone Fischer, die derzeitige Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg, ist zumindest bereit, sich einer solchen Aufgabe im Deutschen Bundestag zu stellen. Sie wurde in Stuttgart zur Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen gewäht und kann nun voll in den Wahlkampf einsteigen. Damit treten neben Stephanie Aeffner, die als Rollstuhlnutzerin derzeit für die Grünen im Bundestag ist und erneut kandidiert, zwei starke behinderte Frauen in Baden-Württemberg für die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 an. Welchen Platz sie auf der Landesliste der Partei bekommen, das wird sich im Dezember zeigen.

Staufen (kobinet) Wofür steht nochmal das Kürzel VdK? Für „Verband deutsche Kriegstüchtigkeit“? Ich glaube. Hat nicht der Verbandsvorstand jüngst erklärt: Wenn „Soziales, Wirtschaft und Verteidigung einen Dreiklang bilden, dann ist Deutschland stabilisiert“. Mit „Verband“ ist natürlich der Mullwickel gemeint, den Leute um den Kopf tragen, die solche Erklärungen von sich geben. Die Mullbinde soll verhindern, dass ihnen ihr Restverstand nicht auch noch wegfliegt, wenn die anfliegenden Langstreckenraketen aus allen Himmelsrichtungen ihnen um die Ohren fliegen.

Berlin (kobinet) Das Dunkel ist ein Heimweh nach Licht. (Carl Ludwig Schleich)

HERZOGENAURACH (kobinet) In Vorbereitung auf die Special Olympics World Winter Games, die vom 8. bis 15. März 2025 in Turin stattfinden, wurde das Team Special Olympics Deutschland (TeamSOD) am Wochenende in Herzogenaurach eingekleidet. Unterstützt unter anderem von Partner adidas bekamen die 89 deutschen Delegationsmitglieder ihr Outfit. Überreicht wurde die Kleidung von prominenter Seite durch Tobias Angerer, Philipp Pflieger und dem Vorsitzenden der Sportministerkonferenz, Bayerns Sportminister Joachim Herrmann.

München (kobinet) Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) stellt sicher, dass blinde und sehbehinderte Menschen bei der vorgezogenen Bundestagswahl in Bayern ihre Stimme geheim und eigenständig abgeben können. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und spezialisierten Druckereien wird für die Bereitstellung von Wahlschablonen gesorgt. Das BIT-Zentrum des BBSB übernimmt die Verteilung dieser Schablonen in Bayern.

Bad Segeberg (kobinet) „Wusstest du dass Multiple Chemikalien Sensitivität (MCS) exkludieren kann?“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dabei spricht der Macher des IGEL-Podcast Sascha Lang mit Britta Wilkens über Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS). „MCS ist eine seltene und oft unsichtbare Erkrankung, die Betroffene im Alltag massiv einschränkt“, heißt es in der Ankündigung des Podcast.

BERLIN (kobinet) Jeder möchte wohl möglichst lange gesund bleiben. Die Natur hat das jedoch nicht in jedem Fall und für jeden so ohne weiteres vorgesehen und so sind die Möglichkeiten des Gesundheitstourismus schon eine schöne und sehr sinnvolle Sache. Wer sich jedoch schon einmal um eine Rehabilitationsmaßnahme oder eine Vorsorgekur bemüht hat, weiß, das die Auswahl eines passenden Kurortes nicht so ganz einfach ist. Nicht in jeder Kurklinik und nicht an jedem Kurort sind die Bedingungen derart, dass sich wirklich jeder ohne Barrieren um seine Gesunderhaltung bemühen kann. Weil wir alle darauf hoffen, dass dies sehr bald noch besser wird, ist es interessant, sich einmal mit dem Material der Öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages zu beschäftigen, bei dem am 6. November 2024 das Thema „Gesundheitstourismus“ auf der Tagesordnung stand.

München (kobinet) Der Medienpreis der Lebenshilfe ist benannt nach Bobby Brederlow. Der Schauspieler mit Down-Syndrom aus München war 1999 der erste Preisträger. Mit dem BOBBY würdigt die Bundesvereinigung Lebenshilfe vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung und Inklusion, das aufklärt und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abbaut. Nun ist der Schauspieler Bobby Brederlow einem Bericht von ntv zufolge im Alter von 63 Jahren gestorben.

Heidelberg (kobinet) Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und ihre wissenschaftlichen Kooperationspartner laden zur Online-Diskussion unter dem Motto: „Schritt für Schritt zurück in den Beruf bei Arbeitsunfähigkeit: Anforderungen und Herausforderungen an betriebliche Akteure“ ein. Bis zum 3. Dezember 2024 können noch Fragen und Beiträge eingestellt werden. „Die Stufenweise Wiedereingliederung (StW) ist eine mögliche Maßnahme im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), um Arbeitnehmenden mit einer Erkrankung oder einer Behinderung bei längerer Arbeitsunfähigkeit eine schrittweise Rückkehr in das Arbeitsleben zu ermöglichen. Wie insbesondere aus betrieblicher Sicht die StW in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann, welche wesentlichen Faktoren und Herausforderungen beachtet werden sollten, ist Schwerpunkt der Online-Diskussion der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) und dem Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH).

DÜSSELDORF (kobinet) Der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen freut sich über das Ja im Bundesrat zur Krankenhausreform. Der Sozialverband sieht darin ein gutes Signal für dieses Bundesland, fordert jedoch gleichzeitig eine effektive Umsetzung dieser Reform. Zugleich gibt es von diesem Sozialverband jedoch Kritik hinsichtlich der Finanzierung des Transformationsfonds.

HANNOVER (kobinet) Im Jahr 2023 wurden in Niedersachsen fast 30.000 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen polizeilich registriert. Das sind rund elf Prozent mehr als 2022. Trotz dieser erschreckenden Zahlen ist die Situation der Betroffenen in diesem Bundesland noch immer katastrophal. Darauf macht der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen anlässlich des „Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen“ am 25. November aufmerksam. Zentrale Kritik übt er dabei an der völlig unterschiedlichen Finanzierung von Frauenhäusern in Niedersachsen.

Berlin (kobinet) Inklusion bei Werder Bremen – seit Jahren nichts Neues, sondern einfach ein Teil des gewohnten Programms. Was viele heute noch als innovative Aktionen feiern, ist bei den Grün-Weißen längst zur Normalität geworden. Doch ein Aspekt, der vor Jahren als Höhepunkt gefeiert wurde, hat inzwischen die Diskussion über Inklusion und seine Wahrnehmung verändert.
Schon seit Jahren gibt es das inklusive Trainingslager, und die Fans fragen sich längst nicht mehr, ob es auch in diesem Jahr stattfindet, sondern in welchem Rahmen. Junge Spieler aus allen Bereichen, unabhängig von ihren Fähigkeiten, kommen zusammen, um sich weiterzuentwickeln. Der Zusammenhalt und das gemeinsame Ziel sind entscheidend – und das Beste daran: Niemand wird aufgrund seiner Einschränkungen anders behandelt. Inklusion ist hier nicht ein einmaliges Event, sondern das Fundament des täglichen Trainings. Keine spezielle Abteilung, keine Sonderbehandlung, sondern einfach ein selbstverständlicher Teil des Teams.

Berlin (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordert der Berichterstatter für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Gesundheitsausschuss, Hubert Hüppe, einen besseren Gewaltschutz für Frauen mit Behinderungen: „Es besteht dringender Handlungsbedarf, Menschen mit Behinderungen besser vor Gewalt zu schützen. Sie erleiden überdurchschnittlich oft psychische, körperliche, sexuelle Gewalt sowie sexuelle Belästigung. Vor allem in Einrichtungen wie Wohnheimen oder Werkstätten für behinderte Menschen durchleben die Bewohner und Beschäftigten Gewalterfahrungen, wobei Frauen am häufigsten betroffen sind. Dieses Fazit zieht die von den Bundesministerien für Frauen und Arbeit in Auftrag gegebene Studie vom Stand Juli 2024“, erklärte Hubert Hüppe.

Erlangen (kobinet) In Erlangen stehen in den nächsten Tagen gleich zwei Veranstaltungen an, die sich mit dem Weg behinderter Menschen aus der Werkstatt beschäftigen. „Mein Weg ins Budget für Arbeit“ lautet der Titel einer Veranstaltung für Menschen mit Beeinträchtigung und Angehörige. Diese findet am 28. November 2024 von 16:00 bis 18:00 Uhr im Wabene Bistro, Henkestraße 53, in 91054 Erlangen statt. Die Lebenshilfe Erlangen, Access und Budget Kompetenz laden dazu ein. Am 2. Dezember 2024 findet dann ab 17:30 Uhr eine Lesung von Ottmar Miles-Paul und seiner Leseassistenz Sabine Lohner aus dem Roman Zündeln an den Strukturen über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu mit Diskussion in der Stadtbibliothek Erlangen, Marktplatz 1, in 91054 Erlangen des Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Erlangen statt.

Schwerin (kobinet) Mecklenburg-Vorpommern will das Engagement für gerechte Teilhabe und gegen Diskriminierung verstärken. Justizministerin Jaqueline Bernhardt und die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, unterzeichneten am 21. November 2024 in Schwerin dazu eine entsprechende Erklärung. Ziel dieser Vereinbarung ist es, Beratungsstellen vor Ort zu unterstützen, dafür zu sorgen, dass der Schutz vor Diskriminierung in allen Bereichen politisch verankert wird und gemeinsame Anstrengungen gegen Diskriminierung zu unternehmen. Nun fehlen nur noch Bayern und Sachsen-Anhalt, die der Koalition gegen Diskriminierung noch nicht beigetreten sind.

München (kobinet) In den letzten Wochen wurde der Finanzhaushalt für die Kommunen in Bayern diskutiert und verabschiedet. Aufgrund der finanziellen Notlage der Kommunen stellt der Freistaat eine Rekordsumme zur Verfügung. Dessen ungeachtet wurde vonseiten des Bayerischen Gemeindetages zuletzt die Forderung in den Raum gestellt, es solle auch bei den Standards für die Barrierefreiheit gespart werden. Konkret schlug Uwe Brandl, Präsident des Gremiums, beispielsweise vor, die Barrierefreiheit in öffentlichen Bauten auf das Erdgeschoss zu beschränken oder dass der Betreuungsschlüssel in den Kindergärten verändert werden müsste. Holger Kiesel, der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung warnt dagegen eindringlich davor, die gesetzlich festgelegten Standards der Barrierefreiheit zu lockern.

München (kobinet) Der 17. MAIK Kongress gab viele neue Ansätze und Denkanstöße. Darauf haben die Veranstalter des Münchner außerklinischer Intenwiv Kongress (MAIK) in einem Bericht hingewiesen. Ca. 750 Teilnehmende aus verschiedenen Ländern haben an dem Kongress teilgenommen, der am 25. und 26. Oktober 2024 in München stattfand. So heißt es in dem Bericht der Veranstalter*innen über den Kongress, den die kobinet-nachrichten veröffentlichen.

Bochum (kobinet) Die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin an der Ruhr-Universität Bochum, Dr. rer. nat. Sabrina Fuths, lädt Eltern dazu ein, an einer Umfrage teilzunehmen, die die Situation von Eltern von Kindern mit Behinderung im Hilfesystem abbildet, beispielsweise im Kontakt mit Behörden, wie dem Jugendamt, in der Beratung oder mit dem Gesundheitssystem. Ziel ist es, Ihre Erfahrungen und Perspektiven zu sammeln, um Barrieren sichtbar zu machen und die Versorgungssituation zu verbessern.